Bachelorarbeit, 2019
63 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Forschungshintergrund und Forschungsfragen
1.2. Begriffsdefinitionen und Rekonzeptualisierung der Partnerwahl
1.3. Überblick über die Gliederung
2. Theoretischer Hintergrund im chinesischen Kontext
2.1. Makroebene: gesellschaftliche Rahmenbedingungen
2.1.1. Historische Wurzel der arrangierten Ehe und der heutige Heiratsmarkt in China
2.1.2. Gesellschaftlicher Wandel: Industrialisierung, Modernisierung und sinkende familiäre Kontrolle
2.1.3. Intervention des Staates: Ideologie, Gesetzesänderung und Planwirtschaft
2.1.4. Stadt-Land-Unterschied
2.2. Mikroebene: persönliche Merkmale
2.2.1 Genderunterschiede und Geschlechterrolle im Zusammenhang mit Urbanität und Ruralität
2.2.2 Rolle der Selbstständigkeit: Bildung, Erwerbstätigkeit und Einkommen
2.3. Zusammenfassung der Hypothesen und methodische Herangehensweise
3. Daten und Methoden
3.1. Datenbasis
3.2. Messung und Operationalisierung
3.2.1. Abhängige Variablen
3.2.2. Unabhängige Variablen
4. Ergebnisse
4.1. Deskriptive Analyse
4.2. Multivariate Analyse
4.2.1. Binäre logistische Regression
4.2.2. Generalisierte ordinale logistische Regression
5. Fazit, Beschränkung und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht den Wandel der Partnerwahl in China über das letzte Jahrhundert. Dabei wird analysiert, inwieweit gesellschaftliche Transformationsprozesse, wie Industrialisierung und Modernisierung, die Autonomie bei der Eheschließung beeinflussen und welche Rolle dabei Faktoren wie der Wohnort (Stadt-Land-Gefälle), das Geschlecht und individuelle Merkmale spielen.
1.1. Forschungshintergrund und Forschungsfragen
Die Eheschließung als eine der wichtigsten sozialen Institutionen betrifft nicht nur die private Lebensführung, sondern erfüllt auch soziale und rechtliche Aufgaben. Aus diesem Grund ist die Partnerwahl im Prozess der Familienbildung von großer Relevanz und steht trotz steigender Individualisierung und des Wandels diverser familiärer Funktionen, wie beispielsweise Verlagerung der Sozialisationsfunktion und der Haushaltsfunktion, die die Modernisierung mit sich bringt, weiterhin im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Diskussionen. Stark vom kulturellen Hintergrund geprägt, kann der Modus der Partnerwahl in verschiedenen Kulturkreisen bestimmte Besonderheiten aufweisen. Während in einem Großteil der westlichen Kulturen eine individualistische Partnerwahl und die Liebesehe dominieren, üben die Eltern oder andere Verwandte in vielen nicht-westlichen Ländern einen wesentlichen Einfluss auf die Partnerwahl der Kinder aus.
Die vorliegende Bachelorarbeit legt den Fokus auf das Festland China, das über Jahrtausende hinweg von den patrilinearen und konfuzianischen Werten geprägt wurde, was damit einherging, dass die meisten Ehen nach diesen Traditionen grundsätzlich von den Eltern arrangiert wurden, wohingegen sich in den vergangenen Dekaden auch eine grundlegende Umorientierung in Bezug auf die Ehe – größtenteils in den städtischen und Küstenregionen – abzeichnete. Vor allem die Handelsstädte in Küstengebieten erlebten sowohl am Anfang der Modernisierungswelle im 19. Jahrhundert als auch seit der marktwirtschaftlichen Reform in den 1970er Jahren durch den Zuzug von westlichen Investitionen und Ideologien eine immense politische, gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Entwicklung. Das Landesinnere blieb hiervon nahezu unberührt. Dieses Stadt-Land-Gefälle lässt sich allerdings nicht nur aus Sicht des Entwicklungsstandes erklären, sondern auch anhand der sozialen Institution, allen voran der Geschlechterrolle, auf der die bestehende Gesellschaftsordnung basiert.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Partnerwahl in China ein und formuliert die Forschungsfragen zur Entwicklung der Autonomie bei der Eheschließung unter Berücksichtigung des sozialen Wandels.
2. Theoretischer Hintergrund im chinesischen Kontext: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des gesellschaftlichen Wandels in China, wobei sowohl makrostrukturelle Faktoren wie Industrialisierung und staatliche Intervention als auch mikrostrukturelle Aspekte wie individuelle Ressourcen beleuchtet werden.
3. Daten und Methoden: Dieses Kapitel beschreibt die Datenbasis des East Asian Social Survey (EASS) und erläutert die Vorgehensweise bei der Messung und Operationalisierung der Partnerwahl und der unabhängigen Einflussfaktoren.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven und multivariaten Analysen, die den Wandel der Partnerwahlmodi und die Determinanten für mehr oder weniger individuelle Autonomie belegen.
5. Fazit, Beschränkung und Ausblick: Dieses abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, diskutiert die Limitationen der Studie und gibt Impulse für zukünftige Forschungen zum Heiratsverhalten.
Partnerwahl, China, arrangierte Ehe, individualistische Ehe, Autonomie, Heiratsmarkt, Stadt-Land-Gefälle, Genderunterschiede, Modernisierung, Industrialisierung, soziale Institution, East Asian Social Survey, Konfuzianismus, filiale Pietät, Partnerwahlmodus
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Partnerwahlverhaltens in China, weg von traditionellen, arrangierten Eheschließungen hin zu einer stärkeren individuellen Autonomie.
Die Arbeit beleuchtet das Zusammenspiel von kulturellen Traditionen, staatlichen politischen Maßnahmen (wie dem Ehegesetz) und dem ökonomischen Fortschritt während der Modernisierungs- und Reformphase Chinas.
Das Hauptziel ist es zu verstehen, welche Faktoren die Freiheit bei der Partnerwahl beeinflussen und ob es signifikante Unterschiede zwischen dem städtischen und ländlichen China sowie verschiedenen Geburtskohorten gibt.
Die Autorin nutzt quantitative Methoden, darunter deskriptive Statistiken sowie multivariate Analysen, namentlich binäre und generalisierte ordinale logistische Regressionen, basierend auf dem Datensatz des East Asian Social Survey (EASS).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Heiratsnormen in China, die methodische Aufbereitung der Variablen und die anschließende empirische Auswertung der Partnerwahltypen.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Partnerwahl, Heiratsautonomie, Stadt-Land-Gefälle, Genderunterschiede und den soziologischen Wandel innerhalb der chinesischen Reform-Ära aus.
Die Arbeit grenzt sich dadurch ab, dass sie das Modell der generalisierten ordinalen Regression verwendet, um die Proportional-Odds-Annahme zu hinterfragen, was eine nuanciertere Betrachtung der Partnerwahl ermöglicht.
Das Stadt-Land-Gefälle ist ein zentraler Erklärungsfaktor; die Studie zeigt, dass die städtische Bevölkerung durch bessere sozioökonomische Chancen eine deutlich höhere Heiratsautonomie genießt als die ländliche Bevölkerung.
Als Mischtyp werden jene Konstellationen definiert, in denen weder eine rein arrangierte Ehe noch eine vollkommen individualistische Partnerwahl vorliegt, was eine weit verbreitete Übergangsphase in der modernen chinesischen Gesellschaft darstellt.
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