Masterarbeit, 2017
92 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Neoliberale Konzeption und Trickle-Down-Economics
2.1. Historischer Abriss neoliberaler Entwicklung
2.2. Theoretische Fundierung neoliberaler Ideologie
2.2.1. Individualisierung und das Menschenbild des Homo Oeconomicus
2.2.2. Freiheit & Zwang
2.2.3. Gerechtigkeit und soziale Ungleichheit
2.2.4. „Survival of the fittest“ – Konkurrenz & Wettbewerb
2.2.5. Zusammenfassung
2.3. Supply-Side-Economics und Trickle-Down-Theorie
2.4. Zentrale (wirtschafts-)politische Standpunkte und Forderungen
2.4.1. Schlanker Staat, Marktgesellschaft und Deregulierung
2.4.2. Das Primat der Privatisierung
2.4.3. Der Sozialstaat als Feind
2.4.4. Demokratie & Politik
2.4.5. Agenda-Setting & Implementierungsstrategien
3. Konsumsoziologie & Sickereffekte
3.1. Einführendes zur Konsumsoziologie
3.2. Wolfgang Fritz Haug – Über die Ästhetik von Waren
3.3. Werner Sombart – Luxus als Motor
3.4. Pierre Bourdieu – Feinheiten der Unterscheidung
3.5. Thorstein Veblen – Der Müßiggang der feinen Leute
3.6. Zygmunt Bauman – Die Gesellschaft der Konsumenten
4. Trickle-Down-Economics & Luxusgüter
4.1. Einleitendes zur Untersuchung der Anwendungsgebiete des Luxuskonsums
4.2. Die „Schönheit“ der Diamanten
4.3. Der hypersensible Kunstmarkt
5. Diskussion & Fazit
Die Arbeit untersucht die Validität der Trickle-Down-Theorie als Legitimationsgrundlage des Neoliberalismus durch eine konsumsoziologische Analyse des Luxuskonsums der Oberschicht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob sich die Annahme eines durchsickernden Wohlstands durch Investitionen und Konsum der Wohlhabenden theoretisch und empirisch halten lässt.
3.2. Wolfgang Fritz Haug – Über die Ästhetik von Waren
Ausgangspunkt dieses Unterkapitels ist Wolfgang Fritz Haugs Werk Kritik der Warenästhetik – Gefolgt von Warenästhetik im High-Tech-Kapitalismus (2009), das der kritischen Theorie zugeordnet werden kann. Der deutsche Philosoph stellt dabei den Terminus „Warenästhetik“ in den Mittelpunkt seiner Analyse über Güter und Dienstleistungen in der Konsumgesellschaft. Der Begriff basiert dabei auf der Unterscheidung zwischen Gebrauchswert und Tauschwert einer Ware, die von Adam Smith und Karl Marx vorgenommen wurde. Der Gebrauchswert oder besser das Gebrauchswertversprechen (Schein) geht über den faktischen Tauschwert hinaus: „Schein wird für den Vollzug des Kaufakts so wichtig – und faktisch wichtiger – als Sein. Was nur etwas ist, aber nicht nach »Sein« aussieht, wird nicht gekauft. Was etwas zu sein scheint, wird wohl gekauft.“ (Haug 2009, S. 29f.).
Dies verweist darauf, dass Kaufentscheidungen nicht nur aufgrund „vollkommener Informiertheit“ (Homo Oeconomicus) getroffen werden, sondern dass das Versprechen, welches sich Individuen von einer bestimmten Ware machen, weit über den monetären Wert hinausgeht. Generell dient der Konsum von bestimmten Produkten der Befriedigung von Bedürfnissen. Nach Haug (2009, S. 172f.) gilt dabei keineswegs der Umkehrschluss: Nicht jede Bedürfnisbefriedigung kann mittels Konsum bedient werden. Daher müssen Waren ideologisch und kulturell überlagert werden und Bedeutungszuschreibungen erfahren, um spezifische Bedürfnisse von Individuen, die sich jenseits der Warenwelt befinden, anzusprechen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die neoliberale Konzeption und die Trickle-Down-Theorie ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich deren Gültigkeit.
2. Neoliberale Konzeption und Trickle-Down-Economics: Dieses Kapitel erläutert die historischen und theoretischen Grundlagen des Neoliberalismus und dessen zentrales Dogma der Trickle-Down-Wirtschaftspolitik.
3. Konsumsoziologie & Sickereffekte: Hier werden zentrale konsumsoziologische Ansätze von Haug, Sombart, Bourdieu, Veblen und Bauman genutzt, um die Annahme eines Sickereffekts durch Konsum zu hinterfragen.
4. Trickle-Down-Economics & Luxusgüter: Das Kapitel analysiert anhand der Diamantenindustrie und des Kunstmarktes die sozialen Auswirkungen von Luxuskonsum und zeigt deren Manipulationsanfälligkeit auf.
5. Diskussion & Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Trickle-Down-Theorie die Gültigkeit als neoliberale Legitimationsgrundlage abzusprechen ist.
Neoliberalismus, Trickle-Down-Theorie, Konsumsoziologie, Luxuskonsum, Homo Oeconomicus, Distinktion, Kapital, Warenästhetik, Macht, Soziale Ungleichheit, Privatisierung, Wettbewerb, Ideologie, Kunstmarkt, Diamanten.
Die Masterarbeit befasst sich kritisch mit der neoliberalen Ideologie und der Trickle-Down-Theorie, insbesondere mit der Frage, ob Konsumausgaben wohlhabender Schichten tatsächlich zu einem Wohlstandsgewinn für die gesamte Gesellschaft führen.
Zentral sind der Neoliberalismus als Ideologie, die soziologische Analyse von Konsumformen (insbesondere Luxuskonsum) und die Auswirkungen von ökonomischer Ungleichheit auf die gesellschaftliche Struktur.
Die Forschungsfrage lautet: Wie ist die Gültigkeit der Trickle-Down-Theorie als neoliberale Legitimationsgrundlage unter Berücksichtigung konsumsoziologischer Überlegungen anhand des Konsumverhaltens der Oberschicht zu bewerten?
Die Untersuchung erfolgt auf einer theoretischen Ebene, gestützt durch Literaturanalyse und Fallbeispiele aus der Praxis (Diamantenindustrie und Kunstmarkt), anstatt auf rein empirischer Statistik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Neoliberalismus, die konsumsoziologische Analyse durch verschiedene Autoren (wie Bourdieu, Haug, Veblen) und abschließende Fallstudien zur Untersuchung von Luxusgütermärkten.
Wichtige Begriffe sind Neoliberalismus, Trickle-Down-Theorie, Distinktion, Luxuskonsum, soziale Ungleichheit und ökonomisches Kapital.
Der Autor argumentiert, dass das neoliberale Bild des Homo Oeconomicus als rational handelndes Individuum durch die konsumsoziologischen Erkenntnisse widerlegt wird, da Konsumentscheidungen stark durch soziale Faktoren und Statusstreben beeinflusst sind.
Der Kunstmarkt dient als Beispiel für einen deregulierten Bereich, in dem durch intransparente Preisbildung, Spekulation und den Ausschluss der Allgemeinheit vom Besitz wertvoller Güter kein positiver Sickereffekt für die Gesellschaft erkennbar ist.
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