Masterarbeit, 2020
99 Seiten, Note: 1,0
1. Problemstellung und Sachkontext
2. Charakterisierung der Kreuzfahrtbranche
2.1 Anfänge und bisherige Entwicklungen der Kreuzfahrtbranche
2.2 Marktumfeld und Marktbedingungen
2.3 Typisierung und Geschäftsmodell
2.4 Stakeholderbetrachtung
2.4.1 Passagiere
2.4.2 Dienstleister und Kooperationspartner
2.4.3 Mitarbeiter
2.4.4 Gesellschaftliche Umwelt
2.4.5 Shareholder und Fremdkapitalgeber
3. Charakterisierung von Nachhaltigkeit
3.1 Aussageinhalt des Nachhaltigkeitsbegriffs
3.2 Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit
4. Kreuzfahrt im Spannungsfeld des Drei-Säulen-Modells
4.1 Ökologische Aspekte
4.1.1 Ökologische Aspekte „zu Wasser“
4.1.2 Ökologische Aspekte „zu Land“
4.2 Soziale Aspekte
4.2.1 Soziale Aspekte „an Bord“
4.2.2 Soziale Aspekte „zu Land“
4.3 Ökonomische Aspekte
4.3.1 Ökonomische Effekte
4.3.2 Ökonomische Kosten
4.3.3 Spannungsfeld „Steuern“
5. Phänomene und Entwicklungen im Lichte von Covid-19
5.1 Überblick über die Entwicklungen seit Ausbruch der Pandemie
5.2 Nachhaltige Entwicklung im Brennglas von Covid-19
5.2.1. Ökologische Aspekte im Lichte von Covid-19
5.2.2 Soziale Aspekte im Lichte von Covid-19
5.2.3 Ökonomische Aspekte im Lichte von Covid-19
6. Resümee
Diese Arbeit untersucht die Kreuzfahrtbranche unter Berücksichtigung der drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Soziales, Ökonomie) und analysiert potenzielle Spannungsfelder. Ein zentrales Ziel ist es, Lösungsansätze für eine nachhaltigere Entwicklung aufzuzeigen und dabei den Einfluss der Covid-19-Pandemie kritisch auf die langfristige Zukunftsfähigkeit der Branche zu prüfen.
4.1.1.1 Antrieb, Emissionen und Energieeffizienz
Eng mit den Problemen der Luftverschmutzung ist die Wahl des Treibstoffs verknüpft. Fast ausnahmslos alle größeren Kreuzfahrtschiffe werden dabei (noch) mit kostengünstigem Schweröl betrieben. Bei Schweröl handelt es sich grob vereinfacht um ein Restprodukt der Erdölverarbeitung, welches dadurch entsteht, dass die einzelnen Bestandteile des Erdöls durch Erhitzen voneinander getrennt werden. Dabei entstehen Gase, Flüssiggase, Benzine und andere Destillate wie Diesel und Kerosin. Der Reststoff wird als Residual, Rückstandsöl oder eben Schweröl bezeichnet. Dabei können sich die jeweiligen Rückstandsprodukte hinsichtlich ihrer Qualität und ihrer Bestandteile durchaus unterscheiden, was an den unterschiedlich intensiven Destillerieprozessen beim Raffinieren liegt. Beim Verbrennen des Schweröls entstehen Emissionen, allem voran Schwefeldioxide, die etwa als Hauptverursacher von saurem Regen gelten, aber auch Stickoxide, Feinstaub sowie Kohlenstoffdioxid.
Bei der Diskussion über die Schadstoffe im Schweröl fokussiert sich der Blick hauptsächlich auf den Schwefelgehalt. Dessen erlaubter Grenzwert lag nach dem MARPOL-Übereinkommen auf den Weltmeeren (sprich außerhalb besonderer Schutzzonen, auf die noch eingegangen wird) bis vor kurzem bei 3,5 Prozent Schwefelanteil. Mit Beschluss der „MARPOL-Anlage VI“ von 2005 ist dieser Schwefelgrenzwert mit Beginn des Jahres 2020 auf 0,5 Prozent gesenkt worden. Für besondere Schutzzonen, sogenannte „Emission Control Areas“ (ECAs), gelten noch strengere Regeln. In diesen Gebieten mussten die Kreuzfahrtschiffe schon vorab andere Grenzwerte einhalten.
Dies bedeutet allerdings nicht das Ende des Schweröl-Einsatzes in der Schifffahrt. Den Reedereien ist es weiterhin erlaub, Schweröl mit einem höherem Schwerölanteil als 0,5 Prozent mitzuführen und einzusetzen, wenn sie den Nachweis erbringen können, dass ein Schiff über Filteranlagen für entsprechende Emissionen verfügt. Hierfür gibt es von der „International Maritime Organization“ (IMO) festgelegte Umrechnungstabellen, die es ermöglichen sollen, äquivalent zu dem Schwefelanteil im Treibstoff entsprechende Grenzwerte bei den Schwefeldioxid-Anteilen in den Abgasen zu bestimmen.
1. Problemstellung und Sachkontext: Einführung in die Kreuzfahrtbranche, deren Wachstum vor der Pandemie sowie die Relevanz der Nachhaltigkeitsdebatte.
2. Charakterisierung der Kreuzfahrtbranche: Detaillierte Darstellung der Branche, ihrer Geschäftsmodelle, Zielgruppen und der komplexen Stakeholder-Struktur.
3. Charakterisierung von Nachhaltigkeit: Theoretische Herleitung des Nachhaltigkeitsbegriffs und Vorstellung des Drei-Säulen-Modells.
4. Kreuzfahrt im Spannungsfeld des Drei-Säulen-Modells: Analyse der spezifischen Herausforderungen in den Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie im operativen Betrieb.
5. Phänomene und Entwicklungen im Lichte von Covid-19: Untersuchung, wie die Pandemie die Branche beeinflusst und welche langfristigen Folgen für Nachhaltigkeit zu erwarten sind.
6. Resümee: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur Zukunftsfähigkeit der Branche unter Berücksichtigung der untersuchten Spannungsfelder.
Kreuzfahrtbranche, Nachhaltigkeit, Drei-Säulen-Modell, Covid-19, Schweröl, LNG-Antrieb, Stakeholder, Umweltschutz, Soziale Verantwortung, Ökonomische Effekte, Overtourism, Emissionen, Landstrom, Flag of Convenience, Destinationsmanagement.
Die Arbeit analysiert die Kreuzfahrtbranche im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte und untersucht, wie das Geschäftsmodell mit ökologischen, sozialen und ökonomischen Zielen im Einklang steht oder in Konflikt gerät.
Die zentralen Themen sind das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, die Umweltbelastungen durch Schiffsbetrieb, die soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und lokalen Destinationen sowie die ökonomischen Interessen der Konzerne.
Ziel ist es, Spannungsfelder innerhalb der Branche offenzulegen, Lösungsansätze zu bewerten und den Einfluss der Covid-19-Pandemie auf die zukünftige nachhaltige Entwicklung der Branche zu analysieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturarbeit und wird durch einen empirischen Teil ergänzt, der auf qualitativen Experteninterviews mit Branchenkennern basiert.
Im Hauptteil werden nach einer Einführung und Begriffsklärung die drei Nachhaltigkeitsdimensionen detailliert auf die Branche angewandt und schließlich durch die Linse der Corona-Pandemie neu bewertet.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kreuzfahrtbranche, Nachhaltigkeit, LNG, Stakeholder, Overtourism und soziale Unternehmensverantwortung (CSR).
Die Experten gehen davon aus, dass die Pandemie kurzfristig zu Kapazitätsanpassungen und Hygienefokussierung führt, langfristig aber technische Trends (wie Digitalisierung) beschleunigen könnte, ohne die grundsätzlichen Probleme des Massentourismus vollständig zu lösen.
Die Praxis der „Flags of Convenience“ wird als problematisch eingestuft, da sie es ermöglicht, arbeitsrechtliche und steuerliche Standards zu umgehen, was sowohl die soziale als auch die ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit negativ beeinflusst.
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