Bachelorarbeit, 2019
45 Seiten, Note: 1,05
1 Einleitung
1.1 Methodisches Vorgehen (Zielsetzung und Gang der Untersuchung)
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Grundlegendes zur self-efficacy von Albert Bandura
2.2 Indikatoren und Mediatoren der Selbstwirksamkeit
2.2.1 Persönliche Erfolgserfahrungen
2.2.2 Stellvertreter-Erfahrungen
2.2.3 Verbaler Zuspruch durch andere
2.2.4 Physiologische und affektive Zustände
2.3 Das sozial-kognitive Rückfallmodell von Marlatt
3 Die Therapie der Alkoholabhängigkeit in Deutschland
3.1 Abriss der Diagnostik nach ICD-10 und DSM-5
3.2 Epidemiologische Daten und Prävalenz der Alkoholabhängigkeit
3.3 Die Entwöhnung im Kontext der Suchttherapie
3.4 Evidenzbasierte Verfahren der Entwöhnung
4 Studien zur Selbstwirksamkeit in der Suchttherapie
4.1 Abstinenzquote und Psychotherapieforschung
4.2 Prognostische Kriterien für die Abstinenzquote
4.2.1 Klassische Prädiktoren der Abstinenzquote
4.2.2 Self-efficacy als Prädiktor für die Abstinenz
5 Diskussion
5.1 Das Paradoxon der Kontrolle in der Entwöhnungstherapie
5.2 Der Mythos der Abstinenz und das Dilemma der Katamnese
5.3 Forschungslücken und Studiendesign
6 Fazit
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht die Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung (self-efficacy) für die erfolgreiche Rückfallprävention bei alkoholabhängigen Menschen im Rahmen der stationären Entwöhnungstherapie. Ziel ist es, zu analysieren, ob dieses psychologische Konstrukt in der aktuellen Therapieforschung ausreichend Berücksichtigung findet und inwieweit die theoretischen Ansätze von Bandura und Marlatt in der Praxis wirksam zur Abstinenzförderung beitragen.
2.2.1 Persönliche Erfolgserfahrungen
Enactive mastery experiences beeinflussen nach Bandura die wahrgenommene Selbstwirksamkeit (perceived self-efficacy) einer Person am stärksten. Weil die formal korrekte Übersetzung „körperlich verinnerlichte Kontrollerfahrungen“ zu sehr an Rotters Konstrukt der Kontrollüberzeugung erinnern würde, werden in der vorliegenden Arbeit die Begriffe „persönliche Erfolgserfahrungen“, „persönliche Erfahrungen“ oder „eigene Erfolgserlebnisse“ verwendet. Alle drei Termini sollen synonym verstanden werden.
Direkte Erfahrungen und eigene Erfolgserlebnisse beeinflussen die Selbstwirksamkeitsüberzeugung eines Menschen weitaus stärker und nachhaltiger als die anderen drei Indikatoren, seien es Stellvertreter-Erfahrungen, verbaler Zuspruch durch andere oder auch physiologische und affektive Zustände. Hat ein Mensch die persönliche Erfahrung gemacht, dass er durch eigenes Handeln, durch konsequente Anwendung eigener Taktik und Strategie ein angestrebtes Ergebnis erreicht hat, steigt seine Selbstwirksamkeitsüberzeugung und er wird die taktischen Regeln und die Strategien, die er gewählt hat, auch künftig weiter einhalten bzw. einschlagen (Bandura, 1997; Bandura, 1995). Lerntheoretiker sprechen hier von einem instrumentellen Lernvorgang oder einer operanten Konditionierung.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Verständnisses von Alkoholismus als Krankheit und stellt die Relevanz der Rückfallprävention im deutschen Gesundheitssystem dar.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Selbstwirksamkeit nach Bandura sowie das sozial-kognitive Rückfallmodell von Marlatt als theoretische Basis der Arbeit.
3 Die Therapie der Alkoholabhängigkeit in Deutschland: Es wird ein Abriss über Diagnostik, Epidemiologie und die verschiedenen Phasen der Entwöhnung im deutschen Kontext gegeben.
4 Studien zur Selbstwirksamkeit in der Suchttherapie: Dieser Abschnitt analysiert den Forschungsstand zu Prädiktoren der Abstinenz, insbesondere die Rolle der Selbstwirksamkeit im Vergleich zu klassischen klinischen Faktoren.
5 Diskussion: Die Diskussion hinterfragt das Spannungsfeld zwischen Krankheitsmodell und Selbstwirksamkeit sowie die methodischen Herausforderungen bei der Erfassung von Rückfallwahrscheinlichkeiten.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Förderung der Selbstwirksamkeit zusammen und fordert eine stärkere Berücksichtigung dieses Konstrukts in zukünftigen Wirksamkeitsstudien.
Selbstwirksamkeit, self-efficacy, Alkoholabhängigkeit, Rückfallprävention, Abstinenz, Entwöhnungstherapie, Suchttherapie, Bandura, Marlatt, Abstinenzzuversicht, Psychotherapieforschung, Katamnese, Suchtgedächtnis, Verhaltensmodifikation, Kontrollüberzeugung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle der Selbstwirksamkeit (self-efficacy) bei der Behandlung von alkoholabhängigen Patienten und deren Bedeutung für die langfristige Abstinenz.
Zentrale Felder sind die sozial-kognitive Theorie nach Bandura, das Rückfallmodell von Marlatt, der deutsche Therapiekontext sowie aktuelle Studien zur Prognose von Abstinenz.
Die Arbeit untersucht, ob die Bedeutung der Selbstwirksamkeit in der Suchttherapie ausreichend beachtet wird und wie dieses Konstrukt zur Verbesserung der Rückfallprävention genutzt werden kann.
Der Autor führt eine umfassende Literaturrecherche und Review durch, unter Einbeziehung von internationalen Originalquellen und aktuellen deutschsprachigen Studien zur Suchttherapie.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Selbstwirksamkeit, das deutsche Versorgungssystem für Suchtkranke sowie Studien zur Wirksamkeit der Entwöhnung detailliert gegenübergestellt.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Selbstwirksamkeit, Rückfallprävention, Alkoholabhängigkeit und Abstinenz geprägt.
Marlatt betrachtet den Rückfall nicht als bloßes Scheitern, sondern als Teil eines dynamischen Verhaltensänderungsprozesses, bei dem die Selbstwirksamkeit eine zentrale Rolle bei der Bewältigung spielt.
Die Entscheidungswaage ist ein Instrument in der Therapie, das Patienten hilft, die Vor- und Nachteile von Abstinenz versus Konsum strukturiert zu bewerten und so ihre Veränderungsbereitschaft zu erhöhen.
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