Bachelorarbeit, 2011
87 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Literaturlage und Forschungsstand
2. Transformation in Russland bis 1995
2.1. Boris El’cin und die Anfänge der Transformation (bis 1991)
2.2. Erste Konsolidierungsversuche und der Verfassungskonflikt (1991-1993)
2.3. Etablierung des präsidentiellen Systems (1993-1995)
2.4. Zwischenbilanz
3. Massenmedien in Russland
3.1. Definition der Massenmedien
3.2. Medienlandschaft
3.3. Glasnost und die spätsowjetischen Medien
3.4. Entwicklung russländischer Massenmedien bis 1996
4. Präsidentschaftswahlen von 1996
4.1. Ausgangslage
4.2. Verlauf
5. Massenmedien im Wahlkampf Boris El’cins 1996
5.1. Politische Maßnahmen
5.2. Methoden des massenmedialen Einsatzes im Wahlkampf
5.3. Beispiele
6. Fazit: Instrumentalisierung der Massenmedien während der Präsidentschaftswahlen 1996 im Kontext der russländischen Transformation
Die Arbeit untersucht die Rolle der Massenmedien während der Präsidentschaftswahl von 1996 in Russland. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Medien und inwieweit die mediale Berichterstattung zur Wiederwahl von Boris El’cin beigetragen hat.
3.1. Definition der Massenmedien
„Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien“, schrieb der bekannte deutsche Soziologe Niklas Luhmann in seinem 1996 erschienenen Buch ‚Die Realität der Massenmedien‘.84
Unter den Begriff ‚Massenmedien‘ fallen heutzutage Fernsehen, Radio, Printmedien und das Internet. Ihre gesellschaftliche und politische Rolle ist besonders bedeutsam, da sie die Fähigkeit besitzen, Informationen schnell und flächendeckend zu verbreiten. Neben ihrer Hauptaufgabe der Informationsversorgung sollen sie im Idealfall die Rolle des ‚public watchdog‘ übernehmen, das heißt, die Ereignisse in der Gesellschaft nicht nur beobachten und über diese berichten, sondern diese auch kritisch hinterfragen und überprüfen.85
Im Zuge der größer werdenden Mediatisierung der Gesellschaft, gewinnen die Massenmedien immer mehr an Bedeutung und sind innerhalb von gesellschaftlichen Institutionen, wie Politik, Arbeitswelt, Familie oder Religion, fest verankert. Dadurch sind sie mitunter in der Lage, gerade im politischen Bereich, eine enorme Macht ausüben und verschiedene Institutionen dazu zu zwingen, sich an die verändernde mediale Welt anzupassen. Immer öfter wird deshalb im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Kontext vom Konzept der Medien als ‚vierter Gewalt‘ neben der Exekutiven, Legislativen und Judikativen gesprochen.86
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Transformationsprozess Russlands nach dem Zusammenbruch der UdSSR und führt in die Fragestellung nach der Rolle der Medien bei den Präsidentschaftswahlen 1996 ein.
2. Transformation in Russland bis 1995: Dieses Kapitel erläutert die politischen und ökonomischen Herausforderungen der russländischen Transformation und analysiert die Entwicklung der Machtstrukturen bis zum Jahr 1995.
3. Massenmedien in Russland: Hier werden theoretische Grundlagen zu Massenmedien gelegt und der Wandel der russländischen Medienlandschaft vor dem Hintergrund des sowjetischen Erbes bis 1996 nachgezeichnet.
4. Präsidentschaftswahlen von 1996: Dieses Kapitel analysiert die Ausgangslage, die politischen Rahmenbedingungen sowie die wahlstrategischen Konstellationen der Präsidentschaftswahl von 1996.
5. Massenmedien im Wahlkampf Boris El’cins 1996: Der Hauptteil untersucht die gezielte Instrumentalisierung der Medien durch das Wahlkampfteam, die Allianz mit den Oligarchen und die Anwendung moderner PR-Methoden.
6. Fazit: Instrumentalisierung der Massenmedien während der Präsidentschaftswahlen 1996 im Kontext der russländischen Transformation: Das Fazit fasst die Rolle der Medien als Machtinstrument zusammen und bewertet die langfristigen Auswirkungen auf das politische System Russlands.
Russland, Präsidentschaftswahl 1996, Boris El’cin, Transformationsprozess, Massenmedien, Instrumentalisierung, Oligarchen, Politische Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Medienlandschaft, Demokratisierung, Transformation, Parteien, Wahlkampfstrategie, Medienkontrolle.
Die Arbeit analysiert die politische Entwicklung Russlands im Kontext der Präsidentschaftswahl 1996 mit Fokus auf die einflussreiche Rolle der Massenmedien.
Zentrale Themen sind die Transformation Russlands, die Entwicklung der Medienlandschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sowie die Wahlkampfstrategien der beteiligten Akteure.
Das Ziel ist es, das Zusammenspiel zwischen Politik, Wirtschaft und Massenmedien während der Präsidentschaftswahl 1996 interdisziplinär zu kontextualisieren.
Es werden historische Analysen, politikwissenschaftliche Transformationsforschung sowie mediensoziologische Ansätze kombiniert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Wahlkampfaktivitäten von Boris El’cin, die Einbindung der Medien als politisches Instrument und die Allianz zwischen Politik und Wirtschaftseliten.
Begriffe wie Instrumentalisierung, Transformation, Oligarchen, Demokratisierung und Medienkontrolle sind entscheidend für das Verständnis der Arbeit.
Die Medien wurden durch gezielte Lenkung, negative Kampagnen gegen den kommunistischen Herausforderer und die Allianz mit den Oligarchen zu einem wirksamen Instrument zur Sicherung des Wahlsiegs für El’cin.
Die Oligarchen unterstützten El’cin finanziell und medial, da sie fürchteten, dass ein Sieg der Kommunisten ihre wirtschaftliche Machtbasis und ihre Privatisierungsgewinne gefährden könnte.
Obwohl formelle Zensur abgeschafft war, gab es eine informelle Instrumentalisierung durch „neue Informationstechnologien“, direkte Einflussnahme auf Redaktionen und den Austausch regierungskritischer Journalisten.
Die Arbeit schlussfolgert, dass die Manipulation der Medien und die Missachtung demokratischer Prinzipien während des Wahlkampfes undemokratische Strukturen verfestigten und die Entwicklung hin zu einer echten liberalen Demokratie nachhaltig schwächten.
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