Masterarbeit, 2019
85 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Forschungsfragen
1.4 Methodische Vorgehensweise
1.5 Aufbau der Arbeit
2. Die verschiedenen Büroformen in der Übersicht
2.1 Typisierung von Büroformen
2.2 Definitionen und Beschreibungen der Büroform des Großraumbüros
2.3 Zusammenfassung der Definitionen und Beschreibungen des Großraumbüros
3. Die psychische Verfassung von Beschäftigten im Kontext der Büroformen
3.1 Büroformen und Arbeitsbedingungen aus Sicht der Beschäftigten – Kernbefunde der SBiB- Studie - Schweizerische Befragung in Büros
3.1.1 Anforderungen der Beschäftigten an einen Büroarbeitsplatz
3.1.2 Bewertung der Umgebungsfaktoren
3.1.3 Bewertung von Arbeitsgestaltung, Unterbrechungen und Stressigkeit
3.1.4 Untersuchung von Symptomen und Absenzen
3.1.5 Bewertung der allgemeinen Zufriedenheit mit der Arbeit
3.1.6 Bewertung der Produktivität und Attraktivität des Arbeitsplatzes
3.2 Wohlbefindlichkeit und Arbeitsplatz-Attraktivität in verschiedenen Büroformen – Kernbefunde der empirischen Nutzerstudie Office 21
3.3 Zusammenfassung der Ergebnisse
4. Theoretische Aspekte - Architekturpsychologie und Architektursoziologie
4.1 Territorialität, Privatheit und Interaktion
4.1.1 Die Faktoren Territorialität, Privatheit und Interaktion aus architektur-soziologischer Perspektive
4.1.2 Die Faktoren Territorialität, Privatheit und Interaktion aus architektur-psychologischer Perspektive
4.1.3 Die Faktoren Territorialität, Privatheit und Interaktion in Großraumbüros – Erkenntnisse der Forschung
4.2 Zusammenfassung der Ergebnisse
5. Grundlagen der Entscheidungsfindung
5.1 Theorien der Entscheidungsfindung
5.2 Der Prozess des Entscheidens
5.2.1 Präselektionale Phase
5.2.1.1 Analytische/nichtanalytische Entscheidungsstrategien
5.2.1.2 Kompensatorische/nichtkompensatorische Entscheidungsstrategien
5.2.1.3 Heuristische Entscheidungsstrategien
5.2.2 Selektionale Phase
5.2.3 Postselelektionale Phase
5.3 Entscheidungsfindung im ökonomischen Kontext
6. Beantwortung der theoretischen Subforschungsfragen
7. Forschungsdesign
7.1 Methodologie, Erhebungs- und Auswertungsmethoden
7.2 Das ExpertInneninterview
7.3 Durchführung
7.4 Sampling, Zielgruppe
7.5 Leitfaden
7.6 Pretest
7.7 Auswertung und Qualitätssicherung
8. Darstellung der empirischen Forschungsergebnisse
8.1 Faktoren des Entscheidungsprozesses
8.2 Erwartungen, die mit dem Großraumbüro verbunden sind
8.3 Typische Merkmale des Großraumbüros
8.4 Auswirkungen für Beschäftigte
9. Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen mit Verknüpfungen zu Literatur und Theorie
10. Beantwortung der Hauptforschungsfrage
11. Diskussion der Ergebnisse
12. Ausblick und Limitationen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entscheidungskriterien, die Führungskräfte bei der Wahl des Konzepts „Großraumbüro“ (Open Space) zugrunde legen. Ziel ist es, die bisher wenig erforschte Perspektive der EntscheiderInnen zu beleuchten und zu verstehen, welche Motive, Erwartungen und ökonomischen Überlegungen den Prozess maßgeblich beeinflussen und wie diese mit den Auswirkungen auf die Beschäftigten korrelieren.
8.1 Faktoren des Entscheidungsprozesses
Für die überwiegende Mehrheit der Interviewten spielen in der präselektionalen Phase der Entscheidung Beispiele anderer Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Informationssuche. Bei neun von zehn der befragten Personen beeinflussen Beispiele die Grundsatzentscheidung.
Beispielgebend sind dabei Unternehmen und Rahmenbedingungen, denen Innovationskultur, Setzen von Trends und Markterfolg zugeschrieben werden kann. Dies lässt sich verdeutlichen durch Paraphrasen wie z. B. „Größere Firmen, Google z. B. sind Vorreiter, da gibt es Zonen für definierte Aufgaben, wie z. B. Zonen für kreative Aufgaben“ (Fall I, Nummer 278) oder „Großraum-Büroform in USA gesehen und übernommen“ (Fall A, Nummer 1).
Die Grundsatzentscheidung wird bei der überwiegende Mehrheit der Interviewten durch externe Berater beeinflusst. Neun von zehn der interviewten Personen gaben an, externe Beratung in Anspruch genommen zu haben.
Zentrales Gewicht für die überwiegende Mehrheit der Interviewten haben dabei Büromöbelanbieter und deren Planungsabteilungen. Den Einfluss der Büromöbelanbieter auf die Grundsatzentscheidung verdeutlicht eine Aussage wie „Unser Großraumkonzept war stark geprägt durch das Beispiel eines führenden Büromöbelanbieters, der offene Konzepte mit unterschiedlichen Zonen entwickelt; das sind Zukunftskonzepte, die das klassische Schreibtischarbeiten ablösen werden“ (Fall H, Nummer 245). „Beraten wurden wir ausschließlich von Büromöbelanbietern“ (Fall I, Nummer 301).
Andere Berater, genannt wurden Architekten und Techniker, nutzte nur eine Minderheit. Expertise in Fragen zu Büroformen wird dort nicht zugeordnet „Unsere Architekten waren gute Büros, hatten das Know How für die Abläufe aber nicht“ (Fall F, Nummer 184). Techniker waren in einigen Fällen als Spezialisten für z. B. für Akustik und Klima in den Entscheidungsprozess eingebunden.
Mit der Entscheidung für ein Großraumbüro verbindet fast die Hälfte der befragten EntscheiderInnen eine visionäre Ausrichtung ihres Unternehmens. Großraumbüros folgen aus Sicht der EntscheiderInnen einer antizipierten gesellschaftlichen Entwicklung und gesellschaftlichen Trends. Dabei werden zum einen die Veränderungen, ausgelöst durch neue Informationstechnologien genannt „Die gesellschaftliche Entwicklung, die Offenheit, das Thema Kommunikation, Social Media – das spricht für das Großraumbüro“ (Fall F, Nummer 206) zum anderen aber auch Veränderungen der Lebens- und Arbeitsumstände „Flexibles, ortsungebundenes Arbeiten wird zunehmen inklusive der Durchmischung von Freizeit und Arbeit. Das ganze Leben wird zum Großraumbüro; das jetzt ist eben ein physisches“ (Fall D, Nummer 118).
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet den Wandel der Arbeitswelt und das zunehmende Forschungsinteresse an der Büroform des Großraumbüros unter Berücksichtigung der Entscheiderperspektive.
2. Die verschiedenen Büroformen in der Übersicht: In diesem Kapitel werden historische Hintergründe und diverse Typisierungen von Büroformen anhand gängiger Kriterien dargestellt.
3. Die psychische Verfassung von Beschäftigten im Kontext der Büroformen: Hier werden zentrale Studienergebnisse (SBiB und Office 21) analysiert, die Auswirkungen von Büroformen auf die Produktivität, Gesundheit und Zufriedenheit der Beschäftigten untersuchen.
4. Theoretische Aspekte - Architekturpsychologie und Architektursoziologie: Das Kapitel widmet sich der Bedeutung von Territorialität, Privatheit und Interaktion sowie der Mensch-Raum-Beziehung in einer wissenschaftlichen Fachperspektive.
5. Grundlagen der Entscheidungsfindung: Es werden normative, deskriptive und präskriptive Entscheidungstheorien sowie die Phasen von Entscheidungsprozessen erläutert.
6. Beantwortung der theoretischen Subforschungsfragen: Zusammenfassung der theoretischen Grundlagen und Abgrenzungskriterien von Büroformen basierend auf der Literaturrecherche.
7. Forschungsdesign: Detaillierte Beschreibung der qualitativen Vorgehensweise, der Durchführung der ExpertInneninterviews und der Auswertung nach Mayring.
8. Darstellung der empirischen Forschungsergebnisse: Zentrale Analyse der geführten Interviews, unterteilt in die Kategorien Entscheidungsprozess, Erwartungen, Merkmale und Auswirkungen.
9. Beantwortung der empirischen Subforschungsfragen mit Verknüpfungen zu Literatur und Theorie: Synthese der empirischen Befunde aus den Interviews mit den theoretischen Erkenntnissen.
10. Beantwortung der Hauptforschungsfrage: Zusammenfassende Antwort auf die Kernfrage der Arbeit zu den entscheidungsrelevanten Aspekten für Großraumbüros.
11. Diskussion der Ergebnisse: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Einordnung in den Kontext unternehmerischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung.
12. Ausblick und Limitationen: Abschluss mit Hinweisen auf zukünftige Forschungsbedarfe und Einschränkungen der vorliegenden Studie.
Großraumbüro, Entscheidungsfindung, Führungskräfte, Büroformen, Arbeitsplatzgestaltung, Kommunikation, Mitarbeiterzufriedenheit, Unternehmensimage, Architekturpsychologie, Change-Management, Qualitative Forschung, Interaktion, Raumgestaltung, Organisationspsychologie, Entscheidungstheorie.
Die Masterarbeit untersucht die spezifischen Kriterien und Motive, die hinter der Entscheidung für die Einrichtung von Großraumbüros stehen, wobei explizit die Sichtweise der EntscheiderInnen (Führungskräfte) analysiert wird.
Zentrale Themen sind die Entscheidungstheorie im Management, architekturpsychologische Grundlagen (wie Territorialität und Privatheit) sowie die Auswirkungen verschiedener Bürokonzepte auf die Beschäftigten.
Das Ziel ist es, die Standpunkte von Verantwortlichen darzustellen und erste praxisorientierte Anhaltspunkte für Entscheidungsfindungen zu generieren, die über rein ökonomische Kennzahlen hinausgehen.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz mit leitfadengestützten ExpertInneninterviews, die nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Büroformen und Entscheidungspsychologie sowie einen empirischen Teil, der die Erfahrungen und Erwartungen von zehn EntscheiderInnen aus verschiedenen Industriezweigen darstellt.
Die wesentlichen Schlagworte sind Großraumbüro, Entscheidungsfindung, Kommunikation, Mitarbeiterbindung, Arbeitsumgebung und Architekturpsychologie.
Für die Befragten ist die Förderung informeller Kommunikation und Interaktion ein zentrales strategisches Motiv, da dies als essenziell für die moderne Unternehmenskultur und den Austausch zwischen Disziplinen angesehen wird.
Die Studie zeigt, dass eine direkte Einbindung der Mitarbeiter in die Grundsatzentscheidung für ein Großraumbüro bei der Mehrheit der Befragten kaum stattfindet; Mitarbeiter werden meist erst in späteren Phasen der Raumgestaltung konsultiert.
Das Konfliktpotenzial durch den Wegfall persönlicher Rückzugsräume wird von den EntscheiderInnen durchaus als notwendiger „Kompromiss“ wahrgenommen und akzeptiert, wobei die Lösung oft in einer Erhöhung der Selbstdisziplin der Beschäftigten gesehen wird.
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