Bachelorarbeit, 2020
72 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Annäherung zu den Begriffen
2.1 Migration
2.2 Migrationshintergrund
2.3 Bildung
2.4 Bildungsbenachteiligung
2.5 Diskriminierung
3. Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudien
3.1 Ergebnisse der PISA-Studien
3.2 Ergebnisse der IGLU-Studie
3.3 Zwischenfazit
4. Erklärungsansätze im Kontext der Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
4.1 Bourdieu
4.1.1 Kapitalkonzept - ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital
4.1.2 Sozialer Raum
4.1.3 Habitus und Feld
4.1.4 Modell soziokultureller Reproduktion
4.2 Boudon
4.2.1 Modell rationaler Bildungswahl
4.2.2 Effekte der sozialen Herkunft
4.3 Institutionelle Diskriminierung
4.4 Zwischenfazit
5. Faktoren der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im Bildungswesen
5.1 Innerschulischer Aspekt: Das deutsche Schulsystem
5.1.1 Die Schule als Ort institutioneller Diskriminierung
5.1.1.1 Das Selektionsverfahren am Beispiel der Primarstufe
5.1.1.2 Das Selektionsverfahren am Beispiel der Sekundarstufe
5.1.1.3 Das Selektionsverfahren am Beispiel der beruflichen Bildung
5.1.1.4 Das Selektionsverfahren am Beispiel der Hochschule
5.1.2 Die Rolle der Lehrperson
5.1.2.1 Habitus von Lehrkräften
5.1.2.2 Bewertungspraxis von Lehrkräften
5.2 Außerschulischer Aspekt: Die soziale Herkunft
5.3 Sprachlicher Aspekt: Deutsch als Fremdsprache
5.4 Zwischenfazit
6. Möglichkeiten zum Abbau der Bildungsdifferenzen
6.1 Maßnahmen in den Schulen
6.2 Fördermaßnahmen für Lehrkräfte
6.3 Außerschulische Fördermaßnahmen
6.4 Sprachliche Fördermaßnahmen
7. Kritische Würdigung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem. Ziel ist es, die ungleiche Wirkung sozialer Heterogenität auf die Bildungsbeteiligung und den Bildungserfolg aufzuzeigen und auf Basis theoretischer Erklärungsansätze sowie aktueller Schulleistungsstudien Verbesserungsvorschläge zu entwickeln, um bestehende Hürden auf dem Bildungsweg abzubauen.
Die Rolle der Lehrperson
Lehrpersonen beeinflussen durch ihre Handlungen und Entscheidungen die individuelle Entwicklung der Kinder und deren Übergänge im Bildungs- und Beschäftigungssystem. Somit zählen sie zu den zentralen Akteuren innerhalb der Schule für die Gestaltung der Lehr- und Lernprozesse (vgl. Stürmer/Gröschner 2019, S.328). Zum Abbau der sozialen Selektivität bei den Bildungsübergängen wird den Lehrkräften eine besondere Rolle zugeschrieben. Diese bezieht sich nicht nur auf die sekundären Herkunftseffekte, in denen sie die Schülerinnen und Schüler benoten und Empfehlungen vergeben. Vielmehr soll die Schülerschaft gezielt und effektiv gefördert und die primären Herkunftseffekte der Herkunft abgebaut werden (vgl. McElvany/Razakowski/Dudas 2012, S. 174). Außerdem muss die Lehrperson eine angenehme Atmosphäre verschaffen, in der sie von ihren Schülerinnen und Schüler akzeptiert wird und in der sie Lernprozesse vermitteln und fördern kann (vgl. Akbaba 2017, S. 81). Daraus wird deutlich, dass die Lehrkräfte einer hohen gesellschaftlichen Verantwortung unterstehen (vgl. Stürmer/Gröschner 2019, S. 328).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Bildungsungleichheit in Deutschland und die Relevanz einer gerechten Bildungschance für Kinder mit Migrationshintergrund im Kontext des Grundgesetzes.
2. Annäherung zu den Begriffen: Es werden grundlegende Definitionen zu Migration, Migrationshintergrund, Bildung, Bildungsbenachteiligung und Diskriminierung erarbeitet, um ein theoretisches Fundament zu schaffen.
3. Ergebnisse der internationalen Schulleistungsstudien: Anhand von PISA und IGLU wird belegt, dass Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem signifikant schlechtere Leistungen erzielen als ihre gleichaltrigen Mitschüler.
4. Erklärungsansätze im Kontext der Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund: Die Theorien von Bourdieu und Boudon sowie das Konzept der institutionellen Diskriminierung dienen als Erklärungsmodelle für die beobachteten Bildungsungleichheiten.
5. Faktoren der Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund im Bildungswesen: Das Kapitel analysiert innerschulische Selektionsprozesse, die Rolle von Lehrkräften, soziale Herkunft sowie Sprachbarrieren als zentrale Benachteiligungsfaktoren.
6. Möglichkeiten zum Abbau der Bildungsdifferenzen: Es werden konkrete schulische und außerschulische Fördermaßnahmen diskutiert, die darauf abzielen, Bildungschancen anzugleichen und Diskriminierung abzubauen.
7. Kritische Würdigung: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und die zentrale Forschungsfrage reflektiert, wobei die Notwendigkeit struktureller Veränderungen betont wird.
Bildungsbenachteiligung, Migration, Migrationshintergrund, Chancengleichheit, soziale Herkunft, institutionelle Diskriminierung, Schulleistungsstudien, PISA, IGLU, Bourdieu, Habitus, Selektion, Bildungsübergänge, Sprachförderung, Lehrkräfte.
Die Arbeit analysiert die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem und hinterfragt die Gerechtigkeit der Bildungschancen.
Die Arbeit verbindet Schulleistungsstudien, soziologische Theorien zur Bildungsungleichheit (Bourdieu/Boudon), institutionelle Rahmenbedingungen der Schule sowie Ansätze zur pädagogischen Förderung.
Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, die zu einer Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund führen, und zu diskutieren, ob die festgestellte Ungerechtigkeit im Bildungssystem gerechtfertigt werden kann.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung internationaler Schulleistungsstudien (PISA, IGLU) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Bildungsungleichheit, die Darstellung der Benachteiligung durch Studien, die Analyse innerschulischer Selektionsfaktoren (z.B. Übergänge) und die Diskussion von Förderkonzepten.
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, Chancengleichheit, soziale Herkunft, Selektion und Schulleistungsstudien.
Lehrkräfte wirken durch ihre Bewertungspraxis, ihre Übergangsempfehlungen und ihren persönlichen Habitus als Gatekeeper, die soziale Herkunftseffekte entweder verstärken oder durch professionelle pädagogische Arbeit abmildern können.
Die Arbeit identifiziert die Sprache als einen zentralen Faktor für den Bildungserfolg und fordert eine gezielte, langfristige Sprachförderung, die die Herkunftssprache als Ressource anerkennt statt sie als Defizit zu werten.
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