Masterarbeit, 2020
93 Seiten, Note: 11,2
Einleitung
Kapitel I: Deutsch-afrikanisches Verhältnis nach 1945
Einleitung
1 Darstellung der BRD und FÄA in den 1950er Jahren
1.1 Politische Emanzipation von 1945- 1956
1.2 Wirtschaftslage und Potenzialitäten
1.2.1 Gabun-Mittel Kongo
1.2.2 Innere Mittel-Kongo – Südteil-Oubangui-Chari
1.2.3 Nördlicher Oubangui-Shari – Tschad
2 Die Bundesrepublik Deutschland 1949-1955
2.1 Kontext und politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen
2.2 Der Fortbestehenden der Kolonialreminiszenz
2.3 Die afrikanische Frage in der Bundesrepublik: zwischen Zurückhaltung und Opportunitäten
2.3.1 Innere Faktoren
2.3.1.1 Die unterschiedlichen Ansichten über die afrikanische Frage
2.3.1.2 Afrika-Verein als Akteur für den Zurückkehr der Westdeutschland nach Afrika
2.3.2 Äußere Faktoren
2.3.2.1 Frankreichs Appell an Deutschland
2.3.2.2 Die Gründung der Europäischen Wirtschafgemeinschaft und die Assoziierung afrikanisches Markt in der EWG
Kapitel II: Paris und Bonn zusammen in Afrika. Grundlage westdeutsch-französischer Kooperation in den frankophonen Gebieten
3 Das deutsch-französische Zusammengehen in Afrika. Prämisse einer deutschen Beteiligung in FÄÄ
3.1 Grundlinien der Bonns Politik in Bezug auf Afrika 1949-1960
3.2 Die politisch-wirtschaftlichen Bedingungen zu einer deutsch-französischen Kooperation in Afrika
3.3 Die Verhandlungen über eine westdeutsche Beteiligung in FÄA
3.4 Dreiecksbeziehung zwischen Bonn, Paris und Brazzaville
3.5 Investitionspläne und technische Zusammenarbeit in FÄA
3.5.1 Diplomatische Kontaktaufnahme mit FÄA
4 Die Handelbeziehungen BDR- FÄA
4.1 Globaler Überblick über die westdeutschen Handelsbeziehungen mit Afrika
4.2 Hafenaktivitäten: Hamburg und Bremen
4.3 Forstwirtschaft
4.3.1 Kurzer historischer Überblick
4.3.2 Die Entwicklung der Forstwirtschaft in FÄA
4.4 Handelsvolumen
4.5 Die westdeutschen Investitionen
4.6 Auswertung der Wirtschaftsbeziehung
Die vorliegende Arbeit untersucht die westdeutsch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen zwischen 1945 und 1960 am Fallbeispiel des Französischen Äquatorialafrikas (FÄA). Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen offiziellen Diskursen über eine „neutrale Politik“ und der wirtschaftlichen Realität zu analysieren, wobei insbesondere die Rolle privater Akteure und die Interaktion mit den französischen Kolonialinteressen im Kontext der europäischen Integration beleuchtet werden.
Kapitel I: Darstellung der BRD und FÄA in den 1950er Jahren
Seit 1910 gehörte die FÄA zu dem französischen Kolonialreich bekannt auch in der Literatur unter dem Begriff Französisch-Afrika. Sie lag zwischen dem Golf von Guinea und dem westlichen Sudan; genauer gesagt sie grenzte im Norden an Tripolitanien, im Süden an den belgischen Kongo, im Osten an den englisch-ägyptischen Sudan und an Ägypten und im Westen an das portugiesische Kabinda, den Atlantische Ozean, an Guinea, an Kamerun, an Nigeria und an die Französische Westafrika ( Siehe Bild 1). Sie erstreckte sich von 50° südlicher bis 23° nördlicher Breite etwas mehr als 3200 km und von westlicher 6° 18 bis 25° 15 östlicher Länge, d.h. 3200 km von Süd nach Nord und 2105 km von West nach Ost. Die Oberfläche des Landes betrug 2.534.445 km2, d.h. viermal so groß wie Frankreich und siebenmal so groß wie Deutschland. Im Jahre 1955 lebten dort über 4.100.000 Einwohner davon 20.120 Europäer.
Das sich unter der Kontrolle Frankreichs befindende Gebiet bestand aus vier Verwaltungsbezirken nämlich Gabun (267 000km) Mittel-Kongo (342 000km) Ubangi-Schari (617 000km) und Tschad (1 284 00km); der Verwaltungssitz war Brazzaville. Diese Verwaltungsbezirke agierten als föderale Staaten, an deren Administrationsspitze sich ein Generalgouverneur befand. Das Verwaltungssystem in allgemeinen französischen Kolonien war der sogenannte „direct rule.“ Tatsächlich wurden die alten traditionellen Machtstrukturen vollkommen zerstört und durch das koloniale Herrschaftssystem ersetzt. Die Angleichung galt nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch auf kultureller, wirtschaftlicher, sprachlicher und rechtlicher Ebene. Walter Hagemann spricht von „einer Europäisierung des Schwarzen in hohen Grade“ und Albert Beckmann von „assimilierten Kolonialuntertaten.“ Mit dem Dekret vom 26. Juni 1908 wurde nun ein Generalgouverneur in FÄA ernannt. Er gierte als Bevollmächtigte und vertrat vor Ort die französische Regierung. Allen Bereichen des Koloniallebens nämlich Justiz, Administration, Armee und die Bevölkerung standen unter seiner Kontrolle.
Kapitel I: Deutsch-afrikanisches Verhältnis nach 1945: Dieses Kapitel zeichnet die politische und wirtschaftliche Ausgangslage des FÄA und der jungen Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg nach, wobei die koloniale Struktur Frankreichs und die Anfänge bundesdeutscher Interessenbildung kontrastiert werden.
Kapitel II: Paris und Bonn zusammen in Afrika. Grundlage westdeutsch-französischer Kooperation in den frankophonen Gebieten: Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehung einer deutsch-französischen Kooperation, die Mechanismen des Straßburger Plans und die Rolle der EWG als Rahmen für wirtschaftliche Betätigung.
Kapitel III: Wirtschaftsbeziehung zwischen der BRD und FÄA: Hier wird der Handelsverkehr detailliert analysiert, insbesondere die Bedeutung der Forstwirtschaft, der Hafenaktivitäten in Hamburg und Bremen sowie die Rolle deutscher Investitionen in großen Projekten wie dem Kouilou-Staudamm.
Bundesrepublik Deutschland, Französisches Äquatorialafrika, FÄA, Dekolonisierung, Wirtschaftsbeziehungen, Außenpolitik, Eurafrika-Politik, EWG, Forstwirtschaft, Handel, Investitionen, Afrika-Verein, Rohstoffe, Kooperation, Neokolonialismus.
Die Arbeit analysiert die komplexen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Französischen Äquatorialafrika (FÄA) im Zeitraum von 1945 bis 1960 vor dem Hintergrund der europäischen Integration und Entkolonisierung.
Im Zentrum stehen die Außenwirtschaftspolitik der jungen Bundesrepublik, die deutsch-französische Kooperation in afrikanischen Überseegebieten sowie der Einfluss privater Wirtschaftslobbys auf politische Entscheidungsprozesse.
Die Untersuchung geht der Frage nach, inwiefern die offiziell angekündigte „neutrale Politik“ der Bundesrepublik in Afrika tatsächlich praktiziert wurde und wie sich die wirtschaftliche Beteiligung an französischen Erschließungsplänen politisch rechtfertigen ließ.
Der Autor nutzt einen interdisziplinären Ansatz der Interaktionsforschung, kombiniert mit einer kritischen, vergleichenden Analyse historischer Quellen aus staatlichen und unternehmerischen Archiven sowie zeitgenössischer Fachliteratur.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse des Handelsverkehrs, der Rolle von Häfen wie Hamburg und Bremen, der spezifischen Bedeutung des Okume-Holzexports sowie der Entstehung von Konsortien für große Infrastrukturprojekte wie den Kouilou-Staudamm.
Wichtige Begriffe sind FÄA, Eurafrika-Politik, Wirtschaftsbeziehungen, Kolonialreminiszenz, EWG, Forstwirtschaft und die Rolle des Afrika-Vereins.
Der Autor sieht den Afrika-Verein als einflussreiches Bindeglied zwischen Wirtschaft und Politik, das maßgeblich dazu beitrug, westdeutsche Interessen in den afrikanischen Gebieten zu formulieren und die Regierung Adenauer zu Investitionen zu bewegen.
Trotz der Intensivierung des Handels im Kontext der EWG schlussfolgert der Autor, dass keine echte wirtschaftliche Interdependenz bestand; vielmehr blieb die Bundesrepublik eine strategische Partnerin für Frankreich, um dessen koloniale Erschließungskosten zu decken, während die Handelsbilanz insgesamt negativ blieb.
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