Masterarbeit, 2019
68 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Jugendgewalt
2.1 Der Gewaltbegriff
2.2 Mobbing
2.3 Cybermobbing
2.4 Amoklauf
3. Die Thematisierung von Mobbing und Gewalt im Deutschunterricht
4. Morton Rhue – Ich knall euch ab!
4.1 Inhalt und Aufbau
4.2 Mobbing und Gewalt innerhalb des Jugendromans
4.3 Suizid-, Rache- und Tötungsfantasien
4.4 Der Aspekt der Untätigkeit
4.5 Der Amoklauf und die Motivation der Täter
4.6 Morton Rhues Jugendroman als Appell für ein Ende der Jugendgewalt?
4.7 Ich knall euch ab! im Deutschunterricht
5. Raquel J. Palacio - Wunder
5.1 Inhalt und Aufbau
5.2 Beleidigungen und soziale Isolation aufgrund von Andersartigkeit
5.3 Mut zur Akzeptanz und Toleranz von Andersartigkeit und die Fokussierung der inneren Werte
5.4 Freundlichkeit und ein gutes Miteinander
5.5 Die Verfilmung des Jugendbuches
5.6 Wunder im Deutschunterricht
6. Homevideo
6.1 Inhalt
6.2 Formen und Auswirkungen des Cybermobbings
6.3 Die Darstellung des Suizids
6.4 Homevideo im Deutschunterricht
7. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwieweit Jugendliteratur und moderne Jugendmedien dazu geeignet sind, die komplexen und gesellschaftlich hochrelevanten Phänomene Mobbing, Gewalt und Amoklauf in den Deutschunterricht zu integrieren, um Möglichkeiten zur Prävention aufzuzeigen.
Mobbing und Gewalt innerhalb des Jugendromans
Bereits am Ende der Vorbemerkung der fiktiven Herausgeberin wird ersichtlich, das Mobbing und Gewalt sowie deren unterschiedlichen Formen, einen zentralen Gegenstand der Handlung einnehmen: „Vor allem aber soll [die Geschichte] als Warnung dienen. Gewalt hat viele Gesichter – sie äußert sich durch den Gebrauch von Waffen und Fäusten oder von Worten, die Hass und Verachtung säen. Wenn wir nichts daran ändern, wie wir andere innerhalb der Schule behandeln, wird es nur noch mehr – und schrecklichere – Tragödien geben.“
Damit verweist sie sowohl auf die unterschiedlichen Formen von Gewalt, zu der psychische Aggression genauso gehört wie physische, als auch auf den Zusammenhang von dieser und dem Amoklauf.
In der einleitenden Beschreibung Brendans ist jedoch auffällig, dass dieser an seiner alten Schule selbst einen Mitschüler aufgrund seines unangenehmen Geruchs gehänselt hat. Dies verdeutlicht zum einen die Allgegenwärtigkeit verbaler Gewalt, aber auch die Tatsache, dass Auswirkungen, die aus eben solchen Beleidigungen resultieren können, von den Jugendlichen nicht antizipiert werden.
Während bereits in den Aussagen zum siebten und achten Schuljahr die Täter und deren Freunde als Außenseiter dargestellt werden, lassen sich insbesondere innerhalb des neunten Schuljahres wesentliche Aspekte ausmachen. Bereits zu Beginn berichtet Allison Findley davon, dass Brendan in der Schule schlecht behandelt worden sei. Ryan Clancy fügt an, dass Gary und er bereits in der achten Klasse von stärkeren Mitschülern physisch angegriffen wurden. Aufgrund der Tatsache, dass diese Angriffe über einen längeren Zeitraum stattgefunden zu haben scheinen und dem erwähnten Machtgefälle sowohl hinsichtlich der sozialen Hierarchie als auch der Körperkraft zwischen Tätern und Opfern, kann dies bereits als Mobbing deklariert werden.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Themen Mobbing, Gewalt und Amoklauf für den Schulalltag ein und begründet die Eignung des Deutschunterrichts zur Auseinandersetzung mit diesen Phänomenen.
2. Jugendgewalt: Es erfolgt eine theoretische Untersuchung von Jugendgewalt, Mobbing und Cybermobbing sowie Amokläufen, um die Problematik und deren Auswirkungen auf Jugendliche zu definieren.
3. Die Thematisierung von Mobbing und Gewalt im Deutschunterricht: Dieses Kapitel diskutiert die fachdidaktischen Potenziale des Deutschunterrichts, um durch Jugendliteratur und Medien Kompetenzen zur Gewaltprävention und Persönlichkeitsbildung zu fördern.
4. Morton Rhue – Ich knall euch ab!: Das Werk wird hinsichtlich seiner Darstellung von Mobbing und Amok sowie seiner Eignung als Klassenlektüre analysiert, wobei auch kritische Aspekte wie die Darstellung von Täterrollen reflektiert werden.
5. Raquel J. Palacio - Wunder: Es wird untersucht, wie der Roman und seine Verfilmung durch die Thematisierung von Andersartigkeit und die Förderung von Empathie und Freundlichkeit als Gegenentwurf zu Gewalt dienen.
6. Homevideo: Der Film wird als Medium zur Analyse von Cybermobbing betrachtet, wobei insbesondere die verheerenden Folgen virtueller Gewalt und die Bedeutung von Medienkompetenz im Mittelpunkt stehen.
7. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Jugendliteratur und Jugendmedien wertvolle Instrumente für den Deutschunterricht darstellen, um Schüler für Gewaltformen zu sensibilisieren und soziale Kompetenzen zu stärken.
Mobbing, Cybermobbing, Jugendgewalt, Amoklauf, Deutschunterricht, Jugendliteratur, Jugendmedien, Gewaltprävention, Medienkompetenz, Soziale Kompetenz, Empathie, Andersartigkeit, Identitätsbildung, Schulklima, Schulalltag
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Jugendliteratur und Jugendmedien als Mittel zur Thematisierung und Prävention von Mobbing, Gewalt und Amokläufen im Deutschunterricht.
Die zentralen Themen sind die verschiedenen Formen von Gewalt an Schulen – insbesondere Mobbing und Cybermobbing –, die Bedeutung von Medienkompetenz sowie die Möglichkeiten zur Förderung von sozialen Kompetenzen und Empathie durch literarische und audiovisuelle Werke.
Ziel ist es aufzuzeigen, dass sowohl Jugendliteratur als auch Jugendmedien aufgrund ihres Lebensweltbezugs hervorragend dazu geeignet sind, Schüler für die Auswirkungen von Mobbing und Gewalt zu sensibilisieren und Möglichkeiten der Prävention aktiv anzubieten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender fachwissenschaftlicher Texte zur Jugendkriminalität und Gewaltprävention, kombiniert mit einer medienpädagogischen Analyse ausgewählter Werke der Jugendkultur.
Im Hauptteil werden drei spezifische Werke – der Roman "Ich knall euch ab!", das Jugendbuch "Wunder" und der Film "Homevideo" – detailliert analysiert und deren didaktisches Potenzial für den Unterricht in der Sekundarstufe I bewertet.
Wesentliche Begriffe sind Jugendgewalt, Cybermobbing, Medienkompetenz, Prävention, soziale Kompetenz, Empathie, Schulklima und literarisches Lernen.
Die Multiperspektivität durch die verschiedenen Zeugenaussagen ermöglicht es dem Leser, die Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten, was die eindimensionale Wahrnehmung relativiert und eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Geschehen fördert.
Im Gegensatz zu reinen Schilderungen von Gewalt steht in "Wunder" die Fokussierung auf innere Werte, Toleranz und Freundlichkeit im Zentrum, wodurch das Werk als positives Beispiel für ein Miteinander ohne Mobbing wirkt.
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