Bachelorarbeit, 2018
47 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Suizid und Suizidalität
2.1. Eine Begriffsbestimmung
2.2. Suizid bei Jugendlichen und Geschlechterunterschiede
2.3. Suizidmethoden – ‚harte‘ und ‚weiche‘
2.4. Suizidversuch
2.5. Suizidankündigung
3. Medienwirkung und die Angst vor Nachahmung
4. Suizid als Thema in der Schule?
4.1. Richtlinien für die Auseinandersetzung
4.2. Suizid als Thema im Deutschunterricht?
5. Tote Mädchen lügen nicht – Ein Jugendroman
5.1. Die Bedeutung der Gerüchte
5.2. Angeführte Suizidgründe
5.3. Vom Suizidgedanken zum Suizid
5.4. Die Wertung des Suizids
5.5. Die Warnsignale suizidaler Personen
5.6. Das Scheitern Mr. Porters
6. Tote Mädchen lügen nicht – Ein Jugendroman für den Deutschunterricht?
7. Filme und Serien im Deutschunterricht
8. Tote Mädchen lügen nicht – Eine Netflix-Serie
8.1. Die Serie im Pressespiegel
8.2. Mobbing und soziale Isolation als Suizidgrund
8.3. Vertuschung der Suizidgründe
8.4. Die Abwertung der Suizidgründe
8.5. Warnsignale und Hilfegesuche
8.6. Banalisierung und inflationärer Gebrauch des Suizidbegriffs
8.7. Von der weichen zur harten Methode – Die Explizitheit des Suizids
8.8. Die Serie im Unterricht
9. Rückschlüsse für die Verwendung des Jugendromans
10. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Thema Suizid unterrichtlich behandelt werden kann und ob sich Jay Ashers Jugendroman "Tote Mädchen lügen nicht" sowie die gleichnamige Netflix-Serie für den Einsatz im Deutschunterricht eignen. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema möglich ist, ohne suizidale Handlungen zu begünstigen, und dabei Kompetenzen zur Konfliktbewältigung und Medienbildung zu fördern.
5.1. Die Bedeutung der Gerüchte
Ein wesentlicher Bestandteil des Jugendromans ist die Bedeutung von Gerüchten, deren teils unbeabsichtigte, unvorhergesehene Eigendynamik und deren Wirkung auf die Betroffenen. So wird dies bereits auf der ersten Kassette aufgegriffen. Die Geschichte ihres ersten Kusses erzählend, kontrastiert Hannah die Geschehnisse mit den danach folgenden Erzählungen darüber. In den Erzählungen über das, was geschehen sei, sei es nämlich nicht bei dem Kuss geblieben. Dass dieses Gerücht kursierte, wird bereits an früherer Textstelle deutlich, als Clay als Erzähler auf die Behauptung Hannahs infrage stellt, dass ein Kuss alles gewesen sei, was sie gewollt habe, indem er sich fragt: „War das wirklich alles? Ich hab da nämlich noch was anderes gehört.“
Dass dieses Gerücht zwar nicht als Grund für ihren Suizid gesehen werden kann, gesteht Hannah selbst ein: „Ein Gerücht um einen Kuss soll dafür verantwortlich sein, was ich mir angetan habe? Nein. Ein Gerücht um einen Kuss hat eine Erinnerung zerstört [...]. Ein Gerücht um einen Kuss hat mir einen Ruf eingebracht [...]. Manchmal kann ein Gerücht um einen Kuss eine ganze Lawine auslösen. Ein Gerücht um einen Kuss ist nur der Anfang.“
An dieser Textstelle lässt sich die Bedeutung der Gerüchte exemplarisch für den gesamten Roman nachvollziehen. Durch die häufige Verwendung der Phrase „Ein Gerücht um einen Kuss...“ wird die Gewichtigkeit dessen akzentuiert. Wenngleich es eingangs nicht als Grund für den Suizid genannt wird, werden doch die Wirkung und weitreichenden Folgen beschrieben, deren Anfang auf das Gerücht zurückzuführen ist. Sinnbildend hierfür ist auch die verwendete Metapher der Lawine, welche sich, erst einmal losgetreten, als Naturgewalt mit eventuell vernichtenden Auswirkungen unkontrollierbar ausbreitet. Sie symbolisiert, welche unvorhergesehen Auswirkungen eine Handlung oder eben wie im vorliegenden Fall ein Gerücht mit sich führen kann. Die Metapher der Lawine benutzt auch Heidrun Bründel in der Beschreibung des Gesamtzusammenhangs einer ungünstigen Entwicklung bei Jugendlichen, was die Bedeutung der Metapher bezüglich der fatalen Auswirkungen einer Handlung unterstreicht.
1. Einleitung: Diese Arbeit diskutiert, ob Suizid ein relevantes Thema für den Deutschunterricht ist, und untersucht dazu den Jugendroman "Tote Mädchen lügen nicht" sowie die Netflix-Serie.
2. Suizid und Suizidalität: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Suizidalität, betrachtet statistische Daten zu Suizidraten bei Jugendlichen und unterscheidet zwischen harten und weichen Suizidmethoden.
3. Medienwirkung und die Angst vor Nachahmung: Hier werden die medienwissenschaftlichen Konzepte des Werther-Effekts und des Papageno-Effekts gegenübergestellt, um die Wirkung von Berichten über Suizide zu bewerten.
4. Suizid als Thema in der Schule?: Das Kapitel erörtert die Eignung des Themas Suizid für den Schulunterricht, leitet Richtlinien ab und begründet die Relevanz insbesondere für den Deutschunterricht.
5. Tote Mädchen lügen nicht – Ein Jugendroman: Diese Analyse fokussiert auf die Bedeutung von Gerüchten, die Suizidgründe der Protagonistin, den Weg vom Suizidgedanken zur Handlung, die Wertung des Suizids, notwendige Warnsignale und das Versagen der Vertrauensinstanz Mr. Porter.
6. Tote Mädchen lügen nicht – Ein Jugendroman für den Deutschunterricht?: Dieses Kapitel bewertet die Eignung des Romans für den Unterricht und zeigt auf, dass trotz des suizidalen Endes Ansätze für eine präventive Arbeit vorhanden sind.
7. Filme und Serien im Deutschunterricht: Es wird die didaktische Notwendigkeit diskutiert, audiovisuelle Medien wie Serien in den Deutschunterricht zu integrieren, um Medienkompetenz zu fördern.
8. Tote Mädchen lügen nicht – Eine Netflix-Serie: Diese ausführliche Analyse der Serie im Vergleich zum Roman kritisiert die Darstellung von Mobbing, die Abwertung von Suizidgründen, die Explizitheit der Suiziddarstellung und warnt vor einem gefährdenden Potenzial für Jugendliche.
9. Rückschlüsse für die Verwendung des Jugendromans: Es wird abgewogen, ob die Einbindung des Jugendromans trotz des Risikos, Aufmerksamkeit auf die Serie zu lenken, pädagogisch sinnvoll ist, und dafür argumentiert.
10. Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird bekräftigt, dass Suizidprävention an Schulen wichtig ist; während der Roman präventiv eingesetzt werden kann, wird die Serie als aufgrund ihres hohen Gefährdungspotenzials für den Unterricht als ungeeignet abgelehnt.
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Die Arbeit untersucht, ob und wie das schwierige Thema Suizid im Schulunterricht, speziell im Fach Deutsch, behandelt werden kann, unter Verwendung des Jugendromans "Tote Mädchen lügen nicht" und der gleichnamigen Netflix-Serie.
Die zentralen Themen sind Suizidalität bei Jugendlichen, die Rolle der Schule in der Suizidprävention, die Analyse literarischer Texte im Unterricht und die medienpädagogische Bewertung von Streaming-Inhalten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Suizid als präsentes Thema im Leben Jugendlicher in der Schule aufgegriffen werden muss, um zu sensibilisieren und präventiv zu wirken, ohne dabei moralisch zu werten oder suizidale Taten zu provozieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die Fachliteratur zur Suizidforschung, medienwissenschaftliche Erkenntnisse (Medienwirkung) und didaktische Fachliteratur zum Deutschunterricht miteinander verknüpft.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu Suizid und Medienwirkung gelegt, anschließend wird der Jugendroman analysiert, bevor eine kritische Auseinandersetzung mit der Netflix-Serie und deren Eignung für den Unterricht erfolgt.
Wichtige Schlüsselwörter sind Suizidprävention, Medienwirkung, Deutschunterricht, Mobbing, Werther-Effekt, Papageno-Effekt und Medienkompetenz.
Die Serie wird kritisch gesehen, da sie Suizid explizit und brutal darstellt, Mobbing als direkten Suizidgrund überbetont und Szenen enthält, die eine gefährliche Identifikation fördern, anstatt konstruktive Alternativen aufzuzeigen.
Sein Versagen als Vertrauensperson ist zentral, da es verdeutlicht, dass die Protagonistin vergeblich professionelle Hilfe suchte; dies unterstreicht im Unterricht die Wichtigkeit, Hilfegesuche ernst zu nehmen und Warnsignale zu erkennen.
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