Masterarbeit, 2018
134 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Literarische Raumkonzepte und -theorien der Gegenwart
3. Bedeutung von Raum und Architektur in der Literatur
4. Fantastische Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart
4.1 Raumstruktur und Weltenkonstruktionen
4.2 Das „Buch im Buch“
4.3 Besondere Orte: Bibliotheken
5. Die Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke
5.1 Tintenherz
5.1.1 Räume, Orte und Architektur der fiktiv-realen Welt Familie Folcherts Zuhause und der Bus (48) | Elinors Zuhause mit Garten und Bibliothek (50) | Capricorns Dorf (54)
5.1.2 Die Schwelle der Welten: Das Buch „Tintenherz“
5.2 Tintenblut
5.2.1 Räume, Orte und Architektur der fiktiv-realen Welt Elinors Zuhause (64)
5.2.2 Räume, Orte und Architektur der fiktiv-fantastischen Parallelwelt
Der Weglose Wald und die Natur der Tintenwelt (67) | Die mittelalterliche Stadt Ombra (71) | Roxanes Hof (74) | Die Höhle im geheimen Lager, Das Siechenhaus und die Mäuse-Mühle (76) | Fenoglios Dachstube (80) | Die Nachtburg (82)
5.2.3 Eine neue Schwelle in die mittelalterliche fiktiv-fantastische Welt
5.3 Tintentod
5.3.1 Räume, Orte und Architektur der fiktiv-fantastischen Parallelwelt
Mos und Resas einsamer Hof (94) | Fenoglios und Orpheus Unterkünfte (95) | Ombra und die Burg mit Bibliothek, Gruft und Kerker (97) | Die Höhle und der Nesterbaum für die Kinder (103) | Die Burg im See (104)
5.3.2 Die Freiheit der fantastischen Geschichte und die Aufgabe der fiktiv-realen Welt
5.4 Die Weltenkonstruktion der Trilogie
6. Exkurs: Die Umsetzung der Raumproblematik in der Verfilmung von Tintenherz
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion fantastischer Welten in Cornelia Funkes Tintenwelt-Trilogie mit einem spezifischen Fokus auf die Bedeutung von Räumen, Orten und Architektur. Ziel ist es, nachzuweisen, dass diese Elemente über ihre reine Funktion als Kulisse hinausgehen und als zentrale Bedeutungsträger für die Identitätsbildung, das Aufwachsen der Hauptfiguren sowie die narrative Struktur der Erzählung fungieren.
Elinors Zuhause mit Garten und Bibliothek
Elinor Loredans Haus liegt südlich von dem der Folcherts und ist etwa sechs bis sieben Stunden Fahrtzeit entfernt. Es befindet sich an einem oberitalienischen See und ist damit durch die Autorin klar topografisch-geografisch verortet. Auch wenn nicht gesagt wird, an welchem, kann man sich zumindest die reale Landschaft Italiens vorstellen. Es ist eine mediterrane Landschaft mit Seen, Meer und Gebirge, die eine positive Konnotation für die meisten Rezipierenden hat. Der See oder das Meer gehören zu den in der Literatur häufig verwendeten Motiven. Trotz der Aktivierung des Vorwissens der Lesenden beschreibt Funke die nahe Umgebung des Hauses, bevor sie zur Begrenzung der Villa kommt, die vor Eindringlingen schützen soll.
Die Straße grenzte zur Rechten an einen dicht bewachsenen Abhang, der steil abfiel zum Ufer eines großen Sees. Die Hügel auf der anderen Seite ragten aus dem Wasser wie Berge, die darin ertrunken waren. Das Wasser war fast schwarz, am Himmel machte sich schon der Abend breit und spiegelte sich dunkel in den Wellen.
1. Einleitung: Motivation der Arbeit sowie Herleitung der Forschungsfrage zur Bedeutung von Räumen in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur.
2. Literarische Raumkonzepte und -theorien der Gegenwart: Überblick über den wissenschaftlichen Diskurs zur Raumdarstellung und Analyse literarischer Räume.
3. Bedeutung von Raum und Architektur in der Literatur: Erläuterung der symbolischen und funktionalen Rolle von Architekturen und Orten in Erzähltexten.
4. Fantastische Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart: Einordnung der Gattung und Analyse zentraler Motive wie Weltenkonstruktionen, das Buch im Buch und Bibliotheken.
5. Die Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke: Detaillierte Analyse der drei Bände unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Raumstrukturen und der Entwicklung der Protagonisten.
6. Exkurs: Die Umsetzung der Raumproblematik in der Verfilmung von Tintenherz: Kritischer Vergleich zwischen der literarischen Raumdarstellung und ihrer filmischen Umsetzung.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Fantastische Literatur, Kinder- und Jugendliteratur, Tintenwelt-Trilogie, Raumtheorie, Weltenkonstruktion, Architektur in der Literatur, Buch im Buch, Bibliophilie, Parallelwelten, Identitätsbildung, Literarische Raumforschung, Cornelia Funke.
Die Arbeit analysiert die Funktion von Räumen, Orten und Architektur in Cornelia Funkes Tintenwelt-Trilogie. Dabei wird untersucht, wie diese räumlichen Konstruktionen Welten formen und die Entwicklung der Charaktere maßgeblich beeinflussen.
Die Arbeit verknüpft literaturwissenschaftliche Raumtheorien mit fantastischer Kinder- und Jugendliteratur. Dabei stehen Konzepte wie die „Schwelle“, das Motiv des „Buches im Buch“ und die Bedeutung von Bibliotheken als Wissensspeicher im Mittelpunkt.
Es soll belegt werden, dass die Räume in der Tintenwelt-Trilogie mehr als bloße Kulissen sind; sie dienen als bedeutungsvolle erzählerische Werkzeuge, die dem Verständnis von Identität und dem Umgang mit dem Fremden dienen.
Die Autorin nutzt Ansätze aus der literarischen Raumforschung, narratologische Kategorien zur Erzähltextanalyse sowie kulturwissenschaftliche Theorien zur Beschreibung fantastischer Welten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der Gattung „Fantastik“ und eine tiefgehende Untersuchung der drei Bände (Tintenherz, Tintenblut, Tintentod) hinsichtlich ihrer räumlichen und architektonischen Strukturen.
Die Arbeit zeichnet sich durch eine detaillierte Auseinandersetzung mit der literaturwissenschaftlichen Fachliteratur aus und verbindet diese konsequent mit einer exakten Textanalyse der Tintenwelt-Bände.
Die Bibliothek wird nicht nur als Archiv von Wissen dargestellt, sondern als ein Ort der Sicherheit, der durch das Eindringen externer Kräfte oder durch den Verlust der Bücher maßgeblich die emotionale Lage und das Handeln der Figuren (insbesondere Elinors) bestimmt.
In einem Exkurs wird aufgezeigt, dass die Verfilmung des ersten Bandes die im Roman zentrale Bedeutung des „Raums als Heimat“ weitestgehend vernachlässigt und stattdessen zugunsten filmischer Spezialeffekte auf eine vertiefte Raumkonstruktion verzichtet.
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