Masterarbeit, 2014
91 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Konzepte vom Zusammenhang von Arbeit und psychischer Gesundheit
2.1 Theoretische Modelle vom Zusammenhang psychosozialer Belastungen und psychischer Gesundheit
2.1.1 Das Anforderungs-Kontroll-Modell
2.1.2 Modell der Gratifikationskrisen
2.2 Psychische Gesundheit und psychosoziale Arbeitsbedingungen von Pflegekräften im Krankenhaus
3. Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung zur Stärkung psychischer Gesundheit
3.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement
3.2 Betriebliche Maßnahmen zur Förderung psychischer Gesundheit
3.3 Betriebliche Gesundheitsförderung im Krankenhaus
4. Systematische Übersichtsarbeit: Forschungsstand ökonomischer Evaluation betrieblicher Gesundheitsförderungsmaßnahmen zur Stärkung psychischer Gesundheit
4.1 Methodik
4.2 Ergebnisse
4.2.1 Studiencharakteristika
4.2.2 Qualität
4.2.3 Ergebnisse
4.3 Zusammenfassung
5. Handlungsempfehlungen zur Implementierung und Umsetzung von betrieblicher Gesundheitsförderung zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Pflegekräften im Krankenhaus
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die psychosozialen Arbeitsbedingungen sowie die psychische Gesundheit von Pflegekräften in deutschen Krankenhäusern und analysiert, wie betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) dazu beitragen kann, Arbeitsunfähigkeit und psychische Belastungen zu mindern sowie die Wirtschaftlichkeit für das Krankenhaus zu steigern.
2.1.1 Das Anforderungs-Kontroll-Modell
Das Anforderungs-Kontroll-Modell wurde 1990 von Robert Karasek und Töres Thorell veröffentlicht. Es ist das erste theoretische Modell, das die sozialen Umwelteinflüsse mit den somatischen und psychologischen Folgen stresstheoretisch ins Verhältnis setzt. Das Anforderungs-Kontroll-Modell stellt den psychischen Anforderungen, die durch die Arbeit an die Person gestellt werden, den Entscheidungsspielraum entgegen, der zur Erfüllung der Anforderungen vorliegt. Der Entscheidungsspielraum gibt das Verhältnis der Bandbreite von Fähigkeiten, die zur Bewältigung einer Arbeitsaufgabe zur Verfügung stehen zu den Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitsaufgabe an. Die Dimensionen „psychische Anforderung“ und „Entscheidungsspielraum“ können jeweils zwei Ausprägungen aufweisen: hoch oder niedrig. Aus der Kombination der zwei Dimensionen mit den zwei Ausprägungen lässt sich eine zweidimensionale Matrix generieren, die vier verschiedene Formen von psychosozialer Arbeitsumgebung kategorisieren: High-strain Job, Active Job, Low-strain Job, Passive Job.
Besonders negative Auswirkungen von psychischer Belastung auf die Gesundheit (z.B. Angsterkrankungen, Depressionen, Müdigkeit und physische Erkrankungen) treten laut Karasek und Theorell in Arbeitsumgebungen auf, in denen die psychischen Anforderungen der Arbeit hoch sind, der Entscheidungsspielraum jedoch gleichzeitig gering ist. In den High-strain Jobs führt ein zweistufiger Prozess zu einer Erhöhung des Risikos einer psychischen Störung oder einer physischen Erkrankung. Im ersten Schritt treten neue umweltbedingte psychische Anforderungen mit hoher Priorität auf (Stressoren), auf die das Individuum mit einem alarmierten Zustand der Anspannung (Stress) reagiert. Dieser Zustand der Anspannung ist biologisch notwendig, um in Momenten der Gefahr psychisch und physisch schnellstmöglich reagieren zu können (Kampf oder Flucht). Im zweiten Schritt stellen die Umgebungsbedingungen jedoch eine Einschränkung der optimalen Reaktion auf die Anforderung dar. Dies führt zu einem Zustand von akuter Angst und einem starken Anstieg der Adrenalinkonzentration und des Herzschlages. Dieser Zustand dauert weit länger als derjenige der Anspannung ohne Einschränkung durch die Umgebung, da die Erregungsenergie nicht direkt in die optimale Handlung umgewandelt und somit nicht abgebaut werden kann.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Zunahme psychischer Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit im Gesundheitssektor, verdeutlicht die spezifische Belastungssituation von Pflegekräften und stellt das Ziel der Arbeit vor.
2. Konzepte vom Zusammenhang von Arbeit und psychischer Gesundheit: Das Kapitel erläutert wissenschaftliche Modelle zur psychischen Gesundheit und analysiert die spezifische Arbeitssituation von Pflegekräften im Krankenhaus.
3. Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung zur Stärkung psychischer Gesundheit: Hier werden Definitionen und Ansätze der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) dargestellt sowie die Besonderheiten des Krankenhauses als Setting diskutiert.
4. Systematische Übersichtsarbeit: Forschungsstand ökonomischer Evaluation betrieblicher Gesundheitsförderungsmaßnahmen zur Stärkung psychischer Gesundheit: Dieses Kapitel präsentiert eine Literaturrecherche zur Wirtschaftlichkeit von Interventionen und bewertet die methodische Qualität der identifizierten Studien.
5. Handlungsempfehlungen zur Implementierung und Umsetzung von betrieblicher Gesundheitsförderung zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Pflegekräften im Krankenhaus: Das Kapitel bietet einen strukturierten Leitfaden zur Planung und Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen unter Einbeziehung von Qualitäts- und Projektmanagementprinzipien.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, bewertet die Chancen sowie Grenzen der BGF und unterstreicht die Notwendigkeit systematischer Ansätze im Krankenhausmanagement.
Betriebliche Gesundheitsförderung, Psychische Gesundheit, Pflegekräfte, Krankenhaus, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitsbelastung, Gratifikationskrisen, Anforderungs-Kontroll-Modell, Burnout, Depression, Wirtschaftlichkeit, Return on Investment, Prävention, Gesundheitsmanagement, Interventionen.
Die Arbeit analysiert die psychische Gesundheit von Pflegekräften in deutschen Krankenhäusern vor dem Hintergrund hoher Arbeitsbelastungen und untersucht Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung zur Entlastung und Prävention.
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf theoretischen Belastungsmodellen, der aktuellen Situation des Pflegepersonals, der ökonomischen Evaluation gesundheitsfördernder Interventionen sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Ziel ist es, einen Überblick über psychosoziale Arbeitsbedingungen zu geben und zu prüfen, inwieweit Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung Arbeitsunfähigkeit mindern und das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Krankenhäuser verbessern können.
Die Arbeit nutzt eine systematische Literaturübersicht (Systematic Review), um den aktuellen Forschungsstand zur Wirtschaftlichkeit von BGF-Maßnahmen zu analysieren und methodisch zu bewerten.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung durch Stressmodelle, die empirische Analyse der Arbeitssituation in der Pflege sowie eine systematische Auswertung internationaler Studien zur Wirksamkeit und Kosten-Effektivität betrieblicher Programme.
Betriebliche Gesundheitsförderung, psychische Gesundheit, Pflegekräfte, Arbeitsunfähigkeit, Gratifikationskrisen, Arbeitsbelastung, Prävention und ökonomische Evaluation.
Für Entscheidungsträger in Krankenhäusern ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis von BGF-Maßnahmen entscheidend. Die Arbeit zeigt, dass Investitionen in die psychische Gesundheit des Personals durch reduzierte Fehlzeiten und höhere Produktivität rentabel sein können.
Die Arbeit empfiehlt die Einbettung von BGF in ein ganzheitliches Gesundheitsmanagementsystem (BGM), basierend auf dem PDCA-Zyklus, sowie die Schaffung fester Entscheidungsstrukturen wie eines Arbeitskreises Gesundheit.
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