Masterarbeit, 2020
84 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung und grundlegende Überlegungen
2. Die Relevanz sozialer Ungleichheit
2.1 Heterogenität und dessen Dimensionen
2.2 Soziale Ungleichheit in der konkreten Situation Schule
2.3 Haltung – wie wird diese gehalten
2.4 Die Theorie von Bourdieu
3. Simulationsspiel „Reproduktion sozialer Ungleichheit durch die Schule“
4. Methodik
4.1 Die Likert-Skala als Beispiel einer quantitativen Methode
4.2 Qualitative Methoden
4.3 Gruppendiskussion
4.4 Entwicklung eines Fragenkatalogs
4.6 Erwartungen an die Einstellung und Haltung der Probanden
5. Durchführung der Simulation der Simulation
5.1 Auswahl der Teilnehmer
5.2 Die Spielertypen
5.3 Vorbereitung des Simulationsspiels
5.4 Beginn des Simulationsspiels
6. Ergebnisse & Analyse
6.1 Analyse I Prä-Fragebogen
6.2 Analyse II Post-Fragebogen, Spielverlauf und Diskussionsrunde
7. Diskussion
7.1 Kritische retrospektive Betrachtung des Fragebogens
7.2 Herausforderung für das Hamburger Schulsystem
8. Schlussbetrachtung, Fazit und Ausblick
8.1 Schlussbetrachtung
8.2 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, ob der Einsatz des Simulationsspiels „Reproduktion sozialer Ungleichheit durch die Schule“ die Haltung und Einstellung von Lehrkräften gegenüber der Heterogenitätsdimension „Armut“ beeinflussen bzw. verändern kann, basierend auf soziologischen Theorien Bourdieus.
2.4 Die Theorien von Bourdieu
Die Arbeiten des Soziologen Pierre Bourdieu50, welche sich mit der damaligen Gesellschaft der 1970er Jahre in Frankreich befassten, gelangten zu einer großen Popularität, da sie den Nerv der Zeit trafen und das Interesse der Gesellschaft weckten. Seine Theorien und Thesen sind für die folgende Arbeit insofern signifikant, als dass sie nicht nur für die französische Gesellschaft der 1970er Jahre in den Banlieues von Paris anwendbar, sondern auch für die heutige Gesellschaft in Großstädten, wie beispielsweise Hamburg, übertragbar sind. Dies soll anhand des Bildungsberichtes für Hamburg aus dem Jahr 2017 verdeutlicht und durch ein Simulationsspiel von Tanja Sturm zum Thema „Sozialer Raum“ bestätigt werden.
Bourdieu vertritt die These, dass das Handeln eines Individuums im sozialen Raum von seiner Position in diesem bestimmt wird. Zudem hat das Individuum kaum Einfluss auf sein eigenes Verhalten, geschweige denn die Wahl des Raumes. Schließlich ist der Lebensstil nicht so frei wählbar, wie angenommen wird.52 Es kommt laut Bourdieu immer darauf an, in welche Klasse das Individuum hineingeboren wird. Dabei teilt er die Gesellschaft in drei unterschiedliche Klassen auf. Die erste Klasse nennt er Burgeoisie, die herrschende Klasse des Besitz- und Kleinbürgertums, Ärzte, Handelsunternehmer oder beispielsweise Hochschullehrer53, welche sich durch Distinktion, also durch Abgrenzung von den anderen Klassen und deren „legitimen“ Geschmack definiert. Dieser wird beispielsweise für die Vorliebe zu Luxusartikeln, wie teure Kleidung, Autos, Hotels oder Essen gekennzeichnet. In ihr befinden sich verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Geschmäcken. So zeigt sich, dass die Gruppe mit hohem ökonomischem Kapital, Industrielle, ein hohes Interesse an den bereits genannten Luxusgütern besitzt, während die Gruppe mit hohem kulturellen Kapital ,Lehrer oder Hochschulprofessoren, eher an klassischen Theaterstücken oder teuren Gemälden interessiert sind und zudem klassische Musik oder Wandern anstatt teure Badeorte bevorzugen.55
1. Einleitung und grundlegende Überlegungen: Einführung in die Thematik der Chancenungleichheit an Schulen und Motivation des Autors zur Untersuchung der Heterogenitätsdimension Armut.
2. Die Relevanz sozialer Ungleichheit: Theoretische Fundierung des Begriffs Heterogenität, der Auswirkungen sozialer Ungleichheit in der Schule und die Anwendung der Bourdieu’schen Kapitaltheorien.
3. Simulationsspiel „Reproduktion sozialer Ungleichheit durch die Schule“: Vorstellung des gewählten Simulationsspiels als methodisches Instrument zur Vermittlung von Wissenskompetenz und Anregung zur Reflexion.
4. Methodik: Detaillierte Darstellung des Forschungsdesigns, inklusive der quantitativen Likert-Skala, qualitativer Ansätze, Gruppendiskussionen und der Entwicklung des Fragenkatalogs.
5. Durchführung der Simulation der Simulation: Beschreibung der Auswahl der Probanden, der Spielertypen sowie der Vorbereitung und des konkreten Ablaufs der Spielrunden.
6. Ergebnisse & Analyse: Auswertung der Prä- und Post-Fragebögen sowie Analyse des Spielverlaufs und der Diskussionsrunde im Hinblick auf Veränderungen der Teilnehmerhaltung.
7. Diskussion: Kritische Reflexion der verwendeten Erhebungsinstrumente und Diskussion der Herausforderungen für das Hamburger Schulsystem.
8. Schlussbetrachtung, Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Empfehlungen für die zukünftige Integration von Simulationsspielen in die Lehrerausbildung.
Soziale Ungleichheit, Heterogenität, Armut, Bourdieu, Chancenungleichheit, Simulationsspiel, Lehrkräfte, Schulerfolg, Kapitalformen, Inklusion, Reflexion, Bildungsbericht, Gruppendiskussion, Habitus, Perspektivwechsel.
Die Arbeit untersucht, inwiefern ein spezifisches Simulationsspiel die Haltung von Lehrkräften gegenüber der Heterogenitätsdimension „Armut“ und der damit verbundenen Chancenungleichheit beeinflussen kann.
Die Schwerpunkte liegen auf soziologischen Ungleichheitstheorien (Bourdieu), pädagogischer Inklusion, der Rolle von Kapitalformen im Bildungssystem und der Wirksamkeit von Simulationsspielen in der Lehrerfortbildung.
Ziel ist es zu evaluieren, ob ein Perspektivwechsel durch eine künstlich erzeugte Spielsituation zu einer bewussteren Wahrnehmung und Reflexion der Problematik sozialer Ungleichheit in Hamburger Grundschulen führt.
Es wird ein Mixed-Methods-Ansatz gewählt, der quantitative Likert-skalierte Prä- und Post-Fragebögen mit qualitativen Auswertungen aus Diskussionsrunden und Ankerbeispielen aus dem Spielverlauf kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung des Simulationsspiels, das methodische Vorgehen, die detaillierte Durchführung der Simulation mit verschiedenen Probanden sowie die anschließende Analyse der Ergebnisse.
Soziale Ungleichheit, Heterogenität, Bourdieu, Chancenungleichheit, Simulationsspiel, Habitus, Schulerfolg und Inklusion sind die zentralen Begriffe.
Die Analyse zeigt, dass eine nachhaltige Haltungsänderung schwierig ist; jedoch förderte das Spiel bei einigen Teilnehmern eine situative Reflexion und ein gesteigertes Bewusstsein für die Mechanismen der Chancenungleichheit.
Die Arbeit identifiziert eine persistente Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg, einen Mangel an interdisziplinären Inklusionsteams und die Notwendigkeit für gezielte sozialpolitische Interventionen.
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