Masterarbeit, 2020
86 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitende Worte
1.1 Fragestellungen und Zielsetzung
1.2 Aufbau
2. Theoretische Grundlagen und gegenwärtiger Forschungsstand
2.1 Definition und Einordnung der Begriffe
2.1.1 Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung
2.1.2 Die Sekundarstufe I im Schulsystem
2.2 Gesetzliche Bestimmungen bei der Eingliederung
2.2.1 Menschenrecht auf Bildung
2.2.2 Berechtigung in der BRD
2.3 Eingliederung
2.3.1 Sprachlern- bzw. Vorbereitungsklassen
2.3.2 Übergang vom Sprachlern- in den Regelunterricht
2.4 Gegenwärtiger Forschungsstand
2.4.1 Daten und Fakten
2.4.2 Humankapital-Theorie
2.4.3 Nachteile durch den Akteur Schule und institutionelle Diskriminierung
2.4.4 Defizitorientierte Wahrnehmung
3. Methode
3.1 Qualitative Forschung als Forschungsansatz
3.2 Narratives Interview als Erhebungsinstrument
3.2.1 Begründung für die Wahl des narrativen Interviews
3.2.2 Vorbereitung
3.2.3 Rahmenbedingungen für die Durchführung
3.3 Analyse der Interviews
3.3.1 Transkription
3.3.2 Grundlegende Prinzipien im Forschungsprozess
3.3.3 Narrationsanalyse
3.4 Datenkorpus und Rekrutierung der Untersuchungsteilnehmer
4. Auswertung und Ergebnisse
4.1 Interview A
4.2 Interview B
4.3 Interview C
4.4 Kontrastive Vergleiche
5. Handlungsempfehlungen
6. Didaktischer Kontext
7. Fazit und Ausblick
8. Literaturverzeichnis
Anhang
Die Arbeit untersucht qualitativ-empirisch die Eingliederungsprozesse von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung in das deutsche Schulsystem der Sekundarstufe I. Ziel ist es, Belastungen zu identifizieren, denen die Betroffenen bei dieser Eingliederung gegenüberstehen, und zu prüfen, inwieweit das Schulsystem den Erwartungen und Hoffnungen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden kann.
1. Einleitende Worte
„Ich sage ganz einfach: Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft - Wir schaffen das! Wir schaffen das, und dort, wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden. Der Bund wird alles in seiner Macht stehende tun - zusammen mit den Ländern, zusammen mit den Kommunen -, um genau das durchzusetzen.“ (Angela Merkel 2015, zit. nach Schlott 2020: o. S.)
Als unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel diesen - mittlerweile historischen - Satz in ihrer Sommerpressekonferenz am 31.08.2015 geäußert hat, befand sich die Bundesrepublik in einer angespannten Situation (Vgl. Krämer 2020: o. S.). Zu diesem Zeitpunkt haben nämlich besonders viele Menschen nach ihrer Flucht, vorwiegend aus dem Nahen Osten über die Balkanroute kommend, einen Asylantrag in Deutschland gestellt (Vgl. ebd.). In konkreten Zahlen gefasst, wurden alleine im Jahre 2015 insgesamt 476.649 Asylanträge gestellt, während im Jahre 2014 lediglich 202.834 Anträge erfasst wurden, wodurch ein deutlicher Anstieg von 135,0% im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen ist (Vgl. Migrationsbericht 2015: S. 9). Auch in den darauffolgenden Jahren war der Andrang groß.
Unter den Personen, die die Bundesrepublik als Schutz aufgesucht haben, gibt es eine Vielzahl an Kindern und Jugendlichen, die ebenfalls eine Fluchterfahrung durchlebt haben. Entweder kamen sie im Familienverbund, mit einzelnen Familienangehörigen oder auch unbegleitet nach Deutschland (Vgl. Huber und Lechner 2017: S. 5). Für diese jüngere Personengruppe war es nicht nur wichtig, dass eine Unterkunft organisiert wird oder eine gesundheitliche Versorgung stattfindet, sondern auch die schnellstmögliche Eingliederung in die Schulen stand im Vordergrund. Allerdings verläuft die Beschulung nicht immer unproblematisch, weil es beispielsweise massive Sprachbarrieren zwischen den Lehrenden und den Lernenden gibt (Vgl. Panagiotopoulou und Rosen 2017: S. 1). Darüber hinaus sollen allgemeine Lernziele erreicht werden, die aufgrund einer verfehlten Eingliederung jedoch nicht immer erreicht werden können (Vgl. ebd.). Zwar hat sich die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten vermehrt der Integration von Minderjährigen mit Fluchterfahrung ins deutsche Schulsystem gewidmet, jedoch ist auch anzumerken, dass die Eingliederung einer so hohen Personenanzahl ein recht junges Phänomen ist (Vgl. Kneuer o.D.: S. 1). Aus diesem Grund steht die ausführliche Erforschung der entsprechenden Strukturen in einem Anfangsstadium (Vgl. ebd.; Daschner 2017: S. 11).
1. Einleitende Worte: Einführung in das Thema der schulischen Integration von geflüchteten Kindern, Darstellung der Relevanz und Formulierung der Forschungsfrage.
2. Theoretische Grundlagen und gegenwärtiger Forschungsstand: Erläuterung der Begriffe, rechtlichen Rahmenbedingungen, Eingliederungsmodelle und des aktuellen wissenschaftlichen Wissensstands zu Migrationserfahrungen im Bildungswesen.
3. Methode: Darstellung des qualitativen Forschungsansatzes mittels narrativer Interviews sowie Erläuterung des Transkriptions- und Analysevorgehens.
4. Auswertung und Ergebnisse: Detaillierte Analyse der Interviews von drei Untersuchungsteilnehmern inklusive kontrastivem Vergleich der Ergebnisse.
5. Handlungsempfehlungen: Ableitung bildungspolitischer Vorschläge basierend auf den empirischen Erkenntnissen zur Optimierung der schulischen Eingliederung.
6. Didaktischer Kontext: Reflektion über die didaktischen Anforderungen bei der Integration geflüchteter Kinder im regulären Unterricht.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsergebnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bildungssystem.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Anhang: Dokumentation der verwendeten Einwilligungserklärungen, Transkriptionsregeln und Interview-Vorbereitungsleitfäden.
Eingliederung, Fluchterfahrung, Sekundarstufe I, Bildungssystem, Schule, Inklusion, Sprache, Migration, Mobbing, Narratives Interview, Qualitative Forschung, Schulerfolg, Bildungspolitik, Chancengleichheit, Integration.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung bei ihrer Eingliederung in das deutsche Schulsystem der Sekundarstufe I erleben, und hinterfragt, wie Schulen auf diese Bedürfnisse reagieren.
Die zentralen Themen sind Sprachbarrieren, soziale Integration, Diskriminierungserfahrungen, institutionelle Schulstrukturen sowie die Bedeutung der individuellen Betreuung durch Lehrkräfte.
Das Ziel ist es, durch die qualitative Untersuchung von Schülererzählungen Einblicke in den Eingliederungsprozess zu gewinnen, um Belastungspotenziale aufzudecken und Empfehlungen für eine bessere bildungspolitische Gestaltung zu formulieren.
Die Autorin/der Autor nutzt narrative Interviews nach Fritz Schütze, die eine detaillierte Rekonstruktion biografischer Erfahrungen erlauben, kombiniert mit einer strukturellen Narrationsanalyse.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Schulintegration dargelegt, gefolgt von einer methodischen Begründung und der detaillierten Auswertung von drei individuellen Interviews, die in einem kontrastiven Vergleich gegenübergestellt werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Eingliederung, Fluchterfahrung, Diskriminierung, Sprachförderung und Schulerfolg.
Die Schüler bewerten die Sprachlernklassen gemischt: Einerseits wird die zusätzliche Förderung begrüßt, andererseits wird kritisiert, dass die Aufenthaltsdauer oft zu kurz ist, das Niveau zu simpel gewählt wurde und die Trennung vom Regelunterricht soziale Partizipation erschwert.
Die Interviews legen nahe, dass Diskriminierung und Mobbing besonders in Regelklassen stark ausgeprägt sind, wenn ein Schüler mit geringen Deutschkenntnissen auf eine homogene, deutschsprachige Schülerschaft trifft, während heterogenere Klassenverbände als weniger belastend wahrgenommen werden.
Die Benotung wird kritisiert, wenn sie zu früh einsetzt und von Schülern abverlangt, Leistungen auf dem Niveau von Muttersprachlern zu erbringen, ohne dass der individuelle Spracherwerbsprozess und die vorangegangene Bildungsbiografie in der Heimat ausreichend berücksichtigt werden.
Lehrkräfte fungieren als entscheidende Akteure, deren Engagement – etwa durch individuelle Differenzierung des Lernmaterials oder wertschätzende Unterstützung – maßgeblich darüber entscheidet, ob ein Schüler die Eingliederung als erfolgreich oder belastend erlebt.
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