Fachbuch, 2021
83 Seiten
1. Einleitung
2 Begriffsklärung
2.1 Gewalt
2.2 Aggression
2.3 Prävention
3 Theoretischer Hintergrund
3.1 Aktueller Forschungsstand
3.2 Aufgabe der Schule?
3.3 Allgemeine Möglichkeiten schulischer Gewaltprävention
3.4 Merkmale guter Präventionsarbeit
3.5 Akteure im Bereich der schulischen Gewaltprävention
4 Gewaltpräventionsprogramme in der Grundschule
4.1 Gütekriterien für wirksame Gewaltpräventionsprogramme
4.2 Hilfenbei der Auswahl der Präventionsprogramme
4.3 Faustlos
4.4 Klasse2000
4.5 Lubo aus dem All!
4.6 Verhaltenstraining in der Grundschule
4.7 Das EFFEKT-Elterntraining
5. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht, inwiefern Gewaltprävention zum festen Aufgabenbereich von Grundschulen zählt und welche evidenzbasierten Präventionsprogramme geeignet sind, um dieser Anforderung in der Schulpraxis effektiv zu begegnen.
4.3 Faustlos
Faustlos ist ein Curriculum, dass für die Arbeit in Kindergärten und Grundschulen entwickelt wurde und im Bereich der primären Gewaltprävention einzuordnen ist. Es basiert auf dem amerikanischen Ansatz Second Step, der in Seattle entwickelt wurde und europaweit umgesetzt wird (vgl. Schubarth 2009, S. 120; vgl. Schick & Cierpka 2005, S. 238). „Das Modell beschreibt, wie Kinder soziale Situationen begreifen lernen und sich in bestimmten Interaktionssituationen zurechtfinden. Dabei spielen auch immer emotionale Prozesse als motivationale, kommunikative und regulatorische Funktionen eine wesentliche Rolle“ (Melzer et al. 2011, S. 226). Im Jahr 2011 wurde das Programm auch für die Sekundarstufe erweitert, wobei es sich lediglich durch neue Materialien und bei der praktischen Umsetzung, nicht aber bezüglich der Ziele, unterscheidet (vgl. ebd., S. 229 f.).
Ziel des Präventionskonzeptes ist es, soziale Kompetenzen zu fördern und gewaltbereitem Verhalten vorzubeugen (vgl. Melzer et al. 2011, S. 227). Die Inhalte des Programms wurden dafür „aus Forschungsbefunden und entwicklungspsychologischen Theorien zu den Defiziten aggressiver Kinder abgeleitet“ (vgl. Cierpka 2001, zit. n. Schick & Cierpka 2003, S. 101). Diese Defizite finden sich in den Bereichen Empathiefähigkeit, Impulskontrolle und dem konstruktiven Umgang mit Gefühlen wie Ärger und Wut auf (vgl. Schick & Cierpka 2005, S.239 f.). Empathie wird im Curriculum „als ein Bündel von Fähigkeiten und Fertigkeiten aufgefasst, dass die Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und auf diese angemessen zu reagieren, einschließt“ (Cierpka 2004, S. 41). Sie wird als besonders wertvoll für die Gewaltprävention betrachtet, da Problemlösen ohne das Verständnis für Gefühle unmöglich ist (vgl. ebd., S. 41 f.).
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Relevanz von Gewalt an Schulen und führt in die Fragestellung ein, ob und wie Gewaltprävention im Grundschulalltag verankert werden kann.
2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begrifflichkeiten Gewalt, Aggression und Prävention, um eine wissenschaftliche Basis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3 Theoretischer Hintergrund: Hier werden der Forschungsstand, der Erziehungsauftrag der Schule, allgemeine Präventionsmöglichkeiten sowie die Rolle verschiedener Akteure wie Polizei und Jugendhilfe diskutiert.
4 Gewaltpräventionsprogramme in der Grundschule: Der Hauptteil stellt spezifische Programme für Grundschulen vor, bewertet diese anhand von Gütekriterien und untersucht deren wissenschaftliche Fundierung.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Möglichkeiten und Herausforderungen schulischer Gewaltprävention sowie Empfehlungen für die Praxis.
Gewaltprävention, Grundschule, Schulentwicklung, soziale Kompetenz, Empathie, Aggression, Präventionsprogramme, Faustlos, Klasse2000, Lubo aus dem All!, Erziehungspartnerschaft, Evaluation, Wirksamkeit, Schulsozialarbeit, Lebenskompetenz.
Die Arbeit untersucht, ob Gewaltprävention ein integraler Bestandteil des schulischen Bildungsauftrags ist und welche wirksamen Programme Grundschulen bei dieser Aufgabe unterstützen können.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Gewaltbegriffen, den strukturellen Möglichkeiten der Prävention im System Schule, der Zusammenarbeit mit externen Partnern sowie der detaillierten Vorstellung spezifischer Trainingsprogramme.
Das Ziel ist es, Lehrkräften und Schulleitungen Orientierungshilfen bei der Auswahl evidenzbasierter Gewaltpräventionsprogramme zu bieten, um eine nachhaltige Präventionskultur in Grundschulen zu etablieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Forschungsstudien, Evaluationen und offizieller Verwaltungsvorschriften zur Gewaltprävention.
Im Hauptteil werden Gütekriterien für effektive Präventionsarbeit erarbeitet und fünf ausgewählte Programme (Faustlos, Klasse2000, Lubo aus dem All!, Verhaltenstraining, EFFEKT-Elterntraining) hinsichtlich ihrer Ziele und Wirksamkeit kritisch analysiert.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Gewaltprävention, soziale Kompetenzförderung, Schulklima und evidenzbasierte Interventionsstrategien charakterisiert.
Die Klärung der Begriffe ist entscheidend, da sie unterschiedliche pädagogische Interventionsansätze erfordern und die Basis für eine präzise Identifikation von Problemverhalten im Schulalltag bilden.
Lehrkräfte fungieren als zentrale Vorbilder und Koordinatoren. Ihr Engagement und ihr Theoriewissen sind entscheidende Faktoren für den Erfolg der Implementierung von Präventionsprogrammen im Unterricht.
Es mangelt derzeit an einheitlichen, landesweiten Datenbanken, die eine wissenschaftlich fundierte und vergleichbare Bewertung der Wirksamkeit aller verfügbaren Programme erlauben, was die Auswahl für Schulen erschwert.
Im Gegensatz zu reinen Schülerprogrammen bezieht EFFEKT explizit die Eltern als Erziehungspartner mit ein, um eine ganzheitliche Prävention zu erreichen, die über den Unterricht hinausgeht.
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