Examensarbeit, 2002
104 Seiten, Note: 13 Punkte
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Historische Entwicklungen
1.1 Die Schule
1.2 Kindheit und Vorschulerziehung
1.3 Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule
1.4 Heutige Empfehlungen und Rahmenrichtlinien für die vorschulische Erziehung und die Grundschule allgemein und im Saarland
2. Grundlagen der Literaturgattung Bilderbuch
2.1 Versuch einer begrifflichen Bestimmung
2.2 Ein Blick in die Geschichte
2.3 Das Bilderbuch im Unterricht
3. Fibel und Bilderbuch im Schriftspracherwerb
3.1 Begriff der Fibel
3.2 Der Schriftspracherwerb
3.3 „Halboffener“ Lehrgang
III. Unterrichtspraktischer Teil
1. Analyse des Bedingungsfeldes
1.1 Situation der Schule
1.2 Situation der Lehramtsanwärterin
1.3 Situation der Klasse bzw. der Kindergartenkinder
2. Sachanalyse
2.1 Autor und Illustrator
2.2 Inhalt des Bilderbuches
2.3 Die Botschaft
2.4 Analyse von Bild und Text
3. Didaktische Analyse
3.1 Stellung der gesamten Unterrichtseinheit in den Lehrplänen
3.2 Die Bedeutung der gesamten Unterrichtseinheit für die Schüler
3.3 Didaktische Prinzipien
3.4 Lehr- und Lernvoraussetzungen
3.5 Didaktische Reduktion
4. Unterrichtspraktische Durchführung
4.1 Allgemeine Bemerkungen
4.2 Tabellarischer Gesamtüberblick über die Unterrichtseinheit
5. Für die Unterrichtseinheit ausgearbeitete Stunden
5.1 Zusammenhängende Stunden vom 03.08.01 in den Fächern Deutsch „Mein Faltbüchlein“ und Sachunterricht „Die Schatzsuche“
5.2 Stunde vom 06.08.01 im Fach Deutsch „Oh, wie schön ist Panama“ - eine Einführung des Buchs von Janosch
5.3 Stunde vom 06.08.01 im Fach Bildende Kunst Herstellen der Namensschilder mit der „Tigerente“
5.4 Fortführung der Unterrichtseinheit
5.5 Stunde vom 14.08.01 im Fach Sachunterricht Herstellen des Wegweisers
5.6 Stunde vom 16.08.01 im Fach Sport Bewegungsgeschichte „Wir reisen nach Panama“
5.7 Fortführung und Abschluss der Unterrichtseinheit
Die Arbeit dokumentiert die pädagogische Gestaltung der ersten zwei Schulwochen für Erstklässler. Ziel ist es, den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule durch den Einsatz des Bilderbuchs „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch kindgerecht zu erleichtern und den Schülern eine positive Lernmotivation vom ersten Tag an zu vermitteln.
Die Botschaft
Die Handlungsstruktur kommt nicht ohne „Reisebewegung“ aus. Folglich kann der Gehalt der Geschichte mit „Reise-Ideologie“ definiert werden.
Die Sehnsucht nach der Ferne steht in der Bilderbuchgeschichte zwar zunächst im Vordergrund, das traute Heim spielt aber für Bär und Tiger eine große Rolle. Mitten in die Alltagsidylle „Uns geht es gut“, ..., „denn wir haben alles, was das Herz begehrt, und wir brauchen uns vor nichts zu fürchten“ (S. 4) dringt Bananengeruch und das fremde Wort „PANAMA“ durch die vorbei schwimmende Kiste. Beides löst bei dem kleinen Bären eine wahre Reisebegeisterung aus, und er überzeugt damit den kleinen Tiger. Der Bär bestimmt selbst die Reiserichtung, indem er einen Wegweiser aufstellt, obwohl er nicht weiß, wo das Land seiner Träume liegt, denn „wenn man den Weg nicht weiß“, ..., „braucht man zuerst einen Wegweiser“ (S. 12).
Bär und Tiger machen sich auf den Weg, haben aber im Hinblick auf ihre häusliche Zufriedenheit immer den roten Topf dabei, „damit du mir jeden Tag etwas Gutes kochen kannst, Bär“ (S. 15). Während ihrer Reise treffen sie u. a. Hase und Igel und werden gastfreundlich aufgenommen. Dort gewinnen sie die Erkenntnis, dass man ein Sofa braucht. „Wir kaufen uns in Panama auch so ein Sofa, dann haben wir wirklich alles, was das Herz begehrt“ (S. 28). Eine Krähe zeigt ihnen am nächsten Tag von einem hohen Baum aus ihr Traumland, und durch den Perspektivenwechsel identifizieren sie ihre heimatliche Landschaft „Panama“. Es wird keinerlei Hinweis auf Bananengeruch gegeben. Anscheinend hat sich die ursprüngliche Sehnsucht nach Bananen verflüchtigt, sie wollen sich nur wieder niederlassen und ein „kleines, gemütliches Haus mit Schornstein“ (S. 36) bauen. Sie gelangen schließlich wieder an den Ausgangspunkt ihrer Reise und erkennen, obwohl nur ein paar Tage vergangen sind, ihr tatsächlich schon verfallenes und verwittertes Häuschen nicht mehr. Sie richten sich aber wieder genauso wie früher ein, „nur war es jetzt noch schöner; denn sie kauften sich ein Sofa aus Plüsch und ganz weich“ (S. 46).
Historische Entwicklungen: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entstehung der Grundschule und die Entwicklung der vorschulischen Erziehung unter besonderer Berücksichtigung der Reformpädagogik.
Grundlagen der Literaturgattung Bilderbuch: Hier werden Definitionen und die historische Entwicklung des Bilderbuchs sowie dessen vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Unterricht erörtert.
Fibel und Bilderbuch im Schriftspracherwerb: Dieser Abschnitt thematisiert die Rolle der Fibel im Erstleseunterricht und erläutert den „halboffenen“ Lehrgang als Alternative zur rein synthetischen Methode.
Unterrichtspraktischer Teil: Im Fokus steht die methodisch-didaktische Analyse und Durchführung einer Unterrichtseinheit rund um das Bilderbuch „Oh, wie schön ist Panama“ in einer ersten Klasse.
Schulanfang, Grundschule, Kindergarten, Übergang, Bilderbuch, Janosch, Tigerente, Erstleseunterricht, Fibel, Schriftspracherwerb, Pädagogik, Sachunterricht, Didaktik, Lernmotivation, Unterrichtsgestaltung
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Gestaltung der Schuleingangsphase, um den Kindern den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule zu erleichtern.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Herleitung der Schulstruktur, der Bedeutung von Literatur im Unterricht und der praktischen Anwendung von motivierenden Lehrmethoden in der ersten Klasse.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch den Einsatz von Bilderbüchern und handlungsorientierten Methoden eine positive, angstfreie Lernatmosphäre geschaffen werden kann.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen pädagogischer Konzepte mit der dokumentarischen Auswertung eines eigenen praxisbezogenen Unterrichtsversuchs.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Geschichte und Methodik sowie einen ausführlichen unterrichtspraktischen Teil mit Stundenentwürfen und Reflexionen.
Wesentliche Begriffe sind Schulanfang, Übergang Kindergarten-Grundschule, Bilderbuch-Didaktik, Tigerente und halboffener Schriftspracherwerb.
Die Tigerente dient als Klassensymbol und Identifikationsfigur, die den Kindern vom Kindergarten her vertraut ist und somit die Eingewöhnung in die neue Schulumgebung erleichtert.
Das Buch ermöglicht aufgrund seiner Struktur und Thematik vielfältige fächerübergreifende Aktivitäten, die die kindliche Neugier wecken und den Übergang in den Schulalltag unterstützen.
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