Bachelorarbeit, 2019
77 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Migrationsgesellschaftliche Entwicklung in Baden-Württemberg
2.1 Ganztagsgrundschule als migrationsgesellschaftliches Mikrosystem
2.1.1 Eine Hinführung
2.1.2 Modell einer Karlsruher Ganztagsgrundschule
2.2 Bedeutung der Sprache
2.3 Philosophieren als Methode
3 Philosophieren mit Kindern als Interaktionsform
3.1 Begriffsklärung Philosophieren mit Kindern
3.2 5-Finger-Methode nach Martens
3.3 Prinzip sustained shared thinking
3.4 Aspekte der Sprachbildung/-förderung beim Philosophieren mit Kindern
4 Vorstellung des Projektes "Kinder philosophieren - kleine und große Fragen an die Welt" im Rahmen des AG-Angebots an der Grundschule am Wasserturm
4.1 Ausgangssituation und Setting
4.2 Zielsetzung und Fragestellung
4.3 Vorbereitungsphase
4.4 Durchführung und Verlauf
4.5 Abschluss: Exkursion – Dokumentation und Auswertung
5 Untersuchung
5.1 Design
5.2 Analyse
5.3 Qualitative Interpretation
5.4 Auswertung des Projektes
6 Chancen und Potentiale von PmK im Setting Ganztagsgrundschule – ein Fazit
6.1 Aspekt des rhythmisierten Ganztags
6.2 Aspekt des migrationsgesellschaftlichen Kontextes
6.3 Aspekt der Sprache
6.4 Interdisziplinäre Verknüpfung und Anschlussfähigkeit
6.5 Soziale und gesellschaftliche Dimension
Die Arbeit untersucht das Potenzial von "Philosophieren mit Kindern" (PmK) als Methode der sprachlichen Bildung und Förderung innerhalb einer Ganztagsgrundschule mit hohem Migrationsanteil, um Ansätze für Chancengleichheit und soziale Teilhabe zu evaluieren. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie dieses Format in den rhythmisierten Ganztag eingebettet werden kann und ob es über die allgemeine sprachliche Bildung hinaus als Sekundärprävention fungieren kann.
3.1 Begriffsklärung Philosophieren mit Kindern
In der berühmten Warum-Frage von Kindern manifestiert sich ihre ureigene Eigenschaft: das ‚Verstehenwollen‘. Ihre Neugier auf Zusammenhänge und Sinnhaftigkeit der sie umgebenden Umwelt zeigt sich in der Aktivität des Sich-an-jemanden-Wendens, der zumeist eine erwachsene Person ist. Darin lässt sich die intuitive Haltung des Kindes erkennen, sich gemeinsam - also in Interaktion mit einem Gegenüber auf die Suche nach Sinnfindungen zu machen. Das Erlangen von Antworten und Erklärungen auf große und kleine Fragen durch eine gemeinsame Suchbewegung scheint ein existentielles Bedürfnis von Kindern zu sein. Bereits seit der Antike existieren Vorstellungen und Überzeugungen über den elementaren Stellenwert von Philosophieren mit Kindern (vgl. Sinhart-Pallin/Ralla 2015: 9).
Als ‚natürliche implizite‘ Form des Philosophierens sieht Martens das erste Interagieren des Kindes mit seiner Umwelt, während dessen sich erste Aktions- und Sprachmuster etablieren. In dieser Phase gehe es um die zentralen W-Fragen des ‚Woher‘ und ‚Wohin‘ und um die Bedeutung von Wörtern (vgl. Martens 2010: 164). Insofern können Kleinkinder in Anbetracht ihrer kindlichen Naivität bereits als Philosophen gelten, wenn sie für (Natur-) Phänomene in der ersten Phase der präoperationalen Intelligenz nach Piaget (ca. 2-4-Jährige) beispielsweise animistische Erklärungsversuche anwenden. Dass sie dies tun, indem sie auf den sozialen Bereich des Menschen rekurrieren (vgl. Kienbaum/Schuhrke 2010: 167) lässt ein Denken in (dyadischen) sozialen Beziehungen erkennen sowie eine frühe Auseinandersetzung mit ihren sozio-kulturellen Kontexten, in denen Kinder aufwachsen und die sie offensichtlich prägen.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage zur Bedeutung des Philosophierens mit Kindern im Kontext der Ganztagsgrundschule.
2 Migrationsgesellschaftliche Entwicklung in Baden-Württemberg: Analyse des gesellschaftlichen Kontextes und der Rolle der Ganztagsgrundschule als Lebens- und Lernort.
3 Philosophieren mit Kindern als Interaktionsform: Theoretische Fundierung der Methode, inklusive der 5-Finger-Methode und dem Prinzip des sustained shared thinking.
4 Vorstellung des Projektes "Kinder philosophieren - kleine und große Fragen an die Welt" im Rahmen des AG-Angebots an der Grundschule am Wasserturm: Praktische Beschreibung des durchgeführten Projekts, der Vorbereitung und der einzelnen Einheiten.
5 Untersuchung: Qualitative Analyse der gesammelten Transkripte und Auswertung der pädagogischen Interventionen.
6 Chancen und Potentiale von PmK im Setting Ganztagsgrundschule – ein Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der Methode für die pädagogische Praxis.
Philosophieren mit Kindern, Ganztagsgrundschule, Migrationshintergrund, Sprachliche Bildung, Sprachförderung, 5-Finger-Methode, sustained shared thinking, Inklusion, Partizipation, soziale Interaktion, interkulturelle Pädagogik, Qualitative Inhaltsanalyse, Schulentwicklung, Chancengleichheit, Menschenbildung.
Die Arbeit untersucht das Philosophieren mit Kindern als pädagogische Interaktionsform, um sprachliche Bildung und Teilhabe in einer diversen Ganztagsgrundschule zu fördern.
Im Zentrum stehen der Migrationskontext, die Rolle der Sprache als Identitätsmerkmal und das methodische Konzept des Philosophierens zur Unterstützung kognitiver und sozialer Prozesse.
Es soll evaluiert werden, inwieweit Philosophieren als festes pädagogisches Angebot im rhythmisierten Ganztag integriert werden kann, um Sprachbildung und Chancengerechtigkeit zu unterstützen.
Die Untersuchung basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring, bei der Transkripte aus durchgeführten Philosophie-AG-Einheiten anhand eines Kategoriensystems ausgewertet werden.
Der Hauptteil dokumentiert das konkrete Projekt "Kinder philosophieren - kleine und große Fragen an die Welt", inklusive der methodischen Vorbereitung, der Durchführung und der Analyse einzelner Einheiten.
Die Verknüpfung von theoretischem Wissen aus der Migrationspädagogik mit praktischen Erfahrungen im Ganztagssetting sowie die Anwendung der 5-Finger-Methode nach Martens.
Die Methode bietet eine anschauliche, strukturierte Anleitung für Kinder und Lehrende, um philosophische Denkweisen schrittweise als "Kulturtechnik" zu erlernen.
Die Fotografie dient als Methode, um lebensweltbezogene Themen der Kinder aufzugreifen, abstrakte philosophische Fragen greifbar zu machen und Selbstwirksamkeit zu stärken.
Eine quantitative Verbesserung des Sprachstands konnte nicht verifiziert werden, jedoch zeigten sich signifikante positive kommunikative Entwicklungsprozesse und eine gesteigerte dialogische Kompetenz bei den Kindern.
Philosophieren stellt eine essenzielle Bereicherung für den Lebensort Ganztagsgrundschule dar, da es kognitive, sprachliche und soziale Entwicklungsprozesse in einer Weise verbindet, die über reine Wissensvermittlung hinausgeht.
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