Diplomarbeit, 2021
105 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Neue Lernkultur - zum Wandel des Lernens
2.1.1 Interpretation des Begriffs Lernen in der Pädagogik nach Zirfas und Görlich
2.1.2 Interpretation des „Kulturbegriffs“
2.1.3 Gesellschaftspolitische Faktoren des Lernkulturwandels
2.1.4 Wissenschaftlicher Diskurs der neuen Lernkultur in der Erwachsenenpädagogik
2.1.5 Elemente der neuen Lernkultur nach Kirchhöfer (2003)
2.1.6 Die neue Lernkultur der Selbstorganisation, -Steuerung und -Reflektion
2.1.7 Die neue Lernkultur als Ökonomisierung des Lernens – eine kritische Betrachtung des Selbstlernarrangements
2.1.8 Lernkultur der neuen Lernformen
2.1.9 Lernkultur des digitalen Lernens nach M. Kerres
2.2 Zum Begriff Digitalisierung
2.2.1 Überblick über die Entwicklungen von digitalen Lernformaten
2.2.2 Digitalisierung im Hochschulwesen
2.3 Einführung Ägypten: Daten und Fakten erklärt anhand der drei größten Herausforderungen
2.3.1 Herausforderung 1: Politische Instabilität des Landes und der Region
2.3.2 Herausforderung 2: Bevölkerungswachstum
2.3.3 Herausforderung 3: Bildungssystem
2.4 Digitales Lernen im Hochschulwesen Ägyptens als Lösungsansatz
2.4.1 Zur Erklärung des Human Development Index (HDI)
2.4.2 „Leapfrogging“ mit digitaler Bildung im globalen Süden
2.4.3 Digitale Bereitschaft in Ägypten – Vorstellung des Digital Readiness Index von Cisco
2.4.4 Reformen im ägyptischen Bildungssystem
2.4.5 Digitale Projekte und Initiativen des ägyptischen Hochschulwesens
2.4.6 Gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen der ägyptischen Hochschulen
2.4.7 Studienergebnisse zu digitalem Lernen und Lehren an Hochschulen in Spanien, Ägypten und Deutschland
2.5 Zwischenfazit
3. Konzeption der qualitativen Forschungsarbeit
3.1 Leitfadeninterview nach Misoch
3.1.1 Methodik des Experteninterviews
3.1.2 Entwicklung des Interviewleitfadens für Experten
3.1.3 Erklärung des Interview- Leitfadens
3.2 Textinterpretation: Inhaltsanalyse von Mayring
3.2.1 Festlegung des Materials
3.2.2 Analyse der Entstehungssituation
3.2.3 Formale Charakteristika des Materials
3.2.4 Festlegung der Analyserichtung
3.2.5 Kodierung
3.2.6 Anwendung der Analyseform der Zusammenfassung
4. Ergebnisse der Analyse
4.1 Allgemeine Herausforderungen
4.1.1 Finanzielle Herausforderungen in Ägypten im digitalen Lernen
4.1.1.1 Bereitstellung von Laptops
4.1.1.2 Technische Probleme des LMS/ Digitale Plattformen
4.1.1.3 Technische Probleme zwecks schlechter Internetverbindung / Infrastruktur
4.1.2 Mangelnde Wertschätzung für digitales Lernen in Ägypten
4.2 Didaktische Herausforderungen im digitalen Lernen
4.2.1 Mangelndes technologisches Wissen
4.2.1.1 Software nicht interaktiv genug
4.2.1.2 Große Klassen
4.3 Aktuelle Herausforderungen im digitalen Lernen
4.3.1 Allgemeine Überforderung
4.3.1.1 Organisationale Aspekte
4.3.1.2 Kommunikative Aspekte
4.3.1.3 Informelle Räume
4.4 Vorhandene strukturelle Herausforderungen
4.4.1 Curriculum – Allgemeine Unzufriedenheit
4.4.1.1 Curriculum – Fächerwahl fremdbestimmt
4.4.1.2 Verbindung zum zukünftigen Arbeitsfeld
4.4.1.3 Praktikumsplätze
4.5 Selbststeuerung und digitales Lernen
4.5.1 Selbstgesteuertes Lernen aus Sicht der Expertinnen
4.5.2. Selbstgesteuertes Lernen aus Sicht der Studierenden
4.5.2.1 „Spoonfeeding“
4.5.2.2 Motivationale und emotionale Aspekte
4.6 Erfahrungen mit neuen Lernformaten
4.6.1 Recherchetätigkeiten
4.6.2 Blended Learning Formate
4.6.3 Kollaboratives Lernen
4.7 Allgemein erwähnte Motive für die Nutzung von digitalen Medien
4.8 Berührungspunkte mit digitalen Technologien in der Kindheit und Jugend
4.9 Gute Praxis für digitales Lehren
4.9.1 Gute Praxis von digitaler Lehre aus Sichtweise der Studierenden
4.9.2 Gute Praxis von digitaler Lehre aus der Sichtweise der Expertinnen
4.10 Empfehlungen für digitales Lernen
4.10.1 „Live Sessions“
4.10.2 Coachings
4.10.3 Soziale Netzwerke
4.10.4 Trainings
4.11 Digitalisierung der Hochschulen
4.11.1 Administration
4.11.2 Meinungen zur Digitalisierung der Fächer
4.11.3 Digitale Bereitschaft von Studierende
4.12 Zukunftsszenarien von digitalem Lernen in Ägypten
5. Diskussion
5.1 Kann digitales Lernen ein Lösungsansatz für vorhandene Probleme des Bildungssystems in Ägypten sein?
5.2 Wird die neue Lernkultur durch digitales Lernen gefördert?
5.3 Kann digitales Lernen an Hochschulen die ägyptische Wirtschaft stärken?
5.4 Wie hoch ist die digitale Bereitschaft in der Hochschullehre?
5.5 „Good Practice“ Beispiele in der digitalen Lehre
6. Fazit
Diese Masterthesis untersucht die Herausforderungen beim Einsatz digitaler Lernformate im ägyptischen Hochschulwesen unter Berücksichtigung lernkultureller Aspekte und der spezifischen sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen vor Ort.
4.1.1 Finanzielle Herausforderungen in Ägypten im digitalen Lernen
In den folgenden Textabschnitten der oben erwähnten Kategorie wird von allen Teilnehmenden der Interviews auf einem Mangel an Ressourcen in Ägypten hingewiesen. Es zeigt sich, dass es große soziale Differenzen bzw. soziale Ungleichheiten gibt, die sich vermutlich- laut der beiden Expertinnen- im digitalen Lernen manifestieren, da die bestehenden Probleme wie der Ressourcenmangel der staatlichen Hochschulen nicht durch digitales Lernen gelöst werden können. Das Bildungs- sowie Hochschulsystem sei weiterhin schlecht und würde sich nicht durch digitales Lernen automatisch verbessern. Dieser Missstand zeichne sich insbesondere in den Zugangsbeschränkungen der ärmeren Schichten in Ägypten aus. Das Internet und die Elektrizität scheinen besser in wohlhabenden Gegenden zu funktionieren, Studierende erhielten bei guten sozialen Kontakten eher eine Praktikumsstelle oder einen Arbeitsplatz. Das Internet und Laptops seien verhältnismäßig teuer und Studierende aus ärmeren Schichten schienen Schwierigkeiten zu haben, sich dies leisten zu können.
Eine Expertin vermutet eine schnellere digitale Kompetenzentwicklung in den sozial schwächeren Schichten- bedingt durch die dortige fortschreitende Digitalisierung. Es wurden drei Herausforderungen, betreffend der Ressourcen angesprochen (siehe Punkte 4.1.1.1 bis 4.1.1.3 dieser Arbeit).
1. Einleitung: Beschreibt die durch die Corona-Pandemie beschleunigte Digitalisierung im Bildungswesen und die spezifischen Herausforderungen Ägyptens.
2. Theoretische Grundlagen: Erarbeitet die Konzepte der neuen Lernkultur, Digitalisierung und beleuchtet die bildungspolitische Ausgangslage in Ägypten.
3. Konzeption der qualitativen Forschungsarbeit: Erläutert die methodische Vorgehensweise, insbesondere die Durchführung von Experteninterviews und deren Auswertung mittels Mayring.
4. Ergebnisse der Analyse: Präsentiert die empirischen Befunde zu allgemeinen, didaktischen und strukturellen Herausforderungen sowie Ansätze zur Implementierung digitaler Lernformate.
5. Diskussion: Reflektiert die Ergebnisse hinsichtlich der Eignung digitaler Lernformate für das ägyptische Hochschulsystem und die Wirtschaft.
6. Fazit: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und resümiert die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Wertewandels in der Lernkultur.
Digitales Lernen, Ägypten, Neue Lernkultur, Hochschulwesen, Selbststeuerung, Digitalisierung, Qualitative Forschung, Experteninterview, Bildungsreform, E-Learning, Soziale Ungleichheit, Kompetenzentwicklung, Infrastruktur, Didaktik, Wirtschaftsentwicklung.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Einführung digitaler Lernformate an ägyptischen Hochschulen und untersucht, inwieweit diese den Lernprozess und die Bildungssituation im Land beeinflussen können.
Die Themen umfassen die theoretischen Konzepte einer „neuen Lernkultur“, die sozio-politische Situation in Ägypten, die methodische Vorgehensweise qualitativer Forschung sowie die empirische Analyse von Interviews mit Experten und Studierenden.
Die zentrale Frage ist, welche lernkulturellen Herausforderungen beim digitalen Lernen an ägyptischen Hochschulen auftreten und wie mit diesen umgegangen wird.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign mit leitfadengestützten Experteninterviews und Studierendenbefragungen gewählt, wobei die Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring zur Auswertung der Daten zum Einsatz kam.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Darstellung der ägyptischen Bildungs- und Wirtschaftsdaten sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der Interviewergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Digitales Lernen, Neue Lernkultur, ägyptisches Hochschulwesen, Selbststeuerung, soziale Ungleichheit und Bildungsreform.
Die Pandemie fungierte als Katalysator und „Testumgebung“ für den erstmaligen flächendeckenden digitalen Unterricht in Ägypten, was die empirische Basis für die Untersuchung der aktuellen Herausforderungen bildet.
Die befragten Experten betonen, dass Lehrende ihre Rolle wandeln müssen – weg vom reinen Wissensvermittler hin zum Coach oder Moderator –, und dass sie selbst Unterstützung und eine „Werkzeugkiste“ für digitale Lehrmethoden benötigen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass unter den aktuellen Bedingungen – insbesondere aufgrund veralteter Curricula – nicht davon ausgegangen werden kann, dass allein der Einsatz digitaler Medien die Wirtschaft direkt stärkt.
Die Selbsteinschätzung der Studierenden variiert stark; während einige sehr selbstbewusst sind, berichten andere von großen Unsicherheiten und dem Wunsch nach mehr Anleitung durch Lehrende.
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