Magisterarbeit, 2008
90 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Entwicklung der Grundschule
2.1 Historischer Kurzabriss
2.2 Die „alte“ Schuleingangsstufe
3 Der Schulanfang
3.1 Die besondere Bedeutung des Schulanfangs
3.2 Kooperation am Schulanfang
3.3 Theoretische Betrachtungen zum Schulanfang – von der Schulreife zur Schulfähigkeit
3.3.1 Das Schulreifekonzept
3.3.2 Schulfähigkeit auf der Grundlage der Lerntheorie
3.3.3 Schulfähigkeit aus ökosystemischer Sicht
3.4 Veränderte Kindheit und die Auswirkungen auf einen kindgerechten Schulanfang
3.5 Gesetzliche Bestimmungen zum Schulanfang
3.5.1 Einschulungsalter, Zurückstellung und vorzeitige Einschulung
3.5.2 Die aktuelle Einschulungssituation in den Bundesländern
4 Die neue Schuleingangsstufe
4.1 Gründe für die Neugestaltung der Schuleingangsphase
4.2 Merkmale der neuen Schuleingangsphase
4.2.1 Einschulung aller Kinder in die neue Schuleingangsstufe mit jahrgangsübergreifenden Lerngruppen
4.2.1.1 Vorteile des jahrgangsübergreifenden Lehrens und Lernens
4.2.1.2 Differenzierung und Individualisierung des Unterrichts
4.2.1.3 Herausforderungen und Rahmenbedingungen beim jahrgangsübergreifenden Lernen
4.2.2 Flexible Verweildauer und halbjährige Einschulung
4.2.3 Kooperation und Förderdiagnostik
4.2.3.1 Zusammenarbeit mit dem Kindergarten
4.2.3.2 Förderdiagnostik und Zusammenarbeit mit Sozial- und Sonderpädagogen
4.2.3.3 Zusammenarbeit mit den Eltern
4.3 Stand der Neugestaltung der Schuleingangsphase in den Bundesländern
4.3.1 Schulversuche zur neuen Schuleingangsstufe
4.3.2 Wissenschaftliche Begleitung
4.3.3 Stand nach den Schulversuchen in den Bundesländern
4.4 Erfolge und Schwachstellen des neuen Schuleingangsstufenkonzepts
5 „Schulanfang auf neuen Wegen“– die veränderte Schuleingangsphase in Baden-Württemberg
5.1 Ziele des Projekts „Schulanfang auf neuen Wegen“
5.2 Merkmale der neuen Schuleingangsphase
5.3 Modelle der neuen Schuleingangsphase
5.4 Phasen und Ergebnisse des Projekts „Schulanfang auf neuen Wegen“
5.5 Unterstützung der Modellschulen während des Projekts
5.6 Wissenschaftliche Begleitung des Modellversuchs
5.6.1 Aufgaben und Ziele der wissenschaftlichen Begleituntersuchung
5.6.2 Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleituntersuchung
5.7 Erfolge des Projekts „Schulanfang auf neuen Wegen“
5.8 Weiterführung und Umsetzung der neuen Schuleingangsstufe
6 Die neue Schuleingangsstufe – eine Möglichkeit für einen kindgerechten Schulanfang?
6.1 Die neue Schuleingangsstufe als Modell für einen kindgerechten Schulanfang
6.2 Notwendige Rahmenbedingungen für die Umsetzung des neuen Schuleingangsstufenkonzepts
7 Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gestaltung eines kindgerechten Schulanfangs im Kontext der aktuellen Bildungsreformen. Ziel ist es, das Konzept der „neuen Schuleingangsstufe“ theoretisch fundiert darzulegen und anhand des baden-württembergischen Modellversuchs „Schulanfang auf neuen Wegen“ kritisch auf seine Eignung für einen erfolgreichen Übergang in das Schulleben zu prüfen.
3.1 Die besondere Bedeutung des Schulanfangs
„Die Einschulung stellt im Erleben des Kindes ein bedeutsames Ereignis und den Beginn eines neuen Lebensabschnittes mit neuem Erfahrungsraum dar“ (Walper/Ross 2001, S.30). Die Schule wird mit der Einschulung zum wesentlichen Bestandteil im Leben jedes Kindes. Zum Schulbeginn bringen die Kinder bereits ein relativ festes Welt- und Selbstbild sowie eine eigene Theorie des Lebens und Denkens mit, die ihr künftiges Lernen beeinflussen wird (vgl. Gardner 1993). Der größte Teil der Kinder freut sich auf die Schule und ist bereit, sich auf die neue Situation einzulassen. Die Schulanfänger werden in der Schule mit neuen Ereignissen und Situationen konfrontiert. Sie erleben neue Anforderungen in sozialer, kognitiver und motorischer Hinsicht und müssen sich in ein kompliziertes System von Schul- und Unterrichtsorganisation einfügen. Probleme und Schwierigkeiten bleiben mitunter nicht aus und es kann passieren, dass ein Kind seine anfängliche Lernfreude verliert und ein negatives Schulbild aufbaut. Aus diesem Grund dürfen Ursachen für Probleme und Krisen nicht einseitig bei den Kindern gesucht werden, denn sie entstehen meist aus der gegenseitigen Beziehung von kindlichen Voraussetzungen und schulischen Anforderungen (Schorch 2007, S.65).
Aus dem Blickwinkel des symbolischen Interaktionismus (vgl. Mead 1985) wird dieses kritische Lebensereignis als Identitätskrise verstanden. Bezogen auf den Schuleintritt „ ... bestünde die Identitätskrise dann darin, dass die bisherige gefundene Identität durch die neuen sozialen Erwartungen gestört und durch Veränderungen der bisherigen personalen Identität erst wieder ins Gleichgewicht gebracht werden muss“ (Knörzer/Grass/ Schumacher 2007, S.172). Die neue Situation „Schule“ ist mit den bisher gewohnten Handlungsabläufen der Kinder nicht mehr ausschließlich zu bewältigen und erfordert neue Handlungsmuster von ihnen. Die Bewältigung dieses neuen Lebensabschnitts stellt somit eine große Herausforderung für jedes Kind dar und ist für seine weitere Entwicklung bedeutsam.
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt die Bedeutung des Schulanfangs als kritischen Lebensabschnitt und führt in das Konzept der neuen Schuleingangsstufe als bildungspolitische Antwort auf Heterogenität ein.
2 Die Entwicklung der Grundschule: Dieses Kapitel erläutert den historischen Weg zur gemeinsamen Grundschule nach 1920 und die Reformbestrebungen der 70er Jahre zur „alten“ Schuleingangsstufe.
3 Der Schulanfang: Das Kapitel behandelt die Bedeutung des Schuleintritts, die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule sowie Theorien zur Schulfähigkeit und den Einfluss der „veränderten Kindheit“.
4 Die neue Schuleingangsstufe: Hier werden die Gründe, Merkmale (wie Jahrgangsmischung und flexible Verweildauer) sowie der bundesweite Stand der neuen Schuleingangsstufe ausführlich dargestellt.
5 „Schulanfang auf neuen Wegen“– die veränderte Schuleingangsphase in Baden-Württemberg: Eine detaillierte Vorstellung des baden-württembergischen Modellprojekts, seiner Ziele, Modelle, wissenschaftlichen Begleitung und Ergebnisse.
6 Die neue Schuleingangsstufe – eine Möglichkeit für einen kindgerechten Schulanfang?: Ein abschließendes Kapitel, das die gewonnenen Erkenntnisse synthesiert und die Eignung des Konzepts sowie notwendige Rahmenbedingungen diskutiert.
7 Resümee: Das Resümee fasst die Arbeit zusammen und bestätigt die Eignung der neuen Schuleingangsstufe bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen.
Schulanfang, Schuleingangsstufe, Grundschule, Schulfähigkeit, Jahrgangsmischung, Individualisierung, Förderdiagnostik, Übergang, Kindgerechter Schulanfang, Heterogenität, Modellversuch, Kooperation, Schulentwicklung, Leistungsdifferenzierung, Bildungsreform.
Die Arbeit befasst sich mit der Neugestaltung der Schuleingangsphase an Grundschulen, um Kindern einen erfolgreicheren und kindgerechteren Übergang vom Kindergarten in die Schule zu ermöglichen.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Grundschule, Theorien der Schulfähigkeit, die Auswirkungen veränderter Lebensbedingungen von Kindern auf den Unterricht sowie die konkrete Ausgestaltung und Evaluation von Modellen der neuen Schuleingangsstufe.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Konzept der „neuen Schuleingangsstufe“ (insbesondere durch Jahrgangsmischung und flexible Lernzeiten) dazu beitragen kann, den Übergang in die Schule für alle Kinder – unabhängig von ihren Lernvoraussetzungen – positiv und erfolgreich zu gestalten.
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse und wertet Dokumentationen sowie Ergebnisse wissenschaftlicher Begleituntersuchungen, insbesondere des Modellversuchs „Schulanfang auf neuen Wegen“ aus Baden-Württemberg, aus.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Schulanfangs, eine detaillierte Beschreibung der neuen Schuleingangsstufe als strukturelles Konzept sowie eine empirische Betrachtung des baden-württembergischen Modellversuchs.
Zu den prägenden Begriffen gehören Schulanfang, Schuleingangsstufe, Schulfähigkeit, Jahrgangsmischung, Heterogenität, Individualisierung und Förderdiagnostik.
Der Verzicht auf Zurückstellungen soll dem Stigma des „Schulunreifseins“ entgegenwirken und Selektionsmechanismen verhindern, die dem Bild der Schule für alle Kinder widersprechen.
Die Kooperation ist essenziell für einen bruchlosen Übergang; sie dient dem Austausch über den Entwicklungsstand der Kinder und soll Bildungskontinuität zwischen Elementar- und Primarbereich sicherstellen.
Sie unterstützen die Grundschullehrkräfte durch zusätzliche Beobachtung, Förderung und individuelle Begleitung der Kinder, was insbesondere bei heterogenen Lerngruppen und zur Unterstützung schwächerer Schüler von zentraler Bedeutung ist.
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