Bachelorarbeit, 2008
49 Seiten, Note: 1,3
1.Einleitung
2. Zweck und Funktion einer Leistungsbeurteilung durch Ziffernnoten
2.1 Leistung und Leistungsbeurteilung als begriffliche Grundlagen
2.2 Zweck und Funktion der Leistungsbeurteilung
3. Messtheoretische Anforderungen an Noten
3.1 Objektivität
3.2 Reliabilität
3.3 Validität
4. Empirische Forschungsbefunde: Noten im Abseits
4.1 Empirische Befunde zur Objektivität
4.2 Empirische Befunde zur Reliabilität
4.3 Empirische Befunde zur Validität
4.4 Aktuelle Befunde bezüglich der Vergleichbarkeit von Noten
4.5 Weitere Mängel bei der Leistungsbeurteilung durch Ziffernnoten
4.5.1 Prognostische Sinnlosigkeit
4.5.2 Informationsarmut und „Notengeilheit“
5. Leistungsbeurteilung im Sachunterricht: Ein besonders schwieriges Terrain
5.1 Ansprüche des Sachunterrichts
5.2 Das Beurteilungs-Dilemma im Sachunterricht
5.3 Empirische Untersuchungen zur Leistungsbeurteilung im Sachunterricht
6. Empirische Analyse: Eine explorative Untersuchung zur Sinnhaftigkeit von notenbasierenden Sachunterrichtstests
6.1 Fragestellung der empirischen Untersuchung
6.2 Methodisches Vorgehen
6.2.1 Begründung für qualitative Herangehensweise
6.2.2 Methodik der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring
6.3 Verlauf und Auswertung des Forschungsprozedere
6.2.1 Beschreibung des Materials
6.2.2 An das Material herangetragene Fragen und Kriterien
6.2.3 Darstellung der Ergebnisse
6.4 Fazit der Untersuchung
7 Konsequenzen für die Leistungsbewertung im Sachunterricht – und anderen Schulfächern
7.1 Ablehnung der Note als Beurteilungsinstrument
7.2 Das Fallbeispiel Portfolio als Alternative für den Sachunterricht
8. Konklusion: Ignoranz versus besseren Wissens
Die Arbeit untersucht kritisch die Eignung von Ziffernnoten als Instrument der Leistungsbeurteilung, insbesondere mit einem Fokus auf den Sachunterricht in der Grundschule, und hinterfragt deren messtheoretische sowie pädagogische Sinnhaftigkeit. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern notenbasierende Sachunterrichtstests den hohen didaktischen Ansprüchen des Fachs und den allgemeinen Anforderungen an Objektivität, Reliabilität und Validität gerecht werden können.
1.Einleitung
Warum lügen Kinder? Dieser Frage wollte sich die Entwicklungspsychologin Hildegard Baumgarten vor zirka einem Jahrhundert annehmen. Ihre empirischen Untersuchungen ließen nur einen Schluss zu: Die „Schulnote ist der Giftpilz des Haus und Schullebens“ und eine „unerschöpfliche Quelle des Lügens“ (Baumgarten 1917, bei Valtin 2002, S. 11).
Baumgarten bildet mit ihrer ernüchternden Analyse über Schulnoten, den Anstoß für eine Diskussion, die bis heute fortdauert: Wie nützlich beziehungsweise schädlich sind Ziffernnoten? Wie verlässlich, objektiv und gültig ist ihre Handhabung? Was spiegelt eine zensurengesteuerte Leistungsbewertung wirklich wieder?
Bis heute wird darüber im erziehungswissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs gestritten. Die Pole in der Diskussion sind mitunter radikal und erinnern an einen Glaubenskrieg: So sieht Beck in den „Noten und Zeugnisse[n] [...] Instrumente der Herrschaftssicherung!“ (Beck 1974, bei Ingenkamp 1989, S. 36). Seine eindringliche Forderung: „Schafft die Noten ab!“ (ebd.)
Vielfältige Alternativen für die Schulpraxis werden präsentiert – und haben dennoch einen schweren Stand, sich gegen die scheinbar übermächtigen Zensuren hinwegzusetzen. Eine „Revolution“ in der pädagogischen Diagnostik, wie unter anderem Beck sie fordert, war und ist scheinbar nicht in Sicht.
1.Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und aktuelle Diskussion um die Notengebung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Problematik der Ziffernnoten besonders im Hinblick auf den Sachunterricht zu untersuchen.
2. Zweck und Funktion einer Leistungsbeurteilung durch Ziffernnoten: Dieses Kapitel erläutert die begrifflichen Grundlagen von Leistung und Leistungsbeurteilung sowie die soziologischen und pädagogischen Funktionen von Noten.
3. Messtheoretische Anforderungen an Noten: Hier werden die zentralen Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität in Bezug auf schulische Leistungsmessung definiert.
4. Empirische Forschungsbefunde: Noten im Abseits: Das Kapitel präsentiert Forschungsergebnisse, die aufzeigen, dass Noten die wissenschaftlichen Anforderungen an eine Messung kaum erfüllen und durch zahlreiche Faktoren verzerrt werden.
5. Leistungsbeurteilung im Sachunterricht: Ein besonders schwieriges Terrain: Es wird dargelegt, warum die fachlichen und didaktischen Besonderheiten des Sachunterrichts eine faire Leistungsbewertung durch Ziffernnoten nahezu unmöglich machen.
6. Empirische Analyse: Eine explorative Untersuchung zur Sinnhaftigkeit von notenbasierenden Sachunterrichtstests: Der Hauptteil beschreibt eine explorative Studie an drei dritten Klassen, bei der bestehende Tests qualitativ analysiert werden.
7 Konsequenzen für die Leistungsbewertung im Sachunterricht – und anderen Schulfächern: Aus den Ergebnissen wird die Ablehnung der Note als Beurteilungsinstrument abgeleitet und das Portfolio als mögliche Alternative diskutiert.
8. Konklusion: Ignoranz versus besseren Wissens: Das abschließende Kapitel resümiert, dass trotz vorhandener Alternativen die deutsche Schulpraxis weitgehend an konventionellen Noten festhält.
Leistungsbeurteilung, Ziffernnoten, Sachunterricht, Notengebung, Validität, Reliabilität, Objektivität, Grundschule, Leistungsbewertung, Portfolio, pädagogische Diagnostik, empirische Analyse, Bildungsforschung, Notenkritik, Kompetenzförderung.
Die Arbeit untersucht die Eignung von Ziffernnoten als Form der Leistungsbeurteilung in der Grundschule, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den spezifischen Anforderungen des Sachunterrichts liegt.
Die zentralen Themen umfassen die messtheoretischen Anforderungen an Noten, die Kritik an der Validität und Objektivität von Noten, die didaktische Komplexität des Sachunterrichts sowie alternative Bewertungsformen wie das Portfolio.
Das primäre Ziel ist es, zu hinterfragen, ob notenbasierende Tests im Sachunterricht die an sie gestellten wissenschaftlichen und didaktischen Anforderungen erfüllen können.
Der Autor verwendet eine explorativ angelegte qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um Sachunterrichtstests dreier dritter Klassen zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu messtheoretischen Anforderungen, eine Zusammenfassung empirischer Forschung zur Problematik von Noten und eine eigene explorative Untersuchung der Sinnhaftigkeit von notenbasierenden Sachunterrichtstests.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Leistungsbeurteilung, Ziffernnoten, Sachunterricht, Notenvalidität, Portfolio, pädagogische Diagnostik und empirische Forschung.
Die Untersuchung verdeutlicht, dass Ziffernnoten im Sachunterricht meist nur Faktenwissen abfragen, komplexe Kompetenzen vernachlässigen und ihre Vergleichbarkeit durch zahlreiche sachfremde Einflüsse stark eingeschränkt ist.
Das Portfolio wird als Instrument bezeichnet, das den Fokus von der bloßen Zensur hin zu einer individuellen Leistungsdokumentation und Selbstreflexion verschiebt, was den Lernprozess nachhaltiger fördert.
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