Examensarbeit, 2007
106 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Soziale Lernprozesse in der Schule
3 Schulsozialarbeit als Antwort auf veränderte Lebenswelten
3.1 Veränderte Lebenswelten
3.2 Die Schulsozialarbeit
3.2.1 Ein geschichtlicher Abriss der Schulsozialarbeit
3.2.2 Die Sozialpädagogik
3.2.3 Die Jugendhilfe
3.2.4 Die verschiedenen Verhältnisse von Jugendhilfe und Schule
3.3 Indikatoren für die Einrichtung von Schulsozialpädagogik
3.4 Die Aufgabenbereiche und Zielgruppen der Schulsozialarbeit
3.4.1 Die Aufgabenbereiche
3.4.2 Die Zielgruppen
3.5 Ziele der Schulsozialarbeit
3.6 Sozialpädagogische Handlungsstrategien der Schulsozialarbeit
3.7 Die Verfahren und Methoden der Schulsozialarbeit
3.7.1 Die soziale Einzelfallhilfe
3.7.2 Die soziale Gruppenarbeit
3.7.3 Die Gemeinwesenarbeit
3.7.4 Das Projekt
3.8 Rahmenbedingungen für Schulsozialarbeit/Schulsozialpädagogik
4 Das Schulzentrum Wybelsum
4.1 Die momentane Situation an der Schule Wybelsum
4.2 Das Schulprogramm der Schule Wybelsum
5 Die Schulsozialarbeit an der Schule Wybelsum
5.1 Die Rolle des Beratungslehrers Herrn X an der Schule Wybelsum
5.2 Das sozialpädagogische Projekt „Schulstation“ am Schulzentrum Wybelsum
5.2.1 Die Schulstation
5.2.2 Wesentliche Zielsetzungen der Schulstationsarbeit
5.2.3 Die Inanspruchnahme einer Schulstation
5.2.4 Die Schulstation an der Schule Wybelsum
5.3 Die Streitschlichterausbildung
5.3.1 Die Streitschlichterausbildung an der Schule Wybelsum
5.3.2 Die einzelnen Schritte der Streitschlichterausbildung
5.4 Die Arbeit der Studentinnen und Studenten der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven FHOOW
5.5 Die Tätigkeit der Diplom-Sozialpädagogin am Schulzentrum Wybelsum
5.6 Die Öffentlichkeitsarbeit der Schulsozialarbeit an der Schule
6 Zukunftsperspektiven der Schulsozialarbeit am Schulzentrum Wybelsum
6.1 Die Trainingsraummethode
6.2 Neue Besetzung der Stelle der Sozialpädagogin/des Sozialpädagogen
7 Schlussbetrachtung
Diese Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Praxis der Schulsozialarbeit am Schulzentrum Wybelsum. Die zentrale Fragestellung untersucht, wie durch Kooperationen zwischen Schule und Jugendhilfe soziale Lernprozesse unterstützt, das Klassenklima verbessert und individuellen Problemlagen von Schülerinnen und Schülern wirksam begegnet werden kann.
3.1 Veränderte Lebenswelten
Die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen verändert sich im Laufe der Zeit in vielen Bereichen gravierend. Im nachfolgenden Text werden nun einige der Veränderungen aufgezeigt, die für das Aufkommen von Konflikten in sozialen Gruppen verantwortlich sein könnten.
Die Familien, die Orte des Lernens und Erfahrens sind, haben sich in der Vergangenheit strukturell verändert. Das Zusammenleben der unterschiedlichen Generationen und Geschlechter in einer Großfamilie, die Phasen der Zustimmung und des Konflikts spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Kindes und Jugendlichen zu einer eigenständigen Persönlichkeit.
Doch ist es in der heutigen Zeit eher üblich, dass sich das Familienleben fast ausschließlich um die Kernfamilie (Eltern und Kinder) dreht, ohne dass die älteren Generationen aus dem Familienkreis miteinbezogen werden. Dadurch kommt es zu Störungen in diesem wichtigen Entwicklungsprozess.18
Darüber hinaus fehlt es vielen Kindern und Jugendlichen an einer väterlichen Identifikationsfigur, da es notwendig geworden ist, dass mindestens ein Elternteil vollzeitbeschäftigt ist, um die finanzielle Absicherung zu gewährleisten. Überwiegend übernimmt dies der väterliche Elternteil. Söhne dieser Väter vermissen eine Vaterfigur, an der sie sich auf dem Weg zu einer positiv besetzten Männlichkeitsrolle orientieren könnten.19
Ein weiterer wichtiger Aspekt der veränderten Lebenswelt der Kinder resultiert aus der Kleinfamilie und die dazugehörige Geschwisterlosigkeit, der fehlende Umgang mit Gleichaltrigen. Denn gerade „das Aufwachsen in der Gleichaltrigengruppe spielt bereits für Kinder eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Persönlichkeit. Denn Eigeninitiative und Selbstständigkeit werden“ 20 dadurch gefördert.21
„Durch die hohe Wahrscheinlichkeit eines geschwisterlosen Aufwachsens entfällt die Geschwisterrivalität, die als psychologischer Lernort gilt für die Fähigkeit, eigene Interessen zu verfolgen und gleichzeitig konkurrierende Interessen zu respektieren, also Kompromisse zu schließen.“22
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische Zielsetzung der Sozialarbeit an Schulen im Kontext der gesellschaftlichen Demokratisierung und führt in die Thematik der Schulsozialarbeit am Schulzentrum Wybelsum ein.
2 Soziale Lernprozesse in der Schule: Das Kapitel definiert den sozialen Lernprozess als Erwerb personaler Kompetenzen im Miteinander und erörtert dessen Bedeutung sowie Störungspotenziale innerhalb der Institution Schule.
3 Schulsozialarbeit als Antwort auf veränderte Lebenswelten: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die geschichtliche Entwicklung sowie die Aufgaben, Ziele und methodischen Strategien der Schulsozialarbeit fundiert hergeleitet.
4 Das Schulzentrum Wybelsum: Dieses Kapitel beschreibt die sozio-ökonomische Situation der Schule im Stadtteil Wybelsum und stellt das schulische Leitbild sowie die Kooperationspartner der Schule vor.
5 Die Schulsozialarbeit an der Schule Wybelsum: Der Hauptteil erläutert die praktische Umsetzung durch Projekte wie die Schulstation, die Streitschlichterausbildung und die Tätigkeit der Diplom-Sozialpädagogin sowie der FHOOW-Studenten.
6 Zukunftsperspektiven der Schulsozialarbeit am Schulzentrum Wybelsum: Die Analyse potenzieller Entwicklungen, insbesondere die Einführung der Trainingsraummethode und die Optimierung der personellen Ressourcen, wird hier dargelegt.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz der Kooperation von Schule und Jugendhilfe zusammen und betont die Notwendigkeit sozialpädagogischer Unterstützung für eine gelingende Schulentwicklung.
Schulsozialarbeit, Soziales Lernen, Jugendhilfe, Schulstation, Streitschlichtung, Prävention, Verhaltensauffälligkeiten, Lebensweltorientierung, Kooperationsmodelle, Trainingsraummethode, Schulentwicklung, Interventionsstrategien, Familienstrukturen, Schulzentrum Wybelsum, Konfliktmanagement
Die Arbeit untersucht, wie soziale Lernprozesse durch Schulsozialarbeit am Schulzentrum Wybelsum gefördert werden können, um den veränderten Lebensbedingungen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Schulsozialarbeit, der sozio-ökonomische Hintergrund des Schulstandorts, die Analyse spezifischer Projekte (Schulstation, Streitschlichtung) sowie die zukünftige Implementierung der Trainingsraummethode.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch eine institutionalisierte Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe soziale Benachteiligungen abgebaut und ein gelingender Bildungsweg ermöglicht werden kann.
Neben einer umfassenden Literaturanalyse stützt sich die Arbeit auf qualitative Interviews mit dem Beratungslehrer, der Sozialpädagogin, Projektstudenten sowie Schülerinnen und Schülern.
Der Hauptteil analysiert detailliert die praktische Arbeit vor Ort, beleuchtet die Rolle der Fachkräfte und evaluiert die Wirksamkeit von Unterstützungsangeboten bei Unterrichtsstörungen und persönlichen Krisen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Schulsozialarbeit, Soziales Lernen, Prävention, Schulstation, Streitschlichtung und Schulentwicklung.
Die Schulstation fungiert als "Knotenpunkt" im Schulleben, der Schülern einen geschützten Rückzugsraum bietet und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen pädagogischem Personal und Studierenden der FHOOW ermöglicht.
Das Feedback der Schüler ist überwiegend positiv; sie schätzen das Spielangebot und die Ansprechbarkeit der Studenten, wünschen sich jedoch teils eine höhere Verfügbarkeit des Angebots.
Die Trainingsraummethode wird als ein Instrument betrachtet, das Lehrkräfte entlastet und bei den Schülern durch klare Regeln und Konsequenzen die Eigenverantwortung für ein störungsfreies Lernklima stärken soll.
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