Examensarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 1,0
1 Kommunikation und Konflikt
1.1 Kommunikation – ein Definitionsversuch
1.1.1 Die vier Seiten von Kommunikation nach Schulz von Thun
1.2 Auseinandersetzung mit Alltagstheorien und Personenwahrnehmung
1.3 Kommunikation im Schulalltag – die Bedeutung von Wertschätzung
1.4 Interpersonelle Konflikte – ein Definitionsversuch
1.4.1 Zur Entstehung und Wahrnehmung von Konflikten
2 Konfliktprävention
2.1 Die 9 Stufen des Eskalationsmodell nach GLASL
2.2 Prävention von Konflikteskalationen
2.2.1 Gegenseitige Wertschätzung
2.2.2 Allgegenwärtigkeit des Lehrers
2.2.3 „Erlärung für ein faires Miteinander – Gegen Mobbing und Gewalt“
2.2.4 Wie Kommunikationsstörungen vorgebeugt werden kann
2.3 Einführung von Regeln (in) der Klasse
3 Kommunikation im unmittelbaren Konfliktfall
3.1 Ein Exkurs zur Themenzentrierten Interaktion
3.2 Umgang mit Provokationen - die Bedeutung der inneren Einstellung der Lehrkraft
3.2.1 Das unmittelbare Ziel von provokativem Schülerverhalten
3.2.2 Das tiefersitzende, grundsätzliche Ziel von provokativem Schülerverhalten nach Dreikurs
3.2.3 Die bestehende Problematik in der konkreten Situation oder ein kritischer Zwischenstopp
3.2.4 Umgang mit aggressivem Verhalten und Gewalt in der Schule
3.2.5 Umgang mit Mobbing
3.3 Die Problematik der Frage nach dem „Warum?“ im unmittelbaren Konfliktfall
3.4 Umgang mit „Strafen“ und „Belohnungen“
3.4.1 Umgang mit „Strafen“
3.4.1.1 Der Unterschied von „Strafe“ und „negativer Konsequenz“
3.4.1.2 „Negative Konsequenz“ versus „Neutrale Konsequenz“:
3.4.1.3 Die Notwendigkeit des Augenmaßes und der Verwendung von Sanktionen
3.4.2 Umgang mit Lob und Belohnungen
3.5 Bestimmung des Problembesitzes nach Gordon
3.6 Konfrontation durch Ich-Botschaften nach GORDON
4 Kommunikation als Lösungsprozess zur langfristigen Konfliktlösung
4.1 Die Pfeiler der Grundhaltung zur Konfliktlösung: Kongruenz, Empathie und Akzeptanz
4.2 Die Gesprächskunst des aktiven Zuhörens
4.3 Modell der kooperativen Entscheidungsfindung; Konfliktbewältigung ohne Niederlagen
4.4. Die Phasen eines Beratungsgesprächs in Bezug auf die Beratung im Lehrer-Schüler Gespräch zur langfristigerstrebten Konfliktlösung
Die vorliegende Arbeit untersucht, durch welches spezifische Kommunikationsverhalten Konflikte zwischen Lehrern und Schülern im Schulalltag deeskalierend bewältigt und langfristig gelöst werden können. Dabei liegt der Fokus auf der Professionalisierung der Lehrkraft durch Reflexion und den Einsatz konstruktiver Gesprächsmethoden.
1.1 Kommunikation – ein Definitionsversuch
„Kommunikation hat etwas mit der Atemluft gemeinsam, beide sind stets vorhanden. Sie umgeben uns und bedürfen keiner ständigen expliziten Erwähnung.“ Kommunikation ist also allgegenwärtig. Sie ist so grundlegend und wichtig, dass wir sie zum Überleben brauchen und uns ihrer immerzu bedienen. Dementsprechend lautet das bekannte Axiom von PAUL WATZLAWICK: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Kommunikation besitzt demnach also kein Gegenteil. Auch wenn man schweigt oder nicht handelt, hat dieses Verhalten bereits Mitteilungscharakter.
Das Verb kommunizieren hat seinen Ursprung im Lateinischen „communicare“ und bedeutet: „gemeinsam machen, vereinigen, zusammenlegen, teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, Anteil nehmen.“ In diesen vielseitigen Bedeutungen wird deutlich, dass Kommunikation vor allem in der Interaktion besteht. Wer etwas mitteilt, möchte etwas von sich mit anderen Menschen teilen. So erhebt der Sender einer Nachricht immer Anspruch auf das Gehör seines Empfängers. Er möchte jemanden an seinen Gedanken Anteil nehmen lassen. Gelungene Kommunikation verbindet also Menschen miteinander. Kommunikation, wie sie in dieser Arbeit definiert wird, setzt voraus, dass mindestes zwei Menschen in einer Interaktion zueinander Stellung beziehen.
1 Kommunikation und Konflikt: Dieses Kapitel definiert Kommunikation als allgegenwärtigen Prozess und setzt Konflikte als unvermeidbare Herausforderungen in Beziehung zum menschlichen Miteinander in der Schule.
2 Konfliktprävention: Es werden Strategien zur Vorbeugung von Eskalationen vorgestellt, wobei insbesondere die Wertschätzung, Allgegenwärtigkeit und die Einführung klarer Regeln hervorgehoben werden.
3 Kommunikation im unmittelbaren Konfliktfall: Hier liegt der Fokus auf kurativen Maßnahmen, wie dem Umgang mit Provokationen, aggressivem Verhalten und der Problematik von Strafen sowie der Bedeutung von Ich-Botschaften.
4 Kommunikation als Lösungsprozess zur langfristigen Konfliktlösung: Dieses Kapitel widmet sich der nachhaltigen Konfliktlösung durch eine professionelle Grundhaltung des Lehrers, aktives Zuhören und kooperative Entscheidungsfindungsmodelle.
Kommunikation, Konflikt, Konfliktprävention, Lehrer-Schüler-Beziehung, Wertschätzung, Eskalationsmodell, Schulz von Thun, Gordon, TZI, aktivem Zuhören, Mobbing, Aggression, Schulgesetz, Pädagogik, Konfliktlösung.
Die Arbeit analysiert, wie Lehrkräfte durch ein konstruktives Kommunikationsverhalten Konflikte im Schulalltag deeskalieren und langfristig lösen können, anstatt nur kurzfristig zu reagieren.
Die zentralen Themen sind Konfliktprävention, der professionelle Umgang mit Provokationen und Unterrichtsstörungen sowie die Bedeutung einer wertschätzenden Lehrer-Schüler-Beziehung.
Ziel ist es zu identifizieren, durch welche spezifischen Kommunikationsmethoden eine nachhaltige Konfliktlösung in der Schule erreicht werden kann, die sowohl professionell als auch menschlich authentisch ist.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse pädagogischer und psychologischer Theorien, darunter das Nachrichtenquadrat von Schulz von Thun, das Eskalationsmodell nach Glasl und das Konzept der kooperativen Entscheidungsfindung nach Gordon.
Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen von Kommunikation und Konflikt, Strategien zur Prävention, das Verhalten in akuten Konfliktfällen und langfristige Lösungsansätze durch Beratungsgespräche.
Die wichtigsten Schlagworte sind Konfliktprävention, Kommunikation, Wertschätzung, professionelle Haltung, Schüler-Lehrer-Beziehung und kooperative Entscheidungsfindung.
Die Methode III ist ein Modell zur kooperativen Entscheidungsfindung, bei der Lehrer und Schüler gemeinsam nach Lösungen suchen, die die Bedürfnisse beider Seiten berücksichtigen, ohne dass eine Partei unterliegt.
Nach der Arbeit ist die Frage nach dem „Warum?“ in einer akuten Situation oft unsinnig, da der Schüler aufgrund psychischer Anspannung keine rationale Antwort geben kann; stattdessen sollte das „Wofür“ (Bedürfnis des Schülers) fokussiert werden.
Die Arbeit lehnt klassische Strafen oft als willkürlich ab und plädiert stattdessen für natürliche oder logische Konsequenzen, die einen direkten Bezug zur Handlung haben und den Schüler nicht demütigen.
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