Diplomarbeit, 2006
115 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
2 August Hermann Francke und seine Stiftungen
2.1 Biographie
2.1.1 Kindheit und Jugend
2.1.2 Studienjahre und akademische Laufbahn
2.1.3 Verfolgung und Festanstellung
2.1.4 Die Gemeinde Glaucha
2.1.5 Die Glauchaischen Anstalten
2.1.6 Franckes Arbeit an der Universität
2.1.7 Letzte Lebensjahre
2.2 Die Franckeschen Stiftungen im 18. Jahrhundert
2.2.1 Freylinghausen und Gotthilf August Francke
2.2.2 Veränderungen an der Universität
2.2.3 Die Krise der Stiftungen
2.2.4 Ein neuer Anfang
3 August Hermann Niemeyer
3.1 Biographie
3.1.1 Kindheit und Jugend
3.1.2 Studienjahre
3.1.3 Akademische Laufbahn
3.1.4 Die Entwicklung der Ästhetik als philosophische Disziplin
3.1.5 Inspektor über das Pädagogium
3.1.6 Pädagogische Arbeit und akademische Lehrfreiheit
3.1.7 Die Empfindsamkeit
3.1.8 Die Persönlichkeit Niemeyers
3.1.9 Niemeyer als Mitglied der halleschen Gesellschaft
3.1.10 Napoleonische Herrschaft
3.1.11 Deportation und Rettung
3.1.12 Fortbestand und Freiheitskampf
3.1.13 Preußens Wiederkehr
3.1.14 Letzte Lebensjahre
3.2 Der Autor Niemeyer
3.3 Der Pädagoge Niemeyer
3.3.1 Allgemeine pädagogische Standpunkte
3.3.2 Der Einfluss der Erfahrungsseelenkunde
3.3.3 Der Einfluss Herders
3.3.4 Integration der neuen Ansätze in die Unterrichtsgestaltung
4 Die „Grundsätze der Erziehung und des Unterrichts“ – Inhalte und Ziele
5 Analyse
5.1 Vorbemerkungen
5.2 „Vom deutschen Sprachunterricht“
5.2.1 Lehrschwerpunkte
5.2.1.1 Mechanische Fertigkeiten – Zur „Bildung der Sprachwerkzeuge“
5.2.1.2 Die Bildung des Stils
5.3 Rhetorischer Unterricht
5.3.1 Zum Verhältnis von Rhetorik und Poetik
5.3.2 Allgemeine Einführung
5.3.3 Rhetorik und Poetik
5.3.4 Vorbereitung auf die Theorie
5.3.5 Erste Behandlung der Theorie
5.3.6 Praktische Übungen in der Anwendung der Rhetorik und Poetik
5.3.7 Mündliche Wohlredenheit
5.3.8 Deklamation und Aktion
6 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht die pädagogischen Konzepte des Rhetorikunterrichts im 19. Jahrhundert am Beispiel der Schriften von August Hermann Niemeyer. Ziel ist es, die didaktische Methodik Niemeyers unter Einbeziehung des historischen Kontextes (Aufklärung, Pietismus und Empfindsamkeit) historisch einzuordnen und ihren Einfluss auf das Bildungswesen zu beleuchten.
3.1.2 Studienjahre
Ab 1771 studierte August Hermann Niemeyer an der Universität in Halle. Während seiner Studentenzeit begann der preußische Hof mehrere Reformen an der Universität. Der Oberkurator über die preußische Universitäten, Karl Abraham von Zedlitz und Leipe, ein ehemaliger Absolvent der Fridericiana, versuchte den Qualitätsverlusten, die sich seit dem Ende des Siebenjährigen Krieges abzeichneten, entgegen zu wirken. Dies gelang ihm durch eine geschickte Personal- und Lehrplanpolitik.
Er führte im Zuge seines Reformprogramms mehrere Neuerungen ein. Dazu gehörten praktisch-didaktische Übungen im Theologiestudium, einschließlich der Vermittlung pädagogischer Kenntnisse. Die Allgemeinbildung der Studenten sollte erhöht werden. Die Professoren sollten ihre Vorlesungen nicht mehr diktieren, sondern den freien Vortrag bevorzugen (vgl. Kertscher 2004a, 72.).
Die Streittheologie und Schulphilosophie hatten seit Anfang des 18. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung verloren. So ging auch ihre Art der Wissensvermittlung, die scholastische Disputation, ein. Dies wurde noch beschleunigt durch die neue Unterrichtssprache – das Deutsche hielt Einzug in die Hörsäle und Seminare. Die lateinische Eloquenz, die früher als das Ideal der Bildung galt, war nun nichts mehr wert.
Aber nicht nur die Form, sondern auch der Inhalt des Unterrichts veränderte sich. Die Wahrheit war nicht mehr durch eine (kirchliche) Instanz vorgegeben, sondern die Mitarbeiter der Universität waren dazu da, sie zu suchen. Die Suche erfolgte nicht durch Ableitung aus feststehenden Sätzen, sondern durch sachliche Untersuchungen, Beobachtungen und Experimente. In den geisteswissenschaftlichen Disziplinen setzte sich die historisch – philologische Kritik zur Erkenntnisgewinnung durch. Das Prinzip, das ab jetzt für alle Disziplinen, geistes- oder naturwissenschaftlich, galt, war das der „libertas philosophandi“ (Paulsen 1921, 136). Der Lehrer stand für die Wahrheit seiner Lehre ein. Dies verpflichtete ihn und seine Hörer zum Selbstdenken und zum Prüfen des übermittelten Wissens. Das Autoritätsprinzip, das einen Lehrkanon vorgegeben hat, war damit vorbei (vgl. Paulsen 1921, 132ff.). Der neue Student sollte „selbst sehen, untersuchen, denken lernen“ (Paulsen 1921, 136).
1 Einleitung: Erläuterung des Forschungsgegenstandes und der Relevanz der Untersuchung des Rhetorikunterrichts im 19. Jahrhundert.
2 August Hermann Francke und seine Stiftungen: Historische Darstellung der Gründung und des Wirkens der Franckeschen Stiftungen unter pietistischem Einfluss.
3 August Hermann Niemeyer: Detaillierte biographische Skizze Niemeyers sowie Analyse seiner pädagogischen Einflüsse durch Zeitgeist, Literatur und Philosophie.
4 Die „Grundsätze der Erziehung und des Unterrichts“ – Inhalte und Ziele: Überblick über Niemeyers pädagogisches Hauptwerk und seine eklektische Lehrmethode.
5 Analyse: Systematische Auswertung der pädagogischen Prinzipien und des Deutsch- sowie Rhetorikunterrichts basierend auf den „Grundsätzen“.
6 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Einordnung von Niemeyers Wirken als Bindeglied zwischen Aufklärung und 19. Jahrhundert.
7 Anhang: Auflistung der wichtigsten pädagogischen Schriften A.H. Niemeyers.
8 Literaturverzeichnis: Umfassende Dokumentation der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
August Hermann Niemeyer, Franckesche Stiftungen, Pädagogik, Rhetorikunterricht, Aufklärung, Pietismus, Empfindsamkeit, Deutschunterricht, Erfahrungsseelenkunde, Menschenbildung, Schulpädagogik, Didaktik, Bildungsgeschichte, Philologie, Klassik.
Die Arbeit untersucht die pädagogischen Ansätze und Methoden des Rhetorikunterrichts im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert am Beispiel von August Hermann Niemeyer.
Die Themen umfassen die Bildungsgeschichte der Franckeschen Stiftungen, die Entwicklung der Pädagogik als wissenschaftliche Disziplin und die methodischen Konzepte zur Sprachbildung und Rhetorik.
Ziel ist es, die pädagogischen Konzepte Niemeyers exemplarisch darzustellen, ihre historische Genese aus der Verbindung von pietistischen Wurzeln und aufklärerischen Idealen zu erklären und den Einfluss dieser Lehrmethoden auf das Schulwesen zu bewerten.
Die Autorin verwendet eine historisch-analytische Methode, die auf der Auswertung von Primärquellen (vor allem Niemeyers "Grundsätze") und einer Literaturrecherche zu den zeitgenössischen bildungstheoretischen Diskussionen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende biographische Aufarbeitung, die Kontextualisierung durch geistige Strömungen wie die Erfahrungsseelenkunde und eine detaillierte didaktische Analyse der sprachlichen Bildungsziele und rhetorischen Übungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Niemeyer, Pietismus, Aufklärung, Pädagogik, Rhetorik, Schulpädagogik und Bildungsgeschichte.
Das Pädagogium diente als zentraler Ort, an dem Niemeyer seine theoretischen Reformkonzepte praktisch erproben und durch Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich etablieren konnte.
Niemeyer gelingt es, die starren, traditionellen Strukturen des Pietismus mit modernen, aufklärerischen Bildungszielen zu verbinden und so ein systematisches pädagogisches Lehrsystem zu schaffen, das die Ausbildung des Menschen ganzheitlich in den Fokus rückt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

