Examensarbeit, 2007
72 Seiten, Note: 2 plus
1. Einleitung
2. Theoretischer Bezugsrahmen - Definition relevanter Begriffe
2.1 Definition von Aggression, Gewalt und Konflikte
2.1.1 Der Aggressionsbegriff
2.1.2 Der Gewaltbegriff
2.1.3 Zusammenhang zwischen den Begriffen Aggression und Gewalt
2.2 Konflikte
2.2.1 Positives Konfliktverständnis
2.2.2 Umgang mit Konflikten
2.2.2.1 Destruktive Konfliktaustragung
2.2.2.2 Konstruktive Konfliktaustragung
2.2.3 Konfliktkultur in der Schule
2.3 Zusammenhang zwischen Konflikt und Aggression
3. Theoretische Erklärungsansätze zu menschlichem aggressiven Verhalten: Aggressionstheorien
3.1 Erklärungsansätze zur aggressiven Natur des Menschen:
3.1.1 Aggression als angeborene Triebkraft
3.1.2 Zur pädagogischen Relevanz der Triebtheorien
3.2 Die Frustrations- Aggressions- Hypothese
3.3 Lerntheoretische Ansätze
3.3.1 Lernen am Modell
3.3.2 Lernen am Erfolg
3.3.3 Signallernen
3.3.4 Kognitives Lernen
3.2 Soziologische Erklärungsansätze
3.2.1 Anomie- Theorie
3.2.2 Die Subkulturtheorie
3.2.3 Etikettierungstheorien
3.2.4 Aggression als Folge von Modernisierung und Individualisierung
4. Ausmaß von Aggression in der Schule
5. Pädagogische Aggressionsprävention und Aggressionsintervention
5.1 Begriffsbestimmung
5.1.1 Was ist Aggressionsintervention?
5.1.2 Was ist Aggressionsprävention?
5.2 Ebenen der Aggressionsprävention
5.3 Zwischenbilanz
6. Mediation- Die Lehre von Vermittlung und Schlichtung
6.1 Begriffsbestimmung
6.1.1 Mediation
6.2 Mediation als Verfahren
6.3 Ziele der Mediation
6.4. Ursprünge der Mediation
6.4.1 Historische und kulturelle Wurzeln
7. Mediation an Schulen
7.1 Peer- Mediation
7.1.1 Peer- Group- Education
7.2 Entstehungsgeschichte und Verbreitung der Peer- Mediation
7.2.1 Entwicklung der Peer- Mediation in den USA
7.2.2 Verbreitung in Deutschland
7.3 Ablauf einer Peer- Mediation
7.4 Die Peer-Mediator/innen
7.4.1 Rolle und Aufgaben der Peer-Mediator/innen
7.4.2 Auswahl der Peer- Mediator/innen an der Mediationsausbildung
7.4.3 Ausbildung der Peer- Mediator/innen
7.5 Peer- Mediation in der schulischen Praxis
7.5.1 Grenzen der Peer-Mediation
7.5.2 Chancen und Vorteile der Peer-Mediation
8. Peer- Mediation und Aggressionsprävention
8.1 Möglichkeiten und Chancen der Peer-Mediation bei der Aggressionsprävention
8.2 Grenzen und Konsequenzen der Peer-Mediation bei der Aggressionsprävention
9. Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Beitrag, den Streitschlichterkonzepte (Peer-Mediation) zum konstruktiven Umgang mit Aggressionen in Schulen leisten können, unter Einbeziehung aktueller Ergebnisse der Aggressions- und Gewaltforschung.
2.2.1 Positives Konfliktverständnis
Ein Zusammenleben ohne Konflikte gibt es nicht und ist auch nicht erstrebenswert. Bereits in der Sphäre des Alltagssprachlichen verfügt der Begriff des Konflikts über keine positive Intonation. In der Regel werden mit ihm dysfunktionale Phänomene wie Streit, Zank, Zwist, Zusammenstoß u.a. in Verbindung gebracht. Konflikte sind für viele Menschen etwas Unangenehmes, denn häufig sammelten sie in solchen Situationen negative Erfahrungen, die als Spannungen und Störungen bewertet werden und die es zu vermeiden gilt. Dies führt häufig dazu, dass der Betroffene selbst vorgibt keine Konflikte zu kennen und die Störung zu tabuisieren bzw. zu verdrängen. So herrscht auch im pädagogischen Alltag ein negativer und beschränkter Konfliktbegriff, der zum Ausgangspunkt pädagogischen Handelns gemacht wird, dabei muss nicht der Konflikt selbst das Problem darstellen, sondern der Umgang mit ihm. Ob Konflikte jedoch als störend, bedrohlich, destruktiv und schmerzvoll erlebt werden, hängt davon ab, wie sie ausgetragen werden.
Ein weitaus hilfreicher pädagogischer Ansatz ist es, Konflikte als etwas “Normales“ im Zusammenleben zu betrachten, als “Signal“ dafür zu nehmen, dass etwas nicht (mehr) stimmt und verändert werden muss. Sie können als Chance zur Entwicklung und Verbesserung der gegenseitigen Beziehungen und der Situation gesehen werden.
1. Einleitung: Beleuchtet das hochaktuelle Thema Gewalt an Schulen und stellt die Notwendigkeit dar, neben der Aggressionsforschung auch neue, konstruktive Konzepte wie die Streitschlichtung zur Gewaltprävention zu implementieren.
2. Theoretischer Bezugsrahmen - Definition relevanter Begriffe: Definiert die zentralen Termini Aggression, Gewalt und Konflikt, stellt ihre Zusammenhänge dar und erörtert die Bedeutung einer konstruktiven Konfliktkultur.
3. Theoretische Erklärungsansätze zu menschlichem aggressiven Verhalten: Aggressionstheorien: Präsentiert psychologische (Triebtheorien, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Lerntheorien) sowie soziologische Erklärungsmodelle zur Entstehung menschlicher Aggression.
4. Ausmaß von Aggression in der Schule: Beschreibt das reale Ausmaß und die Erscheinungsformen von Aggression an Schulen auf Basis empirischer Studien und korrigiert mediale Zerrbilder.
5. Pädagogische Aggressionsprävention und Aggressionsintervention: Klärt die Begriffe Prävention und Intervention und unterteilt diese in primäre, sekundäre und tertiäre Ebenen.
6. Mediation- Die Lehre von Vermittlung und Schlichtung: Führt in das Verfahren der Mediation ein, definiert dessen Ziele und betrachtet die historische Entwicklung der Vermittlung.
7. Mediation an Schulen: Analysiert den speziellen Ansatz der Peer-Mediation, beleuchtet die Rolle der Peer-Mediator/innen und diskutiert Ausbildungsprogramme sowie Chancen und Grenzen in der Schulpraxis.
8. Peer- Mediation und Aggressionsprävention: Erörtert die Möglichkeiten, Chancen und Grenzen von Peer-Mediation gezielt als Baustein zur schulischen Aggressionsprävention.
9. Schlussbetrachtungen: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Peer-Mediation nur als Teil eines ganzheitlichen pädagogischen Gesamtkonzepts erfolgreich wirken kann.
Aggression, Gewalt, Konflikt, Mediation, Peer-Mediation, Streitschlichtung, Aggressionsprävention, Gewaltprävention, Schulalltag, Konfliktlösung, Sozialkompetenz, Schulkultur, Erziehung, Konfliktkultur, Interventionsmaßnahmen.
Die Hausarbeit untersucht Möglichkeiten, wie Schulen mit aggressiven Verhaltensweisen von Schülerinnen und Schülern umgehen können, wobei ein besonderer Fokus auf Streitschlichterkonzepten bzw. Peer-Mediation liegt.
Zentrale Themen sind die theoretische Klärung von Aggression, Gewalt und Konflikt, die Analyse der Ursachen von aggressivem Verhalten sowie die kritische Betrachtung von Präventions- und Interventionskonzepten im schulischen Umfeld.
Das Ziel ist es zu prüfen, welchen Beitrag Peer-Mediation zur konstruktiven Konfliktlösung und Aggressionsminderung leisten kann und wie diese Konzepte in den Schulalltag integriert werden sollten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Aggressions- und Gewaltforschung sowie der Auswertung von Konzepten und Modellversuchen zur Mediation an Schulen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffe und Ursachenforschung), die Beschreibung der Situation an Schulen, eine methodische Herleitung der Mediation und eine praktische Diskussion über Chancen und Grenzen der Peer-Mediation.
Die wichtigsten Begriffe sind Aggression, Gewaltprävention, Peer-Mediation, Konfliktfähigkeit, soziale Kompetenz und Schulkultur.
Die Autorin betont, dass Aggressionen in einem komplexen Bedingungengefüge wurzeln, weshalb eine einzelne Maßnahme ohne Integration in ein ganzheitliches pädagogisches Gesamtkonzept kaum nachhaltigen Einfluss auf die Schulkultur ausübt.
Mediation wird als ein effektives Verfahren zur Förderung sozialer Kompetenzen und somit als ein Baustein der primären Prävention gesehen, sofern die Grenzen (z.B. bei schweren Strafrechtsdelikten) bekannt sind und entsprechende ergänzende Maßnahmen bestehen.
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