Examensarbeit, 2006
80 Seiten, Note: 1,0
I Hinführung und Aufbau des Themas
1 Unterrichtsstörungen in der Grundschule – ein beständiges Problem?
2 Struktur der vorliegenden Arbeit
II „Unterrichtsstörungen“ – Ursachen, Präventionen, Handlungsmöglichkeiten
3 Phänomen Unterrichtsstörung
3.1 Zum Begriff „Unterrichtsstörung“
3.1.1 Definition nach Karlheinz Biller
3.1.2 Definition nach A. und R. Ortner
3.1.3 Definition nach Gerd Lohmann
3.1.4 Definition nach Rainer Winkel
3.2 Graduelle Unterschiede von Unterrichtstörungen
3.2.1 Leichte Störungen
3.2.2 Indirekte und direkte Störungen
3.2.3 Unbehebbare Störungen
3.2.4 Unvermeidbare Störungen
3.3 Erscheinungsformen von Unterrichtsstörungen
3.3.1 Die Clownerie
3.3.2 Despektierliches Verhalten
3.3.3 Die Provokation
3.3.4 Passives Verhalten
3.3.5 Zuspätkommen
3.3.6 Schülergespräche im Unterricht
3.3.7 Vernachlässigung der Hausaufgaben
3.3.8 Überziehen der Zeit
4 Mögliche Ursachen von Unterrichtsstörungen
4.1 Störungsursache „Schüler“
4.1.1 Differenzierte Sichtweise der Schüler
4.1.2 Veranlagte- und entwicklungsbedingte Störfaktoren
4.1.2.1 Konzentrationsschwächen
4.1.2.2 Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (AD(H)S)
4.1.2.3 Hochbegabung
4.1.3 Bewegungsmangel
4.1.4 Langeweile
4.1.5 Mitteilungsbedürfnis
4.2 Störungsursache „Lehrer“
4.2.1 Unterrichtsplanung
4.2.2 Verhalten
4.2.2.1 Unruhiges Verhalten
4.2.2.2 Körpersprache
4.2.2.3 Aufmerksamkeit und Konzentration
4.2.2.4 Autorität
4.2.2.5 Geringe Fachkompetenzen
4.2.2.6 Unsicherheit
4.3 Störungsursache „Schulische Rahmenbedingungen“
4.3.1 Lärmbelästigung durch die Umgebung
4.3.2 Randstunden
4.3.3 Die Pausen
4.4 Störungsursache „Soziale Komponenten“
4.4.1 Familiäre Probleme
4.4.2 Persönliches Umfeld
5 Präventionsmaßnahmen
5.1 Präventionen auf Lehrerseite
5.1.1 Die Lehrerpersönlichkeit
5.1.2 Körpersprache
5.1.3 Weiterbildungen
5.1.4 Feedback
5.2 Schülerverhalten
5.2.1 Bewegung
5.2.2 Konzentrationsübungen
5.3 Rahmenbedingungen
5.3.1 Regeln und Richtlinien
5.3.2 Klassenraumgestaltung
5.3.3 Elternarbeit
6 Handlungsmöglichkeiten
6.1 Maßnahmen für das eigene Lehrerverhalten
6.1.1 Bewusstes Ignorieren
6.1.2 Methodenwechsel
6.1.3 Autogenes Training
6.2 Das störende Schülerverhalten ändern
6.2.1 Persönlichkeit der Schüler stärken
6.2.2 Handlungsmaßnahmen bei Verhaltensschwierigkeiten
6.2.2.1 AD(H)S
6.2.2.2 Hochbegabung
6.2.3 Zeichen geben
6.2.4 Umgruppierung
6.3 Beratungsgespräche
6.3.1 Der Klassenrat
6.3.2 Elterngespräche
6.3.3 Gespräche mit Kollegen
6.3.4 Einzelgespräche mit Schülern
6.4 Kooperationsformen
III Lehrerbefragung
7 Methodisches Vorgehen
7.1 Vorgehensweise
7.2 Erstellung der Fragebögen
7.3 Auswertungen und Ergebnisse der Fragebögen
7.3.1 Zusammenfassung
IV Schlussbemerkung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Unterrichtsstörungen in der Grundschule, mit dem Ziel, Ursachen zu identifizieren und effektive Präventions- sowie Handlungsstrategien für Lehrkräfte abzuleiten. Dabei wird sowohl eine theoretische Fundierung erarbeitet als auch eine empirische Lehrerbefragung zur aktuellen Unterrichtssituation durchgeführt, um praxisnahe Ansätze für einen störungsarmen Unterricht zu gewinnen.
3.1.1 Definition nach Karlheinz Biller (1981)
„Alles, was den Prozeß oder das Beziehungsgefüge von Unterrichtssituationen unterbricht oder unterbrechen könnte, ist als konkrete oder potentielle Unterrichtsstörung definierbar.“
Als einer der ersten Pädagogen stellt Karlheinz Biller eine Definition des Begriffes Unterrichtsstörungen auf. Für ihn können mehrere Faktoren für Störungen im Unterricht Ursache sein, die von verschiedenen Personen individuell wahrgenommen werden. Biller hat sich ganz bewusst für diesen Begriff entschieden, im Gegensatz zu Verhaltensauffälligkeit, Erziehungsschwierigkeit oder Disziplinlosigkeit, aufgrund der Wertneutralität und dem ersichtlichen Bezug zur Unterrichtspraxis. Denn nur in der Praxis kann deutlich werden, welche Störungen den Lehr-Lern-Prozess kurz- oder langfristig unterbrechen.
In Anlehnung an L. J. Pongratz, der sich mit Verhaltensauffälligkeiten beschäftigt hat, zeigt Biller drei Arten von Normen an, die sich an die individuellen Vorstellungen des Alltags anlehnen: Sozio-kulturelle Normen, statistische Normen und subjektive Normen. Sozio-kulturelle Normen umfassen Regeln im Umgang und Verhalten sowie Wertehaltungen, die ein Zusammenleben von Lehrer und Schülern vereinfachen und angenehmer werden lassen, wenn sich nach ihnen orientiert wird. Verhält sich eine Klasse mit ihrem Lehrer dementsprechend normgerecht, so dass alle Beteiligten den Unterricht fortführen und folgen können, sind statistische Normen vorhanden. Entwicklungen aus dem Umgang mit Personen der sozialen Gruppe gehören den subjektiven Normen an. Lehrer beobachten demzufolge ihre Schüler im Arbeitsverhalten und Umgang mit weiteren Mitschülern.
3. Phänomen Unterrichtsstörung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Unterrichtsstörung durch verschiedene theoretische Perspektiven und klassifiziert unterschiedliche Ausprägungen und Schweregrade von Störverhalten.
4. Mögliche Ursachen von Unterrichtsstörungen: Hier werden die vielfältigen Ursprünge von Unterrichtsstörungen analysiert, die von schülerseitigen Faktoren (wie AD(H)S oder Langeweile) über lehrerbedingte Aspekte (Unterrichtsplanung, Verhalten) bis hin zu schulischen Rahmenbedingungen reichen.
5. Präventionsmaßnahmen: Das Kapitel widmet sich vorbeugenden Strategien, wobei der Fokus auf der Lehrerpersönlichkeit, einer strukturierten Unterrichtsgestaltung, Feedback-Kultur und der Einbindung von Schülern in das Regelwerk liegt.
6. Handlungsmöglichkeiten: Hier werden konkrete pädagogische Maßnahmen vorgestellt, um auf bereits entstandene Störungen zu reagieren, angefangen bei bewusstem Ignorieren und Methodenwechsel bis hin zu Beratungsgesprächen und Kooperationsmodellen wie der Trainingsraum-Methode.
7. Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel erläutert das methodische Design der empirischen Studie, inklusive der Befragung von 15 Grundschullehrern an drei Schulen mittels Fragebögen zur aktuellen Unterrichtssituation.
Unterrichtsstörungen, Grundschule, Pädagogische Prävention, Handlungsmaßnahmen, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Konzentrationsschwächen, AD(H)S, Hochbegabung, Unterrichtsplanung, Klassenraumgestaltung, Kommunikation, Lehrerpersönlichkeit, Kooperationsformen, Lernprozess, Disziplinkonflikte.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Unterrichtsstörungen in der Grundschule, ihren vielfältigen Ursachen und den Möglichkeiten, wie Lehrkräfte durch Prävention und gezielte Interventionen den Unterricht erfolgreich gestalten können.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Unterrichtsstörungen, die Klassifizierung von Störursachen (Schüler, Lehrer, soziale Umwelt), präventive Ansätze sowie spezifische Handlungsstrategien und Kooperationsformen im Schulalltag.
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für Unterrichtsstörungen zu entwickeln und praxisorientierte Wege aufzuzeigen, wie diese vermindert werden können, um ein positives Lernklima zu schaffen.
Es wird ein quantitativer methodischer Ansatz gewählt, basierend auf der Auswertung von Fragebögen, die von 15 Grundschullehrern verschiedener Schulen beantwortet wurden, um praxisnahe Informationen über Unterrichtsstörungen zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte zu Störungsphänomenen und -ursachen sowie in einen praktischen Teil, der konkrete Präventionsmaßnahmen und Handlungsmöglichkeiten diskutiert.
Wichtige Begriffe sind Unterrichtsstörungen, Prävention, Handlungsmaßnahmen, Lehrer-Schüler-Interaktion, AD(H)S, Konzentrationsförderung und pädagogische Kooperation.
Die Autorin betont, dass eine sorgfältige und methodisch abwechslungsreiche Unterrichtsplanung essenziell ist, um Störungen durch Unterforderung oder Monotonie proaktiv zu minimieren.
Die Elternarbeit wird als unterstützende und notwendige Komponente angesehen, um bei Verhaltensproblemen gemeinsam mit dem Elternhaus konsistente Lösungen zu finden und das Wohlbefinden des Kindes zu fördern.
Diese Einrichtungen werden als externe Unterstützungsmöglichkeiten genannt, um schwerwiegende Störungen aus dem Klassenverbund zu lösen und Schülern Raum für Reflexion und Regulation zu geben.
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