Magisterarbeit, 2006
162 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit
1.4. Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes
2. Eine aktuelle Bestandsaufnahme zum komplexen Begriff Coaching
2.1. Marktübersicht
2.1.1. Angebotsvielfalt
2.1.2. Coaching-Arten für Führungskräfte
2.1.3. Coaching-Anlässe für Führungskräfte
2.2. Zielgruppe/Adressaten
2.3. Herkunft des Coaching-Begriffs
2.4. Entwicklung von Coaching
2.5. Relevanz von Coaching im Kontext von Personalentwicklungsmaßnahmen
2.6. Wertigkeit von Coaching
2.7. Ungeschütztheit des Coaching-Begriffs
2.7.1. Coaching in der Funktion eines Container-Begriffs
2.7.2. Der Begriff Coaching im Kontext des WWW
2.7.3. Konsequenzen des ungeschützten Coaching-Marktes
2.8. Grenzen von Coaching
2.8.1. Beratung
2.8.2. Training
2.8.3. Supervision
2.8.4. Mentoring
2.8.5. Psychotherapie
2.9. Verständnis von Coaching
2.9.1. Aktuelles Coaching-Verständnis – Eine nationale und internationale Beschreibung von Personalentwicklern
2.9.2. Image von Coaching-Maßnahmen
2.9.3. Das Coaching-Verständnis potentieller Coachees in der mittleren Führungsebene: eine Befragung
2.10. Zusammenfassende Bemerkung
3. Aspekte des Forschungsgegenstandes ’schriftlicher Text’
3.1. Stellenwert von schriftlichen Texten vor dem 20. Jahrhundert
3.2. Der Untersuchungsgegenstand des schriftlichen Textes Mitte des 20. Jahrhunderts
3.3. Untersuchungsgegenstand Text unter dem Fokus Adressatenorientierung
3.3.1. Lesbarkeitsforschung
3.3.1.1. Erläuterung des Forschungsprogramms Lesbarkeit
3.3.1.2. Relevanz für Untersuchungen auf Websites
3.3.2. Forschungsrichtungen der Textverarbeitung
3.3.2.1. Kognitionspsychologische Ansätze zur Textverarbeitung
3.3.2.2. Instruktionspsychologische Ansätze der Textverarbeitung
4. Theoretische Grundlagen des WWW
4.1. Geschichte des WWW (Beck 2006)
4.2. Entwicklung und Stand der Nutzerzahlen des WWW
4.3. Entwicklung und Stand der Anzahl von Websites
4.4. Funktionen des WWW
4.5. Typisierung von Websites
5. Computervermittelte Information im WWW
5.1. Leseverhalten auf Websites
5.2. Problem der Analyse von Texten auf Websites - Quantität
6. Aufnahme von Text im WWW - Aufmerksamkeit, Selektion, Rezeption, Navigation
6.1. Aufmerksamkeit
6.2. Selektion
6.3. Rezeption
6.4. Navigation
7. Textsortenklassifizierung
7.1. Problem der Klassifizierung von Texten
7.1.1. Integrativer Textbegriff
7.1.2. Kommunikationsorientierter Textbegriff
7.1.3. Vokabular der Klassifizierung von Texten
7.1.4. Definition: Textsorte
7.2. Das Organonmodell nach Bühler (1934)
7.3. Die Relevanz des Organonmodell nach Bühler (1934) für Textsortenklassifizierung
7.3.1. Die drei Ebenen in der Erläuterung von Coaching für Manager auf Websites
7.3.2. Textfunktion nach dem Organonmodell (1934) im Bezug auf Erläuterungen von Coaching auf Websites
8. Analytische Untersuchung von Textmerkmalen in den Erläuterungen von Coaching für Führungskräfte zur Bestimmung der Textfunktion
8.1. Auswahl der Websites für Coaching
8.1.1. Auswahlverfahren
8.1.2. Merkmale der Texte
8.1.3. Exkurs: Merkmale einer Erläuterung
8.2. Untersuchung der Textmerkmale
8.2.1. Inhaltliche Textmerkmale
8.2.1.1. Typische Aspekte von Coaching-Erläuterungen
8.2.1.2. Anfangs- und Endposition typischer Aspekte von Coaching im Text
8.2.1.3. Verben
8.2.2. Sprachlich-formale Textmerkmale
8.2.2.1. Indirekte Anrede durch Nennung der Funktion des Rezipienten
8.2.2.2. Personalpronomina
8.2.2.3. Possessivpronomina
8.3. Bestimmung der Textfunktion mit Hilfe der untersuchten Textmerkmale
9. Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Coaching-Markt zu überblicken, eine trennscharfe Begriffseingrenzung vorzunehmen und die Textfunktionen von Coaching-Erläuterungen auf Websites mittels des Organonmodells nach Bühler (1934) zu bestimmen, um so Rückschlüsse auf die Kommunikationsstrategien von Anbietern zu ziehen.
2.1.1. Angebotsvielfalt
„ ‚Der Markt ist ein Dschungel’, urteilte Christopher Rauen, Initiator der Interessensgemeinschaft (IGC) in Goldenstedt, ein Netzwerk, in dem sich etwa 60 Coaches zusammengetan haben. Tatsächlich tummeln sich zahlreiche schillernde Persönlichkeiten in der Coaching Szene und die berufliche Herkunft der Coaches könnte verschiedener kaum sein: Psychologen, Soziologen, Erziehungswissenschaftler, Theologen, Wirtschaftspädagogen, Betriebswirtschaftler und viele andere fühlen sich berufen, bevorzugt, im Einzel-, zunehmend aber auch im Gruppen-Coaching Lern- und Entwicklungshilfen anzubieten oder bei der Problemlösung im beruflichen Kontext mitzuwirken.
Wer in der Weiterbildungsszene was auf sich hält, so scheint es, erweitert sein Angebotsspektrum wie selbstverständlich um ein Coaching-Angebot. Inzwischen gibt es Dutzende Aus- und Weiterbildungen sowie eine Vielzahl mehr oder weniger fundierter Ansätze und Methoden. Da überrascht es nicht, dass die Vertreter dieser jungen Profession im Durchschnitt kaum mehr als vier Jahre Berufserfahrung nachweisen können. Das zumindest ergab eine nicht repräsentative Befragung am Rande des Coaching-Kongresses in Wiesbaden.“ [Themenschwerpunkt Personalführung, 1/2004, S. 26]
Sehr schnell wird klar, welch unübersichtlichen Markt die Coaching-Landschaft bietet. Coaching hat in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erfahren. „Startet man im Internet eine Recherche mit dem Suchwort ‚Coaching’, so findet man eine steigende Anzahl von Anbietern und Ausbildungsinstituten.“ (Böning 2004, S. 6) Von Single-Coaching, Diät-Coaching, Höhenangst-Coaching, Cancer-Coaching, SM-Coaching, Eltern-Coaching, Ernährungs-Coaching bis hin zu Astro-Coaching – um nur einige Beispiele zu nennen (Böning / Fritschle 2005) – werden dem recherchierenden Coaching-Laien auf dem Weg zu einem korrekten Begriffsverständnis von Coaching mannigfaltige Coaching-Arten sowie Definitionen geboten. Diese unterschiedlichen Coaching-Arten sind auf eine mangelnde Professionsbildung zurückzuführen (Kühl 2005). Man trifft auf eine immense Artenvielfalt von nicht immer allgemein anerkannten Experten mit fundierten je spezifischen Erkenntnissen, welche sich zum Elitekreis der Coachs zählen. Oftmals handelt es sich hierbei nicht um Coaching-Maßnahmen im eigentlichen Sinne sondern lediglich um umbenannte Angebote, welche früher als Training angeboten wurden. (Kühl 2005)
1. Einführung: Hinführung zum Thema durch Problemstellung, Zielsetzung, Aufbau der Arbeit und Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes.
2. Eine aktuelle Bestandsaufnahme zum komplexen Begriff Coaching: Überblick über den Markt, Definitionen, Akteure und aktuelle Herausforderungen sowie Abgrenzung zu anderen Beratungsformen.
3. Aspekte des Forschungsgegenstandes ’schriftlicher Text’: Darstellung grundlegender Forschungsansätze zur Textverarbeitung und Verständlichkeit sowie deren Relevanz für das Internet.
4. Theoretische Grundlagen des WWW: Diskussion der Entwicklung, Verbreitung und Funktionen des WorldWideWebs.
5. Computervermittelte Information im WWW: Analyse der Rahmenbedingungen von Online-Kommunikation und Anforderungen an Web-Texte.
6. Aufnahme von Text im WWW - Aufmerksamkeit, Selektion, Rezeption, Navigation: Untersuchung der kognitiven Prozesse bei der Nutzung von Hypertexten.
7. Textsortenklassifizierung: Erläuterung der Textsortenklassifizierung und Einführung des Organonmodells nach Bühler zur Analyse sprachlicher Funktionen.
8. Analytische Untersuchung von Textmerkmalen in den Erläuterungen von Coaching für Führungskräfte zur Bestimmung der Textfunktion: Detaillierte Analyse von 20 Coaching-Erläuterungen hinsichtlich inhaltlicher und sprachlich-formaler Merkmale.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Untersuchung, Diskussion der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Coaching-Marktes.
Coaching, Führungskräfte, WorldWideWeb, Textfunktion, Organonmodell, Karl Bühler, Personalentwicklung, Textanalyse, Marktübersicht, Internet, Kommunikation, Appellfunktion, Ausdrucksfunktion, Darstellungsfunktion, Textverständlichkeit
Die Arbeit untersucht, wie komplexe Informationen über Coaching für Führungskräfte auf Webseiten in Deutschland dargestellt werden und welche textuellen Merkmale dabei dominieren.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Coaching-Markt, Online-Kommunikation, Textlinguistik und psychologische Theorien zur Textverständlichkeit.
Das Hauptziel ist es, die Textfunktion von Coaching-Erläuterungen auf Webseiten zu bestimmen, um zu analysieren, ob diese primär informativ (Darstellung) oder werblich (Appell/Ausdruck) gestaltet sind.
Die Arbeit nutzt die Inhaltsanalyse, um 20 ausgewählte Coaching-Erläuterungen auf Websites anhand inhaltlicher Aspekte sowie sprachlich-formaler Merkmale (wie Verben und Pronomina) unter Verwendung des Organonmodells nach Bühler (1934) zu untersuchen.
Im Hauptteil werden zunächst der Coaching-Markt und dessen Problematiken beleuchtet, anschließend die theoretischen Grundlagen des WWW und der Textverarbeitung dargelegt, bevor die eigentliche Analyse von 20 Coaching-Erläuterungen anhand von Verben, Anredeformen und typischen Coaching-Aspekten erfolgt.
Zu den zentralen Begriffen zählen Coaching, Führungskräfte, Textfunktion, Internet, Inhaltsanalyse und das Organonmodell von Bühler.
Da der Begriff Coaching rechtlich nicht geschützt ist und keine einheitliche Definition existiert, nutzen zahlreiche Akteure das Wort als "Container-Begriff" für verschiedene Marketingzwecke, was zu einer hohen Definitionsvielfalt führt.
Die Analyse zeigt, dass die Mehrheit der untersuchten Webseiten durch einen verstärkten Appell- und Ausdruckscharakter (Marketingstrategie) geprägt ist, anstatt auf eine rein neutrale Information des potenziellen Kunden zu zielen.
Es dominieren Verben und Pronomina, die sich auf den Leser (Appell) oder den Autor (Ausdruck) beziehen, was die Vermutung einer werblichen Zielsetzung der Texte unterstreicht.
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