Examensarbeit, 2002
41 Seiten, Note: 2
1 EINLEITUNG
2 ALLGEMEINE ASPEKTE ZUR SEXUALERZIEHUNG
2.1 HOMOSEXUALITÄT: EIN „HEIßES EISEN“ IN DER SEXUALERZIEHUNG?
2.2 HOMOSEXUALITÄT – WAS IST DAS?
2.3 FÜR JUNGEN GELTEN BESONDERHEITEN IM UMGANG MIT HOMOSEXUALITÄT
2.4 INTERKULTURELLE ERZIEHUNG
2.5 ZUSAMMENFASSUNG
3 PLANUNG DER UNTERRICHTSEINHEIT
3.1 BEMERKUNG ZUR LERNGRUPPE
3.2 ARBEIT IN GESCHLECHTSHOMOGENEN GRUPPEN
3.3 DIDAKTIK UND METHODE
3.4 VORÜBERLEGUNGEN ZUR METHODE - STICHWORT – LEBENDIGES LERNEN
3.5 METHODISCHE KONKRETISIERUNG
4 DARSTELLUNG AUSGEWÄHLTER SEQUENZEN
4.1 ALLGEMEINE LERNZIELE
4.2 SEQUENZ 1
4.3 SEQUENZ 2
4.4 SEQUENZ 3
4.5 SEQUENZ 4
5 REFLEXION DER DARGESTELLTEN UNTERRICHTSSEQUENZEN
5.1 ALLGEMEINE ÜBERLEGUNGEN
5.2 REFLEXION SEQUENZ 1
5.3 REFLEXION SEQUENZ 2
5.4 REFLEXION SEQUENZ 3
5.5 REFLEXION SEQUENZ 4
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten einer emanzipatorischen und interkulturellen Sexualerziehung in einer geschlechtshomogenen Jungengruppe zu explorieren, um antihomosexuellen Einstellungen entgegenzuwirken und ein positives Verständnis für sexuelle Vielfalt zu fördern.
1 EINLEITUNG
In meiner zehnten integrierten Haupt- und Realschulklasse ist es mir schon seit geraumer Zeit aufgefallen, dass das Thema Homosexualität ständig direkt oder indirekt präsent ist. Sticheleien und Beleidigungen dieser Art sind gerade im Sportunterricht an der Tagesordnung. Höhepunkt war, als ein Schüler der häufiger mit dem Stigma „Schwuler“ beleidigt worden ist, eines Tages mit einem Bild eines anderen Mitschülers, unterlegt mit der Regenbogenfahne durch die Klasse ging. Er war sehr stolz auf seine selbsterstellte Computergrafik. Ich fragte mich, wieso setzt dieser Junge sich stundenlang an den Computer, scannt Bilder und sucht sich im Netz eine für die Homosexuellenszene typische Regenbogenfahne. Warum präsentiert es so stolz sein Kunstwerk? Welche Ziele verfolgt er damit? Warum steckt er soviel Energie in ein solches Projekt? Welche Strukturen haben sich in dieser Klasse aufgebaut, in der so etwas möglich bzw. nötig ist?
In Absprache mit der Klassenleitung, den Eltern und den SchülerInnen entschieden wir uns (die Klassenleitung und ich), eine Einheit zum Thema Sexualität in geschlechtshomogenen Gruppen durchzuführen. Selbstverständlich war das Thema Homosexualität integraler Bestandteil meiner Vorbereitung. In meiner Unterrichtseinheit habe ich versucht, möglichst viele Facetten der menschlichen Sexualität zu betrachten und auch dementsprechend die Einheit konzipiert. Bei der Durchführung der Einheit bemerkte ich, dass das Thema Homosexualität schnell dominant wurde. Im Vorfeld war mir bewusst, dass dieses Thema heftige Reaktionen auslösen könnte, jedoch war ich von der Intensität der Reaktionen, seitens der Schüler so überrascht, dass ich mich entschied, die Sequenzen, die das Thema Homosexualität betrafen, genauer zu betrachten und zu analysieren.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung thematisiert die tägliche Präsenz von Homophobie im Schulalltag und beschreibt die Motivation des Verfassers, das Thema Sexualität in einem geschlechtshomogenen Rahmen aufzugreifen.
2 ALLGEMEINE ASPEKTE ZUR SEXUALERZIEHUNG: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Bezugsrahmen, einschließlich der Konzepte zur emanzipatorischen Sexualerziehung sowie Hintergründe zu Homosexualität und interkultureller Erziehung.
3 PLANUNG DER UNTERRICHTSEINHEIT: Hier wird die Lerngruppe beschrieben und die didaktisch-methodische Wahl der „lebendigen Lernmethode“ zur Auseinandersetzung mit dem sensiblen Thema begründet.
4 DARSTELLUNG AUSGEWÄHLTER SEQUENZEN: Die konkrete Durchführung der vier Unterrichtssequenzen, die sich mit verschiedenen Aspekten der Sexualität und Homosexualität befassen, wird detailliert dargestellt.
5 REFLEXION DER DARGESTELLTEN UNTERRICHTSSEQUENZEN: In diesem Teil erfolgt eine kritische Auswertung und Reflexion der beobachteten Schülerreaktionen und der Lehreraktivitäten innerhalb der einzelnen Sequenzen.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, dass eine offene Auseinandersetzung mit Homosexualität in einem geschützten, geschlechtshomogenen Rahmen möglich und sinnvoll ist.
Sexualerziehung, emanzipatorische Sexualpädagogik, interkulturelle Erziehung, Homosexualität, geschlechtshomogene Gruppen, Jungenarbeit, Männlichkeitskonstruktion, Homophobie, Schule, lebendiges Lernen, sexuelle Identität, Vorurteile, Diskriminierung, Multikulturalität, Reflexion.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Durchführung einer Unterrichtseinheit zum Thema Sexualität und Homosexualität in einer zehnten Klasse, speziell in einer geschlechtshomogenen Jungengruppe.
Zentrale Schwerpunkte sind die emanzipatorische Sexualerziehung, der Umgang mit Homophobie, die Konstruktion von Männlichkeit sowie interkulturelle Aspekte in einer multiethnischen Lerngruppe.
Das Ziel ist es, in einem geschützten Rahmen Vorurteile abzubauen, Sprachfähigkeit zu entwickeln und eine positive Auseinandersetzung mit sexueller Vielfalt zu fördern.
Der Verfasser nutzt einen handlungsorientierten Ansatz in Anlehnung an das „lebendige Lernen“, um kognitive Wissensvermittlung mit persönlichen Erfahrungen und Rollenspielen zu verknüpfen.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit inklusive einer Quiz-Ratewand sowie die Auswertung und Reflexion der vier durchgeführten Sequenzen.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Sexualpädagogik, Homosexualität, Jungenarbeit und interkulturelle Erziehung definieren.
Die Trennung ermöglicht einen geschützten Raum, in dem männliche Jugendliche ohne den Zwang zur Selbstdarstellung gegenüber Mädchen oder das Bedürfnis zur aggressiven Abgrenzung offener über persönliche Ängste und Gefühle sprechen können.
Initial zeigten sich massive Widerstände und Abwehrreaktionen in Form von homophoben Sprüchen und Vorurteilen, die im weiteren Verlauf durch die Reflexionsphasen jedoch differenzierter hinterfragt wurden.
Die multiethnische Zusammensetzung erfordert eine interkulturelle Perspektive, um sowohl verschiedene kulturelle Normen zu respektieren als auch pauschalisierende Vorurteile als solche zu entlarven.
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