Diplomarbeit, 2008
100 Seiten, Note: 1,0
1. Fähigkeitsselbstkonzept als Komponente vom Selbstkonzept
1.1 Zum Selbstkonzeptbegriff
1.1.1 Historische Einordnung
1.1.2 Versuch einer Definition
1.2 Strukturelle Aspekte des Selbstkonzepts
1.3 Komponenten des Selbstkonzepts
1.4 Zusammenfassung
2. Forschungsgegenstand Fähigkeitsselbstkonzept
2.1 Präzisierung des fähigkeitsbezogenen Selbstkonzeptbegriffes
2.2 Struktur des Fähigkeitsselbstkonzeptes
2.3 Genese von Fähigkeitsselbstkonzepten
2.4 Bedeutung der Fähigkeitsselbstkonzepte für die Schulleistung
2.4.1 Fähigkeitsselbstkonzepte und Schulleistung
2.4.2 Fähigkeitsselbstkonzepte von Kindern im Anfangsunterricht
2.5 Determinanten von Fähigkeitsselbstkonzepten
2.5.1 Helmkes Modell zentraler Determinanten
2.5.2 Quellen akademischer Selbstkonzepte
2.6 Zusammenfassung
3. Bewertung durch signifikant Andere
3.1 Begriffsklärung
3.1.1 Signifikant Andere
3.1.2 Bewertung
3.2 Übernahme von Bewertungen signifikant Anderer
3.2.1 Erklärungsansatz aus Sicht des symbolischen Interaktionismus
3.2.2 Erklärungsansatz aus kognitionstheoretischer Sicht
3.3 Bewertung signifikant Anderer als Quelle
3.4 Zusammenfassung
4. Aktueller Forschungsstand zum Zusammenhang von Fähigkeitsselbstkonzepten und Fähigkeitseinschätzungen der Eltern
5. Fragestellung und Hypothesengenerierung
5.1 Ziele der Untersuchung
5.2 Hypothesenableitung
5.3 Zusätzliche Fragestellungen
5.3.1 Einfluss von Drittvariablen
5.3.2 Einfluss des Geschlechtes
6. Überblick über die Studie „Persönlichkeits- und -Lernentwicklung in sächsischen Grundschulen“ (PERLE)
7. Untersuchungsbeschreibung
7.1 Stichprobenbeschreibung
7.2 Untersuchungsablauf
7.3 Untersuchungsinstrumente
7.3.1 Fähigkeitsselbstkonzepterhebung
7.3.2 Elterliche Fähigkeitseinschätzung der Kinder
7.4 Statistische Testverfahren
8. Ergebnisse
8.1 Deskriptive Ergebnisse
8.1.1 Deskriptive Ergebnisse der Fähigkeitsselbstkonzepterhebung
8.1.2 Deskriptive Ergebnisse der Erhebung zur Elterneinschätzung
8.2 Ergebnisse der Hypothesenüberprüfung
8.3 Überprüfung der zusätzlichen Fragestellungen
8.3.1 Überprüfung des Einflusses von Drittvariablen
8.3.2 Überprüfung des Einflusses des Geschlechts
9. Diskussion
9.1 Limitationen
9.2 Diskussion der Deskriptivstatistiken
9.3 Diskussion der Ergebnisse der Hypothesenüberprüfung
9.4 Diskussion der Ergebnisse der zusätzlichen Fragestellungen
9.4.1 Einfluss von Drittvariablen
9.4.2 Einfluss des Geschlechts
9.5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den Fähigkeitsselbstkonzepten von Kindern im Anfangsunterricht und der Einschätzung dieser Fähigkeiten durch ihre Eltern. Das primäre Ziel besteht darin, zu klären, ob bereits in der Schuleingangsphase ein Zusammenhang zwischen diesen beiden Faktoren existiert und welche Rolle geschlechtsspezifische Unterschiede oder Drittvariablen hierbei spielen.
2.4.2 Fähigkeitsselbstkonzepte von Kindern im Anfangsunterricht
Der Eintritt in die Schule zählt für Kinder zu den einschneidendsten und wichtigsten Lebensereignissen, dessen Bewältigung eine wesentliche Entwicklungsaufgabe darstellt (vgl. Helmke 1991, 1998). Schulanfänger haben sich mit der Einschulung auf eine Fülle von neuen Situationen einzustellen und werden dabei mit zahlreichen Anforderungen, Problemen und Herausforderungen konfrontiert (vgl. Petillon 1991, S. 183). In Anbetracht dessen kommt dem Anfangsunterricht, "den in spezifischer Weise gestalteten Unterricht für Schulanfänger" (Heckt/Sandfuchs 1997, S. 12), eine Sonderstellung zu. Er dient nicht nur der Einführung in das Spektrum der schulischen Lern- und Arbeitsformen (vgl. Faust-Siehl et al. 1999, S. 147f.) sowie in grundlegende Kulturtechniken (vgl. Hacker 1999, S. 8), sondern nimmt auch für die Persönlichkeits- und Lernentwicklung des Schulanfängers eine zentrale Rolle ein (vgl. Helmke 1998, S. 116). So spielen für das Fähigkeitsselbstkonzept, welchem ausschlaggebende Bedeutung für die Bewältigung und Bewertung von Lernanforderungen, dem Lernverhalten und dem Leistungserfolg in der Schule zukommt (vgl. Helmke 1992, S. 40), die Erfahrungen der ersten Schuljahre eine Schlüsselrolle (vgl. Helmke 1998, S. 116).
Umso erstaunlicher ist es, wie wenige Untersuchungen sich in der bisherigen Selbstkonzeptforschung mit der Altersgruppe der Schulanfänger auseinandergesetzt haben. Insbesondere Längsschnittanalysen sind kaum vorhanden. Trotz der spärlichen Befunde konnte belegt werden, dass die Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten zu Beginn der Schulzeit extrem hoch ist und erst im Laufe der ersten Grundschulklassen allmählich abnimmt (zusammenfassend vgl. Zeinz 2006, S. 28ff.). Helmke (1998) konnte aufzeigen, dass sich in den Verteilungen der Einschätzungen der Kinder erster Klasse 60 % der Schüler und Schülerinnen als "am besten" einschätzen; insgesamt befinden sich weit über 90 % zwischen der Einteilung "mittel" und "am besten". Aufgrund der Ergebnisse stellt sich allerdings die Frage, warum dem so ist. Warum besitzen jüngere Kinder eine Tendenz zur optimistischen Selbstwahrnehmung?
1. Fähigkeitsselbstkonzept als Komponente vom Selbstkonzept: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen des Selbstkonzepts ein und erläutert dessen Struktur und Definition.
2. Forschungsgegenstand Fähigkeitsselbstkonzept: Hier wird das Fähigkeitsselbstkonzept als spezifischer Teilbereich präzisiert, seine Genese beschrieben und die Bedeutung für Schulleistungen sowie zentrale Determinanten aufgezeigt.
3. Bewertung durch signifikant Andere: Dieses Kapitel fokussiert auf die Rolle bedeutsamer Bezugspersonen, insbesondere der Eltern, für die Bildung von Fähigkeitsselbstkonzepten.
4. Aktueller Forschungsstand zum Zusammenhang von Fähigkeitsselbstkonzepten und Fähigkeitseinschätzungen der Eltern: Ein Überblick über existierende Studien verdeutlicht die Relevanz der elterlichen Einschätzungen als Prädikator für kindliche Selbstkonzepte.
5. Fragestellung und Hypothesengenerierung: Auf Basis der theoretischen Befunde werden die Ziele der Untersuchung definiert und spezifische Hypothesen für die empirische Analyse abgeleitet.
6. Überblick über die Studie „Persönlichkeits- und -Lernentwicklung in sächsischen Grundschulen“ (PERLE): Beschreibung des Forschungsprojekts, das die Datengrundlage für die vorliegende Arbeit liefert.
7. Untersuchungsbeschreibung: Detaillierte Darstellung der eingesetzten Instrumente, des Untersuchungsablaufs sowie der angewendeten statistischen Verfahren.
8. Ergebnisse: Präsentation der deskriptiven Daten und Überprüfung der aufgestellten Hypothesen sowie der zusätzlichen Fragestellungen.
9. Diskussion: Interpretation der Befunde, Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext, Diskussion der Limitationen sowie Ausblick auf zukünftige Forschung.
Fähigkeitsselbstkonzept, Anfangsunterricht, Elterneinschätzung, PERLE-Studie, Schulleistung, Sozialisation, Selbstwahrnehmung, Geschlechterunterschiede, Grundschule, Leistungsentwicklung, Fähigkeitsüberzeugungen, Prädikator, akademisches Selbstkonzept, kognitive Entwicklung, Attribution.
Die Arbeit untersucht, wie Kinder im Anfangsunterricht ihre eigenen schulischen Fähigkeiten wahrnehmen und inwiefern diese Einschätzungen mit der Bewertung durch ihre Eltern korrelieren.
Zentrale Felder sind die psychologische Selbstkonzeptforschung, der Übergang in die Grundschule (Anfangsunterricht) sowie die Einflüsse von Bezugspersonen auf die kindliche Kompetenzentwicklung.
Das Hauptziel ist die Aufdeckung des Zusammenhangs zwischen den spezifischen Fähigkeitsselbstkonzepten von Grundschulkindern und den entsprechenden Einschätzungen ihrer Eltern in den Domänen Lesen, Schreiben und Rechnen.
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Analyse mit quantitativen Daten aus der PERLE-Studie. Es werden Korrelationsanalysen und Mittelwertsvergleiche (t-Tests) angewendet.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Hintergrund zur Selbstkonzeptgenese, die Beschreibung der verwendeten Erhebungsinstrumente, die empirische Datenauswertung und eine kritische Diskussion der Ergebnisse.
Fähigkeitsselbstkonzept, Elterneinschätzung, Anfangsunterricht, PERLE-Studie, Schulleistung, Sozialisation und Leistungsentwicklung.
Der Anfangsunterricht ist eine kritische Phase, in der Kinder erstmals systematisch mit Leistungsanforderungen konfrontiert werden und sich ihre Fähigkeitsselbstkonzepte in Bezug auf schulische Leistungen grundlegend formen.
Die Arbeit untersucht, ob Jungen und Mädchen unterschiedliche Selbstkonzepte in den Fächern Mathe und Deutsch aufweisen und ob Eltern ihre Kinder geschlechtsstereotyp bewerten.
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