Bachelorarbeit, 2008
60 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Begriffsklärung und Grundannahmen
2.1 Aggression
2.2 Aggressivität
2.3 Gewalt
2.3.1 Körperliche Gewalt
2.3.2. „Gewalt“ oder „Aggression“ gegen Gegenstände?
2.3.3 Psychische Gewalt
2.3.4 Strukturelle Gewalt
2.4 Fazit
3 Aggressives Verhalten an Schulen- Die Bedeutung von Geschlecht, Herkunft, Sozialisation und Alter
3.1 Aggressionspotenzial bei Jungen und Mädchen
3.1.1 Die Hormonhypothese bzw. biologische Komponenten
3.1.2 Die Evolutionshypothese
3.1.3 Die Geschlechterrollen-Hypothese
3.1.4 Aggressionen und Gewalt bei Mädchen
3.2 Herkunft und Sozialisation
3.2.1 Lebensumfeld und Erziehung
3.2.1.1 Lebensumfeld
3.2.1.2 Erziehung
3.2.1.2.1 Die Familie
3.2.1.2.2 Die Schule
3.2.2 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
3.2.2.1 Die Art der Aggressionen/Gewalt
3.2.2.2 Gründe für das andere Gewaltverhalten bei Ausländern- Überprüfung der Richtigkeit der Ergebnisse
3.3 Alterstypische Besonderheiten
3.3.1 Aggressionen und Gewalt in unterschiedlichen Altersabschnitten
3.3.2 Der Einfluss der Gleichaltrigengruppen
3.4 Das Opferverhalten
3.4.1 Individuelle Besonderheiten der Opfer
3.4.2 Anzeichen des Opferseins
3.4.3 Folgen und Bedingungen des Opferseins
3.5 Fazit
4 Der Einfluss der Schule auf das Aggressionsverhalten der Schüler
4.1 Lage und bauliche Beschaffenheit der Schule
4.2 Schul- und Klassengröße
4.3 Schulform
4.4 Lehrerverhalten
4.5 Fazit
5 Schulgewalt in den Medien – Eine Auswahl
6 Präventions- und Interventionsmaßnahmen
6.1 Definition der Präventions- und Interventionsmaßnahmen
6.1.1 Primäre Prävention
6.1.2 Sekundäre Prävention
6.1.3 Tertiäre Prävention
6.2 Institutionelle und schulorganisatorische Änderungen
6.2.1 Schulprofil und Schülerpartizipation
6.2.2 Kooperation von Eltern und Schule
6.2.3 Änderung von Unterricht
6.3 Interventionsprogramm nach Olweus
6.4 Konfrontative Pädagogik
6.4.1 Konfrontatives Soziales Training (KST)
6.4.2 Coolness – Training (CT)
6.5 Fazit
7 Schlussbemerkung
8 Literaturliste
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene Aggression, Gewalt und aggressives Verhalten an Schulen, wobei sie die Notwendigkeit einer präzisen Begriffsbestimmung betont und den Einfluss individueller Faktoren wie Geschlecht, Herkunft, Sozialisation und Alter analysiert, um anschließend die Rolle der Schule selbst und mögliche Präventions- sowie Interventionsmaßnahmen kritisch zu beleuchten.
2.3.1 Körperliche Gewalt
Ohne nun noch mal auf die Schwierigkeit der Unterscheidung zwischen „Aggression“ und „Gewalt“ hinzuweisen, wird nun beschrieben, was physische Gewalt beinhaltet: „Physische Gewalt ist die Schädigung oder Verletzung eines oder mehrerer Menschen durch körperliche Kraft und/oder andere Zwangsmittel. Zu den vorherrschenden Zwangsmitteln gehören Waffen aller Art.“
Diese Definition besagt also, dass ein direktes Vorgehen gegen eine Person das entscheidende Kriterium ist. Sinnvoller erscheint es jedoch, diese Definition zu erweitern und zwar um die „Gewalt gegen Sachen“. Die schwerwiegende Form, der Vandalismus, weist die selben Merkmale auf, wie Gewaltausübung gegen Menschen, außer, dass es sich eben nicht um Lebewesen handelt. Allerdings ist auch hier ungehemmtes, massives und schädigendes Verhalten zu erkennen.
Gewalt, in diesem Fall die Gewalt physischer Art, ist also Objektbezogen. Hierbei kann auch die selbstbezogene Gewalt, die Autoaggression, genannt werden. In diesem speziellen Fall lässt sich nur schwer feststellen, ab wann es „Aggression“ ist und wann „Gewalt“, da hier das persönliche Empfinden der betroffenen Person ausschlaggebend ist. Unter Umständen kann hier wieder die schwere als Indikator dienen. Eine genaue Definition, in welche Kategorie selbstzerstörerisches Verhalten zu verorten ist, ist schwierig, weshalb auch mittlerweile von „Autodestruktion“ die Rede ist. Hierbei aber von rein körperlicher Gewalt zu reden, käme der Wirklichkeit jedoch nicht sehr nahe, da die Selbstverletzung, im Sinne von Verstümmelung aber auch im Sinne von körperlicher Eingeschränktheit durch hervorgerufene Beschwerden, abhängig ist von der psychischen Konstitution, also der Punkt der „psychischen Gewalt“ entscheidend mitwirkt.
Sexuelle Gewalt ist auch ein vorwiegend körperlicher Ausdruck von Gewalt, wobei auch hier die Verbindung mit der psychischen wie auch der verbalen Gewalt nicht verschwiegen werden darf. Sexuelle Gewalt dient der Befriedigung des Täters, indem er seine Opfer zu reinen Gegenständen seines Triebes degradiert. Der Wille des Gegenübers wird dabei gänzlich außer Acht gelassen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Schulgewalt ein, stellt die Relevanz der Begriffsbestimmung heraus und skizziert den Aufbau der Untersuchung von den Ursachen bis hin zu Interventionsmöglichkeiten.
2 Begriffsklärung und Grundannahmen: Dieses Kapitel differenziert präzise zwischen Aggression, Aggressivität und verschiedenen Gewaltformen, um eine klare Basis für die weitere Analyse zu schaffen.
3 Aggressives Verhalten an Schulen- Die Bedeutung von Geschlecht, Herkunft, Sozialisation und Alter: Hier werden die maßgeblichen Faktoren untersucht, die das Aggressionspotenzial bei Kindern und Jugendlichen beeinflussen, unter besonderer Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Rollenbilder, familiärer Sozialisation und dem Einfluss der Peergroup.
4 Der Einfluss der Schule auf das Aggressionsverhalten der Schüler: Das Kapitel analysiert, wie schulische Strukturen, die räumliche Beschaffenheit, das Leistungsdenken und das Verhalten des Lehrpersonals gewaltbegünstigend oder -hemmend wirken können.
5 Schulgewalt in den Medien – Eine Auswahl: Es wird dargestellt, wie die mediale Berichterstattung das öffentliche Bild der Schulgewalt prägt und oft durch Einzelfallschilderungen verzerrt.
6 Präventions- und Interventionsmaßnahmen: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Strategien, von allgemeiner Prävention bis hin zu spezifischen Programmen wie dem Olweus-Ansatz und der konfrontativen Pädagogik.
7 Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Schulgewalt zwar existiert, aber oft falsch wahrgenommen wird, und fordert eine enge Kooperation aller Akteure sowie bildungspolitische Reformen zur Gewaltprävention.
Schulgewalt, Aggression, Aggressivität, Prävention, Intervention, Mobbing, Sozialisation, Geschlechterrolle, Vandalismus, Olweus-Programm, konfrontative Pädagogik, Schülerpartizipation, Lehrverhalten, Erziehung, Migrationshintergrund.
Die Bachelorarbeit analysiert das Phänomen der Schulgewalt unter Berücksichtigung von Ursachen, Ausmaß und möglichen Handlungsmöglichkeiten.
Die Arbeit behandelt die definitorische Abgrenzung von Gewaltbegriffen, den Einfluss von Geschlecht und Herkunft, die Bedeutung des schulischen Umfelds und die Wirksamkeit von Präventionsprogrammen.
Das Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für das Entstehen von Gewalt an Schulen zu entwickeln, um auf dieser Grundlage fundierte Strategien zur Prävention und Intervention aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und theoretischer Konzepte zur Aggressions- und Gewaltforschung im schulischen Kontext.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Analyse soziokultureller und altersspezifischer Faktoren, den Einfluss der Institution Schule sowie die Vorstellung konkreter Interventionsprogramme.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schulgewalt, Prävention, Mobbing, Aggressionspotenzial und schulische Sozialisation charakterisieren.
Die Arbeit zeigt, dass Jungen häufiger physische Gewalt ausüben, während Mädchen eher zu indirekten oder psychischen Aggressionsformen neigen, was teilweise durch Geschlechterrollen-Hypothesen erklärt wird.
Die Arbeit verdeutlicht, dass schulische Selektionsprozesse, Leistungsdruck und ungerechtes Lehrerverhalten bei Schülern Frustration erzeugen können, die sich in aggressivem Verhalten entlädt.
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