Masterarbeit, 2020
71 Seiten, Note: 2.5
1. Einleitung
2. Der Zusammenhang von Migration und Bildung
2.1 Zentrale Begriffsdefinitionen
2.1.1 Migration
2.1.2 Migrationshintergrund
2.1.3 Schulerfolg
2.1.4 Bildungsungleichheit
2.2 Mögliche Erklärungsebenen für die Bildungsungleichheit von Schüler*innen mit Migrationshintergrund
2.2.1 Institutionelle Erklärungsebene
2.2.2 Familiäre Erklärungsebene
3. Elterliches Schulengagement
3.1 Formen elterlichen Schulengagements
3.2 Relevanz elterlichen Schulengagements
3.3 Elterliches Schulengagement von Eltern mit Migrationshintergrund
3.4 Motivation zum elterlichen Schulengagement aus selbtbestimmungstheoretischer Perspektive von Deci und Ryan
4. Prädiktoren elterlichen Schulengagements
4.1 Das Modell elterlichen Schulengagements
4.2 Psychologische Prädiktoren
4.2.1 Prädiktor Elterliche Rollenwahrnehmung
4.2.2 Prädiktor Elterliche Selbstwirksamkeit
4.3 Lebenskontextabhängige Prädiktoren
4.3.1 Prädiktor Sprache und Prädiktor Wissen über das Schulsystem
4.3.2 Prädiktor Zeit und Energie
4.3.3 Prädiktor Finanzielle Ressourcen
4.3.4 Prädiktor Gefühl der Akzeptanz
II. Empirischer Teil
5. Hypothesen
6. Quantitative Untersuchung
6.1 Daternerhebungsinstrument
6.2 Gütekriterien
6.2.1 Objektivität
6.2.2 Reliabilität
6.2.3 Validität
6.3 Umkodieren des Fragebogens
6.4 Durchführung der Stichprobe
6.5 Auswertungsmethode
7. Ergebnisse
7.1 Deskriptive Ergebnisse: Stichprobenbeschreibung
7.2 Vergleichende Ergebnisse
7.2.1 Prüfung der Haupthypothese
7.2.2 Prüfung der Unterhypothese 1
7.2.3 Prüfung der Haupthypothese 2
7.2.4 Prüfung der Unterhypothese 3
7.2.5 Prüfung der Unterhypothese 4
7.2.6 Prüfung der Unterhypothese 5
7.2.7 Prüfung der Unterhypothese 6
8. Diskussion
8.1 Interpretation und Diskussion der Ergebnisse
9. Fazit
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, subjektive Einschätzungen von Grundschuleltern mit und ohne Migrationshintergrund hinsichtlich ihres elterlichen Schulengagements zu ermitteln und potenzielle Unterschiede in diesen Gruppen zu erforschen, da der erste Bildungsübergang eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Bildungsungleichheit einnimmt.
1. Einleitung
Nachdem Kinder von sogenannten Gastarbeitern 1964 schulpflichtig werden, geben Mitte der 1990er Jahre Untersuchungen aus der Perspektive interkultureller Bildungsforschung Hinweise darüber, dass in Deutschland eine Bildungsungleichheit bei Schüler*innen mit Migrationshintergrund besteht (Alba, Handl & Müller, 1994). Dessen ungeachtet breitet sich in der Politik und Öffentlichkeit stillschweigend die Illusion der Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem aus. Diese Illusion wird mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der ersten PISA-Studie (Programme for International Student Assessment), einer internationalen Schulleistungsstudie zur Erfassung der Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften von 15jährigen SchülerInnen aus dem Jahr 2000 erschüttert und der enge Zusammenhang von Schulerfolg und Migrationshintergrund öffentlichkeitwirksam bestätigt (Baumert et al., 2001).
Die Befunde der PISA-Studie weisen bezüglich Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf ein immenses Versäumnis deutscher Bildungspolitik und Schulen hin. Die schulischen Karrieren und der Kompetenzerwerb von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bereiten vollkommen unzureichend auf ein Leben in Deutschland vor (…). (Volkholz, 2004, S. 16)
Mit PISA wird auch die Qualität der deutschen Grundschule in Frage gestellt. Nach publizierten Ergebnissen der IGLU-Studie (Internationale Grundschul Lese Untersuchung) lassen sich schon in der Grundschule Disparitäten in der Lesekompetenz zwischen Schüler*innen mit und ohne Migrationshintergrund feststellen (Bos, 2016). Nach Meinung von Ramseger und Wagener (2008) sind die schlechten Leseleistungen von Schüler*innen mit Migrationshintergrund in IGLU u.a. darauf zurückzuführen, dass „die deutsche Grundschule in einem völlig inakzeptablen Ausmaß eines ihrer wichtigsten Ziele [verfehlt]: die erfolgreiche Einführung der Kinder in die Schriftkultur als unabdingbare Voraussetzung aller weiteren Bildungsbemühungen.“ (S. 13)
20 Jahre nach Veröffentlichung der ersten PISA-Befunde zeigen Schüler*innen mit Migrationshintergrund immer noch große Disparitäten in den Basiskompetenzen, Schulnoten, Schulbesuchen und Schulabschlüssen zu Schüler*innen ohne Migrationshintergrund. Sowohl bei der ersten, als auch bei der zweiten Generation der Schüler*innen mit Migrationshintergrund erweist sich ihre Bildungsungleichheit als weitestgehend konstant (Stanat, Rauch & Segeritz, 2010)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Problematik der Bildungsungleichheit zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund und begründet das wissenschaftliche Interesse an elterlichem Engagement als Gegenmaßnahme.
2. Der Zusammenhang von Migration und Bildung: In diesem Kapitel werden zentrale Fachbegriffe definiert und die institutionellen sowie familiären Erklärungsansätze für Bildungsungleichheiten kritisch analysiert.
3. Elterliches Schulengagement: Das Kapitel definiert den Begriff des elterlichen Engagements, beschreibt dessen verschiedene Formen und beleuchtet die motivationale Perspektive nach Deci und Ryan sowie die Situation von Eltern mit Zuwanderungsgeschichte.
4. Prädiktoren elterlichen Schulengagements: Hier wird ein theoretischer Rahmen zur Erklärung der Einflussfaktoren auf das elterliche Engagement geschaffen und psychologische sowie lebenskontextabhängige Prädiktoren (z.B. Rollenwahrnehmung, Sprachkenntnisse) abgeleitet.
II. Empirischer Teil: Dieser Teil führt in das methodische Vorgehen und die Struktur der eigenen Untersuchung ein.
5. Hypothesen: Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen werden eine Haupthypothese sowie sechs Unterhypothesen formuliert, um die Unterschiede im Engagement systematisch zu prüfen.
6. Quantitative Untersuchung: Dieses Kapitel detailliert das gewählte Forschungsdesign, das Instrument (Fragebogen), die Stichprobenauswahl sowie die angewandten statistischen Auswertungsmethoden.
7. Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden deskriptiv beschrieben und die Hypothesen anhand der Ergebnisse des Mann-Whitney-U-Tests umfassend vergleichend geprüft.
8. Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, in den Kontext der theoretischen Grundlagen gesetzt und kritisch hinsichtlich ihrer Validität und Aussagekraft reflektiert.
9. Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Forschungsansätze.
Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, elterliches Schulengagement, Grundschuleltern, Schulerfolg, Bildungsübergang, Prädiktoren, elterliche Rollenwahrnehmung, Selbstwirksamkeit, Sprachbarrieren, Bildungspolitik, quantitative Forschung, Elternpartizipation, soziale Ressourcen, Kompetenzerleben.
Die Arbeit untersucht, inwieweit sich das elterliche Schulengagement von Grundschuleltern mit und ohne Migrationshintergrund unterscheidet und welche Faktoren (Prädiktoren) dies beeinflussen.
Die Themenfelder umfassen den Zusammenhang zwischen Migration und Bildung, Definitionen von Bildungsungleichheit, Formen des elterlichen Engagements sowie theoretische Modelle zu dessen Einflussfaktoren.
Das Ziel ist es, die subjektiven Einschätzungen der Eltern zu erforschen, um zu verstehen, wie Hindernisse wie Sprachbarrieren oder mangelndes Wissen über das Schulsystem das Engagement in der Grundschule beeinflussen.
Es wurde eine quantitative Umfrageforschung mit einem nicht-experimentellen Querschnittdesign gewählt, wobei die Daten mittels Mann-Whitney-U-Tests statistisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil, der das Modell von Hoover-Dempsey und Sandler anpasst, und einen empirischen Teil, in dem Hypothesen zur Rollenwahrnehmung, Selbstwirksamkeit und zu Lebenskontextfaktoren aufgestellt und geprüft werden.
Wichtige Begriffe sind Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, elterliches Schulengagement, Prädiktoren, elterliche Selbstwirksamkeit und das deutsche Bildungssystem.
Die Arbeit zeigt, dass mangelnde Deutschkenntnisse oft zu Gefühlen der Unsicherheit und sozialen Unterlegenheit führen, was die betroffenen Eltern in ihrem Engagement in der Grundschule beeinträchtigen kann.
Nein, die Ergebnisse der Untersuchung deuten eher darauf hin, dass Eltern mit Migrationshintergrund sich zwar anders engagieren, aber nicht zwingend weniger Interesse an der Bildung ihrer Kinder zeigen als Eltern ohne Migrationshintergrund.
Die elterliche Selbstwirksamkeit – die Überzeugung, einen positiven Einfluss auf den schulischen Erfolg des Kindes nehmen zu können – ist ein zentraler psychologischer Prädiktor, der mit verstärktem Engagement korreliert.
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