Examensarbeit, 2006
115 Seiten
1. VORWORT
2. EINLEITUNG
3. DER (LEBENS)RAUM
3.1 DER RAUM
3.1.1 DER „GELEBTE“ RAUM
3.2 KINDER UND IHR LEBENSRAUM
3.2.1 VERÄNDERUNGEN IM LEBEN DER KINDER
4. DER KLASSENRAUM ALS LERNFAKTOR
4.1 DAS KLASSENZIMMER
4.2 DAS KLASSENZIMMER ALS LERNUMGEBUNG
4.2.1 DIE „LERNUMGEBUNG“
4.2.2 LERNUMGEBUNG IM KLASSENZIMMER
4.2.3 DIE LERNUMGEBUNG BEI EINIGEN AUSGEWÄHLTEN REFORMPÄDAGOGEN
4.2.3.1 RUDOLF STEINER (1861 – 1925)
4.2.3.2.MARIA MONTESSORI (1870 – 1952)
4.2.3.3 PETER PETERSEN (1884 – 1952)
4.2.3.4 CÉLESTIN FREINET (1896 – 1966)
4.3 DER RAUM ALS LERNFAKTOR
4.4 DER PÄDAGOGISCHE HINTERGRUND DES LERNRAUMES
4.5 EINFLÜSSE DES KLASSENRAUMS AUF DIE SCHÜLERINNEN
4.5.1 DAS VERHALTEN
4.5.2 DIE LERNBEREITSCHAFT
5. KLASSENRAUMGESTALTUNG
5.1 GESTALTUNG VON GRUNDSCHULKLASSENZIMMERN
5.1.1 WICHTIGE FAKTOREN BEI DER GRUNDSÄTZLICHEN AUSSTATTUNG
5.1.1.1 DIE GRÖßE UND DIE FORM
5.1.1.2 DIE FARBGESTALTUNG
5.1.1.3 DAS LICHT / DIE FENSTER UND DIE BELEUCHTUNG
5.1.1.4 DER BODENBELAG
5.1.1.5 DIE TISCHE UND DIE STÜHLE
5.1.1.6 DIE SITZORDNUNG
5.1.1.7 DAS RAUMKLIMA
5.1.1.8 DIE AKUSTIK
5.1.1.9 DIE ÄSTHETISCHE GESTALTUNG
5.1.1.10 DIE PFLANZEN
5.2 INTERESSENVERTRETUNGEN BRI DER KLASSENRAUMGESTALTUNG
5.3 GRÜNDE FÜR DIE GROßEN DIFFERENZEN UNTER DEN KLASSENZIMMERN
5.4 MITGESTALTUNG DER KINDER
6. DIE EMPIRISCHE STUDIE„MEIN KLASSENZIMMER“
6.1 VORBEREITUNG DER STUDIE
6.1.1 EMPIRISCHE SOZIALFORSCHUNG
6.1.2 METHODEN DER EMPIRISCHEN SOZIALFORSCHUNG
6.1.3 REAKTIVE VERFAHREN
6.2 DER FRAGEBOGEN
6.2.1 DIE ERSTELLUNG DES FRAGEBOGENS
6.3 DREI IDEALTYPISCHE PHASEN IM FORSCHUNGSABLAUF
6.3.1 ENTSTEHUNGSZUSAMMENHANG
6.3.2 VERWENDUNGSZUSAMMENHANG
6.3.3 BEGRÜNDUNGSZUSAMMENHANG
7. AUSWERTUNG DER STUDIE „MEIN KLASSENZIMMER“
8. MEIN KLASSENZIMMER
9. FAZIT
Die Arbeit untersucht den Einfluss der physischen Raumgestaltung in Grundschulen auf die Lernbereitschaft, das Wohlbefinden und die Motivation von Schülern. Ziel ist es, unter Einbeziehung der Bedürfnisse und Vorstellungen von Kindern ein Konzept für einen „idealen“ Klassenraum zu entwickeln, der sowohl pädagogisch funktional als auch kindgerecht ist.
3.1.1 DER „GELEBTE“ RAUM
Zunächst möchte ich den Begriff des Raumes ganz allgemein betrachten. Das Umfeld in dem sich ein Mensch bewegt hat Einflüsse auf physische Belange des Körpers, wie auch auf seine Psyche.
Die beiden Basisdimensionen, die man sich zunächst verdeutlichen muss, sind die Unterscheidung von Außen- und Innenraum. Otto Friedrich von Bollow beschreibt: „Das eine ist die weite Welt, in der der Mensch in der Gemeinschaft mit seinen Mitmenschen seine Arbeit zu leisten hat […], das andere ist der engere Raum, in dem er sich zurückziehen, an dem er sich ausruhen und nach den Anstrengungen des Lebens wieder zu sich selbst kommen kann.“
Was bedeutet nun der Außen- und der Innenraum in der Schule? Ein Klassenraum sollte meiner Meinung nach eigentlich beide Dimensionen in sich vereinen. Er sollte sowohl ein Raum der Gemeinschaft sein, wie auch Rückzugsmöglichkeiten bieten, aber das wird in den späteren Kapiteln noch ein genauer behandelt werden.
Zurück zum Raum im Allgemeinen: Man muss sich bewusst sein, dass man den Raum nicht als neutrales Feld betrachten kann. Oft heißt es, man befände sich in einer neutralen Umgebung. Eine neutrale Umgebung kann nie gegeben sein, denn „ er ist stets vom Mensch erlebter und gelebter Raum.“
Selbst ein völlig leeres Zimmer, ohne Einrichtung oder Gegenstände jeglicher Art, ist nicht neutral. Schon diese Leere selber nimmt die Neutralität bereits wieder. Das so viel gebrauchte Sprichwort: „Wir bewegen uns auf einem neutralen Raum.“, kann also niemals gegeben sein. Neutrale Räume gibt es nicht! Dass immer eine Wechselwirkung zwischen menschlichem Verhalten und dem allgemeinen Wohlbefinden eines Menschen und dem Faktor „Raum“ besteht, erlebt jeder von uns ständig am eigenen Leib. Manchmal fühlen wir uns in einer bestimmten Umgebung nicht wohl. Sei es nun die Wohnung eines/r Freundes/in, ein Hotelzimmer im Urlaub, der Arbeitsplatz oder eine ganze Stadt. Otto Friedrich von Bollow sieht den Raum als einen Faktor, der sowohl positiv, wie auch negativ beeinflussen kann und sich auch so auf die Befindlichkeit auswirkt, auch wenn der Mensch das vielleicht nicht möchte oder es nicht bewusst merkt.
1. VORWORT: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch eigene Praktikumserfahrungen und ihre Überzeugung, dass die räumliche Umgebung einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lernmotivation von Grundschulkindern hat.
2. EINLEITUNG: Es wird die Hypothese aufgestellt, dass eine kindgerechte Lernumgebung maßgeblich zu einer erfolgreichen Schullaufbahn beiträgt und den Kindern ermöglichen sollte, sich im Klassenzimmer wohl zu fühlen.
3. DER (LEBENS)RAUM: Dieser Abschnitt beleuchtet theoretisch den Raumbegriff, die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umgebung sowie die spezifischen Lebensumstände heutiger Kinder.
4. DER KLASSENRAUM ALS LERNFAKTOR: Hier wird der Klassenraum als pädagogische Einflussgröße definiert, reformpädagogische Ansätze werden analysiert und der pädagogische Hintergrund von Lernräumen dargelegt.
5. KLASSENRAUMGESTALTUNG: Eine detaillierte Betrachtung verschiedener Faktoren wie Größe, Farbe, Licht, Mobiliar und Klima, die bei der praktischen Ausstattung von Grundschulklassenzimmern von Bedeutung sind.
6. DIE EMPIRISCHE STUDIE „MEIN KLASSENZIMMER“: Beschreibung der methodischen Vorbereitung, der Zielsetzung und des theoretischen Rahmens der durchgeführten Befragung unter 312 Schülern.
7. AUSWERTUNG DER STUDIE „MEIN KLASSENZIMMER“: Detaillierte Analyse und Interpretation der gewonnenen Daten aus der Umfrage, gegliedert nach den einzelnen Fragen des Fragebogens.
8. MEIN KLASSENZIMMER: Die Autorin entwirft basierend auf den theoretischen Erkenntnissen und den Wünschen der befragten Kinder ein Konzept für einen möglichst idealen, fiktiven Klassenraum.
9. FAZIT: Eine abschließende Zusammenfassung der zentralen Thesen mit dem Appell an Pädagogen, die Bedeutung der Raumgestaltung für das soziale und lernbezogene Wohlbefinden der Kinder stärker zu gewichten.
Klassenzimmer, Raumgestaltung, Grundschule, Lernumgebung, Lernbereitschaft, Schulklima, Reformpädagogik, Empirische Sozialforschung, Kindheit, Innenarchitektur, Farbpsychologie, Klassenrat, Partizipation, Wohlbefinden, Unterrichtsmethoden
Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung von Grundschulklassenzimmern und untersucht, wie die physische Umgebung die Lernbereitschaft und das Wohlbefinden von Schülern beeinflussen kann.
Neben theoretischen Grundlagen zum Raumbegriff werden reformpädagogische Konzepte, Aspekte der Raumgestaltung (wie Farben und Licht), die Partizipation der Kinder sowie eine empirische Umfrage zur Schülersicht auf ihr Klassenzimmer thematisiert.
Das Ziel ist es, den Stellenwert des Raumes als Lernfaktor nachzuweisen und – basierend auf den Bedürfnissen von 312 befragten Kindern – ein Konzept für einen funktionalen und ansprechenden Klassenraum zu entwerfen.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse pädagogischer Modelle mit einer empirischen Befragung (reaktive Methode/Fragebogen) von Grundschulkindern der dritten und vierten Klassen.
Der Hauptteil analysiert Faktoren der Raumausstattung (Mobiliar, Klima, Ästhetik), die Bedeutung des Lebensraums Schule sowie die Umsetzung von Reformpädagogik in der heutigen Klassenzimmergestaltung.
Wichtige Begriffe sind Klassenraumgestaltung, Lernumgebung, Schulklima, Reformpädagogik, Partizipation und Schülermotivation.
Farben haben nach der Farbpsychologie verschiedene Wirkungen: Blau steht für Ruhe und Konzentration, Gelb/Orange für Offenheit und Wärme, während Rot eher anregend oder einengend wirken kann. Die Arbeit betont, dass eine stimmige, nicht zu grelle Farbwahl das Wohlbefinden steigert.
Die Mitgestaltung ist zentral, da sie die Identifikation der Kinder mit ihrem Lebensraum erhöht, Verantwortungsgefühl fördert und dazu beiträgt, dass sie sich in der Schule angenommen und wohl fühlen.
Obwohl viele Kinder sich grundsätzlich wohlfühlen, zeigt die Umfrage, dass eine deutliche Anzahl von Schülern ihren Klassenraum nur als "geht so" bewertet und negative Aspekte wie Farblosigkeit, Enge oder schlechte Luft kritisiert, was auf ein Verbesserungspotenzial bei der Raumgestaltung hindeutet.
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