Masterarbeit, 2012
152 Seiten, Note: 1,0
1. Problemstellung und Einführung
1.1. Vorgehensweise und Methodik
1.2. Forschungsstand
2. (Politische) Rhetorik: Zwischen Macht und Ohnmacht
3. Die Arbeitsstadien der Rede
3.1. Inventio: Das Finden der Gedanken
3.1.1. Sachlogische Argumentation
3.1.2. Affektrhetorische Argumentation
3.2. Dispositio: Das Ordnen der Gedanken
3.3. Elocutio: Die Versprachlichung der Gedanken
3.3.3. Sprachrichtigkeit, Verständlichkeit und Angemessenheit
3.3.4. Rhetorische Figuren – das Herz der Elocutio
3.4. Memoria: Das Einprägen der Gedanken
3.5. Actio: Die stimmliche und körperliche Ausführung der Gedanken
4. Historischer Kontext und Aufbau der Reden
4.1. John F. Kennedy: „Ich bin ein Berliner“ (26. Juni 1963)
4.2. Ronald Reagan: „Remarks at the Brandenburg Gate“ (12. Juni 1987)
4.3. Barack H. Obama: „A World that Stands as One“ (24. Juli 2008)
5. Dispositio der drei Präsidenten
6. Inventio
6.1. Eingehen auf die Zuhörer, aber nicht auf konkrete Politikmaßnahmen
6.2. Stattdessen: Solidaritätsbekundungen und Ansprechen von Konsenswerten
6.3. Argumentative Grundmuster: Beispiel- und Evidenzargumentation sowie amplificatio
6.4. ethos und Argumentation: Aufwertung und Abwertung
6.5. Die Erhöhung des ethos: Autoritätstopos, Anspielungen und Zitate
6.6. Von Wut bis Hoffnung – pathos als integraler Bestandteil der Argumentation
7. Elocutio
7.1. Lexik und Syntax als zentrale Faktoren für Verständlichkeit
7.2. Anschaulichkeit als argumentativer und verständnisfördernder Faktor
7.3. Strukturierung des Textes durch rhetorische Figuren
7.4. Eindringlichkeit und pathos durch rhetorische Figuren
7.5. Die Erhöhung des ethos: Hochwertwörter und Schlüsselwörter
7.6. Komplexitätsreduktion durch rhetorische Figuren
7.7. Kommunikation mit dem Zuhörer mittels rhetorischer Figuren und Personalpronomen
7.8. Das Salz in der Suppe: rhetorisch auffällige Figuren
8. Memoria
9. Actio
9.1. Verständliche Stimme als Grundlage
9.2. Betonungen: Variabilität als gemeinsames Kennzeichen
9.3. Körpersprache: Große Unterschiede und große Gemeinsamkeiten
10. Schluss: Elf Ratschläge für eine gute politische Rede
Ziel dieser Arbeit ist die komparative Analyse der Rhetorik von John F. Kennedy, Ronald Reagan und Barack Obama anhand dreier ausgewählter Reden, um Gemeinsamkeiten zu identifizieren und eine allgemeine „Essenz“ der großen politischen Rede herauszufiltern.
3.1.1. Sachlogische Argumentation
Von der Definition her ist Argumentation eine mehr oder weniger komplexe Sprachhandlung, deren Ziel es ist, den Zuhörer zu überzeugen. Jedoch muss man hier gleich hinzufügen, dass die Argumentation nur einen Teil der persuasiven Sprachhandlung eines Redners ausmacht. Auch nicht-argumentative Formen wie Erzählungen, Beschreibungen, Erklärungen, Aufforderungen oder Appelle gehören zu ihr. Im Gegensatz zu diesen erfordert die Argumentation aber in besonderem Maß die rhetorischen Fähigkeiten eines Redners. Von der Struktur her bedeutet Argumentation die Verknüpfung von einer Behauptung mit einem oder mehreren Beweisen, welche die Behauptung stützen. Mittels dieser Struktur will der Redner seinen Standpunkt glaubhaft machen und den Zuhörer überzeugen.
Was sind nun Beweise? Zuallererst gibt es die grundlegende Einteilung in absolute und relative Beweise. Während der absolute Beweis keinen Widerspruch duldet, kann der relative Beweis von einem Sprecher mit einer anderen Überzeugung angezweifelt werden. Der Zweite Weltkrieg ist der blutigste Krieg aller Zeiten. Dies lässt sich durch Zahlen belegen und ist daher ein absoluter Beweis. Gesetze, eindeutige Fakten oder Verträge sind unumstößliche Beweise, die der Redner kaum bearbeiten muss, denn sie besitzen aus sich selbst heraus Beweiskraft. Der absolute Beweis wird deswegen nur wenig in der Rhetorik behandelt, da er im Gegensatz zum relativen Beweis kaum „auf der Erörterung und Beweisführung des Redners beruht.“ Bei den relativen Beweisen hingegen liegt es in den Händen des Redners, seinen Standpunkt mittels der rhetorischen Bearbeitung glaubhaft und überzeugend zu machen.
1. Problemstellung und Einführung: Die Arbeit begründet die Relevanz politischer Rhetorik als Führungsinstrument und führt in die Fragestellung nach der Essenz der "großen" Rede ein.
2. (Politische) Rhetorik: Zwischen Macht und Ohnmacht: Dieses Kapitel definiert Rhetorik als wirkungsbezogene Handlungswissenschaft und diskutiert die Rolle der Identifikation und Angemessenheit.
3. Die Arbeitsstadien der Rede: Hier werden die fünf klassischen Stadien der Rhetorik (Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria, Actio) als theoretischer Rahmen der Analyse vorgestellt.
4. Historischer Kontext und Aufbau der Reden: Die Arbeit bettet die untersuchten Reden von Kennedy, Reagan und Obama historisch ein und beschreibt ihren groben Aufbau.
5. Dispositio der drei Präsidenten: Eine vergleichende Analyse zeigt Gemeinsamkeiten im Aufbau der Reden, insbesondere in der Nutzung von Exordium und Peroratio.
6. Inventio: Dieses Kapitel untersucht die rationalen und affektiven Überzeugungsmittel (Logos, Ethos, Pathos) bei der Argumentationsentwicklung der Präsidenten.
7. Elocutio: Eine detaillierte Analyse der sprachlichen Gestaltung, des Einsatzes rhetorischer Figuren und der Verständlichkeitskriterien in den untersuchten Reden.
8. Memoria: Das Kapitel vergleicht die Einprägungstechniken und den Umgang der Redner mit Manuskripten und Telepromptern.
9. Actio: Untersuchung der nonverbalen Kommunikation, insbesondere Stimme, Gestik und Mimik, im Hinblick auf ihre überzeugende Wirkung.
10. Schluss: Elf Ratschläge für eine gute politische Rede: Zusammenfassende Handlungsempfehlungen, die aus der empirischen Analyse für die politische Praxis abgeleitet wurden.
Rhetorik, Politische Rede, US-Präsidenten, Argumentation, Inventio, Dispositio, Elocutio, Actio, Überzeugung, Identifikation, Rhetorische Figuren, Pathos, Ethos, Logos, Verständlichkeit
Die Abschlussarbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der rhetorischen Techniken prominenter US-amerikanischer Präsidenten, um die "Grundzutaten" einer historisch bedeutsamen politischen Rede zu identifizieren.
Das Buch deckt die gesamte klassische Rhetoriktheorie – von der Gedankensuche über die Gliederung und Sprachgestaltung bis hin zum Vortrag – ab und wendet diese methodisch auf drei berühmte Reden an.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten zwischen den Reden von J.F. Kennedy, R. Reagan und B. Obama zu finden und zu prüfen, ob sich eine allgemeingültige Essenz für gelungene politische Rhetorik herausfiltern lässt.
Es wird das antike Modell der Redegliederung (Inventio, Dispositio, Elocutio, Memoria, Actio) als theoretisches Fundament verwendet, um die Reden qualitativ und komparativ zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Rhetorikstadien und eine anschließende empirische Analyse, die prüft, wie die drei Präsidenten diese Stadien in ihre Reden integrieren.
Charakteristische Begriffe sind Rhetorik, Persuasion (Überzeugung), Identifikation, argumentative Grundmuster, Redeschmuck und nonverbale Kommunikation.
Die Arbeit zeigt, dass Obama im Vergleich zu Kennedy und Reagan eine deutlich stärkere Betonung auf multilaterale Kooperation legt und weniger auf die Abwertung eines Feindbildes setzt.
Das "aptum" dient als entscheidende Metakategorie der Angemessenheit; die Autoren argumentieren, dass rhetorische Regeln flexibel gehandhabt werden sollten, solange sie dem Ziel der Identifikation mit den Zuhörern dienen.
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