Masterarbeit, 2020
210 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I. Theoretischer Rahmen
1. Der Leistungsbegriff
1.1.Allgemeiner Gebrauch des Leistungsbegriffes
1.2.Pädagogischer Leistungsbegriff
1.3.Leistungsbegriff im Fach Geschichte
2. Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung
2.1.Rechtliche Grundlagen
2.1.1.Niedersächsisches Schulgesetz (NSchG)
2.1.2.Die Arbeit an der Oberschule als Runderlass der MK
2.1.3. Kerncurriculum des Faches Geschichte
2.2.Gütekriterien der Leistungsfeststellung
2.2.1.Objektivität
2.2.2.Reliabilität
2.2.3.Validität
2.2.4.Transparenz
2.3.Funktionen schulischer Leistungsbewertung
2.3.1.Gesellschaftliche Funktion
2.3.2.Pädagogische Funktionen
2.4.Bezugsnormen der Leistungsbewertung
2.4.1.Soziale Bezugsnorm
2.4.2.Individuelle Bezugsnorm
2.4.3.Sachliche Bezugsnorm
3. Formen der Leistungserstellung im jeweiligen Fachunterricht
II. Forschungsstand und Ableitung der Forschungsfrage
III. Methodik
3.1.Forschungsdesign
3.2.Leitfragengestütztes Interview
3.3.Vorstellung des Interviewleitfadens
3.4.Stichprobe der Befragung
3.5.Durchführung und Auswertungsmethodik
IV.Forschungsergebnisse
4.1. Kategorie 1: Leistungsbegriffe
4.2. Kategorie 2: Rechtliche Vorschriften
4.3. Kategorie 3: Gütekriterien
4.4. Kategorie 4: Funktionen von Leistungsbewertung
4.5. Kategorie 5: Bezugsnormen der Leistungsbewertung
V. Diskussion
4. Reflexion der eigenen Methode
5. Interpretation der Ergebnisse
VI.Beantwortung der Forschungsfrage und Fazit
VII. Literatur
VIII. Anhang
7.1. Transkripte
7.1.1. Interview A
7.1.2. Interview B
7.1.3. Interview C
7.1.4. Interview D
7.1.5. Interview E
7.1.6. Interview F
7.1.7. Interview G
7.1.8. Interview H
Die Arbeit untersucht im Kontext des Fachs Geschichte an niedersächsischen Oberschulen die Problematik der Leistungsbewertung, mit besonderem Fokus auf Objektivität und Transparenz. Ziel ist es, durch eine theoretische Fundierung und eine qualitative empirische Untersuchung den Umgang von Lehrkräften mit diesen Herausforderungen zu beleuchten und Ansätze für ein verbessertes Verständnis des pädagogischen Leistungsbegriffs in der Praxis aufzuzeigen.
1.1. Allgemeiner Gebrauch des Leistungsbegriffes
Grundsätzlich stellt Leistung etwas dar, ohne das eine Gesellschaft, wie wir sie heute kennen, nicht existent wäre, da die Orientierung innerhalb der eigenen Gesellschaft unmöglich werden würde. Auffällig ist im Kontext des Leistungsbegriffes, dass die Leistungsanforderungen innerhalb einer Gesellschaft in der Regel eng mit ihren Bildungsidealen verbunden sind. Zunächst einmal soll der Begriff der Leistung etymologisch aufgeschlüsselt werden. Zurückzuführen ist Leistung auf das Verb ,leisten‘, welches wiederum aus dem alt- und mittelhochdeutschem ,leisten‘ stammt und im Ursprung „befolgen, erfüllen, ausführen, einer Spur nachgehen“ bedeutet. In der mittelniederdeutschen und altgriechischen Sprache wird der Begriff ähnlich hergeleitet, jedoch wird das Wort ,leisten‘ im gotischen von dem Wort ,laistjan‘ hergeleitet, welches mit „Spur oder Fußspur“ übersetzt werden kann. In Enzyklopädien wird der Begriff Leistung als „Grad einer körperlichen oder psychischen Beanspruchung sowie auch deren Ergebnis“ beschrieben. Unter dieser allgemeinen Beschreibung wird weiterhin zwischen betrieblicher, physikalischer, physiologischer Leistung sowie der rechtlichen Leistungspflicht unterschieden. Im alltäglichen Gebrauch scheint der Leistungsbegriff zwar relativ eindeutig, jedoch wird bei genauerer Betrachtung deutlich, dass die Lebensbereiche, in denen der Begriff verwendet wird, durchaus stark variieren können.
1. Der Leistungsbegriff: Erläutert die etymologische, allgemeine und pädagogische Herleitung des Leistungsbegriffs und spezifiziert diesen für das Fach Geschichte.
2. Leistungsfeststellung und Leistungsbewertung: Analysiert rechtliche Grundlagen wie das niedersächsische Schulgesetz sowie Gütekriterien und Funktionen der Leistungsbewertung.
3. Formen der Leistungserstellung im jeweiligen Fachunterricht: Beschreibt die praktische Anwendung von Kompetenzmodellierungen und Leistungsarten im Geschichtsunterricht.
4.1. Kategorie 1: Leistungsbegriffe: Präsentiert Ergebnisse aus Interviews über das Begriffsverständnis von Lehrkräften in Bezug auf Leistung.
4.2. Kategorie 2: Rechtliche Vorschriften: Diskutiert die Ergebnisse zum praktischen Umgang mit curricularen und gesetzlichen Vorgaben.
4.3. Kategorie 3: Gütekriterien: Untersucht die Einschätzungen der Lehrkräfte zu Objektivität, Reliabilität, Validität und Transparenz im Bewertungsprozess.
4.4. Kategorie 4: Funktionen von Leistungsbewertung: Reflektiert die interviewten Lehrkräfte zu den Rückmelde-, Vergleichs- und Disziplinierungsfunktionen.
4.5. Kategorie 5: Bezugsnormen der Leistungsbewertung: Erörtert die Anwendung von sozialen, individuellen und sachlichen Bezugsnormen durch die befragten Lehrkräfte.
Leistungsbewertung, Objektivität, Transparenz, Geschichtsunterricht, Leistungsbegriff, Gütekriterien, Bezugsnormen, qualitative Forschung, Lehrerinterviews, Kompetenzorientierung, Schule, Leistungsmessung, Didaktik, Schulpraxis, Individualisierung.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der Objektivität und Transparenz bei der schriftlichen Leistungsbewertung von Schülern, speziell am Beispiel des Faches Geschichte an niedersächsischen Oberschulen.
Zu den zentralen Themen gehören der pädagogische Leistungsbegriff, rechtliche Grundlagen in Niedersachsen, die Gütekriterien der Messung (Objektivität, Reliabilität, Validität) und deren Umsetzung in der schulpraktischen Realität.
Das primäre Ziel ist zu untersuchen, inwiefern die Leistungsbeurteilung an den untersuchten Schulen im Fach Geschichte tatsächlich objektiv und transparent erfolgt und welche Strategien Lehrkräfte hierfür nutzen.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf leitfragengestützten Experteninterviews mit acht Lehrkräften basiert, die anschließend mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Leistungsbegriffs, der rechtlichen Normen und Gütekriterien sowie eine empirische Analyse, in der diese Aspekte mit den Ergebnissen aus den Lehrerinterviews gespiegelt werden.
Leistungsbewertung, Objektivität, Transparenz, Geschichtsunterricht, Kompetenzorientierung und Bezugsnormen.
Die Lehrkräfte thematisieren den Bedarf an pädagogischen Freiräumen, um Lernfortschritte individuell zu würdigen, stoßen dabei jedoch an Grenzen durch formale Anforderungen und Zeitmangel, was sie häufig zu einem "Mittelweg" zwingt.
Die Lehrkräfte sind sich der schichtspezifischen Verzerrungen bei der Leistungserbringung bewusst, betrachten es jedoch oft als eine ihrer pädagogischen Aufgaben, diese Einflüsse aufzufangen, auch wenn sie objektive Chancengleichheit in der Praxis als Idealismus bezeichnen.
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