Examensarbeit, 2008
70 Seiten, Note: 1,5
1. Gewalt an Schulen in Medien, Forschung und Empirie
2. Gewalt und Aggression – eine Begriffsbestimmung
3. Formen von Gewalt
4. Wer gegen wen? Urheber und Opfer von Gewalt an Schulen
5. Ursachen von Gewalt
5. 1. Klassische Theorien
5. 1. 1. Psychologische Theorien
5. 1. 2. Soziologische Theorien
5. 1. 3. Integrierte Theorien
5. 2. Das drei-Variablen-Modell nach Bäuerle
5. 3. Das multikausale Modell nach Mühlig
5. 4. Das erweiterte Risikofaktorenmodell
5. 4. 1. Innere Faktoren
5. 4. 2. Äußere Faktoren
5. 4. 3. Zusammenfassung
6. Gewaltprävention an Schulen, geht das?
6. 1. Die gesellschaftliche Funktion der Schule
6. 2. Das Fach Gemeinschaftskunde
6. 3. Das Fach Geschichte
6. 4. Grundprinzipien der Gewaltprävention
7. Anregungen für den Fachunterricht
7. 1. Soft skills trainieren
7. 1. 1. Diskutieren ist erlernbar
7. 1. 2. Teamarbeit stärken
7. 2. Kriegsgeschichte
7. 2. 1. Außerschulische Kriegsvermittlung
7. 2. 2. Zwei Arten von Kriegsvermittlung im Unterricht
7. 2. 3. Gibt es saubere und gerechte Kriege?
7. 3. (Neue) Geschichte des Kolonialismus
7. 3. 1. Das Beispiel Lateinamerika
7. 3. 2. Die Versklavung von Millionen Afrikanern thematisieren
7. 4. Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft
7. 4. 1. Stammtischparolen effektiv begegnen
7. 4. 2. Die Gedenkstätte als praxisnaher Unterricht
7. 4. 3. Diskriminierung und Ausgrenzung im alltäglichen Leben
7. 4. 4. Begegnung mit dem Fremden
8. Grenzen der vorgestellten Präventionsmöglichkeiten
9. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, konkrete Strategien und Ansätze zu entwickeln, wie Gewalt an Schulen durch gezielte Maßnahmen im Fachunterricht verhindert oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden kann. Dabei wird eine Brücke zwischen theoretischen Gewaltursachenmodellen und praktischen Unterrichtskonzepten geschlagen, um präventiv gegen Gewaltphänomene vorzugehen.
3. Formen von Gewalt
Gewalt ist, wie erwähnt, hier als eine Subkategorie der Aggression zu verstehen. Unter Gewalt werden im Rahmen dieser Arbeit mehrere Formen verstanden, die über den reinen Gewaltbegriff der körperlichen Schädigung hinausgehen. Dabei spielen folgende Formen eine Rolle:
Physische Gewalt, die eine Schädigung oder Verletzung eines anderen durch körperliche Kraft bezeichnet.
Psychische Gewalt, die eine Schädigung einer Person durch Abwendung, Ablehnung, Abwertung, Vertrauensentzug und Entmutigung beschreibt.
Verbale Gewalt bezeichnet die Schädigung einer Person durch beleidigende, verletzende und entwürdigende Worte.
Sexuelle Gewalt ermöglicht dem Täter durch erzwungene intime Körperkontakte oder andere sexuelle Handlungen eine Befriedigung eigener Bedürfnisse.
Frauenfeindliche Gewalt meint die Schädigung von Mädchen bzw. Frauen durch Erniedrigung und Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts.
Rassistische Gewalt ist eine physische, psychische und/oder verbale Form der Schädigung einer Person aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe und/oder Religion.
(Vgl. Bründel/Hurrelmann 1997 S. 27f)
Gewalt an Schulen in Medien, Forschung und Empirie: Einleitung in das Thema, wobei der aktuelle Forschungsstand kritisch beleuchtet und die Diskrepanz zwischen medialer Darstellung und empirischen Befunden aufgezeigt wird.
Gewalt und Aggression – eine Begriffsbestimmung: Definition und Abgrenzung der zentralen Begriffe Aggression und Gewalt sowie deren Einordnung als gesellschaftliches Konstrukt.
Formen von Gewalt: Systematisierung verschiedener Gewaltformen, von physischer und verbaler bis hin zu psychischer und struktureller Gewalt.
Wer gegen wen? Urheber und Opfer von Gewalt an Schulen: Analyse der verschiedenen Rollenverteilungen in Konfliktsituationen an Schulen, inklusive Vandalismus und Gewalt zwischen verschiedenen Akteuren.
Ursachen von Gewalt: Umfassende theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Erklärungsmodellen zur Entstehung von Gewalt, unterteilt in klassische, integrierte und spezifische Risikofaktorenmodelle.
Gewaltprävention an Schulen, geht das?: Erörterung der Frage, wie Schule präventiv wirken kann, unter Berücksichtigung ihres Erziehungsauftrags und der Fächer Gemeinschaftskunde und Geschichte.
Anregungen für den Fachunterricht: Vorstellung konkreter methodischer Möglichkeiten zur Gewaltprävention im Unterricht, wie etwa das Training von Soft Skills, der Umgang mit Kriegsgeschichte und die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus.
Grenzen der vorgestellten Präventionsmöglichkeiten: Kritische Reflexion der Wirksamkeit schulischer Präventionsmaßnahmen und Einordnung der Schule als Teil eines umfassenderen gesellschaftlichen Systems.
Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit und Fazit zur Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes bei der schulischen Gewaltprävention.
Gewaltprävention, Schule, Aggression, Schülergewalt, pädagogische Studien, Fachunterricht, Rechtsextremismus, Risikofaktorenmodell, Konfliktlösung, Sozialkompetenz, Erziehungsauftrag, Schulkultur, Mobbing, interdisziplinäre Gewaltforschung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen Gewalt an Schulen und entwickelt Strategien, wie Lehrkräfte durch gezielten Fachunterricht präventiv gegen diese Probleme vorgehen können.
Die Themen umfassen die Definition von Gewaltformen, die theoretischen Ursachen von Aggression bei Jugendlichen sowie die praktische Umsetzung präventiver Konzepte im Schulalltag.
Das Ziel ist es, den Beitrag des Fachunterrichts (insbesondere Geschichte und Gemeinschaftskunde) zur Gewaltprävention zu klären und darzulegen, wie Schüler zu einem gewaltfreien Konfliktverhalten befähigt werden können.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung empirischer Studien und bestehender pädagogischer Modelle basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Ursachenanalyse von Gewalt und eine schulpraktische Anwendung, in der Methoden wie Talk Shows, Gedenkstättenfahrten und die Auseinandersetzung mit historischem Kolonialismus vorgestellt werden.
Zentrale Begriffe sind Gewaltprävention, Schulalltag, Aggressionsursachen, Konfliktlösungskompetenz und pädagogische Verantwortung der Lehrkräfte.
Es dient der Werteerziehung und der politischen Bildung, indem es Schülern hilft, demokratische Grundwerte zu verstehen und Konflikte rational und gewaltfrei auszutragen.
Der Autor argumentiert, dass medienwirksame Einzeltaten das Bild der "Gewalt an Schulen" verzerren, da sie meist extreme Ausnahmen darstellen und nicht das tägliche, eher verbale Gewaltgeschehen widerspiegeln.
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