Examensarbeit, 2008
53 Seiten, Note: 3,0
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Zum Verständnis von Stille und Übungen zur Stille
2.1.1 Stille nach Elisabeth Kühnberger
2.1.2 Stille nach Maria Montessori
2.1.3 Stille nach Hubertus Halbfas
2.1.4 Die Bedeutung für heute
2.1.5 Abschließender Kommentar
2.2 Begründungen für Übungen zur Stille
2.2.1 Veränderte Lebensbedingungen
2.2.2 Funktionen des Gehirns
2.2.3 Zusammenfassender Kommentar
3. HAUPTTEIL
3.1 Zur Ausgangssituation der Lerngruppe
3. 2 Ziele und Chancen
3.3 Lehrerfunktionen
3.3.1 Unterrichten
3.3.2 Erziehen
3.3.3 Innovieren und Evaluieren
3.4 Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die Durchführung
3.4.1 Die Eltern
3.4.2 Die Lehrkraft
3.4.3 Die Schülerinnen und Schüler
3.4.4 Die räumliche Atmosphäre
3.4.5 Der gewählte Zeitpunkt und die Dauer
3.4.6 Die Materialien
3.4.7 Störungen
3.5 Der Aufbau der ausgewählten Übungen
3.5.1 Phase 1: Einladung
3.5.2 Phase 2: Bei mir ankommen – mich selbst entdecken
3.5.3 Phase 3: Mich der Stille öffnen
3.5.4 Phase 4: Mich mitteilen- Erfahrungen austauschen
3.5.5 Phase 5: Abschluss- nach außen gehen
3.6. Zu den Übungen selbst
3.6.1 Übung 1: Das Hören des eigenen Namens
3.6.2 Übung 2: Wir hören dem Klang nach
3.6.3 Übung 3: Wir lauschen
3.6.4 Übung 4: Eine Minute still
3.6.5 Übung 5: Wir lauschen der Musik
3.6.6 Übung 6: Denkpause
3.6.7 Übung 7: Wir schauen in die Mitte
3.6.8 Übung 8: Stein
3.6.9 Übung 9: Kerzenflamme
3.6.10 Übung 10: Mit dem inneren Auge sehen
3.6.11 Übung 11: Erholungsreise
3.6.12 Übung 12: Stiller Händedruck im Stillekreis
3.6.13 Abschließender Kommentar
4. EVALUATION
4.1 Reflexion der Schülerinnen und Schüler
4.2.1 Gesprächsrunde
4.2.2 Fragebogen
4.2 Eigene Reflexion
4.3 Ausblick
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten aufzuzeigen und zu erproben, wie Grundschulkinder durch gezielte Übungen für die Stille sensibilisiert werden können, um eine ruhigere und konzentriertere Lernatmosphäre zu fördern und einen bewussten Gegenpol zur Alltagshektik zu schaffen.
3.4.2 Die Lehrkraft
Die Stille stellt besondere Ansprüche an die durchführende Lehrkraft. Sie muss sich gut vorbereiten und auch einen geeigneten Moment der Übungen erkennen (vgl. FAUST- SIEHL 1999, 30). HALBFAS nennt als Grundvoraussetzung die innere Sammlung der Lehrkraft, womit er meint, dass er sich am Vorabend auf die Übungen vorbereiten muss, indem er sich u.a. selbst auf die Stille einlässt (vgl. HALBFAS 1997, 182). Wichtig ist darüber hinaus, dass man selbst positive Stilleerfahrungen gemacht hat, so dass man von der Wichtigkeit und den Chancen überzeugt ist (vgl. HOPPE 1995, 39). Diesen Ansprüchen werde ich insofern gerecht, als dass ich zum Einen über positive eigene Stilleerfahrungen während meiner Schul- und Studienzeit berichten kann und demzufolge von den Chancen überzeugt bin. Auch im Rahmen einer Fortbildung zur Stille habe ich verschiedene Übungen kennengelernt und daran teilgenommen. Zum Anderen werde ich mich vor der Durchführung auf die ausgewählten Übungen einstimmen, indem ich sie gut vorbereiten und im Vorfeld auf mögliche Schwierigkeiten und Störfaktoren erproben werde.
Eine weitere wichtige Voraussetzung ist die Stille der Lehrkraft selbst. „Die Lehrerin muß selbst ruhig sein, damit die Kinder still werden können.“ (FAUST- SIEHL 1999, 23). In ihrer Persönlichkeit sollte sie eine innere Ruhe ausstrahlen, welche sich auf die Kinder überträgt (vgl. REICHGELD 1995, 18). Dies verdeutlicht sich in Stimme, Gestik und Mimik sowie in der Körperhaltung (vgl. BAUER 1999, 53). So ist es wichtig, dass die Stimme zu den Kindern ruhig und freundlich klingt und die Wortwahl klar und sparsam ausgewählt wird (vgl. ebd.). Die Gestik und Mimik sollte ebenfalls angemessen ruhig sein (vgl. ebd.). In Bezug auf die Körperhaltung ist es wichtig, dass man sich ohne Hast bewegt und die auch Hände ruhig verweilen lassen kann (vgl. ebd.). Während der Durchführung werden diese Aspekte beachtet und es wird versucht ihnen gerecht zu werden.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Zielsetzung, den Einsatz von Stilleübungen zur Förderung einer konzentrierten Lernatmosphäre in der Grundschule zu erproben und theoretisch zu begründen.
2. THEORETISCHER HINTERGRUND: Klärung des Stillebegriffs anhand pädagogischer Konzepte (Kühnberger, Montessori, Halbfas) und Erläuterung der neurobiologischen sowie gesellschaftlichen Notwendigkeit für Stille im Unterricht.
3. HAUPTTEIL: Beschreibung der konkreten Ausgangssituation der Lerngruppe, der pädagogischen Voraussetzungen, der Lehrerrolle sowie der detaillierte Aufbau der 12 ausgewählten Übungen.
4. EVALUATION: Reflexion der durchgeführten Übungen mittels Gesprächsrunde und Fragebogen sowie eine abschließende eigene Reflexion der Lehrkraft inklusive eines Ausblicks.
Stille, Stilleübungen, Konzentration, Grundschule, Lernatmosphäre, Wahrnehmungserziehung, Entspannung, Gehirnhälften, Maria Montessori, Hubertus Halbfas, Schulpädagogik, Unterrichtsgestaltung, Sinneswahrnehmung, Innehalten, Persönlichkeitsentwicklung
Die Arbeit untersucht den Einsatz und die praktische Erprobung verschiedener Stilleübungen in einer zweiten Grundschulklasse, um die Kinder für Ruhe zu sensibilisieren und eine konzentriertere Arbeitsatmosphäre zu schaffen.
Im Mittelpunkt stehen die pädagogischen Konzepte zur Stille, die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf Kinder sowie die Bedeutung der gehirngerechten Anregung beider Hemisphären für den Lernerfolg.
Das primäre Ziel ist es, Kindern Wege zur inneren Ruhe aufzuzeigen, damit sie Stille als wohltuend erleben und dadurch die Qualität des schulischen Lernens gesteigert wird.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und einer praxisorientierten Aktionsforschung, bestehend aus der Durchführung der Übungen sowie deren Evaluation durch Schülerreflexionen und Fragebögen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Situationsanalyse der Lerngruppe, die Definition der Lehrerfunktionen, die Darlegung der Rahmenbedingungen (Raum, Zeit, Material) und die detaillierte Vorstellung von zwölf speziellen Stilleübungen in fünf Phasen.
Wesentliche Begriffe sind Konzentration, Stilleerfahrung, Sinnesübungen, Wahrnehmungserziehung, Ausgleich von An- und Entspannung sowie die Förderung einer positiven Lernatmosphäre.
Die Autorin hebt hervor, dass die Klangschale als Signalgeber für den Beginn und das Ende der Stille dient, da ihr Ton entspannend wirkt und somit Aggressionen mindert, im Gegensatz zu schrillen akustischen Signalen wie einer Triangel.
Die Mehrheit der Kinder empfand die Übungen als bereichernd und entspannend; sie gaben an, dass sie sich in einer ruhigen Umgebung besser konzentrieren können, auch wenn die anfängliche Umgewöhnung zu leichten Störungen führte.
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