Examensarbeit, 2007
55 Seiten, Note: 1,0
Statt einer Einleitung: Zwei Beobachtungen aus dem Unterricht
I. Theoretischer Teil
1. Lebenslanges Lernen – eine Forderung der Gegenwart
2. Der Lernbegriff in der Pädagogischen Psychologie
3. Konsequenzen (I): Konstruktivistische Lerntheorien in Allgemeinen Didaktiken
4. Konsequenzen (II): Selbstreguliertes Lernen und Lernstrategien
4.1 Selbstreguliertes Lernen
4.2 Lernstrategien
5. Das Konzept Metakognition
5.1 Der Metakognitionsbegriff
5.2 Metakognitives Wissen – die erste Komponente der Metakognition (Flavell)
5.3 Metakognitive Kontrolle – die zweite Komponente der Metakognition (Brown)
5.4 Eine Weiterentwicklung – Das Metakognitionsmodell von Pintrich et al. (2000)
6. Metakognition als Mittel der Lernförderung (I) – Ergebnisse der Forschung
6.1 Verbessert Metakognition die Lernleistung?
6.2 Wie verbessert Metakognition die Lernleistung?
6.3 Wann verbessert Metakognition die Lernleistung?
6.4 Ontogenetische Bedingungen der Metakognition
6.4.1 Präadoleszente Lerner und die Verfestigung des Leistungsmotivs
6.4.2 Adoleszente Lerner – meist nicht am Ende ihrer metakognitiven Grenzen
II. Praktischer Teil
1. Metakognition als Mittel der Lernförderung (II) – Eine Untersuchung
1.1 Hypothesen
1.2 Untersuchungsdesign
1.2.1 Der Metakognitionsfragebogen
1.2.2 Das Lerntagebuch
1.3 Indikatoren der Lernförderung: Lesekompetenz
1.4 Untersuchungstexte
1.4.1 Augustinus’ Theorie des gerechten Krieges
1.4.2 Text & Abbildungen über Computerspiele, Gehirnentwicklung und Schulleistungen
1.4.3 Textauszug aus Manfred Spitzer: Vorsicht Bildschirm!
1.4.4 Text über Christoph Kolumbus
1.5 Geschichtstest
1.6 Vorbereitung der Lerngruppen
2. Die Ausgangslage: Wissen über Strategien und metakognitives Niveau
3. Begleitende Maßnahmen im Unterricht: Strategie- & Metakognitionsübungen
4. Untersuchungsergebnisse: Analyse einzelner Lernerinnen und Lerner
4.1 Angelika
4.2 Jewa
4.3 Alexander
5. Überprüfung der Hypothesen
6. Reflexion der Untersuchung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Metakognition als Mittel zur Lernförderung im schulischen Unterricht. Ziel ist es, den positiven Einfluss von metakognitiven Strategien auf das Lernverhalten, das Verständnis von Texten und das akademische Selbstkonzept von Schülerinnen und Schülern der 7. Klasse sowie eines Oberstufenkurses empirisch zu beleuchten und Möglichkeiten der praktischen Anwendung im Unterrichtsalltag aufzuzeigen.
Statt einer Einleitung: Zwei Beobachtungen aus dem Unterricht
Jiahan, 12 Jahre alt und Schüler der Klasse 7b an der Berliner Sophie-Charlotte Oberschule, verfolgt den Unterricht stets aufmerksam. Ohne dazu aufgefordert zu sein, macht er sich zu den wichtigsten Unterrichtsthemen Stichpunkte in seinem Hefter. Während andere am Ende der Stunde das Tafelbild abschreiben, ist er damit oft schon fertig. Bereits während des Unterrichts versucht er, das Neue mit den Dingen zu verbinden, die er früher schon gelernt hat bzw. die ihm aus seinem Weltwissen bekannt sind. Die Einführung des Begriffes „Zoll“ in einer Unterrichtsstunde zur Entstehung der mittelalterlichen Stadt verbindet er beispielsweise mit dem Passieren des Zolls am Flughafen, einem Vorgang, den er kennt. Wenn er beim Lesen eines Textes etwas nicht versteht, versucht er herauszufinden, worin genau das Problem besteht: Er fragt sich z. B., wie die Grundgedanken zueinander passen und ob alles logisch ist. Bei schwierigen Texten denkt er sich Fragen zu den Inhalten aus und versucht, diese zu beantworten. Kann er ein Problem nicht alleine lösen, wendet er sich an seinen Mitschüler Philipp oder – wenn der ihm auch nicht weiterhelfen kann – an seinen Lehrer. Ähnlich verfährt er bei der Erledigung seiner Hausaufgaben. Wenn es ihm nicht gelingt, eine Aufgabe allein zu lösen, wendet er weitere Strategien an: Er fragt seine Eltern, ruft einen Freund an, durchforstet seinen Hefter und das Schulbuch, sucht nach Hilfestellungen im Internet.
Im Unterricht geht Jiahan strategisch vor, wenn er eine Aufgabe bearbeitet. Er liest sich die Aufgabenstellung zunächst genau durch und macht sich klar, was von ihm verlangt wird. Dann entwirft er in Gedanken einen Plan, wie er Schritt für Schritt vorgehen will. Wie er berichtet, beobachtet er sich während des Arbeitens selbst, um sicher zu sein, dass er alles richtig macht. Wenn Probleme auftreten, versucht er, sein Lernverhalten darauf abzustimmen und geht Unverstandenes noch einmal durch. Am Ende kontrolliert er sein Arbeitsergebnis gründlich und korrigiert mögliche Fehler.
Statt einer Einleitung: Zwei Beobachtungen aus dem Unterricht: Zwei gegensätzliche Schülerprofile illustrieren den Unterschied zwischen strategisch-metakognitivem Lernverhalten und mangelnden Lernstrategien.
I. Theoretischer Teil: Vermittelt die theoretischen Grundlagen zu lebenslangem Lernen, konstruktivistischen Lerntheorien sowie dem zentralen Konzept der Metakognition.
II. Praktischer Teil: Beschreibt die konkrete Untersuchung, das Design mit Lerntagebüchern, die Analyse von Lernprodukten sowie die Ergebnisse bei ausgewählten Schülern.
Metakognition, Selbstreguliertes Lernen, Lernstrategien, Lesekompetenz, Wissenserwerb, Konstruktivismus, Lernförderung, Lerntagebuch, Reflexion, Kognition, Leistungsmotiv, Unterrichtspraxis, Handlungssteuerung, Wissensmanagement, Selbstkonzept
Die Arbeit untersucht, wie durch die Förderung metakognitiver Fähigkeiten – also das Nachdenken über den eigenen Denk- und Lernprozess – die Qualität des Lernens bei Schülern verbessert werden kann.
Im Mittelpunkt stehen die theoretischen Konzepte des selbstregulierten Lernens und der Metakognition, deren Anwendung im Unterricht sowie die empirische Untersuchung der Auswirkungen auf die Lesekompetenz von Schülern.
Das Ziel ist es, Mittel und Wege zu erproben, mit denen Schüler dazu befähigt werden, ihr eigenes Lernen aktiv zu planen, zu überwachen und zu regulieren, um so erfolgreichere Lerntypen zu entwickeln.
Der Autor führt eine Untersuchung an der Sophie-Charlotte-Oberschule durch, die auf der Analyse von Lerntagebüchern, Fragebögen und der qualitativen Auswertung von Lernprodukten in zwei Lerngruppen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block, der die Konzepte fundiert, und einen praktischen Teil, in dem die Intervention – Strategie- und Metakognitionsübungen – detailliert dargestellt und anhand individueller Schülerbeispiele analysiert wird.
Kernbegriffe sind Metakognition, Selbstreguliertes Lernen, Lernstrategien, Lesekompetenz und Lernförderung.
Deklaratives Wissen bezieht sich auf das Wissen über das Lernen selbst (z.B. eigene Stärken), während prozedurales Wissen die Techniken und Strategien zur tatsächlichen Problemlösung umfasst – beides ist für metakognitive Kontrolle essentiell.
Dies beschreibt das Phänomen, dass Schüler glauben, durch den bloßen Einsatz von oberflächlichen Strategien wie „Unterstreichen“ ein tiefes Textverständnis erreicht zu haben, obwohl sie den Inhalt tatsächlich noch nicht durchdrungen haben.
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