Examensarbeit, 2009
51 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Technologie Keramik
2.1. Einteilung der Keramik
2.2. Begriffsbestimmung und Grundlagen der Herstellung von keramischen Erzeugnissen
3. Keramische Rohstoffe
3.1. Einteilung der Rohstoffe
3.1.1. Natürliche Rohstoffe
3.1.2. Aufbereitete Rohstoffe
3.1.3. Produkte der chemischen Industrie
3.1.4. Sekundärrohstoffe
3.2. Rohstoffarten
3.2.1. Plastische Rohstoffe
3.2.2. Unplastische Rohstoffe
4. Die Gestaltung (Formgebung)
4.1. Werkstoffe für keramische Formen
4.1.1. Holz
4.1.2. Stahl
4.1.3. Gips
4.1.4. Kunstharz
4.2. Formgebungsverfahren
4.2.1. Schlickergießen
4.2.2. Die bildsame Formgebung
4.2.3. Die Pressformgebung
4.3. Veredelung
4.3.1. Engobieren
4.3.2. Glasieren
4.3.3. Dekorieren
4.4. Mechanische Nachbehandlung der Erzeugnisse
4.4.1. Trennen
4.4.2. Schleifen
4.4.3. Polieren
5. Ein Brand zur Umwandlung der Rohstoffe in den keramischen Scherben
6. Didaktische Arrangements für den Technikunterricht an der Hauptschule
6.1. Verortung im Bildungsplan
6.2. Didaktische Überlegungen für den Technikunterricht
7. Geschichte und Entwicklung der Keramik
7.1. Von der Frühzeit der Keramik bis zur Antike
7.1.1. Didaktische Überlegungen zur Frühzeit der Keramik bis zur Antike
7.2. Die Römerzeit
7.2.1. Didaktische Überlegungen zur Römerzeit
7.3. Das Mittelalter
7.3.1. Didaktische Überlegungen zum Mittelalter
7.4. Vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
7.4.1. Didaktische Überlegungen vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
7.5. Das Industriezeitalter
7.5.1. Didaktische Überlegungen zum Industriezeitalter
8. Resümee
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines didaktischen Lehr-Lern-Arrangements für das Fach Technik an der Hauptschule, welches das Fachgebiet der Keramik in einen historischen und technologischen Kontext einbettet. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie die historische Entwicklung der Keramik als Zugang genutzt werden kann, um Schülern ein tieferes Verständnis für komplexe heutige Fertigungsverfahren zu vermitteln und das Interesse an diesem Werkstoff zu wecken.
7.1 Von der Frühzeit der Keramik bis zur Antike
In der zweiten Hälfte der „Mittleren Steinzeit“ (ca. 20 000-4000 v. Chr.) werden die ersten gebrannten Erzeugnisse von Menschenhand gefertigt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Brennen von Ton eine zufällige Entdeckung war und sie möglicherweise aus Zeitvertreib und Langeweile zustande kam. Vielleicht hat der Mensch kleine Tonkügelchen ins Feuer geworfen und das Zerplatzen der Tonkügelchen beobachtet, um dann festzustellen, dass die Kügelchen sehr hart und fest geworden sind nach dem man sie nach einiger Zeit aus dem Feuer geholt hatte. Der leicht knetbare Zustand, den man mit Wasser herstellen konnte, war nicht mehr zu erreichen.
Schalen mit Flechtmuster wurden darauf zurückgeführt, dass Körbe zum Wasser holen mit Ton abgedichtet wurden und bei Hüttenbränden als gebrannte Schalen zurückblieben. So entstanden später auch Gefäße mit Flechtmuster, bei denen Körbe als Formen dienten.
Man geht davon aus, dass die Keramik entstand, als die Jäger und Sammler sesshaft wurden. Daher gehört dieses Handwerk zu den ältesten handwerklichen Fertigkeiten des Menschen. Bei Dolní Věstonice im heutigen Mähren, das ist der östliche Teil Tschechiens, wurde eine weibliche Figur aus gebranntem Ton gefunden (siehe Bild 2), die auf 20 000 Jahre v. Chr. datiert wird und somit der älteste Fund keramischer Erzeugnisse ist. Da Keramik sehr beständig gegen Verwitterung ist, blieb diese Tonfigur, bis auf die abgebrochenen Beine, sehr gut erhalten. Man vermutet allerdings, dass die Figur unabsichtlich gebrannt wurde, da sie gemeinsam mit Steingeräten in einer großen Herdstelle gefunden wurde.
1. Einleitung: Vorstellung des Fachgebiets Keramik und Zielsetzung der Arbeit zur Entwicklung eines didaktischen Konzepts für die Hauptschule.
2. Technologie Keramik: Definition und grundlegende Einteilung der Keramik anhand von Teilchengröße und Wasseraufnahmefähigkeit.
3. Keramische Rohstoffe: Untersuchung der verschiedenen Rohstoffarten von natürlichen Mineralien bis hin zu Produkten der chemischen Industrie.
4. Die Gestaltung (Formgebung): Analyse der verschiedenen Werkstoffe für Formen sowie der technologischen Verfahren zur Formgebung und Nachbehandlung.
5. Ein Brand zur Umwandlung der Rohstoffe in den keramischen Scherben: Beschreibung des Brennprozesses als zentralem Fertigungsschritt und der notwendigen Ofentechnologien.
6. Didaktische Arrangements für den Technikunterricht an der Hauptschule: Theoretische Verortung des Themas im Bildungsplan und methodische Ansätze für den Unterricht.
7. Geschichte und Entwicklung der Keramik: Detaillierte Betrachtung historischer Epochen von der Steinzeit bis zum Industriezeitalter mit jeweils angehängten didaktischen Überlegungen.
8. Resümee: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Keramik und die Erkenntnisse aus der Arbeit.
Keramik, Technologie, Rohstoffe, Formgebung, Brennvorgang, Technikunterricht, Didaktik, Geschichte der Keramik, Töpferscheibe, Porzellan, Industrialisierung, Betriebserkundung, Schlickergießen, Glasur, Formlinge.
Die Arbeit befasst sich mit der keramischen Technologie als relevantem Gegenstandsbereich des Faches Technik an Hauptschulen und entwickelt hierfür ein didaktisches Lehr-Lern-Arrangement.
Die zentralen Felder umfassen die technologische Herstellung von Keramik, die Materialkunde, die historische Entwicklung keramischer Fertigungsverfahren sowie deren unterrichtliche Umsetzung.
Ziel ist es, Schülern der Hauptschule durch historische und technologische Zusammenhänge einen fundierten Zugang zur modernen Werkstoffkunde und den damit verbundenen Fertigungsverfahren zu ermöglichen.
Die Autorin nutzt primär die logisch-historische Unterrichtsmethode, um technische Entwicklungen im historischen Kontext für Schüler begreifbar und analysierbar zu machen.
Der Hauptteil gliedert sich in technologische Grundlagen der Keramikherstellung und eine chronologische, fachdidaktisch aufbereitete Technikgeschichte, die von der Frühzeit bis ins Industriezeitalter reicht.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Keramik, Technikdidaktik, historische Entwicklung, industrielle Formgebung und Schülermotivation durch Betriebserkundungen charakterisiert.
Die Autorin argumentiert, dass die Betriebserkundung eine reale Begegnung mit der Technik ermöglicht, das theoretische Wissen vertieft und die natürliche Neugier der Schüler anspricht.
Eine Herausforderung besteht in der korrekten Wahl des Experten und der Komplexität der Schülerfragen, da diese so formuliert sein müssen, dass sie eine vertiefte Auseinandersetzung ermöglichen, anstatt nur oberflächliche Antworten zu liefern.
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