Bachelorarbeit, 2015
32 Seiten, Note: 2,0
Zusammenfassung
Einleitung
Forschungsfrage und Zielsetzung
Gliederung und Vorgehensweise
1 Begriffserklärung Geschlechterstereotype
1.1 Die Entwicklungsphasen der Geschlechterstereotype
1.2 Geschlechterattributionen
2 Die Geschlechterstereotype der Lehrkräfte
2.1 Stereotypattributionen Mädchen
2.2 Stereotypattributionen Jungen
2.3 Stereotypbelastetes Verhalten der Lehrkräfte
3 Bedeutung von Geschlechterstereotypen
3.1 Expectancy-Value Theory of Achievement Motivation
3.2 Bedeutung für die schulischen Leistungen
3.3 Bedeutung für das Selbstkonzept
4 Diskussion und Fazit
4.1 Zusammenfassung meiner Ergebnisse
4.2 Diskussion - Maßnahmen für einen geschlechtergerechten Unterricht
4.3 Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht, inwieweit geschlechtsbezogene Stereotype von Lehrkräften das Unterrichtsgeschehen beeinflussen und welche Auswirkungen dies konkret auf die schulischen Leistungen sowie die Entwicklung des Selbstkonzepts von Schülerinnen und Schülern hat.
2.3 Stereotypbelastetes Verhalten der Lehrkräfte
Aufgrund der bestehenden Geschlechterstereotype der Lehrkräfte verändert sich ihr Handeln und Denken gegenüber ihren Schüler/-innen. In den ersten Jahren ihrer Berufspraxis versuchen die Lehrer/-innen, ihr Handeln eher von den individuellen Fähigkeiten ihrer Schüler/-innen abhängig zu machen, doch je mehr Berufsalltag sie haben, desto mehr beeinflussen die Geschlechterstereotype, zumeist unabsichtlich, ihr Denken und Handeln (vgl. Hilgers, 1994). Zwar sind Lehrkräfte grundsätzlich der Meinung, dass es keine Geschlechterunterschiede gibt, jedoch haben sie kein Konzept, wie sie die Chancengleichheit im Unterricht umsetzen können (vgl. Kreienbaum & Metz-Göckel, 1992).
Marlies Hempel (1996) beschäftigte sich vor allem mit der unterschiedlichen Behandlung von Jungen und Mädchen in Bezug auf die Disziplinierung durch Lehrkräfte. Sie geht davon aus, dass Jungen sich schon sehr früh nicht über ihre Männlichkeit definieren, sondern über ihre „Nicht-Weiblichkeit“ (vgl. Hempel, 1996). Somit seien sie besonders in Bezug auf Mädchen intolerant. Dies führe so weit, dass Jungen sich die Ohren zu halten, wenn ein Mädchen spricht oder nicht neben einem Mädchen sitzen wollen (vgl. Hempel, 1996). Problematisch daran ist, dass Jungen für so ein Verhalten nur sehr selten sanktioniert werden, da die Lehrpersonen der Auffassung sind, dass die Jungen sich mit diesen Schikanen stereotypisch verhalten. Im Gegenteil dazu werden Mädchen für ein ähnliches Verhalten sehr strikt bestraft, da sie sich nicht ihrem Stereotyp entsprechend benehmen (vgl. Hempel, 1996). So wird auch das „Sich-entziehen“ von den Lehrkräften als provokantes Verhalten von Mädchen gesehen, ein ähnliches Verhalten der Jungen wird aber als normal betitelt (vgl. Thies & Röhner, 2000). Trotzdem ist einer der merklichsten Unterschiede zwischen den Geschlechtern, dass Jungen etwa doppelt so häufig getadelt werden, wie Mädchen (vgl. Frasch & Wagner, 1987, In: Kreienbaum & Urbaniak, 2006).
1 Begriffserklärung Geschlechterstereotype: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen von Stereotypen, deren Entwicklung über die Lebensspanne und wie geschlechtsspezifische Attributionen entstehen.
2 Die Geschlechterstereotype der Lehrkräfte: Hier wird untersucht, in welche Gruppen Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler auf Basis von Stereotypen einteilen und wie sich diese Vorurteile auf das Lehrerhandeln auswirken.
3 Bedeutung von Geschlechterstereotypen: Dieses Kapitel analysiert mittels des Erwartungs-Wert-Modells den Zusammenhang zwischen den Erwartungen der Lehrkräfte, den schulischen Leistungen und dem Selbstkonzept der Kinder.
4 Diskussion und Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert notwendige Maßnahmen für einen geschlechtergerechten Unterricht und zieht ein abschließendes Fazit für die pädagogische Praxis.
Geschlechterstereotype, Lehrkräfte, Schülerleistung, Selbstkonzept, heimlicher Lehrplan, Erwartungs-Wert-Modell, Geschlechtstypisierung, Attribution, Unterrichtsgestaltung, Chancengleichheit, Stereotypattributionen, Geschlechtergerechtigkeit, Grundschule, Rollenbilder, Leistungsmotivation.
Die Arbeit analysiert, wie Geschlechterstereotype von Lehrkräften das Unterrichtsgeschehen und die Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler beeinflussen.
Die zentralen Themen umfassen den sogenannten heimlichen Lehrplan, die psychologische Kategorisierung von Schülern durch Lehrpersonen sowie die Auswirkungen dieser Stereotypisierung auf das Selbstbild und die Noten.
Ziel ist es herauszufinden, ob Lehrkräfte durch ihre Geschlechterstereotype das Selbstkonzept und die Leistungsentwicklung von Kindern signifikant beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung von Fallstudien und Interviews aus der pädagogischen Forschung (u.a. von Budde et al. und Retelsdorf et al.).
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Stereotypen, die Analyse spezifischer Lehrer-Stereotype gegenüber Jungen und Mädchen sowie die Anwendung des Erwartungs-Wert-Modells auf den schulischen Kontext.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Geschlechterstereotype, das Erwartungs-Wert-Modell, der heimliche Lehrplan sowie die Fähigkeitsvorstellungen und das Selbstkonzept der Kinder.
Die Autorin stellt fest, dass Noten nicht immer objektiv vergeben werden; so scheint es oft einen "Mädchenbonus" oder spezifische Erwartungen bei Jungen zu geben, die unmittelbar mit dem wahrgenommenen Sozialverhalten korrelieren.
Das Phänomen führt bei Lehrkräften oft zu negativen Attributionen und dem Gefühl der Abneigung, was wiederum die pädagogische Unterstützung dieses Schülers schwächen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

