Examensarbeit, 2022
99 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Bildungssprache
2.1.1. Definitionen
2.1.2. Diskursive, lexikalische und grammatische Merkmale der Bildungssprache
2.1.3. Verwendung der Bildungssprache in der Grundschule
2.1.4. Erwerb des Sprachregisters Bildungssprache
2.2. Spracherwerb im Kontext der Mehrsprachigkeit
2.2.1. Unterschiedliche Spracherwerbstypen
2.2.2. Relevante Einflussfaktoren des Erwerbs einer Zweitsprache
2.2.3. Relevante Einflussfaktoren des Erwerbs einer bilingualen Erstsprache
2.2.4. Erwerb des Sprachregisters Bildungssprache bei Kindern mit einem Zweitspracherwerb
2.2.5. Erwerb des Sprachregisters Bildungssprache bei Kindern mit einem Zweitspracherwerb
2.3. Sprachdiagnostische Testverfahren
2.3.1. Definition
2.3.2. Sprachdiagnostische Qualitätsmerkmale
3. „BiSpra 2-4“ (Heppt et al., 2020a)
3.1. Vorstellung des diagnostischen Verfahrens „BiSpra 2-4“
3.2. Analyse des sprachdiagnostischen Testverfahrens „BiSpra 2-4“
3.2.1. Erfüllung der allgemeinen diagnostischen Qualitätsanforderungen
3.2.1.1. Erfüllung der Objektivität
3.2.1.2. Erfüllung der Reliabilität
3.2.1.3. Erfüllung der Validität
3.2.2. Erfüllung der linguistischen Qualitätsanforderungen
3.2.3. Erfüllung der spracherwerbstheoretischen Qualitätsanforderungen
3.3. Diskussion der zentralen Analyseerkenntnisse
3.3.1. Linguistische Fundierung
3.3.2. Erfüllung der Inhaltsvalidität
3.3.3. Berücksichtigung der Spracherwerbsbedingungen mehrsprachiger Schüler*innen für die Interpretation der „BiSpra“-Testwerte
3.3.4. Reliabilität der einzelnen Untertests
3.4. Beantwortung der Forschungsfrage
4. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das sprachdiagnostische Testverfahren „BiSpra 2-4“ kritisch zu analysieren, um zu bewerten, inwiefern es sich für die Erfassung bildungssprachlicher Fähigkeiten bei mehrsprachigen Kindern eignet. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Aussagekraft des Verfahrens unter Berücksichtigung verschiedener Spracherwerbsbiografien.
1. Einleitung
Das Sprachregister Bildungssprache stellt bereits in der Grundschule einen wichtigen Bestandteil des Unterrichts dar und ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Schüler*innen dem Unterricht aktiv folgen und gute Noten erlangen können (Heppt, 2016). Im Kontext dieses Umstandes existieren zwei Probleme: Zum einen ist der Erwerb der Bildungssprache kaum erforscht, sodass sich kaum Aussagen darüber treffen lassen, wann Schüler*innen überhaupt dazu in der Lage sind, bildungssprachliche Äußerungen zu verstehen (Heppt, 2016). Des Weiteren werden dem Sprachregister Bildungssprache zugehörige sprachliche Kompetenzen, Strukturen und Phänomene in der Schule häufig nicht aktiv vermittelt, sondern es wird stattdessen vorausgesetzt, dass Schüler*innen sich diese auf Basis ihrer im familiären Kontext erworbenen sprachlichen Fähigkeiten selbst erschließen können (Weinert et al., 2012).
Hierbei sind besonders Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erworben haben oder über einen niedrigen sozioökonomischen Status verfügen, gegenüber Kindern mit einem größeren sprachlichen Wissen zum Teil stark benachteiligt (Heppt, 2016; Hüttis-Graff et al., 2010). Bei dem sprachdiagnostischen Verfahren „BiSpra 2-4“ (Heppt et al., 2020a) handelt es sich bisher um das einzige sprachdiagnostische Verfahren, welches zum Ziel hat, die bildungssprachlichen Fähigkeiten von Grundschüler*innen von der zweiten bis zur vierten Klasse zu diagnostizieren (Heppt et al., 2020a).
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die bildungssprachliche Problematik ein, begründet die Relevanz des Themas und formuliert die Forschungsfrage zur Eignung des „BiSpra 2-4“-Verfahrens.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden die zentralen Begrifflichkeiten wie Bildungssprache, Spracherwerbstypen bei Mehrsprachigkeit und die Qualitätsanforderungen an sprachdiagnostische Tests wissenschaftlich erarbeitet.
3. „BiSpra 2-4“ (Heppt et al., 2020a): Dieses Kapitel analysiert das Testverfahren detailliert hinsichtlich seiner diagnostischen, linguistischen und spracherwerbstheoretischen Eignung und diskutiert die Erkenntnisse im Hinblick auf mehrsprachige Kinder.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, bewertet das „BiSpra 2-4“-Verfahren kritisch und diskutiert notwendige Forschungsbedarfe für zukünftige Entwicklungen im Bereich der Sprachdiagnostik.
Bildungssprache, Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Zweitspracherwerb, Sprachdiagnostik, Testverfahren, BiSpra 2-4, Grundschule, Qualitätskriterien, Validität, Reliabilität, Objektivität, Schüler*innen, Sprachkompetenz, Schulerfolg.
Die Arbeit untersucht, wie Bildungs- und Fachsprache in der Grundschule diagnostiziert werden können und inwieweit das Standardverfahren „BiSpra 2-4“ für mehrsprachige Kinder geeignet ist.
Neben der Definition der Bildungssprache behandelt die Arbeit Spracherwerbstypen, Diagnosekriterien für Tests sowie die spezifischen Lernbedingungen von Kindern, die Deutsch im mehrsprachigen Kontext erwerben.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob „BiSpra 2-4“ die bildungssprachlichen Fähigkeiten mehrsprachiger Grundschulkinder valide und zuverlässig erfassen kann.
Die Verfasserin nutzt eine fundierte Literaturrecherche, um den theoretischen Rahmen zu spannen, und unterzieht das Testverfahren „BiSpra 2-4“ einer systematischen Analyse anhand linguistischer und diagnostischer Qualitätsmerkmale.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsarbeit sowie die anschließende kritische Analyse des Testverfahrens bezüglich technischer Standards und theoretischer Fundierung.
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von sprachwissenschaftlichen Theorien zur Bildungssprache mit den harten Qualitätsanforderungen diagnostischer Testverfahren aus.
Die Arbeit stellt heraus, dass ein geringer sozioökonomischer Status den Erwerb bildungssprachlicher Merkmale negativ beeinflussen kann, da diese Kinder seltener Zugang zu bildungsfördernden Ressourcen haben.
Das Verfahren wird deshalb kritisch hinterfragt, weil es laut der Analyse empirische Spracherwerbsbedingungen mehrsprachiger Kinder nur unzureichend berücksichtigt und bei bestimmten Untertests Reliabilitätsprobleme aufweist.
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