Diplomarbeit, 2009
91 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
2 SCHULE ALS ORT VON KONFLIKTEN
2.1 Schule als Institution
2.1.1 Schule als Teil des Rechtsstaates
2.2 Schule als Organisation
2.3 Akteure in der Schule
2.3.1 Schüler
2.3.2 Lehrer
2.4 Die Grundschule
2.5 Zusammenfassung
3 KONFLIKTE
3.1 Der Begriff Konflikt
3.2 Analyse von Konflikten
3.2.1 Konfliktarten
3.2.2 Konfliktrahmen
3.2.3 Konfliktverlauf - Eskalationsstufen
3.3 Konflikte in der Schule
3.4 Umgang mit Konflikten
3.4.1 Präventive Interventionen
3.4.2 Kurative Interventionen
3.4.3 Verhandeln in Konflikten – das Harvard Konzept
3.4.4 Umgang mit Konflikten in der Schule
4 MEDIATION - IN KONFLIKTEN VERMITTELN
4.1 Definition und Merkmale
4.2 Grundsätze der Mediation
4.3 Mediationsverlauf
4.3.1 Vorphase
4.3.2 Das Mediationsgespräch
4.3.3 Nachgespräch
4.4 Grundlegende Methoden der Mediation
4.5 Peer-Mediation
5 MEDIATION IN DER SCHULE
5.1 Ziele der Schulmediation
5.1.1 Mediation bei konkreten Konfliktsituationen
5.1.2 Mediation als Gesamtkonzept konstruktiver Konfliktbearbeitung
5.2 Schulmediation zwischen Pädagogik und Recht – ein Forschungsprojekt
5.2.1 Schulmediation als eine Alternative zu den bestehenden Schulordnungssanktionen?
5.2.2 Die Praxis der Schulmediation
5.2.3 Gesamtergebnis des Forschungsprojektes
5.3 Mediatorenauswahl
5.3.1 Auswahl der Mediatoren unter Schülern
5.3.2 Lehrkräfte als Mediatoren
5.4 Schulmediation in der Praxis
5.4.1 Überblick wissenschaftlicher Untersuchungen zur Schulmediation
5.4.2 Ist jeder Konflikt für Schulmediation geeignet?
5.4.3 Erfahrungen mit Lehrer-Mediationstraining
5.5 Das Streit-Schlichter-Programm – eine Möglichkeit in der Grundschule?
5.5.1 Das Konzept
5.5.2 Kooperatives Konfliktlösungstraining
5.5.3 Schüler-Streit-Schlichter- Ausbildung
5.5.4 Der Schlichtungsverlauf
5.5.5 Zusammenfassung
5.6 Chancen und Grenzen der Schulmediation
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit von Mediation als Modell zur konstruktiven Konfliktlösung in der Grundschule, unter besonderer Berücksichtigung der Chancen und Grenzen in diesem spezifischen Lern- und Lebensumfeld. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und inwieweit Schulmediation dazu beitragen kann, Konflikte in der Grundschule konstruktiv zu lösen, wobei die These vertreten wird, dass Mediation in bestimmten, klar definierten Fällen eine wirksame Unterstützung bietet.
3.1 Der Begriff Konflikt
Der Begriff Konflikt kommt aus dem Lateinischen und wird übersetzt mit Unstimmigkeit, Zusammenstoß und Kampf. Dieser Kampf tritt in zwischenmenschlichen Beziehungen auf, wenn zwischen mindestens zwei Personen eine Unvereinbarkeit von Zielen, Werten, Normen, Wünsche, Interessen, Erwartungen, Hoffnungen und Verhaltensweisen besteht. Nach Christoph Besemer sind Konflikte nicht unbedingt destruktiv oder bedrohlich, sondern viel mehr ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt und dass sich etwas verändern muss. Ein Konflikt bietet die Chance für Entwicklung und kann die gegenseitige Beziehung verbessern. Die Wahrnehmung und die Bearbeitung eines Konfliktes spielt eine entscheidende Rolle. Im System Schule wird der Konflikt meistens als unproduktiv für das Lehren und Lernen angesehen, sodass er zu vermeiden gilt. Damit werden die Lernchancen der Konfliktbearbeitung ungenutzt außer Acht gelassen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Konflikte im Schulalltag und Darlegung der Fragestellung zur Wirksamkeit von Mediation in der Grundschule.
2 SCHULE ALS ORT VON KONFLIKTEN: Analyse schulischer Rahmenbedingungen, der institutionellen Struktur sowie der Rollen von Schülern und Lehrern als Grundlage für das Konfliktpotenzial.
3 KONFLIKTE: Theoretische Fundierung des Konfliktbegriffs, Analyse von Konfliktarten und Eskalationsstufen sowie Methoden des Umgangs mit Konflikten, inklusive des Harvard-Konzepts.
4 MEDIATION - IN KONFLIKTEN VERMITTELN: Definition der Mediation, Erläuterung der Grundsätze, des Ablaufs und methodischer Ansätze sowie die Vorstellung der Peer-Mediation.
5 MEDIATION IN DER SCHULE: Darstellung der Ziele und praktischen Anwendung von Schulmediation, Einordnung in pädagogische und rechtliche Kontexte sowie Bewertung der Chancen und Grenzen anhand von Forschungsprojekten.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Resümee der Ergebnisse und Diskussion der These zur Anwendbarkeit von Mediation in der Grundschule.
Mediation, Schulmediation, Grundschule, Konfliktlösung, Gewaltprävention, Peer-Mediation, Streit-Schlichter-Programm, Konfliktanalyse, Harvard-Konzept, Erziehung, Schulleben, Sozialkompetenz, Konfliktmanagement, Schulklima, Sanktionen
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Einsatz von Mediation als Modell zur konstruktiven Konfliktlösung im Setting der Grundschule.
Zentrale Themen sind die Analyse schulischer Konfliktpotenziale, die Darstellung von Mediationsmethoden (insbesondere Peer-Mediation und Streit-Schlichter-Programme) sowie der Vergleich dieser Ansätze mit traditionellen schulrechtlichen Ordnungsmaßnahmen.
Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit Schulmediation in der Grundschule dazu beitragen kann, Konflikte konstruktiv zu lösen, wobei eine differenzierte Anwendung je nach Konfliktart befürwortet wird.
Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung basierend auf fachwissenschaftlicher Literatur zu Konfliktmanagement und Mediation, ergänzt durch die Auswertung existierender Forschungsprojekte und Studien zur Praxis der Schulmediation.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Schule als Konfliktort, die theoretische Analyse von Konflikten, die Grundlagen und Methoden der Mediation sowie deren spezifische Umsetzung und Evaluation an Schulen.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schulmediation, Konfliktlösung, Gewaltprävention, Grundschule, Peer-Mediation und Interessenausgleich charakterisieren.
Es ist speziell auf die Grundschulstufe (5. bis 7. Klasse) angepasst und verbindet ein kooperatives Konflikttraining für die ganze Klasse mit einer gezielten Ausbildung ausgewählter Schüler zu Mediatoren.
Die Schulleitung nimmt eine Schlüsselrolle ein; erfolgreiche Mediationsprojekte benötigen Schulleitungen, die als Moderatoren und Koordinatoren den gesamten Einführungsprozess aktiv steuern und das Kollegium einbinden.
Diese Unterscheidung ist für die Wahl der Interventionsmethode entscheidend, da das soziale Klima und die Kooperationsbereitschaft der Parteien bei "heißen" und "kalten" Konflikten grundlegend unterschiedlich sind.
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