Examensarbeit, 2009
169 Seiten, Note: 1,00
1 Einleitung
2 Bildungspolitische Situation von Migrantenkindern
2.1 Migrantenstatus und Schülerleistungen
3 Sprachwissenschaftliche Grundlagen
3.1 Phonetik
3.2 Phonologie
3.3 Morphologie
3.4 Syntax
3.5 Lexik
3.6 Semantik
3.7 Pragmatik
3.8 Sprachliches Handeln
3.9 Grammatik
4 Begriffsbestimmungen
4.1 Erstsprache, Muttersprache – Zweitsprache, Fremdsprache – der Versuch einer begrifflichen Abgrenzung
5 Theoretische Erklärungsversuche zum Erstspracherwerb
5.1 Behaviorismus - Sprache wird gelernt
5.2 Nativismus - Sprache ist angeboren – Spracherwerb als Entfaltung eines genetischen Programms?
5.3 Universalgrammatik (UG)
5.4 Kognitivismus - Sprache strukturiert Denken und Denken die Sprache
5.5 Interaktionismus - ‚Mutterisch’ (Motherese, ‚child directed speech’): Sprache wird über Interaktionen und Wechselbeziehungen erworben
6 Theoretische Erklärungsversuche zum Zweitspracherwerb
6.1 Die Kontrastivhypothese
6.2 Die Identitätshypothese
6.3 Die „Interlanguage“-Hypothese
6.4 „Input Hypothesis Model“
6.5 Fossilisierung
6.6 Die Pidgin-Hypothese
7 Erstspracherwerb und Zweitspracherwerb
8 Spracherwerb
8.1 Der monolinguale Erstspracherwerb
8.2 Phasen des Spracherwerbs
8.2.1 Die Lautentwicklung
8.2.2 Die Entwicklung von Gestik und Mimik
8.2.3 Die Entwicklung des Wortschatzes
8.2.4 Der Syntaxerwerb
8.3 Der bilinguale Erstspracherwerb
8.4 Die mentale Organisation von zwei Sprachen
9 „Critical Period Hypothesis“ im Zweitspracherwerb
10 Individuelle Differenzen beim Zweitspracherwerb
10.1 „Language aptitude“
10.2 Motivation
10.3 Alter
10.4 Persönlichkeit
11 Bilingualismus
11.1 Der psycholinguistische Ansatz
11.2 Der soziolinguistische Ansatz
11.3 Früher und später Bilingualismus
11.4 Kompakter und koordinierter Bilingualismus
11.5 Semilingualismus
12 Das Bilinguale Gehirn
12.1 Repräsentation von zwei Sprachen im Gehirn
13 Bilinguale Erscheinungen
13.1 Code-switching (CS)
13.2 Abgrenzung von anderen Begriffen
13.3 Die Funktion des Code-switching
13.4 Das Modell der Markiertheit nach Myers-Scotton
13.4.1 Code-switching als Abfolge unmarkierter Wahlen
13.4.2 Code-switching selbst als unmarkierte Wahl
13.4.3 Code-switching als markierte Wahl
13.4.4 Code-switching als explorative Wahl
14 Praxismodell zur Leseförderung von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund
14.1 A-Schule – Ein Einblick in das Profil der Schule
14.2 Untersuchung
14.3 Lerngruppenbeschreibung und Schülerprofile
14.4 Ausgangssituation und zentrale Aufgabenstellung der Leseförderung an der A-Schule
14.5 Vorgehensweise bei der Leseförderung – Kreatives Arbeiten mit Literatur
14.6 Stolperwörtertest
14.6.1 Ergebnisse des ersten Stolperwörtertests
14.6.2 Ergebnisse des zweiten Stolperwörtertestes
14.7 Leseförderung an der A-Schule - Nach dem Modell „Lesen – das Training“
14.8 Erfahrungsbericht
15 Schlusswort
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit widmet sich der theoretischen Betrachtung des Spracherwerbs bei Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund und der praktischen Anwendung von Leseförderungsmodellen. Ziel ist es, die Prozesse des Erst- und Zweitspracherwerbs zu verstehen, Unterschiede zu analysieren und Möglichkeiten einer effektiven Leseförderung an deutschen Schulen aufzuzeigen.
13.1 Code-switching (CS)
Ich habe mit meinem Kollegen gesprochen #y decimos: Qué raro que nuestros hijos mezclan las lenguas!
(Ich habe mit meinen Kollegen gesprochen und wir haben gesagt: Wie komisch, dass unsere Kinder die Sprachen mischen.)
Pilar, Lehrerin im herkunftssprachlichen Unterricht
Bei Konversationen zwischen bilingualen Sprechern beschränken sich die Sprecher selten auf nur eine Sprache. Indem sie zwischen den Sprachen hin- und herwechseln, nutzen sie ihr sprachliches Repertoire optimal aus. In der Linguistik wird dieses Phänomen als Code-switching oder „language alternation“, also Sprachwechsel, bezeichnet (vgl. Romaine, 1989, S. 110). Romaine (1989) definiert Code-switching wie folgt:
code-switching is the juxtaposition within the same speech exchange of passages of speech belonging to two different grammatical systems or subsystems. (vgl. Romaine, 1989, S.111, zitiert nach Gumperz, 1982)
1 Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die theoretische Betrachtung des Spracherwerbs bei Kindern mit Migrationshintergrund und begründet die Relevanz der Leseförderung im schulischen Kontext.
2 Bildungspolitische Situation von Migrantenkindern: Dieses Kapitel thematisiert die ungleichen Bildungschancen und die Herausforderungen, mit denen Schüler mit Migrationshintergrund in deutschen Schulen konfrontiert sind.
3 Sprachwissenschaftliche Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe der Linguistik wie Phonetik, Syntax und Pragmatik erläutert, die für das Verständnis der weiteren Arbeit essenziell sind.
4 Begriffsbestimmungen: Es erfolgt eine begriffliche Abgrenzung zentraler Termini wie Erstsprache, Muttersprache und Zweitsprache, um eine einheitliche Grundlage zu schaffen.
5 Theoretische Erklärungsversuche zum Erstspracherwerb: Dieses Kapitel stellt verschiedene Theorien wie Behaviorismus, Nativismus und Interaktionismus gegenüber, um den Prozess des Erstspracherwerbs zu erklären.
6 Theoretische Erklärungsversuche zum Zweitspracherwerb: Fokus liegt hier auf Hypothesen wie der Kontrastivhypothese und der Interlanguage-Hypothese, die den Zweitspracherwerb aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.
7 Erstspracherwerb und Zweitspracherwerb: Hier wird die Frage diskutiert, ob Erst- und Zweitspracherwerb identische oder grundlegend verschiedene Prozesse darstellen.
8 Spracherwerb: Dieser Abschnitt befasst sich detailliert mit den Phasen des Spracherwerbs, vom monolingualen Erstspracherwerb bis hin zur mentalen Organisation zweier Sprachen.
9 „Critical Period Hypothesis“ im Zweitspracherwerb: Das Kapitel untersucht die Bedeutung der sogenannten kritischen Phase für den erfolgreichen Zweitspracherwerb bei Kindern und Erwachsenen.
10 Individuelle Differenzen beim Zweitspracherwerb: Hier werden persönliche Faktoren wie Sprachbegabung, Motivation, Alter und Persönlichkeit analysiert, die den Erfolg beim Zweitspracherwerb beeinflussen.
11 Bilingualismus: Dieses Kapitel widmet sich der Definition und den verschiedenen Ansätzen (psycholinguistisch, soziolinguistisch) zur Beschreibung von Bilingualismus.
12 Das Bilinguale Gehirn: Die neurolinguistischen Aspekte der Zweisprachigkeit werden hier thematisiert, insbesondere die neuronale Repräsentation zweier Sprachen im Gehirn.
13 Bilinguale Erscheinungen: Das Kapitel behandelt Phänomene wie das Code-switching und das Modell der Markiertheit von Myers-Scotton zur Erklärung bilingualen Sprachgebrauchs.
14 Praxismodell zur Leseförderung von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt beschreibt ein konkretes Leseförderungsprojekt, inklusive Diagnose, methodischer Durchführung und Auswertung.
15 Schlusswort: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung der individuellen Förderung im Schulalltag.
Spracherwerb, Zweitspracherwerb, Erstspracherwerb, Migrationshintergrund, Bilingualismus, Leseförderung, Sprachwissenschaft, Code-switching, Lernprozess, Mehrsprachigkeit, Pädagogik, Sprachperformanz, Lesekompetenz, Migration, Spracherwerbstheorien.
Die Arbeit analysiert die theoretischen Hintergründe des Spracherwerbs bei Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund und verknüpft diese mit einem praktischen Leseförderungsprojekt an einer Schule.
Zentrale Themen sind der Erst- und Zweitspracherwerb, Bilingualismus, die neurobiologische Grundlage zweisprachigen Gehirns sowie die soziolinguistische Erscheinung des Code-switching.
Die Arbeit untersucht, wie Spracherwerb und der Aufbau von Weltwissen bei Kindern mit Migrationshintergrund verlaufen und welche konkreten Möglichkeiten der Leseförderung existieren.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch eine empirische Untersuchung (Leseförderungsprojekt inklusive Stolperwörtertests) ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Sprachwissenschaft, Erklärungsansätze für Erst- und Zweitspracherwerb sowie die detaillierte Darstellung und Auswertung eines Praxismodells zur Leseförderung.
Schlüsselwörter sind u.a. Spracherwerb, Migrationshintergrund, Bilingualismus, Leseförderung, Mehrsprachigkeit und Code-switching.
Code-switching wird als Phänomen untersucht, bei dem bilinguale Sprecher bewusst oder unbewusst zwischen Sprachen wechseln, um ihr sprachliches Repertoire optimal zu nutzen und soziale Funktionen zu erfüllen.
Die Autorin stellt fest, dass Leseförderung ein kontinuierlicher, langwieriger Prozess ist, der über kurze Projekte hinausgehen muss und eine individuelle, diagnosegestützte Herangehensweise erfordert.
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