Diplomarbeit, 2002
81 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1. Ziel der Arbeit
2. Fehleranalyse (Zur Theorie des Fremdsprachenerwerbs)
2.1. Die Kontrastivhypothese
2.2. Die Identitätshypothese
2.3. Die Interlanguage*-Hypothese
3. Fehlerbeschreibung (Zum Begriff des Fehlers)
3.1. Was kann/soll eigentlich als Fehler bezeichnet werden?
3.2. Rolle der Fehler im Fremdsprachenerwerb
3.2.1. Fehler aus der Perspektive des Lehrers
3.2.2. Fehler aus der Sicht des Lerners
3.3. Fehlererkennung, Fehleridentifizierung
3.4. Fehlerklassifikation und –erklärung
3.5. Mögliche Ursachen für das Entstehen von Fehlern im FSE
4. Fehlertherapie
4.1. Zum Korrekturbegriff
4.2. Argumente für und gegen die Fehlerkorrektur im FSU
4.3. Das Wann, Wie und Was der Fehlerkorrektur
4.3.1. Wann
4.3.2. Was
4.3.2.1. Schriftliche Korrektur
4.3.2.2. Mündliche Korrektur
4.3.2.3. Die sprachliche Realisierung von mündlicher Korrektur
4.3.2.4. Affektive Dimensionen der Korrektur
4.3.3. Wie
4.3.3.1. Zeitpunkt der Korrektur
4.3.3.2. Formen der Korrektur
4.3.3.3. Aufforderungsweisen zur Selbstkorrektur
4.3.3.4. Erklärung und Begründung der Korrektur
4.3.3.5. Die verwendete Sprache bei der Korrektur
5. Fehler und Fehlerkorrektur im rumänischen Unterricht - eine Fallstudie
6. Schlussbemerkungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Phänomens "Fehler" im Fremdsprachenerwerb sowie die Ableitung von Strategien für einen pädagogisch sinnvollen Umgang mit diesen durch den Lehrenden. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der notwendigen Differenzierung zwischen verschiedenen Fehlerarten und deren Korrekturmöglichkeiten im Unterrichtsalltag.
3.2.1. Fehler aus der Perspektive des Lehrers
Wie schon oben angedeutet, gibt es mehrere Aspekte, nach denen wir etwas als richtig oder fehlerhaft bezeichnen.
Als erste fällt die Korrektheit ein. Wenn also eine Äußerung dem zielsprachlichen (linguistischen) System nicht gerecht wird, wird sie einen oder mehrere Fehler enthalten. Ein einfaches Beispiel dafür wäre der Satz Ich *gehen noch zu Schule. , wobei es ziemlich klar ist, dass der diese Äußerung produzierende Lerner sich über den Gebrauch der Präsensbildung nicht im klaren ist. (Doch was passiert, wenn derselbe Lerner und nach denselben Kriterien einen solchen Satz konstruiert: Sie lachen viel. Können wir die Äußerung als richtig durchgehen lassen? Wenn wir nicht wüssten, dass dieser Lerner in jedem Fall die Infinitivform gebraucht, wäre unsere Antwort natürlich Nein, da es purer Zufall ist, dass die Infinitivform mit der dritten (und ersten) Person Plural des Präsens übereinstimmt. Aber wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, könnten wir leichtfertig meinen, der Satz sei fehlerfrei. Wie wir sehen ist also das Nicht-Abweichen von der zielsprachlichen Norm keine Garantie für die Abwesenheit von Fehlern bzw. für die Kenntnis der zielsprachlichen Norm. (vgl. auch LINDEMANN, 1995). Die Unkenntnis der zielsprachlichen Norm kann also “sowohl zu sprachlich korrekten als auch zu inkorrekten Äußerungen führen, wobei die letztgenannten eben die sichtbaren Fehler sind” (LINDEMANN, S. 93)
Ein weiteres Kriterium wäre die Verständlichkeit. Nehmen wir mal folgende Konversation:
(Beispiel Nr. 1)
Peter: How long are you here for?
Amira: Two years.
Peter: Wha…! You are already here since two years?
Amira: No, no I am come yesterday.
Peter: Oh, yesterday…
1. Einleitung: Vorstellung der persönlichen Motivation der Autorin und Definition der Zielsetzung dieser Arbeit.
2. Fehleranalyse (Zur Theorie des Fremdsprachenerwerbs): Darstellung grundlegender Spracherwerbshypothesen, insbesondere im Hinblick auf ihre Bedeutung für das Verständnis von Fehlerursachen.
3. Fehlerbeschreibung (Zum Begriff des Fehlers): Detaillierte Auseinandersetzung mit der Definition, Erkennung und Kategorisierung von Fehlern aus Sicht von Lehrern und Schülern.
4. Fehlertherapie: Praktische Handreichungen für die Fehlerkorrektur, unterteilt nach schriftlichen und mündlichen Modi sowie verschiedenen Unterrichtsphasen.
5. Fehler und Fehlerkorrektur im rumänischen Unterricht - eine Fallstudie: Analyse der schülerseitigen Perspektive auf Korrekturpraktiken anhand eines Fragebogens.
6. Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und didaktischen Schlussfolgerungen für den Fremdsprachenunterricht.
Fehleranalyse, Fehlerkorrektur, Fremdsprachenunterricht, Interlanguage, Fehlerbeschreibung, Sprachlehrforschung, Korrekturstrategien, Selbstkorrektur, Spracherwerb, Kontrastivhypothese, Identitätshypothese, Sprachlehrpraxis, Fehlerursachen.
Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Fehler im Fremdsprachenunterricht und wie diese durch Lehrende diagnostiziert, klassifiziert und schlussendlich korrigiert werden können.
Im Zentrum stehen die theoretische Einbettung der Fehleranalyse, die methodische Einordnung von Fehlerarten sowie die praktische Umsetzung von Korrekturstrategien im Unterricht.
Ziel ist es, Lehrkräften fundierte Erkenntnisse zu liefern, um Entscheidungen über Fehlerkorrektur – ob, wann und wie – besser auf die jeweilige Lernsituation abzustimmen.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse einschlägiger Spracherwerbstheorien mit einer empirischen Untersuchung (Fallstudie) an einer spezifischen Schülergruppe mittels Fragebogen.
Der Hauptteil erörtert die Definition von Fehlern, verschiedene Korrekturmodelle (wie das von Hufeisen), affektive Aspekte der Korrektur sowie spezifische Korrekturverfahren für mündliche und schriftliche Produktionen.
Zu den Kernbegriffen zählen Fehleranalyse, Interlanguage, Fehlerkorrektur, Fremdsprachenerwerb und Korrekturmethodik.
Sie dient als wichtiges theoretisches Fundament, um Fehler nicht mehr als bloße Defekte zu betrachten, sondern als notwendige Schritte im individuellen Spracherwerbsprozess.
Die Mehrheit der befragten Schüler empfindet Korrekturen trotz anfänglicher Hemmschwellen als hilfreich und wünscht sich in der Regel eine Begründung sowie eine umfassende Korrektur ihrer Fehler.
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