Magisterarbeit, 2008
64 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Musik und Bewegung in der Geschichte des Menschen und der Pädagogik
1.1 Die Rolle der Musik in der Entwicklung des Menschen
1.2 Die rhythmische Gymnastik von Emile Jaques-Dalcroze
2. Musikalische Parameter und Werkzeuge
2.1 Der Rhythmus
2.2 Beat, Metrum, Takt
2.3 Melodie und Harmonie
2.4 Dynamik
2.5 Sound
2.6 Tonstrukturen: Form, Phrasierung, Artikulation
2.7 Instrumentarien
3. Die Wirkung von Musik auf den menschlichen Körper
3.1 Reize
3.2 Bewegung und Musik als sensumotorische Beziehung
3.3 Einflussmöglichkeiten der Musik auf den Sportler und Schüler
4. Wichtige Funktionen und Kriterien für den verantwortungsvollen Einsatz von Musik im Sportunterricht
4.1 Beziehungsmöglichkeiten von Rhythmus und Bewegung
4.2 Die Funktionen von Musik im Sportunterricht
4.2.1 Backgroundfunktion
4.2.2 Bewegungsstützende Funktion
4.2.3 Bewegungsleitfunktion
4.2.4 Inspirationsfunktion bei Bewegungsgestaltungen, Bewegungsspielen und Bewegungsimprovisationen
4.2.5 Strukturierungsfunktion
4.3 Allgemeine didaktische Überlegungen und Anforderungen an den Sportlehrer
4.3.1 Emotionaler und Methodischer Aspekt – der Umgang mit Wirkungen
4.3.2 Die Hörgewohnheiten der Schüler und das Problem der kulturellen Gebundenheit
4.3.3 Die Ermittlung von bpm-Zahlen
5. Die Musik als Ergänzung, Erweiterung, Hilfe und Chance im Alltag Sportunterricht
5.1 Grundformen der Bewegung
5.2 Erwärmung
5.3 Konditionstraining, Krafttraining, Circuit-Training, Stationsbetrieb
5.4 Leichtathletik, Turnen
5.5 Entspannung / Meditation
5.6 Spiele
6. Musik als elementarer Bestandteil im Stoffbereich Gymnastik und Tanz
6.1 Gymnastik
6.2 Tanz
7. Freiräume im Sportunterricht
7.1 Capoeira
7.1.1 Was ist Capoeira
7.1.2 Wie wird Capoeira gespielt
7.1.3 Die Musik und ihre Bedeutung
7.1.4 Die Instrumente
7.1.5 Capoeira in der Schule
7.2 Urbanball
8. Anschaffung zweckmäßiger Audiogeräte und nützlicher Software
8.1 Audiogeräte – Hardware
8.2 Hilfen zur Wiedergabe – Software
Ziel dieser Arbeit ist es, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Musik im Sportunterricht unter Berücksichtigung der Parallelen zwischen musikalischen und bewegungstechnischen Strukturen aufzuzeigen. Dabei soll der Sportlehrer sensibilisiert werden, die Wirkung von Musik auf den Körper sowie deren Chancen und Gefahren im Unterrichtsalltag bewusst einzusetzen.
1.1 Die Rolle der Musik in der Entwicklung des Menschen
Schon der Urmensch, dessen Dasein hauptsächlich darin bestand, den Kampf gegen Hunger und Not zu führen, nutze die beschwörende, befreiende Wirkung der Musik, um die Lebensangst zu überwinden. Mit tönendem Bogen, Steinen, Knochenflöten oder Körperschlägen wurde der gespielte Kampf und Tanz mit dem Tier begleitet und das Erlebnis des Jagens und Tötens verarbeitet (vgl. GREDER 1997). Rudolf SCHÄFKE schreibt: „Wie die Völkerpsychologie und Religionswissenschaft in der Magie und dem Dämonenkult eine Vorstufe der Religion erblickt, so stehen Tonzauber, musikalische Dämonie und Mantik am Anfange der Musikästhetik.“ (SCHÄFKE 1964, S. 6) Der Mensch betrat den Weg zu einem zunehmend „höheren“ Wesen. Er wurde zum Ackerbauer und Viehzüchter und nutzte die Stimme nicht einzig und allein zur Verständigung, sondern ebenso als Ausdrucksmittel des seelischen Erlebens.
Die Musik stand dabei zu allen Zeiten in enger Verbindung mit dem Glauben. Vielen Berichten nach, wurde gar der Tempel- und Städtebau der alten Ägypter von Musik begleitet, da man ihr eine göttliche Kraft zuschrieb. Seelische und körperliche Krankheiten wurden mit Musik behandelt. Sie galt schon damals als Quelle von Trost und Lebensfreude (vgl. GREDER 1997). Ursprünglich erlebte der Mensch Töne und ihre unberechenbare Auswirkung als geheimnisvolle Kraft der Natur. In allen alten Kulturvölkern versuchte man sich daher der eigenen geistigen Ohnmacht zu entledigen und strebte zu einer Daseinsform des logisch-wissenschaftlichen Erkennens und Systematisierens.
1. Musik und Bewegung in der Geschichte des Menschen und der Pädagogik: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Verbindung von Musik und Bewegung, von den rituellen Ursprüngen bis hin zur Rhythmischen Gymnastik nach Dalcroze.
2. Musikalische Parameter und Werkzeuge: Hier werden zentrale Begriffe wie Rhythmus, Beat, Metrum, Dynamik und Form analysiert, um dem Sportlehrer ein Verständnis für die musikalischen Grundlagen zu vermitteln.
3. Die Wirkung von Musik auf den menschlichen Körper: Das Kapitel untersucht die sensumotorischen Zusammenhänge zwischen akustischen Reizen und körperlicher Reaktion sowie die psychologischen Auswirkungen auf Sportler.
4. Wichtige Funktionen und Kriterien für den verantwortungsvollen Einsatz von Musik im Sportunterricht: Der Autor definiert fünf grundlegende Funktionen der Musik im Sport und diskutiert didaktische Anforderungen sowie Hörgewohnheiten von Schülern.
5. Die Musik als Ergänzung, Erweiterung, Hilfe und Chance im Alltag Sportunterricht: Dieses Kapitel liefert praktische Ansätze für den Einsatz von Musik bei Grundbewegungsformen, Erwärmung, Training, Turnen, Entspannung und Spielen.
6. Musik als elementarer Bestandteil im Stoffbereich Gymnastik und Tanz: Hier wird die zentrale Rolle der Musik in den spezifischen Bewegungsfeldern Gymnastik und Tanz als Kunstform hervorgehoben.
7. Freiräume im Sportunterricht: Es werden alternative Konzepte wie Capoeira und Urbanball vorgestellt, bei denen die Musik ein tragendes Element des sportlichen Geschehens bildet.
8. Anschaffung zweckmäßiger Audiogeräte und nützlicher Software: Der letzte Teil bietet einen Überblick über Hardware-Anforderungen und Software-Lösungen zur Unterstützung der Musikauswahl und Wiedergabe im Sportunterricht.
Musik, Sportunterricht, Rhythmik, Bewegungserziehung, Bewegungsbegleitung, Sportmotorik, Didaktik, BPM, Rhythmus, Musikauswahl, Körpererfahrung, Gymnastik, Tanz, Capoeira, Schulsport.
Die Arbeit untersucht den ganzheitlichen Einsatz von Musik im Sportunterricht, um Bewegungsabläufe zu unterstützen, zu strukturieren und die Lernmotivation der Schüler zu fördern.
Die Arbeit verknüpft musiktheoretische Grundlagen mit sportwissenschaftlicher Methodik, didaktischen Anforderungen an Sportlehrer sowie technischen Aspekten der Musikwiedergabe in der Sporthalle.
Ziel ist es, den Sportlehrer dazu zu befähigen, Musik nicht nur als bloße Hintergrundbeschallung, sondern als bewusstes pädagogisches und motorisches Werkzeug verantwortungsvoll im Unterricht einzusetzen.
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse, verknüpft mit praxisorientierten Beobachtungen aus dem schulischen Alltag und didaktischen Konzepten verschiedener Experten aus den Bereichen Sport und Musik.
Der Hauptteil gliedert sich in eine musiktheoretische Analyse, die Wirkung von Musik auf den Körper, didaktische Kriterien, praktische Anwendungsbeispiele in verschiedenen Sportarten und technische Beratung zur Ausstattung.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Rhythmik, Bewegungsbegleitung, Schulsport, Musikpädagogik, motorische Entwicklung und Didaktik des Sportunterrichts.
Das Sonification-Konzept wird als technisch hoch entwickelte, wenngleich im schulischen Alltag kaum verbreitete Methode zur Vertonung von Bewegungsabläufen zur Unterstützung des motorischen Lernens erwähnt.
Capoeira wird als einzigartige Kampfkunstform gelobt, da sie in idealer Weise Musik, Akrobatik und soziale Interaktion vereint und somit einen hohen Grad an ganzheitlicher Förderung bietet.
Der Autor warnt vor einer „Bewegungsunwilligkeit“ und Abstumpfung der Sinne, falls Sportler ausschließlich durch externe Musik stimuliert werden und ihre eigene Wahrnehmung vernachlässigen.
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