Masterarbeit, 2009
75 Seiten, Note: 1,7
1. Verhaltensauffälligkeit als übergeordnete Kategorie
1.1 Verhaltensauffälligkeiten in der Schule: Ein Überblick
2. Das Phänomen Schulabsentismus
2.1 Schulabsentismus als Oberbegriff für Formen des Fernbleibens von der Schule
2.1.1 Formen und Ausprägungen des Schulabsentismus
2.2 Psychologische und soziologische Erklärungstheorien im Kontext von Schulabsentismus
3. Ursachen und Bedingungen für die Entstehung von Schulabsentismus
3.1 Individuelle Faktoren
3.1.1 Der zeitliche Faktor
3.1.2 Geschlechtsspezifische Faktoren
3.1.3 Schul- und Leistungsangst
3.1.4 Schulversagen
3.1.5 Selbstkonzept
3.2 Schulische Faktoren
3.3 Familiäre Faktoren
3.4 Gruppendynamische Faktoren
4. Empirischer Forschungsstand zum Schulabsentismus – eine kritische Bilanz
5. Schulrechtliche Bewertung und Sanktionierung von Schulabsentismus
6. Forschungsdesign
6.1 Zentrales Erkenntnisinteresse
6.2 Zentrale Fragestellungen
6.3 Auswahl und Begründung der Untersuchungsmethode
6.3.1 Einzelfallstudie
6.3.2 Episodisches Einzelinterview
7. Auswertung und Ergebnisse der qualitativen Untersuchung
7.1 Ergebnisse bezogen auf Einflussfaktoren
7.1.1 Fallbeispiel „Hannah“
7.1.2 Fallbeispiel „André“
7.1.3 Fallbeispiel „Tina“
7.1.4 Fallbeispiel „Malte“
7.2 Verbesserungsvorschläge an Schule und Eltern aus Schülerperspektive
7.2.1 Fallbeispiel „Hannah“
7.2.2 Fallbeispiel „André“
7.2.3 Fallbeispiel „Tina“
7.2.4 Fallbeispiel „Malte“
7.3 Fazit
8. Kritische Reflexion der eigenen Untersuchung
Die Arbeit untersucht die Ursachen und Bedingungen des Schulabsentismus bei Kindern und Jugendlichen. Das primäre Ziel besteht darin, schulaversives Verhalten nicht nur als individuelles Defizit zu begreifen, sondern als komplexes Bedingungsgefüge, das unter anderem durch die Schule mitverantwortet wird, um daraus pädagogische Handlungsansätze abzuleiten.
Schulische Faktoren
Die Schweizer Erziehungswissenschaftlerin Stamm betont, dass die pädagogische Diskussion zum Thema des Schulabsentismus – auch wenn sie gerade in Deutschland in den letzten Jahren einen nicht unerheblichen Zulauf an wissenschaftlichen Beiträgen erfahren habe – weiter forciert werden müsse, um die Bedeutsamkeit und Tragweite dieses Phänomens für das schulische Lernen noch stärker in den Köpfen der Verantwortlichen vor Ort, sprich bei den Schulämtern, Schulleitungen und Lehrern, festzusetzen. Wichtig sei dabei zu verdeutlichen, „dass die Frage der Schulpräsenz mit vielen anderen Fragestellungen verknüpft ist, die sie aktuell zu bearbeiten haben – mit Partizipation, Gewalt, Unterrichtsqualität und Leistungstests – und die somit einen Qualitätsindikator für die Schule darstellt.“ (Stamm 2008, 105)
Die meisten Studien kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die höchsten Absentismusquoten an Hauptschulen registriert werden. Speziell die Form der Schulverweigerung (und nur schwer umkehrbaren Schulabkehr) scheint hier im Vergleich zu anderen Schulformen überproportional häufig vorzukommen (vgl. Mauer 2008, 25). Insbesondere schlechte elterliche Vorbilder und die Tatsache, dass die Degradierung des Hauptschulabschlusses berufliche Perspektiven von vorneherein immer stärker einschränkt, führen dazu, dass Hauptschülern immer mehr das Verständnis für den Sinn des Schulbesuchs genommen wird.
Verhaltensauffälligkeit als übergeordnete Kategorie: Einführung in die interdisziplinäre Definition und das Verständnis von Verhaltensstörungen im pädagogischen Kontext.
Das Phänomen Schulabsentismus: Differenzierung der verschiedenen Begriffe und Erscheinungsformen des Fernbleibens von der Schule.
Ursachen und Bedingungen für die Entstehung von Schulabsentismus: Analyse individueller, schulischer, familiärer und gruppendynamischer Einflussfaktoren.
Empirischer Forschungsstand zum Schulabsentismus – eine kritische Bilanz: Kritische Auseinandersetzung mit vorliegenden quantitativen und qualitativen Studien zur Problematik.
Schulrechtliche Bewertung und Sanktionierung von Schulabsentismus: Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der kritischen Bewertung repressiver Maßnahmen.
Eigene (qualitative) Untersuchung: Vorstellung des Forschungsdesigns sowie der qualitativen Einzelfallanalysen von vier Schülern inklusive Auswertung und Verbesserungsvorschlägen.
Kritische Reflexion der eigenen Untersuchung: Methodenkritische Betrachtung der durchgeführten qualitativen Interviews.
Schulabsentismus, Schulschwänzen, Schulverweigerung, Verhaltensauffälligkeit, pädagogische Intervention, Schulpflicht, Schülerperspektive, Einzelfallstudie, Sozialisation, Schuldistanz, Prävention, Bildungssoziologie, Lehrerpersönlichkeit, Familiäre Faktoren, Resilienz
Die Arbeit behandelt das Phänomen Schulabsentismus und erforscht dessen Ursachen sowie die Bedingungen für seine Entstehung bei Kindern und Jugendlichen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen von Verhaltensauffälligkeiten, die verschiedenen Formen des Schulabsentismus, die rechtliche Situation sowie die Analyse individueller, familiärer und schulischer Einflussfaktoren.
Das Hauptziel ist es, ein Verständnis für den problemlösenden Charakter des Schulschwänzens zu entwickeln und den Fokus von rein repressiven Maßnahmen hin zu pädagogischen Präventions- und Interventionskonzepten zu verschieben.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, insbesondere durch episodische Einzelinterviews in Form von Einzelfallstudien mit vier Schülern, um subjektive Perspektiven zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Ursachenanalyse und eine eigene empirische Untersuchung, in der die Erfahrungen betroffener Schüler analysiert und daraus Verbesserungsvorschläge für die Schule abgeleitet werden.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Schulabsentismus, Schulverweigerung, pädagogische Intervention, Schulpflicht, Prävention sowie den ökosystemischen Ansatz in der Erziehungswissenschaft.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass eine negative Lehrerpersönlichkeit, autoritäre Beziehungsstrukturen und mangelnde Empathie wesentliche Risikofaktoren sind, die zu schulaversiven Einstellungen bei Schülern führen können.
Eine enge, partnerschaftliche Kooperation wird als essenziell betrachtet, da ein Mangel an Kommunikation häufig zu einer Tabuisierung führt, während eine gelebte Schulpartnerschaft als wichtiger Schutzfaktor gegen Schulabsentismus wirkt.
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