Bachelorarbeit, 2019
72 Seiten, Note: 1,7
Diese Bachelorarbeit untersucht den komplexen Zusammenhang zwischen Lernen und Bewegung und analysiert, inwieweit das Konzept "Bewegte Schule" in der Praxis an einer Beispielschule umgesetzt werden kann. Das primäre Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand zu verknüpfen und eine empirische Fallbeschreibung zu liefern, um die Bedeutung von Bewegung für schulische Lernprozesse hervorzuheben.
4. Zusammenhang von Lernen und Bewegung
Nachdem ein Einblick in die einzelnen Bereiche „Lernen“ und „Bewegung“ verschafft wurde, stellt sich nun die Frage, inwieweit ein Zusammenhang zwischen den beiden Komponenten besteht.
„Erwachsene- Eltern, Erzieherinnen und vor allem Lehrerinnen und Lehrer- mei- nen häufig, lernen könne man nur bei Ruhe und Konzentration, und dazu sei vor allem Sitzen erforderlich"37 In diesem Zitat von Renate Zimmer werden Lernen und Bewegung als sich aus- schließende Gegensätze herausgestellt, denn eine Vielzahl an Personen seien der Meinung zum Lernen werde alles andere als Bewegung gebraucht. Die Lernenden sollten frontal auf die Lehrkraft ausgerichtet und konzentriert auf Bü- cher und Arbeitsblätter, Wandkarten und Tafel sein, um dem Unterricht ruhig fol- gen zu können. Die Lehrer selbst jedoch bewegen sich während des Unterrichts ständig und sitzen nur selten vorne am Pult. Als schulfähig werden folglich Kinder bezeichnet, die still sitzen können und Bewegung wird als großer Störfaktor für die Konzentration und Aufmerksamkeit gesehen. Renate Zimmer vertritt eine an- dere Meinung und betont, dass Kinder in Bewegung am besten und am liebsten lernen. „Das Kind kann nur aufpassen oder denken, wenn es sich bewegt. "38 Vor allem zu Beginn der Schulzeit verspüren sie sowohl eine hohe Lernbereitschaft als auch ein hohes Bewegungsbedürfnis. Hier sollte eine gegenseitige Ergän- zung, anstelle eines „gegeneinander Ausspielens“ der beiden Komponente, in den Vordergrund gestellt werden.39
4.1 Physische Zusammenhänge
Die Erkenntnis, „dass Bewegung die neuronalen Verbindungen im ganzen Kör- per aktiviert und so den ganzen Körper zum Instrument des Lernens macht“ er- möglicht einen großen Schritt weg von der Vorstellung, Lernen würde nur im Ge- hirn geschehen.40 Schon der Pädagoge Pestalozzi war der Ansicht, effizientes Lernen könne nur ganzheitlich „mit Kopf, Herz und Hand“ stattfinden.41 Bewegung fördert die Lern- fähigkeit der Schüler. Ein effektives Lernen geschieht nur, wenn alle drei Ebenen der Aneignung von Lernstoffen bedacht werden. Darunter wird der handelnde, bildhafte und symbolische Wissenserwerb verstanden. An erster Stelle schuli- schen Lernens und Erfahrens steht die handelnde Ebene, also das Lernen unter Einbeziehung von Sich-Bewegen. Erst im Anschluss folgen die bildliche und die symbolische Ebene.42
Kapitel 1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungsfrage nach dem Zusammenhang von Lernen und Bewegung sowie der praktischen Umsetzung des Konzepts "Bewegte Schule" vor und umreißt die Struktur der Arbeit.
Kapitel 2. Lernen - Was wird darunter verstanden?: Hier werden verschiedene theoretische Grundlagen und Definitionsansätze des Begriffs "Lernen" aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Kapitel 3. Bewegung - Was wird darunter verstanden?: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Bewegung" und diskutiert die Veränderungen der modernen Bewegungswelt sowie die damit verbundenen negativen Folgen von Bewegungsmangel.
Kapitel 4. Zusammenhang von Lernen und Bewegung: Es werden die vielfältigen physischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Verbindungen zwischen Bewegung und Lernprozessen der Schüler detailliert dargestellt.
Kapitel 5. Konzept "Bewegte Schule": In diesem Kapitel wird das Konzept der "Bewegten Schule" umfassend erläutert, einschließlich seiner Entstehung, Definition, Merkmale und des zugrundeliegenden Zahnradmodells.
Kapitel 6. Methodisches Vorgehen: Hier wird die Durchführung eines teilstrukturierten Experteninterviews mit einer Konrektorin einer Grundschule beschrieben, das als Grundlage für die empirische Fallbeschreibung dient.
Kapitel 7. Ergebnisse: Die Ergebnisse des Experteninterviews werden präsentiert und interpretiert, wobei die Umsetzung der "Bewegten Schule" aus der Perspektive von Lehrkräften, Eltern und Schülern beleuchtet wird, inklusive identifizierter Entwicklungspotenziale.
Kapitel 8. Fazit: Das Abschlusskapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse der gesamten Bachelorarbeit zusammen und bestätigt den positiven Einfluss von Bewegung auf das Lernen.
Lernen, Bewegung, Bewegte Schule, Bewegungsmangel, Lernprozess, Schulentwicklung, Pädagogik, Experteninterview, Motorik, Kognition, Sozialkompetenz, Gesundheitserziehung, Schulalltag, Bewegungsförderung, Lehrkräfte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen Lernen und Bewegung und untersucht die praxisbezogene Umsetzung des Konzepts "Bewegte Schule" an einer Beispielschule.
Die zentralen Themenfelder sind die Definition von Lernen und Bewegung, die Darstellung der physischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Zusammenhänge zwischen beiden, das Konzept der "Bewegten Schule" sowie eine empirische Fallbeschreibung ihrer Umsetzung.
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: Inwieweit stehen Lernen und Bewegung in einem Zusammenhang und inwiefern lässt sich das diesbezügliche Konzept “Bewegte Schule“ an einer Beispielschule in Ort umsetzen?
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird eine empirische Untersuchung in Form eines teilstrukturierten Experteninterviews mit einer Konrektorin durchgeführt.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen zu Lernen und Bewegung, deren Zusammenhänge, das Konzept der "Bewegten Schule" sowie die Methodik, Ergebnisse und Interpretation der empirischen Untersuchung.
Schlüsselwörter wie Lernen, Bewegung, Bewegte Schule, Bewegungsmangel, Lernprozess und Schulentwicklung charakterisieren die Arbeit.
Eltern und Schüler sind aktiv in die Gestaltung des Schulalltags und die Umsetzung des Konzepts "Bewegte Schule" eingebunden, insbesondere bei der Auswahl von Nachmittagsangeboten und der Gestaltung des Lernumfelds.
Das "Zahnradmodell" ist ein Hilfsmittel zur Umsetzung der "Bewegten Schule", das drei ineinandergreifende Handlungsfelder ("Lern- und Lebensraum Schule", "Lehren und Lernen", "Steuern und Organisieren") darstellt, deren Aktivitäten sich gegenseitig beeinflussen.
Herausforderungen umfassen die Schwierigkeit für Lehrkräfte in klassischen Fächern, Bewegungspausen zu integrieren, das Fehlen spezifischer Fortbildungsangebote sowie die individuelle Akzeptanz und Nutzung von Bewegungsangeboten durch die Schüler.
Bewegung fördert eine angenehme Lernatmosphäre, stärkt soziale Beziehungen, verbessert die soziale Kompetenz und das Selbstvertrauen, und ermöglicht Kindern, ihre eigenen Stärken und Grenzen zu erkennen.
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