Masterarbeit, 2023
95 Seiten, Note: cum laude
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Relevanz für das Fachgebiet Sonderpädagogik
1.3 Forschungsstand und Fragestellung
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Exekutive Funktionen
2.1 Begriffserklärungen und Definitionen
2.2 Funktionen des exekutiven Systems
2.3 Einflussfaktoren und Entwicklung
2.4 Fazit
3 Aufmerksamkeitsstörungen
3.1 Begriffserklärungen und Bezeichnungen
3.1.1 Aufmerksamkeit und Konzentration
3.1.2 ADS und ADHS
3.2 Klassifikation nach DSM und ICD
3.3 Diagnostik
3.4 Neurologische Aspekte
3.4.1 Neuropsychologische und psychologische Grundlagen
3.4.2 Die Bedeutung der exekutiven Funktionen
3.5 Entwicklungsverlauf im Jugendalter
3.6 Fazit
4 Selbstregulation
4.1 Begriffserklärungen und Bezeichnungen
4.2 Modelle der Selbstregulation
4.3 Psychologische Theorien
4.3.1 Selbstregulatorische Fähigkeiten
4.3.2 Funktionen der Selbstregulation
4.4 Einflussfaktoren
4.5 Fazit
5 Lernen
5.1 Begriffserklärungen und Bezeichnungen
5.2 Neurologische Grundlagen
5.3 Pädagogische Aspekte
5.3.1 Lernstrategien
5.3.2 Lernschwierigkeiten und Lernstörungen ADS
5.3.3 Lern- und Leistungsmotivation
5.4 Einflussfaktoren
5.5 Fazit
6 Relevanz für das schulische Lernen
7 Förderung der Selbstregulation
7.1 Spezifische Methoden und Strategien zur Förderung
7.1.1 Lerncoaching
7.1.2 Lernstrategieeinsatz
7.1.3 Förderung von selbstreguliertem Lernen
7.2 Körperliche und kognitive Methoden
7.2.1 Achtsamkeit
7.2.2 Bewegung
7.2.3 Spiel
7.3 Fazit
8 Diskussion der Ergebnisse
9 Ausblick und weiterführende Fragen
10 Handreichung für den Unterricht
10.1 Einsatzmöglichkeiten und Ziele
10.2 Inhalt
Die Arbeit untersucht im Rahmen einer Masterarbeit, wie sich evidenzbasierte Selbstregulationsstrategien auf das Lernvermögen von Kindern mit ADS/ADHS im zweiten Zyklus auswirken. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Bedeutung exekutiver Funktionen und spezifische Fördermöglichkeiten im schulischen Kontext gelegt.
2.1 Begriffserklärungen und Definitionen
Der Begriff exekutive Funktionen stammt aus dem Englischen und umfasst Steuerungs- und Leitungsfunktionen eines Gehirns, von vielen Autoren auch als «höhere, geistige Prozesse» definiert (Stuber-Bartmann 2017: 13 f.). Exekutive Funktionen sind kognitive Funktionen, mit denen Menschen ihr Handeln steuern (Hüther 2009: 105). Diese sind für Planung, Sequenzierung (Aufteilung in Schritte) und Inhibition (Hemmung) von Verhalten verantwortlich. Exekutive Funktionen dienen der Handlungsplanung, Handlungsüberwachung und Handlungskontrolle (Brunsting 2011: 12).
In Abbildung 1 sind die Lappen des Grosshirns dargestellt, wobei der Frontallappen eine besondere Rolle spielt, denn die Funktionen werden mit dem Frontallappen und insbesondere mit präfrontalen Hirnbereichen in Verbindung gebracht (Gawrilow 2012: 162). Der präfrontale Kortex wird in Zusammenhang gesetzt mit der Koordination aller Vorgänge im Gehirn (Arnold 2009: 184).
Die exekutiven Funktionen können unterteilt werden in drei Zielfunktionen: Inhibition, kognitive Flexibilität und Arbeitsgedächtnis (Gawrilow 2012: 76).
Weitere Gehirnstrukturen, welche anatomische Verbindungen zum präfrontalen Kortex haben und die Steuerung von Verhalten, Emotionen und Aufmerksamkeit beeinflussen, sind das limbische System, die Basalganglien und der Hippocampus, welcher primär für das Lernen und Gehirnprozesse verantwortlich ist (Kubesch 2016: 76 f.).
Es ist wichtig zu betonen, dass die exekutiven Funktionen im Zusammenspiel das selbstregulierte Verhalten einer Person steuern. Selbstregulierte Verhaltensweisen wie Planung, Flexibilität, Zielverfolgung, Reflexion, Impuls- und Emotionsregulation, Durchhaltevermögen und Aufmerksamkeit werden unterstützt. So tragen diese Zielfunktionen zur Willensbildung und zum disziplinierten Verhalten eines Individuums bei (Kubesch 2016: 15 f.).
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz der Förderung von Selbstregulation bei Kindern mit ADS/ADHS dar und erläutert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen.
2 Exekutive Funktionen: Dieses Kapitel definiert exekutive Funktionen als kognitive Steuerungs- und Leitungsfunktionen und beleuchtet deren drei Haupt-Zielfunktionen sowie deren Entwicklung.
3 Aufmerksamkeitsstörungen: Hier werden die medizinischen Klassifikationen (ADS/ADHS), die neurologischen Grundlagen sowie der typische Entwicklungsverlauf dieser Störungen im Jugendalter erläutert.
4 Selbstregulation: Das Kapitel beschreibt theoretische psychologische Modelle der Selbstregulation und deren Bedeutung für die bewusste Verhaltenssteuerung des Individuums.
5 Lernen: Es wird analysiert, wie Lernen als konstruktiver Prozess abläuft und welche Rolle Lernstrategien, Motivation und neurologische Voraussetzungen dabei spielen.
6 Relevanz für das schulische Lernen: Hier wird der unmittelbare Zusammenhang zwischen exekutiven Funktionen, Selbstregulation und der schulischen Leistungsfähigkeit im Erziehungsalltag analysiert.
7 Förderung der Selbstregulation: Dieses Kapitel stellt konkrete Förderansätze wie Lerncoaching, Bewegungsangebote und spielbasierte Interventionen für die Schulpraxis vor.
8 Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse aus der Literaturrecherche werden zusammengeführt, um die Forschungsfrage zu beantworten und Limitationen der Arbeit zu reflektieren.
9 Ausblick und weiterführende Fragen: Ein kurzer Ausblick adressiert zukünftige Forschungsnotwendigkeiten, insbesondere hinsichtlich neurobiologischer Einflüsse wie dem Dopaminhaushalt.
10 Handreichung für den Unterricht: Hier werden pädagogische Handreichungen und Einsatzmöglichkeiten für Lernende zur Förderung der beschriebenen Kompetenzen skizziert.
Selbstregulation, ADS, ADHS, Exekutive Funktionen, Lernvermögen, Lernstrategien, Lerncoaching, Schulisches Lernen, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität, sonderpädagogische Förderung, Metakognition, Verhaltensregulation, Jugendentwicklung.
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Förderung von Selbstregulationsfähigkeiten bei Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen im zweiten Zyklus zu einem verbesserten Lernvermögen beitragen kann.
Die Arbeit deckt die Bereiche exekutive Funktionen, ADS/ADHS-Diagnostik, die psychologischen Theorien der Selbstregulation sowie die praktische Umsetzung von Lernstrategien und Fördermassnahmen im schulischen Umfeld ab.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie evidenzbasierte Selbstregulationsmethoden Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen helfen können, Anforderungen des Zyklus II (Oberstufe) effektiver zu bewältigen.
Die Autorin nutzt eine zusammenfassende qualitative Inhaltsanalyse verschiedener fachwissenschaftlicher Quellen, um den aktuellen Stand der Literatur zu vergleichen und zu diskutieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Exekutive Funktionen, Aufmerksamkeitsstörungen, Selbstregulation, Lernen) sowie einen praktischen Teil, der spezifische Fördermethoden für Lehrpersonen und Lernende vorstellt.
Zentrale Begriffe sind Selbstregulation, ADS/ADHS, exekutive Funktionen, Lernstrategien, Lerncoaching und schulisches Lernen.
Das Lerncoaching wird als zentrale Interventionsform vorgestellt, welche in drei Phasen (Planung, Ausführung, Rückschau) dem Kind hilft, Selbstregulationsstrategien aktiv und eigenständig anzuwenden.
Körperliche Methoden wie Bewegung, Spiel und gezielte Achtsamkeitsübungen fungieren als wirksame Ergänzung, da sie nachweislich die exekutiven Funktionen fördern und das Belohnungssystem des Gehirns positiv stimulieren.
Kubesch differenziert so: "Heisse" Funktionen betreffen emotionale und motivierte Situationen, während "kalte" Funktionen in neutralen, abstrakten Lernkontexten gefordert sind.
Dieses Prozessmodell unterteilt Selbstregulation in drei zeitliche Phasen: eine präaktionale Phase (Planung), eine aktionale Phase (Lernhandlung/Überwachung) und eine postaktionale Phase (Reflexion).
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