Examensarbeit, 2009
95 Seiten, Note: 1,3
A. EINFÜHRUNG
1. Rhythmus – Erfahrungen und persönliche Motivation
2. Zum Arbeitsinteresse
B. RHYTHMUS – DEM PHÄNOMEN AUF DER SPUR
1. Zur Definition von Rhythmus
2. Mensch und Rhythmus
2.1. Der Mensch als ursprünglich rhythmisches Wesen
2.1.1. Rhythmus ist Leben
2.2. Rhythmus und Bewegung
2.3. Rhythmus und Sprache
2.4. Rhythmus und Wirkung
3. Musik und Rhythmus
3.1. Metrum / Puls
3.2. Takt
3.3. Tempo
4. Musik und Rhythmus und Mensch
4.1. Die Urelemente Musik und Bewegung
4.2. Wirkungen von Musik und Rhythmus auf den Menschen
4.3. Es „groovt“!
4.3.1. Die strukturelle Dimension
4.3.2. Die soziale Dimension
5. Rhythmus und Kultur
5.1. Ein Beispiel: Der Rhythmus afrikanischer Musik
6. Rhythmus im musikpädagogischen Blickfeld
6.1. Die rhythmisch-musikalische Erziehung
6.2. Rhythmus in der zeitgenössischen Musikpädagogik
6.2.1. Das Problemfeld Schulmusik
C. RHYTHMUS - ANALYSE VON UNTERRICHTSKONZEPTEN
1. Rhythmus im Musikunterricht: Thesen
2. Bemerkungen zum Untersuchungsverfahren
2.1. Fragekomplexe zur Konzeptanalyse
2.2. Hypothesen
3. Vorstellung der ausgewählten Unterrichtskonzepte
3.1. „Schlag auf Schlag“ (in: „Soundcheck 2“)
3.2. „Der Rhythmus macht’s“ (in: „Hauptsache Musik 9/10“)
3.3. „Rhythmus ist leicht?!“ (in: „Klasse Musik“)
3.4. „Rhythmus der Woche“ (in: „Klasse Musik“)
3.5. „Im Groove der Mandalas“ (in: „Musik & Bildung“)
3.6. „African HipHop“ (in: „Klasse Musik“)
3.7. „BBBBbeat“ (in: „Klasse Musik“)
3.8. „Im Freiraum des Rhythmus“ (in: „Musik und Unterricht“)
3.9. „Rhythm in the classroom“ (in: „Musik & Bildung Spezial“)
D. DARSTELLUNG DER UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE
E. AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE
F. ZUSAMMENFASSUNG
G. ANHANG
1. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Rhythmus und dessen didaktische Vermittlung im Musikunterricht der Sekundarstufe an allgemeinbildenden Schulen. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der faszinierenden, lebensweltlichen Bedeutung des Rhythmus und seiner oft problematischen, rein theoretisch-kognitiven Behandlung in schulischen Lehrwerken aufzuzeigen und Ansätze für einen praxisorientierten, ganzheitlichen Unterricht zu erarbeiten.
1. Rhythmus – Erfahrungen und persönliche Motivation
Ich erinnere mich gut an eine Musikunterrichtsstunde, die ich vor einigen Jahren im Rahmen meines Orientierungspraktikums an einem Gymnasium erlebte: In großen Lettern stand an der Tafel geschrieben: „Rhythmus“. Dies war das Thema, das die Schüler und mich in dieser Stunde erwartete, und ich war gespannt, wie die Lehrerin dieses mir sehr sympathische Themengebiet wohl angehen würde. Nach kurzen Begrüßungsworten wurde der Overhead-Projektor zum Leben erweckt an der Wand strahlte eine schematische Übersicht, die alle Notenwerte von einer Ganzen bis zu einer Sechzehntelnote in ihren Relationen darstellte. Eifrig übernahmen die Schüler die Folie in ihren Hefter, währenddessen die Lehrerin an der Tafel kleine „Rechenaufgaben“ vorbereitete, bei denen es zu ermitteln galt, welche Tondauer resultiert, wenn zum Beispiel einer Viertelnoten zwei angebundene Sechzehntelnoten folgen. Nach einer kurzen Einzelarbeitsphase wurden die Ergebnisse verglichen, und nun sollte das erlernte Wissen musikpraktisch umgesetzt werden. Einige Schüler bekamen einfache Percussion-Instrumente (Klanghölzer, Triangel, Schellenring u.a.) in die Hände gedrückt, andere sollten in Ermangelung ausreichenden Instrumentariums auf die Schulbank klopfen. Die Lehrerin präsentierte eine weitere Folie, auf der sie jeweils 4-taktige Rhythmus-Pattern aus den gelernten Notenwerten zusammengestellt hatte. Die Schüler „musizierten“ unisono die vorgegebenen Rhythmen, während die Lehrerin an ihrem Lehrertisch sitzend mit einer Trommel den Takt angab.
Ich denke, es bedarf keiner weiteren Ausführungen, um einen repräsentativen Eindruck dieses Unterrichts zu erlangen. Bezeichnend waren letztlich auch die Gesichter der Schüler, die beim Verlassen des Unterrichtsraumes in etwa aussah, als hätten sie gerade ein mittelmäßiges Referat über das Leben Schostakowitschs gehört. Sollte dies der Normalfall sein, wie der Rhythmus im Musikunterricht deutscher Schulen vermittelt wird, brauchen wir uns über das vermeintlich fehlende Rhythmusgefühl deutscher Kinder, wie es z.B. von Instrumentalpädagogen immer wieder bemängelt wird, nicht wundern.
A. EINFÜHRUNG: Der Autor erläutert seine persönliche Faszination für das Thema Rhythmus und begründet das Interesse an einer praxisorientierten didaktischen Neuausrichtung.
B. RHYTHMUS - DEM PHÄNOMEN AUF DER SPUR: Dieses Kapitel beleuchtet den Rhythmus interdisziplinär durch Definitionen, anthropologische Betrachtungen, körperliche Bezüge, musikalische Strukturen sowie die kulturelle Dimension.
C. RHYTHMUS - ANALYSE VON UNTERRICHTSKONZEPTEN: Es werden Thesen zur Rhythmusvermittlung aufgestellt und Kriterien für eine vergleichende Analyse von neun ausgewählten Unterrichtskonzepten definiert.
D. DARSTELLUNG DER UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE: Die ausgewählten Konzepte werden anhand der zuvor festgelegten Kriterien (z.B. Ganzheitlichkeit, Bewegung, Interkulturalität) kritisch analysiert.
E. AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE: Die Ergebnisse der Untersuchung werden in Bezug auf die Arbeitshypothesen interpretiert, wobei Defizite in der Umsetzung ganzheitlicher Ansätze identifiziert werden.
F. ZUSAMMENFASSUNG: Die Arbeit resümiert, dass Rhythmus ein komplexes Phänomen ist, dessen Vermittlung eine stärkere Einbeziehung von körperlicher Erfahrung und lebendiger Musizierpraxis erfordert.
G. ANHANG: Enthält das Literaturverzeichnis der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen.
Rhythmus, Musikpädagogik, Schulmusik, Unterrichtskonzepte, Rhythmusgefühl, Körperbewegung, Interkulturalität, Groove, Metrum, Takt, Musikunterricht, Percussion, ganzheitliches Lernen, Rhythmik, musikalische Bildung.
Die Arbeit analysiert das Phänomen Rhythmus und hinterfragt kritisch, wie dieses Thema im schulischen Musikunterricht vermittelt wird.
Die zentralen Felder umfassen die anthropologische Bedeutung des Rhythmus, die Wechselwirkung von Musik und körperlicher Bewegung sowie die interkulturelle Perspektive.
Ziel ist es, eine Brücke zwischen der faszinierenden, lebendigen Bedeutung des Rhythmus und didaktischen Konzepten zu schlagen, um den Musikunterricht praxisnäher zu gestalten.
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Inhaltsanalyse verschiedener Unterrichtskonzepte aus Lehrbüchern und Fachzeitschriften basierend auf theoretischen Kriterien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum Phänomen Rhythmus und eine anschließende Analyse ausgewählter Unterrichtskonzepte hinsichtlich ihrer Praxisorientierung.
Wichtige Begriffe sind Rhythmus, Musikpädagogik, ganzheitliches Lernen, Bewegung, Interkulturalität, Groove und Unterrichtskonzepte.
Er kritisiert eine oft zu theoretische, kognitiv geprägte Vermittlung, die das lebendige Erleben des Rhythmus vernachlässigt.
Bewegung ist für den Autor ein zentrales Kriterium, um den Rhythmus körperlich erfahrbar zu machen und von rein abstrakten Notationsübungen abzugrenzen.
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