Examensarbeit, 1999
144 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
I. Sexualität und Geschlechtserziehung – Ein Gesamtüberblick
1. Die Sexualität und der Mensch
1.1. Begriffserläuterung
1.2. Die Bedeutung der Sexualität für den Menschen
1.3. Die Enttabuisierung der Sexualität und der gegenwärtige Umgang mit ihr
1.4. Die kindliche Sexualität im Vorschulalter
2. Der Anspruch des Kindes auf Geschlechtserziehung
2.1. Von der Notwendigkeit der Geschlechtserziehung
2.2. Unterschiedliche Erziehungsfunktionen bei Familie und Schule
2.3. Aufgaben des Elternhauses – Theorie und Wirklichkeit
II. Staatliche Verlautbarungen
1. Geschlechtserziehung aus der staatlichen Sicht
1.1. Die KMK-Empfehlungen und ihre Inhalte
1.2. Geschlechtserziehung aus der Sicht der Richtlinien und Lehrpläne
1.3. Die neuen Richtlinien und Lehrpläne der Grundschule im Ländervergleich
1.4. Die gerichtlichen Vorgaben zur Geschlechtserziehung
1.5. Das Elternrecht und Geschlechtserziehung
2. Didaktik und Praxis der Geschlechtserziehung in der Grundschule
2.1. Ziele und Methoden der Geschlechtserziehung
2.2. Anforderungen an die Lehrkräfte
2.3. Der Elternabend – Ein sinnvoller Weg zur Zusammenarbeit
2.4. Unterrichtsvorschläge zum Thema „Zeugung, Schwangerschaft und Geburt“
III. Kirchliche Verlautbarungen
1. Das Christentum und die Sexualmoral
1.1. Sexualmoral und Sexualethik
1.2. Anthropologische Aspekte der Sexualität
1.3. Jesu´ Einstellung zur Sexualität und der biblische Standpunkt
2. Der geschichtliche Hintergrund
2.1. Paulus – ein Sexualfeind?
2.2. Lustfeindliche Tendenzen bei den Kirchenvätern
2.3. Die schwierige Zeit des Mittelalters
3. Gegenwärtige Positionen der Kirche
3.1. Das Thema Nummer Eins
3.2. Gegenwärtige Stellungnahmen der Kirche zur Sexualität
3.3. Die Reaktionen
4. Konsequenzen für den Religionsunterricht
4.1. Geschlechtserziehung – ein eigentlich notwendiger Bestandteil des Religionsunterrichtes
4.2. Kirchliche Verlautbarungen zur Geschlechtserziehung
4.3. Religionspädagogen nehmen Stellung
IV. Resümee
Die vorliegende Arbeit vergleicht staatliche und kirchliche Verlautbarungen zur Geschlechtserziehung in der Grundschule. Ziel ist es, die unterschiedlichen pädagogischen Ansätze, ethischen Grundlegungen und organisatorischen Rahmenbedingungen gegenüberzustellen, um aufzuzeigen, wie beide Institutionen auf die kindliche Sexualität reagieren und welche Hilfestellungen sie für den Unterricht in der Grundschule bieten.
1.2. Die Bedeutung der Sexualität für den Menschen
Neben ihrer Fortpflanzungsfunktion erfüllt Sexualität im starken Maße kommunikative, zwischenmenschliche sowie identitätsstabilisierende Bedürfnisse. Sie ist eng verbunden mit Intimität, Erleben und Ausleben von Phantasien, mit Vertrauen und Sichöffnen aber auch mit der egoistischen Triebbefriedigung.
Für GLÜCK ist Sexualität „ein lebenswichtiger körperlicher Ausdruck von Zuneigung zu einem (anderen) Menschen, eine Form der Kommunikation, die sanft und sinnlich, wild und zärtlich, lustig und verspielt, geistig und kindlich zugleich, ernst und leidenschaftlich sein kann“.8
Kurzum: Sexualität hat viel mit Gefühlen und dem Körper zu tun.
Wie bereits erwähnt, begleitet sie den Menschen zeit seines Lebens und ist für ihn von fundamentaler Bedeutung. Schon der Säugling und das Kleinkind besitzen eine ganz bestimmte Art der Geschlechtlichkeit, die sich in verschiedenen Phasen artikuliert. Darauf möchte ich später noch etwas näher eingehen.
I. Sexualität und Geschlechtserziehung – Ein Gesamtüberblick: Dieses Kapitel definiert den Begriff Sexualität in seiner historischen und menschlichen Bedeutung und erörtert die kindliche Entwicklung sowie den Anspruch des Kindes auf eine altersgerechte Aufklärung.
II. Staatliche Verlautbarungen: Hier wird der offizielle Erziehungsauftrag des Staates analysiert, wobei KMK-Empfehlungen, unterschiedliche Lehrpläne der Bundesländer und die Rolle der Elternrechte im Vergleich beleuchtet werden.
III. Kirchliche Verlautbarungen: Dieser Teil untersucht das christliche Menschenbild, die historische Entwicklung der Sexualmoral sowie aktuelle Positionen der Kirche zur Sexualethik und deren Auswirkungen auf den Religionsunterricht.
IV. Resümee: Das abschließende Kapitel führt die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, vergleicht staatliche und kirchliche Ansätze hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Differenzen und gibt einen Ausblick auf die notwendige Weiterentwicklung.
Geschlechtserziehung, Grundschule, Sexualität, Sexualmoral, staatliche Verlautbarungen, kirchliche Verlautbarungen, Sexualpädagogik, Religionsunterricht, Elternrecht, Sexualethik, Familienplanung, Identitätsbildung, Prävention, Erziehungsauftrag, Kindliche Sexualität.
Die Arbeit analysiert und vergleicht die offiziellen Vorgaben des Staates und der Kirche zur Geschlechtserziehung in der Grundschule, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der praktischen Umsetzung und den ethischen Grundannahmen aufzuzeigen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Sexualität, die kindliche psychosexuelle Entwicklung, die staatlichen Bildungspläne der Bundesländer, die historische und gegenwärtige kirchliche Sexualmoral sowie die Rolle des Religionsunterrichts.
Das primäre Ziel ist es, dem Leser einen objektiven Überblick über die organisatorischen, rechtlichen und inhaltlichen Anforderungen an die Geschlechtserziehung zu vermitteln und die verschiedenen Positionen beider Institutionen transparent zu machen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse relevanter Dokumente (KMK-Empfehlungen, kirchliche Verlautbarungen), der Auswertung von Lehrplänen sowie einer qualitativen Untersuchung durch Befragung von Religionslehrkräften zur Schulpraxis.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung staatlicher Richtlinien und Lehrpläne, die Auseinandersetzung mit der christlichen Sexualethik und der geschichtlichen Entwicklung des kirchlichen Sexualverständnisses sowie die Diskussion über die praktische Anwendung in der Schule.
Die zentralen Begriffe sind Geschlechtserziehung, Sexualpädagogik, staatliche und kirchliche Verlautbarungen, Identitätsbildung, Elternrecht sowie Religionsunterricht.
Aufgrund der föderalen Struktur Deutschlands besitzen die Bundesländer eine eigene Zuständigkeit für Bildungspläne, was zu erheblichen inhaltlichen Unterschieden in der Umsetzung der Geschlechtserziehung führt.
Während staatliche Ansätze eher auf wissenschaftlicher Aufklärung, Mündigkeit und Prävention basieren, verfolgt die Kirche eine stark wertorientierte Erziehung, die Sexualität primär in den Kontext von Ehe und Zeugung stellt.
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