Fachbuch, 2010
117 Seiten
I Erfahrungen
Kap.1 Der Einstieg
1.1 Der Job: Die Wette gilt!
1.2 Der Empfang: 1. Das Kollegium
1.3 Der Empfang: 2. Die Kinder
1.4 Der Empfang: 3. Die Eltern
Kap.2 Auf Entdeckungsreise
2.1 Den Lehrer entdecken
2.2 Den Lehrer testen
2.3 Erst aufrichten, dann unterrichten
2.4 Die Klasse wird klasse
2.5 ...dass nicht sein kann, was nicht sein darf
Kap.3 Umdenken: 400 statt 22 Kinder
3.1 Der eigentliche Job: Vertretungslehrer
3.2 Erstklässler: Sweet Little Monsters
3.3 Dankbarkeit
3.4 Abschied und Bilanz
II Erkenntnisse
Kap.4 Was Kinder wollen
4.1 Aufmerksamkeit
4.2 Fairness
4.3 Klare Orientierung
4.4 Herausforderungen
Kap.5 Was Kinder nicht brauchen
5.1 Einschüchterung und Bedrohung
5.2 Beschämung und Bestrafung
5.3 Leerlauf und Langeweile
Kap.6 Was Kinder brauchen
6.1 Die Gezeiten von Anspannung und Entspannung
6.2 Abenteuer und Begegnungen
6.3 Theater als Vermittler zwischen Tag und Traum
6.4 Musik und Konstruktion
III Erfordernisse
Kap.7 Neues Lernen muss Schule machen
7.1 Die Lust zu lernen
7.2 Von den „Gamers“ lernen
7.3 Stupendes statt stupides Lernen
Kap.8 Erfolgreiche Ansätze in der Schulpraxis
8.1 Community Education: Das Leben kennen lernen
8.2 Klimawandel: neue Eltern – neue Schulen – neue Lehrer – neue Kinder
8.3 Ein Beispiel gebendes Konzept
Dieses Buch reflektiert die persönlichen Erfahrungen des Autors, der als branchenfremder Quereinsteiger plötzlich zum Klassenlehrer einer als „schwierig“ geltenden Grundschulklasse wird. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass durch einen Perspektivenwechsel – weg von starren bürokratischen Zwängen, hin zu einer auf Vertrauen, Aufmerksamkeit und individueller Förderung basierenden Beziehungsebene – ein effektiveres und motivierenderes Lernen möglich ist, das Kindern Spaß bereitet.
1.1 Der Job: Die Wette gilt!
Eigentlich müsste diese Geschichte ein Märchen sein. Denn was hier realisiert wurde, ist von unserem Bildungssystem so nicht vorgesehen: Da wird jemand als „Pädagogischer Mitarbeiter“ auf der Basis des Konzepts „Verlässliche Grundschule“ eingestellt, soll jedoch – abweichend von seinen vertraglich festgeschriebenen Aufgaben, nämlich fallweise ausfallende Lehrkräfte zu vertreten oder die Kleinen schlicht zu betreuen – eine 3. Klasse als regulärer Klassenlehrer übernehmen.
In diesem Fall ist es jedoch tatsächlich so. Eltern wie Kinder liegen mit der bisherigen Klassenlehrerin im Clinch und haben einen Wechsel beantragt. Die Schulbehörde mag schon allein aus Kostengründen keine zusätzliche voll bezahlte Lehrkraft einstellen. Aber die Schulleitung hat sich eine ebenso ungewöhnliche wie elegante Lösung ausgedacht: In einer 4. Klasse fällt gerade die Klassenlehrerin wegen Krankheit für den Rest des Schuljahres aus. So kann die ungeliebte Lehrerin deren Klasse übernehmen, während ein Pädagogischer Mitarbeiter die vom Lehrerkollegium gern als „Problemfall“ gesehene und deshalb abgelehnte 3. Klasse übernehmen soll. Auf diese Weise ist es der ungeliebten Lehrerin möglich, das Gesicht zu wahren. Schulintern wird kommuniziert, der Wechsel sei nötig, weil die 4. Klasse schließlich für den Übergang zu weiterführenden Schulen die qualifiziertere Lehrkraft brauche, während es für die 3. Klasse nur darum gehe, nach den Herbstferien bis zu den Zeugnissen einen anderen Lehrer zu haben. Der Pädagogische Mitarbeiter wird den Eltern und Kindern als „neuer Klassenlehrer“ verkauft. Punktum.
Für mich ist die Situation eine Herausforderung besonderer Art. Nie zuvor hatte ich eine Schulklasse unterrichtet. Doch weshalb sollte ich davor zurückschrecken? Der Unterrichtsstoff einer dritten Klasse Grundschule ist mir zufällig sehr geläufig, da ich bis vor kurzem einem Drittklässler Nachhilfe beziehungsweise Hausaufgabenunterstützung in Deutsch, Rechnen und Sachkunde gab, ihn auch durch die vierte Klasse begleitete und an seinen jetzt guten Noten als Grundlage für seine Gymnasialempfehlung nicht unbeteiligt bin.
Kap.1 Der Einstieg: Der Autor beschreibt seinen unkonventionellen Start als Vertretungslehrer in einer „Problemklasse“ und die Reaktionen des Kollegiums sowie der Schulleitung.
Kap.2 Auf Entdeckungsreise: Die Phase des gegenseitigen Kennenlernens von Lehrer und Schülern sowie der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung im Schulalltag stehen im Fokus.
Kap.3 Umdenken: 400 statt 22 Kinder: Die Ausweitung der Tätigkeit auf mehrere Klassen und die Notwendigkeit, neue Konzepte für den Vertretungsunterricht zu finden, werden hier thematisiert.
Kap.4 Was Kinder wollen: Hier werden zentrale Bedürfnisse wie Aufmerksamkeit, Fairness, Orientierung und Herausforderung als Basis für erfolgreiches Lernen analysiert.
Kap.5 Was Kinder nicht brauchen: Ein kritischer Blick auf Einschüchterung, Bestrafung und Leerlauf im Schulalltag, die dem Lernprozess entgegenstehen.
Kap.6 Was Kinder brauchen: Dieses Kapitel widmet sich der Notwendigkeit von Anspannung/Entspannung, Abenteuer und der Kraft von Theater und Musik im Bildungsbereich.
Kap.7 Neues Lernen muss Schule machen: Eine Forderung nach einem fundamentalen Wandel der pädagogischen Ansätze hin zu intrinsischer Motivation.
Kap.8 Erfolgreiche Ansätze in der Schulpraxis: Beispiele wie „Community Education“ und konkrete Konzepte zeigen Wege zu einer modernen, menschenzentrierten Schulentwicklung auf.
Pädagogik, Quereinsteiger, Schulentwicklung, Lehrer-Schüler-Beziehung, Lernmotivation, Unterrichtsqualität, Vertrauensbasis, Schulpraxis, Persönlichkeitsförderung, Kommunikation, ADHS-Kritik, Ganztagsschule, Community Education, intrinsisches Lernen, Bildungssystem-Reform.
Das Buch schildert die Erfahrungen eines Werbetexters, der als Quereinsteiger kurzfristig die Klassenleitung einer als schwierig geltenden Grundschulklasse übernimmt und durch unkonventionelle Methoden beweist, dass respektvoller Umgang und Vertrauen die Basis für effektives Lernen sind.
Zu den zentralen Themen gehören die Verbesserung der Lehrer-Schüler-Kommunikation, die Kritik an repressiven Lehrmethoden, die Förderung intrinsischer Lernmotivation sowie die visionäre Gestaltung einer modernen Schulkultur.
Das Ziel ist es, Lehrern Mut zu machen, „Schule zu machen“, indem sie das starre System durch eine Beziehungsebene ersetzen, die den Schüler als Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellt, statt ihn nur als Objekt der Disziplinierung zu behandeln.
Der Autor nutzt eine teilnehmende Beobachtung und autoethnografische Reflexion. Er verbindet seine praktischen Erlebnisse im Klassenzimmer mit psychologischen Erkenntnissen und führt eine ständige Evaluation seines eigenen Verhaltens durch.
Der Hauptteil gliedert sich in Erfahrungen des Autors, daraus abgeleitete Erkenntnisse über Bedürfnisse von Kindern und konkrete Erfordernisse für eine Neugestaltung des Lernens, inklusive Fallbeispielen und Analysen zur Schulpraxis.
Das Werk wird durch Begriffe wie Schulentwicklung, Lehrer-Schüler-Beziehung, Lernmotivation, Unterrichtsqualität und Bildungssystem-Reform charakterisiert.
Der Autor hinterfragt die gängige Pathologisierung hyperaktiver Kinder kritisch. Er sieht in der Hyperaktivität oft eine Fähigkeit zum Multitasking und zeigt auf, dass durch Zuwendung und anspruchsvolle Aufgaben die vermeintlichen Störfaktoren häufig verschwinden.
Das Bonus-System ersetzt Bestrafung und Bloßstellung durch positive Verstärkung. Es motiviert die Kinder, indem es gute Leistungen (sowohl schulisch als auch sozial) durch Lob und Stempel sichtbar würdigt, statt Fehlverhalten hervorzuheben.
Der Autor sieht in der „Gamer-Generation“ ein Modell für modernes Lernen: Zielstrebigkeit, Ausprobieren nach dem Prinzip Versuch und Irrtum sowie der Umgang mit unmittelbarem Feedback sind für ihn Schlüsselkompetenzen, die auch in die Schule integriert werden sollten.
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