Masterarbeit, 2024
161 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion
3 Fachliche Klärung
3.1 Partizipation – eine begriffliche Annäherung
3.1.1 Demokratische Partizipation
3.1.2 Modelle der Partizipation
3.2 Merkmale schulischer Partizipation
3.2.1 Klassenrat
3.2.2 Klassensprecher
3.3 Herausforderungen im Zusammenhang mit schulischer Partizipation
3.4 Zusammenfassung
4 Erhebung der Schülerperspektive
4.1 Schülervorstellungen – eine begriffliche Annäherung
4.2 Fragestellung
4.3 Methodenauswahl
4.4 Der Interview-Leitfaden
4.5 Daten
4.5.1 Datenauswahl
4.5.2 Datenerfassung
4.5.3 Datenaufbereitung
5 Ergebnisse der Untersuchung – geordnete Aussagen
5.1 FIONA UND ISABELL
5.1.1 Gedankenexperiment Schulhofgestaltung
5.1.2 Partizipation in der Schule
5.1.3 Klassensprecher
5.1.4 Klassenrat
5.2 FINN UND MAX
5.2.1 Gedankenexperiment Schulhofgestaltung
5.2.2 Partizipation in der Schule
5.2.3 Klassensprecher
5.2.4 Klassenrat
5.3 JACOB UND JAN
5.3.1 Gedankenexperiment Schulhofgestaltung
5.3.2 Partizipation in der Schule
5.3.3 Klassensprecher
5.3.4 Klassenrat
5.4 LIA UND ANNA
5.4.1 Gedankenexperiment Schulhofgestaltung
5.4.2 Partizipation in der Schule
5.4.3 Klassensprecher
5.4.4 Klassenrat
5.5 Vorstellungen im Vergleich
5.5.1 Gedankenexperiment Schulhofgestaltung
5.5.2 Partizipation in der Schule
5.5.3 Klassensprecher
5.5.4 Klassenrat
5.6 Reflexion der Untersuchung
6 Wechselseitiger Vergleich
6.1 Mitbestimmung
6.1.1 Gemeinsamkeiten
6.1.2 Unterschiede
6.1.3 Fazit
6.2 Klassenrat
6.2.1 Gemeinsamkeiten
6.2.2 Unterschiede
6.2.3 Fazit
7 Didaktische Strukturierung
8 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Masterarbeit zielt darauf ab, die bislang wenig erforschten Vorstellungen und Denkstrukturen von Grundschülern im dritten und vierten Schuljahr zur Partizipation in der Schule zu ermitteln und zu erfassen. Durch einen wechselseitigen Vergleich dieser Schülervorstellungen mit dem fachwissenschaftlichen Diskurs wird ein Beitrag zur Entwicklung didaktischer Strukturierungshilfen für den Sachunterricht geleistet.
1 Einleitung
Laut den KMK-Empfehlungen zur Grundschularbeit KMK (2015,4) nimmt die Grundschule bei der Demokratieerziehung eine zentrale Schlüsselfunktion ein. Die Grundschule hat die wichtige Aufgabe, den Schülern elementare Grundlagen zu lehren und sie bestmöglich auf die weiterführende Schule vorzubereiten. Sie wird vielfach als „zentraler Bildungsort“ (Ertl et al. 2022, 78) bezeichnet. Die Auseinandersetzung mit dem Themenbereich Partizipation in der Schule ist längst kein neues Phänomen. Wenngleich es zuletzt eine erhöhte Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Relevanz erfährt.
Angesichts der bereits mehr als 30 Jahre zurückliegenden UN-Kinderrechtskonvention, einer deutlichen Zunahme des Populismus und des Extremismus in Deutschland, aber auch weltweit, und der Agenda 2030, erscheint eine zunehmende Gewichtung von gesteigerten Mitbestimmungsmöglichkeiten auch für Kinder nicht weiter überrraschend (vgl. Büker et al. 2021, 392). Zusätzlich unterstreicht auch das abnehmende Vertrauen der Gesellschaft, vor allem der Jugendlichen, in den politischen Apparat und die Pfeiler der Demokratie (Politiker, Parteien, etc.) die Relevanz für eine verstärkte Auseinandersetzung mit gesteigerten Mitbestimmungsmöglichkeiten/Partizipationsmöglichkeiten im Kontext Schule (vgl. Eikel 2007, 7).
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die steigende Bedeutung von Partizipation und Demokratieerziehung in der Grundschule, weist auf eine Forschungslücke in Bezug auf Schülervorstellungen hin und formuliert das Ziel der empirischen Erfassung dieser Wahrnehmungen.
2 Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der Arbeit, das auf der wechselseitigen Beziehung zwischen fachlicher Klärung, Erfassung der Schülerperspektive und didaktischer Strukturierung basiert.
3 Fachliche Klärung: Hier erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Partizipation, ihren Modellen sowie ihre spezifische Ausgestaltung und Herausforderungen im Kontext der Grundschulinstitution.
4 Erhebung der Schülerperspektive: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der Untersuchung, einschließlich der Auswahl leitfadenorientierter Kleingruppeninterviews als qualitative Forschungsmethode zur Erfassung naiver Theorien von Kindern.
5 Ergebnisse der Untersuchung – geordnete Aussagen: Die empirischen Daten der durchgeführten Interviews mit acht Grundschülern werden hier strukturiert nach Themenfeldern und Schülerpaaren detailliert ausgewertet.
6 Wechselseitiger Vergleich: Zusammenführung der empirischen Auswertungen mit dem theoretischen Diskurs, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Denkstrukturen von Schülern und wissenschaftlichen Perspektiven auf Mitbestimmung und Klassenrat herauszuarbeiten.
7 Didaktische Strukturierung: Auf Basis des Vergleichs werden Handlungsempfehlungen und Leitlinien formuliert, wie Partizipation in der Grundschullehre unter Berücksichtigung des kindlichen Entwicklungsstandes sinnvoll implementiert werden kann.
8 Schlussbetrachtungen: Eine abschließende Reflektion über die Ergebnisse der Untersuchung, die Grenzen der Partizipationsmöglichkeiten an Schulen und die Relevanz qualitativer Forschung als Werkzeug zur Erfassung kindlicher Lebenswirklichkeiten.
Partizipation, Grundschule, Mitbestimmung, Demokratieerziehung, Schülervorstellungen, Didaktische Rekonstruktion, Klassenrat, Klassensprecher, Qualitative Interviews, Naive Theorien, Politische Bildung, Grundschulpädagogik, Kindheitsforschung, Beteiligungsrechte, Partizipationsmodelle.
Die Arbeit untersucht, wie Grundschüler Partizipation und Mitbestimmung im schulischen Kontext wahrnehmen und welche konkreten Vorstellungen sie von Institutionen wie dem Klassenrat oder dem Amt des Klassensprechers haben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen Demokratiepädagogik, Partizipationsmodellen und der konkreten, empirischen Erhebung kindlicher Perspektiven auf Schulleben und Mitbestimmung.
Das Ziel ist die Ermittlung und Erfassung von Schülervorstellungen zur Partizipation in der Grundschule, um diese durch einen wechselseitigen Vergleich mit fachwissenschaftlichen Erkenntnissen didaktisch nutzbar zu machen.
Die Verfasserin verwendet ein qualitatives Forschungsdesign. Es wurden leitfadenorientierte Kleingruppeninterviews mit acht Grundschülern der dritten und vierten Jahrgangsstufe durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fachwissenschaftliche Klärung der Begriffe und Modelle, die methodische Darlegung der Datenerhebung sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der Interviewergebnisse.
Partizipation, Grundschule, Mitbestimmung, Demokratieerziehung, Schülervorstellungen, Didaktische Rekonstruktion und Klassenrat sind die zentralen Kernkonzepte der Arbeit.
Die Kinder nehmen eine erwachsenengesteuerte Partizipation wahr. Sie äußern den Wunsch, stärker einbezogen zu werden, verstehen aber gleichzeitig die Grenzen, etwa bei finanziellen Aspekten oder fachlichen Vorgaben.
Der Klassenrat wird von den befragten Schülern als hilfreiches Instrument zur Klärung von Streitigkeiten und zur Pflege der Klassengemeinschaft wahrgenommen, birgt jedoch in der Realität das Risiko der „inszenierten Mitbestimmung“.
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